Datenschutz bei der Nutzung von Google Analytics

Mit Google Analytics können Sie viele Daten über die Besucher Ihrer Website sammeln. Aber Sie dürfen nicht alles, was vielleicht technisch möglich wäre. Wir sagen Ihnen, was Sie aus Datenschutzsicht bei der Nutzung von Google Analytics beachten müssen.  

Personenbezogene Daten erlauben einen Rückschluss auf die tatsächliche Person, die vor dem Bildschirm sitzt, also Name, Adresse oder auch Telefonnummer. Die Erfassung und Verwendung von personenbezogenen Daten ist in Deutschland im Telemediendienstgesetz (TMG) geregelt. Da die Vorgaben im TMG recht allgemein sind, hat der Düsseldorfer Kreis, der Arbeitskreis der Datenschützer der Länder und des Bundes, eine Liste von Vorgaben erstellt, die Sie als Website-Betreiber beim Einsatz eines Webanalysetools berücksichtigen müssen.

Aus dem TMG ergeben sich folgende Vorgaben für den Einsatz von Webanalyse ohne die explizite Einwilligung der Besucher:

  • Hinweispflicht
  • Widerspruchsmöglichkeit
  • Kürzen der IP-Adresse
  • Pseudonymisierte Daten
  • Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung

1. Hinweispflicht

Sie müssen die Besucher Ihrer Website darüber informieren, dass Sie Nutzungsdaten mit Google Analytics erfassen. Dies geschieht am besten auf einer eigenen Seite zum Datenschutz oder alternativ im Impressum. In beiden Fällen ist wichtig, dass diese Seiten von jeder Seite Ihres Webauftritts aus erreichbar sind.

2. Widerspruchsmöglichkeit

Außerdem müssen Sie den Besuchern Ihrer Website die Möglichkeit geben, dem Tracking zu widersprechen, das heißt, die Besucher müssen in der Lage sein, die Website auch zu nutzen, ohne von Ihnen erfasst zu werden.

Als Lösung hat Google hier ein Browser-Plugin erstellt, das für Internet Explorer, Firefox, Safari, Opera und Chrome verfügbar ist. Sie finden es unter http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de. Um der Anforderung zu entsprechen, genügt ein Hinweis mit entsprechendem Link in Ihrer Datenschutzerklärung.

Gerade bei mobilen Websites ist das Plugin keine Option: es ist nur für die wichtigsten Desktop Browser verfügbar. Da aber auch für Smartphones und Tablets ein Opt-out realisiert werden muss, ist das Universal Analytics Script um eine Eigenschaft erweitert.

Dazu setzen Sie eine window Eigenschaft auf true bevor der eigentliche Tracking-Code geladen wird:

window['ga-disable-UA-XXXX-Y'] = true;

Dabei ersetzen Sie das XXXX-Y mit Ihrer Property ID. Dadurch wird die Ausführung des Tracking-Codes unterbunden. Ist die Eigenschaft nicht oder auf false gesetzt, funktioniert die Zählung wie gewohnt. Weitere Infos zum User Opt-Out finden Sie in der Google Analytics Dokumentation.

Die Eigenschaft müssen Sie auf jeder Seite des Auftritts erneut setzen, sie wird nicht automatisch gespeichert.

3. Kürzen der IP-Adresse (anonymisieren)

In Deutschland haben sich die Datenschützer auf die Einschätzung geeinigt, IP-Adressen als personenbezogene Daten zu klassifizieren. Dadurch sind alle Zugriffe, die Sie erfassen könnten, datenschutzrechtlich relevant. Denn im Internet wird immer eine IP-Adresse übertragen, ohne sie funktioniert die Datenübertragung nicht. Daraus ergibt sich eine Grundanforderung an alle Webanalyse-Systeme, nämlich bei der Datenerfassung auf die vollständige IP-Adresse zu verzichten.

Google hat für diese Kürzung extra eine eigene Funktion eingeführt: anonymizeIp. Diese Funktion muss bei jedem Laden des Tracking-Codes übergeben werden, damit die IP-Adresse gekürzt wird. Leider wird die Funktion beim Einrichten eines neuen Tracking-Codes nicht automatisch eingefügt und kann auch nicht per Option hinzugefügt werden. Das bedeutet, Sie müssen beim Einbau eines Tracking-Codes auf einer neuen Website selbst daran denken, die Funktion aufzunehmen.

4. Pseudonymisierte Daten

Es gibt im Beschluss der Datenschützer zwei Hinweise zu pseudonymisierten Nutzungsdaten. Die Verwendung von Pseudonymen bedeutet konkret, dass Sie zwar mehrere Besucher Ihrer Website unterscheiden dürfen, also etwa Besucher A und Besucher B. Sie dürfen für diese Unterscheidung aber nicht tatsächliche personenbezogene Daten verwenden, also etwa den Nachnamen – falls Sie diesen kennen sollten. A und B gelten als Pseudonyme, die keinen Rückschluss auf die tatsächliche Person zulassen.

5. Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung

Gesetzlich ist geregelt, dass Sie bestimmte Kriterien einhalten müssen, wenn Sie über einen Dritten, wie Google Analytics, Nutzungsprofile erfassen und auswerten. Das Problem bei Google Analytics ist in diesem Fall, dass Sie den Dienst kostenlos verwenden können – es bedarf keiner schriftlichen Beauftragung und gibt daher auch keinen gegengezeichneten Vertrag. Genau diesen möchten die Datenschützer aber sehen.

Um dieses Problem zu lösen, hat Google speziell für Deutschland einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung erstellt. Diesen müssen Sie vor der Erfassung von Daten ausfüllen und zur europäischen Google-Niederlassung nach Irland schicken. Innerhalb einiger Wochen erhalten Sie ein unterschriebenes Exemplar zurück, womit der Anforderung entsprochen ist.

Mit dem Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung gehen Sie keine sonstigen Verpflichtungen gegenüber Google ein. Der Service bleibt weiterhin kostenlos.

Hier finden Sie den Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung.

Fazit:

Sie müssen diese fünf Punkte auf jeden Fall umsetzen, wenn Sie Google Analytics datenschutzkonform nutzen möchten. Wenn Sie Nutzungsdaten erfasst haben, ohne vorher alle Vorgaben umzusetzen, gelten diese Daten als datenschutzrechtlich nicht korrekt erhoben. Da Sie aus einem Analytics-Konto einmal erhobene Daten nicht mehr löschen können, kann so ein Fall zur Löschung Ihres gesamten Kontos führen.

 

Anmerkung:

Wir sind eine Digital Marketing Agentur und keine Rechtsanwaltskanzlei. Dieser Text beruht auf unserem professionellen Erfahrungsstand, ist aber keine Rechtsberatung.

 

Markus Vollmert und Heike Lück - Google AnalyticsMehr zum dem Umgang mit Google Analytics finden Sie im Buch „Google Analytics – Das umfassende Handbuch“ von Markus Vollmert und Heike Lück.

 

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Titelbild © tom/ fotolia.com

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