CONlogne #2 – Unser Recap

Am 23.01.2015 fand zum zweiten Mal die CONlogne statt. Die noch relativ junge Online Marketing Konferenz „mit Flair“ lockte diesmal 110 Teilnehmer in den Startplatz im kölner Mediapark. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die fünf Vorträge von Online Marketing Experten. Diesmal dabei waren Hendrik Unger, Christiane von Schönberg, Stephan Loyen, Andreas Graap und Dominik Wojicik. Aber auch für Networking und Wissensaustausch war zwischen den Vorträgen ausreichend Zeit.

Reicheweite von Facebook-Posts erhöhen

Als erster Speaker ging Hendrik Unger, Head of Social Media bei netspirits, in seinem Vortrag „Dieser Fehler kostet Facebook Seitenbetreiber 5000 Euro im Jahr“ darauf ein, auf welche Weise die Reichweite von Facebook-Posts erhöht werden kann, ohne die Beiträge zu bewerben. Wichtig ist es dabei, den Algorithmus des News Stream zu kennen, also zu wissen, nach welchen Kriterien Facebook entscheidet, welcher User einen Post angezeigt bekommt. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Relevanz: Passt der Post zum User
  • Gewichtung: Wie häufig wird der Artikel geliked, geteilt oder kommentiert
  • Zeitspanne der Interaktion: Über welchen Zeitraum wird der Artikel geliked, geteilt oder kommentiert

Aber auch der Posting-Typ ist von Bedeutung. Grundsätzlich ziehen Postings mit Bildern mehr Aufmerksamkeit auf sich als reine Text-Postings. Postings mit Links zu anderen Seiten sind weniger erfolgreich, da der Nutzer durch sie aufgefordert wird Facebook zu verlassen.

Ein neuer Posting-Typ, der im Moment von Facebook selber stark bevorzugt wird, ist der Facebook-Video-Post. Anstatt einen Link zu YouTube oder einer anderen Video-Plattform zu teilen, wird in diesem Fall das Video direkt bei Facebook hochgeladen. Seit der Einführung dieses Posting-Typs wird 75% mehr Video-Content im News Stream angezeigt.

Hintergrund: Facebook konkurriert mit YouTube und möchte nun auch zur Video-Plattform werden. Das neue Design der Facebook Video-Seiten erinnert beispielsweise stark an YouTube. Aus diesem Grund gewährt Facebook seinen eigenen Videos eine wesentlich höhere Reichweite als YouTube-Video-Posts.

Nachteile die Facebook gegenüber YouTube aufweist:

  • Videos sind hier eigentlich nur Nebenprodukte, der Hauptaugenmerk liegt auf der Social Media Community
  • Es gibt bisher keine Suchfunktion, mit der gezielt nach Videos gesucht werden kann
  • Inhalte, die geliked wurden, sind hinterher nur noch schwer auffindbar
  • Die Einbettung von Facebook-Videos auf anderen Websites ist nicht besonders benutzerfreundlich

Für Facebook Seitenbetreiber macht es trotzdem Sinn, den Hype, der um die Videos gemacht wird, auszunutzen – solange er noch anhält. Denn erfahrungsgemäß werden solche Dinge nur eine Zeitlang von Facebook getestet und dann eventuell wieder eingestellt. Eine Möglichkeit, trotzdem seinen YouTube Kanal zu stärken, besteht darin, für längere Videos einen kurzen Teaser zu schneiden und dann per Link im Post auf das vollständige Video zu verweisen.

Um auch in Zukunft die Reichweite für eine Facebook Seite voll auszuschöpfen, ist es sehr wichtig, Reports zu ziehen und Testings durchzuführen. Auf diese Weise erkennt man, welche Postings funktionieren und kann die zukünftigen daran ausrichten. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass sich dies sehr schnell wieder ändern kann.

No-Gos:

  • Bild mit gefaktem Video-Play-Button teilen, dann per Link auf die eigene Seite locken, auf der das Video abgespielt wird. Dies ist Irreführung des User und hat zudem auch keine Auswirkung auf die Reichweite des Posts.
  • Postings, die zu werbelastig sind, werden abgewertet, z.B. Posts, die ein Preisversprechen enthalten. Es muss dabei immer ein Mehrwert für den User erkennbar sein. Eine Werbebotschaft muss gut verpackt sein.

Fazit: Um die Reichweite seiner Postings auf Facebook zu steigern, ohne sie zu bewerben, sind folgende Punkte wichtig:

  • Kenntnisse des News Stream Algorithmus
  • Neue Trends über Testings herausfinden
  • Im Moment funktionieren Facebook-Videos ganz gut

Offline PR nutzen

Die freiberufliche Journalistin Christiane von Schönberg verriet in ihrem Vortrag „PR – so machen Sie auch offline von sich reden“, wie man mit seinen Pressetexten seine Online-Zielgruppe auch offline erreichen kann. Der Vorteil von Pressearbeit: Sie ist kostenlos, das heißt, für die Erwähnung in der Zeitschrift wird kein Geld bezahlt. (Was natürlich nicht bedeutet, dass der Arbeitsaufwand nicht auch gewissen Ressourcen kostet. Häufig muss man Redakteure bis zu 10 Mal anschreiben, bis eine Reaktion erfolgt.) Außerdem wird allgemein angenommen, dass was in einer Zeitschrift steht, stimmt. Allerdings werden nur gute Pressetexte tatsächlich abgedruckt.

Was durch Pressearbeit erreicht werden kann:

  • Bekanntheit wird gesteigert
  • Image wird verbessert
  • Kundenbindung
  • Gewinnung neuer Kunden

Um einen erfolgreichen Presstext zu schreiben, sollte man folgende Dinge beachten:

  • Keine Werbetexte schreiben
  • Keine Superlative verwenden
  • Bildmaterial mit Bildunterschriften liefern
  • Vollständige Namen und Titel von Personen mitaufführen
  • Unterhaltsam schreiben
  • Spannende Überschriften wählen
  • W-Fragen beantworten (was, wo, wie, wer, warum, welcher Nutzen)
  • Kontaktdaten mitangeben
  • Zeichen inklusive Leerzeichen mitangeben (am besten nicht mehr als 60 Zeichen pro Satz verwenden)
  • Zitate vorher formulieren und von entsprechenden Personen absegnen lassen

Fazit: PR erfordert einen relativ hohen Aufwand zu Beginn, ist dafür aber kostenlos (abgesehen von Arbeitsaufwand).

UX Design: Weil einfach einfach richtig schwierig ist.

Stephan Loyen, der bei simyo für Customer Experience und Sales Performance von Web & Apps zuständig ist,  referierte darüber, dass einfach, einfach richtig schwierig ist: Bei seiner täglichen Arbeit an dem Mobilportal und der Webseite, sowie allen Touchpoints, an denen eine Interaktion mit dem User stattfinden kann.

Stephan klärte über die grundlegenden Aspekte des UX Design auf, was man darunter versteht und was nicht dazu gehört. Kern des Vortrags war natürlich der User. Jedes Unternehmen oder jeder Webseitenbetreiber sollte versuchen so viel wie möglich über den User und seine Bedürfnisse zu erfahren. Folgende Fragen helfen dabei:

  • Was wissen wir über unsere User?
  • Was motiviert User, den Service in Anspruch zu nehmen?
  • Was macht den User glücklich, was frustriert ihn?
  • An welchem Touchpoint interagiert der User?
  • Welcher ist der häufigste Einstiegspunkt?
  • Wo bricht der User einen Prozess ab?

Daten zur Analyse können über Tracking-Tools wie Google Analytics oder Piwik erhoben werden. Um den User aber richtig zu verstehen, bedarf es z.B. einer Trigger-Box die beim Abbruch eines Vorgangs (hochscrollen auf der Landingpage) erscheint und den User fragt, warum er die Seite verlassen will. Wichtig dabei ist, es dem User so einfach und bequem wie nur möglich zu machen. Eine praktikable Lösung ist eine Trigger-Box mit Radiobuttons, die einfach angeklickt werden müssen, sodass der User mit zwei Klicks ein Feedback geben kann und nicht erst einen Text schreiben muss.

Talkrunde mit Dominik Wojcik und Pascal Fantou

Ähnlich wie auf dem Expert- und SEO-DAY 2014 gab es eine Session in der Fabian Rossbacher eine Talkrunde in sehr angenehmer Atmosphäre moderierte. Die Gäste waren Dominik Wojcik (TA Trust Agends GmbH) und Pascal Fantou (früher Focus.de und Friendscout24.de). Die Session war sehr spannend, Informativ und inspirierend zugleich, sodass man gar nicht viel darüber schreiben kann – man muss es miterlebt haben.

CONlogne

CONlogne

Eine E-Mail Liste in Rekordzeit aufbauen – so geht´s!

Die Überschrift des Vortrags machte neugierig: „So baust du deine E-Mail Liste in Rekordzeit auf“. Viele Konferenzteilnehmer fragten sich, wie dies mit legalen Mitteln möglich ist – Andreas Graap erklärte wie es funktioniert.

Auch wenn es ein alter Hut ist, am Anfang steht guter Content. Andreas definiert seine Erfolgsformel wie folgt: Guter Content + Call to Action = Conversion (Eintragung in den Newsletter). Dies ist ein guter Anfang, aber die Conversionrate lässt sich noch steigern. Ein Beispiel ist die Landingpage mit den 100 wertvollsten Keywords, die sehr hohe Klickpreise haben. Auf der Seite werden aber nur die ersten 25 Keywords veröffentlicht, weitere 75 gibt es für die Eintragung in den Newsletter (also im Tausch gegen die E-Mail Adresse). Die Umsetzung ist im Screenshot gut zu erkennen.

Conlogne E-Mail Listen

Conlogne E-Mail Listen

Mit dem Klick auf „Download“ öffnet sich ein Popup in dem der User aufgefordert wird, seine E-Mail Adresse einzugeben. Im Gegenzug erhält er dafür ein „Content Upgrade“, also exklusive Informationen, die 75 weiteren Keywords. Nach eigenen Angaben erreicht Andreas so eine Conversionsrate von 8,35%!

Eine weitere Möglichkeit, mehr E-Mail Adressen einzusammeln, besteht durch die Einbindung eines Exit-Intent-Popup. Hierbei wird erkannt, wenn ein User nach oben scrollt bzw. die Landingpage verlassen will. In dem Moment erscheint das Popup und fordert den User zu einer Interaktion auf. Gerade bei Usern, die gezögert haben sich für den Newsletter anzumelden, greift ein Exit-Intent-Popup, denn es fordert erneut zur Interaktion auf.

Conlogne E-Mail Listen

Conlogne E-Mail Listen

Networking und Party

Im Anschluss an die Vorträge ging es dann noch zum Feiern in Fabian Rossbachers Stammclub 51, den SEOday Besucher schon bestens kennen. Insgesamt war die CONlogne eine nette kleine Konferenz sowohl für Online Marketing Neulingen als auch erfahrenere Marketer. Die Vorträge waren abwechslungsreich und boten einen Einblick in verschiedene Bereiche des Online Marketings.

Online Marketing Konferenzen 2015 im Überblick

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