Wenn ihr vor der Frage steht:
Welche der produzierten Inhalte werden tatsächlich gefunden, gelesen und tragen zu den Unternehmenszielen bei?
…liefert euch eine Content Analyse die Antworten, die ihr benötigt, um euren Content nutzerorientiert und wettbewerbsfähig zu halten.
Sie zeigt, welche Themen Sichtbarkeit aufbauen, Nutzer überzeugen und Conversions unterstützen. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr eure Inhalte datenorientiert mit Google Analytics (GA) und der Google Search Console analysiert und daraus konkrete Optimierungsmaßnahmen ableitet.
Ziele und KPIs der Content Analyse festlegen
Grundsätzlich könnt ihr euch bei einer Content Analyse inhaltsbasierend und datenbasierend vorgehen. Bei der inhaltsbasierenden Analyse bewertet ihr beispielsweise die fachliche Qualität, Aktualität, Verständlichkeit oder Suchintention eines Inhalts. Sie hilft dabei, inhaltliche Schwächen und Optimierungspotenziale zu identifizieren.
In diesem Beitrag stellen wir die datenbasierte Content Analyse in den Mittelpunkt. Sie beantwortet euch die Frage, wie eure Inhalte tatsächlich performen, anhand von konkreten Nutzungs- und Performancedaten. Wenn ihr euch also einen Überblick und fundierten Anhaltspunkt beschaffen wollt, dann ist die quantitative Analyse ausschlaggebend.
Typische Ziele einer datenbasierten Content Analyse sind:
- die organische Sichtbarkeit und den Traffic zu steigern
- das Engagement der Nutzer mit den Inhalten zu erhöhen
- mehr Leads, Anfragen oder andere Conversions zu generieren
- Potenziale zur Optimierung bestehender Inhalte zu identifizieren
Sinnvolle KPIs, die ihr betrachten könnt sind:
- organische Besucher und Landingpages
- Impressionen und Klickrate (CTR)
- Rankings für relevante Suchbegriffe
- Engagement-Zeit und Scrolltiefe
- Klicks auf interne Links oder CTAs
- Downloads und Formularabschlüsse
- Newsletter-Anmeldungen
- Conversions
Content Analyse: Google Analytics nutzen
In Google Analytics könnt ihr sehen, wie sich Nutzer auf eurer Seite verhalten. Hier könnt ihr die wichtigsten Daten zu den definierten KPIs ausfindig machen.
Organische Besucher und Landingpages analysieren
Ein guter Einstieg ist der Bericht Berichte > Engagement > Landingpages. Hier seht ihr, über welche Seiten Nutzer erstmals auf eure Website gelangen und welche Inhalte den größten Anteil am Traffic haben.
Um ausschließlich den organischen Traffic auszuwerten, ergänzt ihr einen Vergleich oder Filter für den Kanal Organic Search. So erkennt ihr schnell, welche Blogartikel oder Ratgeber die meisten Besucher über Suchmaschinen gewinnen.
Engagement-Zeit und Scrolltiefe bewerten
Wie intensiv Nutzer eure Inhalte konsumieren, zeigt der Bericht Berichte > Engagement > Seiten und Bildschirme. Hier findet ihr unter anderem die durchschnittliche Engagement-Zeit einzelner Seiten.
Die Scrolltiefe wird in GA standardmäßig als Ereignis scroll erfasst. Sie wird ausgelöst, wenn Nutzer etwa 90 % einer Seite erreicht haben. Über Berichte > Engagement > Ereignisse oder in einer Exploration könnt ihr auswerten, auf welchen Seiten dieses Ereignis besonders häufig ausgelöst wird.
Klicks auf interne Links und CTAs messen
Klicks auf interne Links oder Call-to-Action-Elemente werden nicht automatisch erfasst und sollten daher als benutzerdefinierte Ereignisse eingerichtet werden, beispielsweise über den Google Tag Manager.
Nach der Einrichtung lassen sich diese Ereignisse unter Berichte > Engagement > Ereignisse analysieren. So erkennt ihr, welche Inhalte Nutzer zu weiterführenden Seiten oder Angeboten führen.
Downloads und Formularabschlüsse analysieren
Auch Downloads und Formularabschlüsse sollten als Ereignisse beziehungsweise Conversions eingerichtet werden.
Nach der Implementierung findet ihr die Daten unter:
- Berichte > Engagement > Ereignisse für die Anzahl der Downloads oder Formularstarts
- Berichte > Engagement > Conversions, sofern die Ereignisse als Conversion markiert wurden
Dadurch lässt sich nachvollziehen, welche Inhalte besonders häufig Downloads oder Formulare auslösen.
Conversions bewerten
Der eigentliche Erfolg von Content zeigt sich häufig erst nach dem Lesen eines Artikels in Form von Conversions. Deshalb sollte jede Content Analyse auch die Frage beantworten, welche Inhalte Nutzer zu einer gewünschten Handlung bewegen.
Conversions analysiert ihr unter Berichte > Engagement > Conversions
Je nach Website können dies Kontaktanfragen, Newsletter-Anmeldungen, Webinar-Registrierungen, Whitepaper-Downloads oder Produktanfragen sein.
In Kombination mit dem Bericht Landingpages oder einer Exploration wird sichtbar, welche Inhalte am häufigsten zu einer Newsletter-Anmeldung oder Kontaktanfrage führen.
Nicht jeder erfolgreiche Artikel benötigt dabei hohe Besucherzahlen. Gerade spezialisierte Fachbeiträge erzielen häufig weniger Traffic, sprechen dafür aber eine sehr relevante Zielgruppe an und weisen entsprechend hohe Conversion-Raten auf.
Google Search Console: Klicks, Impressionen, Klickrate, Positionen und Suchanfragen auswerten
Während GA zeigt, was Nutzer auf eurer Website tun, liefert die Google Search Console Informationen darüber, wie eure Inhalte überhaupt gefunden werden. Beide Werkzeuge ergänzen sich und sollten immer gemeinsam betrachtet werden.
Impressionen, Klicks, Klickrate (CTR) und durchschnittliche Positionen findet ihr in der Google Search Console unter Leistung > Suchergebnisse.
Analysiert dort insbesondere:
- Seiten mit vielen Impressionen, aber geringer CTR
- Suchbegriffe mit Positionen zwischen 8 und 20
- Seiten, deren Impressionen oder Klicks rückläufig sind
Diese Berichte zeigen euch, welche Inhalte bereits Potenzial besitzen und wo sich Optimierungen besonders lohnen.
Erhält ein Artikel viele Impressionen, aber nur wenige Klicks, liegt das Problem häufig nicht im Inhalt selbst, sondern in einem wenig überzeugenden Seitentitel oder einer unattraktiven Meta Description. Ebenso lohnt sich ein Blick auf die Suchanfragen einzelner Seiten. Häufig rankt ein Artikel bereits für verwandte Themen oder Fragestellungen, die im Text bisher kaum behandelt werden. Daraus ergeben sich ideale Ansatzpunkte für eine inhaltliche Erweiterung.
Nutzerverhalten richtig bewerten
Hohe Besucherzahlen allein sagen wenig über die Qualität eines Inhalts aus. Entscheidend ist, wie Nutzer mit euren Inhalten interagieren. Deshalb solltet ihr neben den Zugriffen auch das tatsächliche Nutzungsverhalten analysieren. Wichtige Kennzahlen sind die Engagement-Zeit, Scrolltiefe sowie Ereignisse wie Downloads, Formularstarts oder Klicks auf interne Links. Sie zeigen, ob Nutzer eure Inhalte lesen oder die Seite bereits nach wenigen Sekunden wieder verlassen. Die einzelnen Kennzahlen sollten jedoch immer im Zusammenhang betrachtet werden. Eine lange Aufenthaltsdauer bedeutet nicht automatisch, dass ein Artikel gut funktioniert. Scrollen Nutzer gleichzeitig kaum, kann dies auf einen zu langen Einstieg oder eine unübersichtliche Seitenstruktur hindeuten. Umgekehrt kann eine hohe Scrolltiefe bei kurzer Verweildauer darauf schließen lassen, dass Besucher den Inhalt lediglich überfliegen. Auch interne Verlinkungen liefern wichtige Hinweise. Werden weiterführende Inhalte häufig angeklickt, spricht dies dafür, dass eure Themen logisch aufgebaut sind und Nutzer zusätzliche Informationen suchen. Es lohnt sich gewisse Ereignisse in GA einzurichten, unter anderem für Downloads, CTA-Klicks, Formulare oder Videoaufrufe ein. Diese Interaktionen liefern häufig aussagekräftigere Erkenntnisse als reine Seitenaufrufe.
Maßnahmen umsetzen
Die Ergebnisse eurer Content Analyse liefern wertvolle Hinweise darauf, an welchen Stellen Inhalte optimiert werden sollten. Wichtig ist dabei, einzelne Kennzahlen nicht isoliert zu betrachten, sondern die richtigen Maßnahmen daraus abzuleiten.
- Viele Impressionen, aber eine geringe Klickrate (CTR): Überarbeitet den Title und die Meta Description. Oft reichen präzisere Formulierungen oder ein klarerer Mehrwert aus, um die Klickrate zu steigern.
- Gute Rankings, aber geringe Engagement-Zeit oder Scrolltiefe: Prüft, ob der Inhalt die Suchintention erfüllt. Ein prägnanterer Einstieg, eine bessere Struktur oder zusätzliche Beispiele können die Nutzerbindung erhöhen.
- Hoher Traffic, aber wenige Conversions: Optimiert die Platzierung und Gestaltung von Call-to-Actions, ergänzt passende Content-Upgrades oder verbessert die interne Verlinkung zu weiterführenden Inhalten und Leistungsseiten.
- Rankings für relevante Suchbegriffe, die im Artikel nur am Rande behandelt werden: Erweitert den Inhalt gezielt um diese Themen oder ergänzt häufig gestellte Fragen. So erhöht ihr die thematische Relevanz und erschließt zusätzliche Rankings.
- Sinkende Rankings oder rückläufiger organischer Traffic: Aktualisiert veraltete Inhalte, ergänzt aktuelle Entwicklungen und überprüft, ob Wettbewerber die Suchintention inzwischen besser erfüllen.
- Hohe Engagement-Werte und viele Conversions: Nutzt diese Inhalte als Best Practice. Aktualisiert sie regelmäßig, stärkt sie durch interne Verlinkungen und entwickelt ähnliche Inhalte für verwandte Themen.
- Erfolgreiche Evergreen-Inhalte: Plant regelmäßige Content-Refreshes ein, um Informationen aktuell zu halten und die langfristige Sichtbarkeit zu sichern.
Eine Content Analyse sollte kein einmaliges Projekt sein, sondern ein fester Bestandteil eurer Content-Strategie. Regelmäßige Auswertungen helfen dabei, Optimierungspotenziale frühzeitig zu erkennen und Inhalte kontinuierlich an die Bedürfnisse eurer Zielgruppe sowie an aktuelle Entwicklungen in Suchmaschinen anzupassen.
Fazit
Eine erfolgreiche Content Analyse betrachtet nicht nur Besucherzahlen, sondern den gesamten Weg der Nutzer – von der ersten Suchanfrage bis zur Conversion. Mit GA und der Google Search Console analysiert ihr Sichtbarkeit, Nutzerverhalten und Unternehmenserfolg aus unterschiedlichen Perspektiven. Wer diese Daten regelmäßig auswertet und daraus konkrete Optimierungsmaßnahmen ableitet, verbessert seine Inhalte kontinuierlich und schafft langfristig Content, der sowohl Nutzer als auch Suchmaschinen überzeugt.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Content Analyse
Wie relevant ist die Betrachtung von KI-Daten?
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-gestützten Suchsystemen wie Google AI Overviews oder ChatGPT gewinnt die Analyse von KI-Traffic an Bedeutung. Derzeit stehen hierfür jedoch nur begrenzte Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung. Über Verweisquellen in Google Analytics, Server-Logs oder spezialisierte SEO-Tools lassen sich erste Hinweise auf Zugriffe aus KI-Systemen gewinnen. Da sich die Messmethoden und Kennzahlen kontinuierlich weiterentwickeln, sollten KI-Daten derzeit als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Content Analyse betrachtet werden, nicht als Ersatz für etablierte KPIs wie organischen Traffic, Rankings oder Conversions.
Mit welchem Umfang muss man bei Content-Anpassungen rechnen?
Das hängt von euren Zielen und einzelnen Projekten ab. Häufig reichen bereits kleinere Anpassungen aus, um die Performance deutlich zu verbessern. Dazu gehören aktualisierte Informationen, neue Beispiele, zusätzliche FAQ, optimierte Überschriften oder eine bessere interne Verlinkung.
Wie häufig sollte eine Content Analyse durchgeführt werden?
Für die meisten Websites empfiehlt sich eine umfassende Analyse ein- bis zweimal pro Jahr. Besonders leistungsstarke Seiten mit hohen Zugriffszahlen oder wichtigen Rankings profitieren zusätzlich von einer quartalsweisen Überprüfung. Werden neue Inhalte veröffentlicht oder ändern sich Suchverhalten, Wettbewerber oder Google-Updates, kann auch eine anlassbezogene Analyse sinnvoll sein.


