Suchmaschinen ermöglichen Nutzern die gezielte Suche nach Informationen im Internet und sind deswegen oft der erste Touchpoint auf der User Journey. Während Anfang der 2000er Jahre noch eine bunte Mischung aus verschiedenen Suchmaschinen existierte, hat sich Google über die Jahre zum Maß aller Dinge entwickelt. Fast 96% der Suchanfragen werden heute über Google getätigt.

Suchmaschinenmarkt Deutschland 2018

Suchmaschinenmarkt Deutschland 2018

 

Damit konnte Google seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen, 2016 lag Googles Suchmaschine noch bei einem Marktanteil von 93,6% in Deutschland:

Suchmaschinenmarkt Deutschland 2016

Suchmaschinenmarkt Deutschland 2016

 

Wird die mobile Nutzung betrachtet, steigt der Anteil von Google-Nutzern 2018 sogar auf 98,67%. Weltweit betrachtet ergibt sich in Deutschland so eine noch höhere Dominanz von Google gegenüber anderen Anbietern als in anderen Ländern. Zwar kommt Google weltweit im Durchschnitt immer noch auf beträchtliche 92% Marktanteil, in den USA sind es jedoch nur rund 87% und in China gerade mal 2,5% Marktanteil. 

Deutschland, Googleland? 

Dass Google in Deutschland so eine übermächtige Position einnehmen konnte, liegt vermutlich auch an den Alternativen. So gibt es kaum noch größere deutsche Suchmaschinen, die ähnlich qualitativ hochwertige Suchergebnisse liefern können wie Google und bing. Zwar steht ein großer Teil der deutschen Bevölkerung dem amerikanischen Großkonzern und seiner Datensammelleidenschaft skeptisch gegenüber, wirkliche Alternativen werden jedoch nur selten genutzt. Zu praktisch und bequem scheint die vertraute Google-Suche. Und so konnte Google seine Marktmacht in den letzten 20 Jahren kontinuierlich ausweiten. 

Vor dem Start von Google in Deutschland tummelten sich diverse Suchmaschinen wie MSN, Lycos, Altavista und Fireball im deutschen World Wide Web. Nach dem Launch von Googles deutscher Suche verloren diese Suchmaschinen immer weiter an Bedeutung und verschwanden schließlich völlig von der Bildfläche.  

Bing & Yahoo! – Eine vielversprechende Allianz 

Nachdem der Microsoft-Dienst MSN und die zugehörige Suchmaschine Live Search immer weiter an Bedeutung verloren, formierte sich das Unternehmen 2009 neu und launchte mit bing eine Suchmaschine, die Google echte Konkurrenz machen sollte. Um Synergien zu nutzen, verkündete das Unternehmen die Kooperation mit Yahoo. Yahoo ist zwar noch als eigene Suchmaschine aufrufbar, Technik und Ergebnisse werden aber von bing bereitgestellt. So kommen beide Suchmaschinen zusammengenommen immerhin auf einen weltweiten Anteil von fast 5%, in Deutschland auf knapp über 3%. Sicherlich noch immer ein sehr kleiner Teil vom gesamten Kuchen, aber im Zuge der Verbreitung von Voice Search bestehen durchaus Chancen, dass bing seinen zweiten Platz noch weiter ausbauen kann.  

Denn bing ist erstaunlich gut aufgestellt, wenn es um das Thema Voice Search geht. Eigentlich kein Wunder, schließlich operierten bis vor kurzem drei der vier beliebtesten virtuellen Assistenten – Amazons Alexa, Microsofts Cortana und Apples Siri – mit bing als Grundlage für Online-Suchen. Apple hat Siri mittlerweile zwar auf die Google-Suche umgestellt, trotzdem scheint bing den Trend in Sachen Voice Search erkannt und genutzt zu haben. 

Man darf also gespannt sein, wie sich der Suchmaschinenmarkt in dieser Hinsicht zukünftig entwickelt. 

Web.de & T-Online – Bereitgestellt durch Google 

Die Internetportale WEB.de und T-Online bieten auf ihren Seiten jeweils eigene Suchmasken für die Websuche an. Die Ergebnisse beziehen sie aber von Google – ähnlich wie bei der Allianz von bing und Yahoo. Neben WEB.de und t-online nutzen auch andere Portale wie GMX oder AOL Google als Grundlage für den eigenen Such-Service. Der winzige Anteil der Suchmaschinen am großen Ganzen ist also auch nur ein scheinbarer, da auch dieser Google zugerechnet werden muss. 

Metasuchmaschinen – Alternativen zu Google & bing 

Es scheint oft, als gehe kein Weg an Google & Co vorbei, dabei gibt es sehr wohl einige Alternativen: Metasuchmaschinen wie Apollo 7 und Metacrawler.com, oder Hybride wie DuckDuckGo und MetaGer. 

Metasuchmaschinen leiten eine Suchanfrage an mehrere Suchmaschinen weiter und bereiten die Ergebnisse für den Nutzer auf. Hybride unter den Metasuchmaschinen nutzen zusätzlich zu anderen Suchmaschinen auch eigene Webcrawler zur Bereitstellung von Suchergebnissen. 

DuckDuckGo 

Meta-Suchmaschine DuckDuckGo

Meta-Suchmaschine DuckDuckGo

 

DuckDuckGo ist die bekannteste Metasuchmaschine und hat daher mit knapp einem Prozent auch den höchsten Anteil an der gesamten Nutzung in Deutschland. Dabei ist DuckDuckGo eine Mischung aus Metasuchmaschine, die 400 Quellen (darunter auch Suchmaschinen wie bing) bei der Suche heranzieht und einem eigenen Webcrawler. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA und unterliegt amerikanischem Recht, betont aber die Privatsphäre der Nutzer zu wahren. So werden allen Nutzern die gleichen Suchergebnisse ausgespielt, da keine Nutzerdaten getrackt, keine Cookies genutzt und IP-Adresse nicht gespeichert werden. 

MetaGer

Deutsche Met-Suchmaschine MetaGer

Deutsche Met-Suchmaschine MetaGer

 

MetaGer ist eine deutsche Metasuchmaschine, entwickelt und betrieben von der Universität Hannover. Bei der Suche mit MetaGer greift die Metasuchmaschine auf 20 bis 30 verschiedene Suchmaschinen zurück. Eigene Crawler vervollständigen das Angebot, sodass auch MetaGer, wie DuckDuckGo, einen Hybrid unter den Metasuchmaschinen darstellt. MetaGer speichert keinerlei personenbezogene Daten und spielt daher auch keine personalisierten Suchergebnisse aus. Die IP-Adresse des Nutzers wird bereits während der Suchanfrage anonymisiert und nicht an andere Suchmaschinen weitergegeben. Da die Server von MetaGer ausschließlich in Deutschland platziert sind, untersteht MetaGer dem, im Vergleich zu anderen Ländern, strengen deutschen Datenschutzrecht. 

Eigenständige Suchmaschinen mit mehr Datenschutz  

Noch haben sie zwar keinen großen Marktanteil, aber tatsächlich gibt es auch eigenständige Suchmaschinen als Alternative zu Google & bing. Eine Reihe von Suchmaschinen haben den Bedarf erkannt und bieten den Nutzern mehr als nur passende Suchergebnisse – Datenschutz oder Nachhaltigkeit beispielsweise. 

Startpage

Niederländische Alternative zu Google: Startpage

Niederländische Alternative zu Google: Startpage

 

Startpage bezeichnet sich selbst als die „diskreteste Suchmaschine der Welt“. Der Dienst der niederländischen Surfboard Holding B.V., zu der auch die Metasuchmaschine Ixquick gehörte, greift zwar auf Google zurück, sammelt dabei aber keine Informationen über den Nutzer. Zusätzlich verwendet Startpage eigene Such- und Rankingalgorithmen um die Suchergebnisse zu selektieren. Startpage speichert keinerlei Nutzerdaten und kann so auch nichts an Dritte weitergeben. Zusätzlich bietet Startpage die Möglichkeit, nicht nur anonym zu surfen, sondern auch Suchergebnisse anonym anzuklicken. Die Suchmaschine wird über nicht-personalisierte Werbung finanziert. 

Qwant 

Französische Suchmaschine Qwant

Französische Suchmaschine Qwant

 

Die französische Suchmaschine Qwant möchte ebenfalls die Privatsphäre der Nutzer schützen. Dafür wird pro Sitzung ein Cookie gesetzt, der laut Qwant nach Beenden der Sitzung wieder gelöscht wird. Es werden also keine Nutzerdaten dauerhaft gespeichert – Qwant liefert daher ebenfalls keine personalisierten Suchergebnisse. Wünscht der Nutzer personenbezogene Suchergebnisse, so kann er ein Nutzerprofil anlegen. Die dabei erhobenen personenbezogenen Daten werden auf Servern innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet. Zur Finanzierung von Qwant wird laut eigenen Aussagen auf das Microsoft bing Werbenetzwerk zurückgegriffen. 

Ecosia

Ecosia: nachhaltige Alternative zu Google

Ecosia: nachhaltige Alternative zu Google

 

“The search engine that plants trees” – Ecosia ist die nachhaltige Alternative zu Google. Die Berliner Ecosia GmbH verwendet bis zu 80% des Einnahmeüberschusses für gemeinnützige Naturschutzprojekte. So konnten laut Ecosia im Oktober 2018 bereits 40 Millionen Bäume gepflanzt werden. Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte das Unternehmen, als es RWE eine Millionen Euro für den Hambacher Forst anbot. 

Ecosia greift für die Suchergebnisse auf bing zurück. Wird ein Werbelink in den Ecosia-Suchergebnissen geklickt, so erhält das Unternehmen einen Anteil am Umsatz. Ecosia speichert und nutzt Suchanfragen, IP-Adressen und Browserdaten bis zu 7 Tage – danach werden sie gelöscht oder anonymisiert. Allerdings werden diese Daten, zur Bereitstellung der Suchergebnisse, auch an bing weitergeleitet. Wer also ohnehin bing oder Google nutzt, dabei aber Gutes tun möchte, sollte auf Ecosia umsteigen. 

Kindersuchmaschinen 

Auch Kindersuchmaschinen haben noch keinen nennenswerten Marktanteil, besetzen aber eine Nische, die unter Eltern und Lehrkräften sehr gefragt ist – kindgerechte Suchergebnisse. Mit Kindersuchmaschinen wie FragFinn oder Blinde Kuh können Kinder den Umgang mit dem Internet und der Suchmaschine lernen, ohne dabei auf problematische Suchergebnisse zu stoßen. Diese Suchmaschinen führen Whitelists und spielen nur Suchergebnisse von Webseiten aus, die auf diesen Whitelists zu finden sind. Zumeist werden die Whitelists redaktionell erstellt, also händisch durch Mitarbeiter gepflegt. Dies führt dazu, dass Kindersuchmaschinen oft eher einem Webkatalog gleichen und wie ein Relikt aus den frühen Tagen des Internets wirken. 

fragFinn.de

Kindersuchmaschine fragFINN

Kindersuchmaschine fragFINN

 

Die Kindersuchmaschine fragFinn.de ist eine der beliebtesten ihrer Art und durchforstet rund 5000 Online-Angebote der redaktionell gepflegten Whitelist bei einer Suchanfrage. Die Suchmaschine richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren und zeigt auf der Startseite eigene News, Videos, Umfragen und Surftipps an. FragFinn.de finanziert sich über Beiträge der Mitglieder des Vereins fragFinn e.V., darunter auch große Konzerne wie der Deutschen Telekom, Walt Disney, Facebook und Google. 

Blinde Kuh

Blinde-Kuh: Suchmaschine für Kinder

Blinde-Kuh: Suchmaschine für Kinder

 

Die Kindersuchmaschine blinde-kuh.de existiert bereits seit 1997 und richtet sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Auch das Verzeichnis von blinde-kuh.de ist redaktionell gepflegt, greift dabei aber auf 30.000 Webseiten zurück und bietet damit deutlich mehr Quellen als fragFinn.de. Blinde-kuh.de wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. 

Entwicklung der Suchmaschinenmarktanteile 

In der nächsten Zeit wird Google seine marktbeherrschende Position sicherlich nicht plötzlich einbüßen müssen. Dennoch bleibt es spannend, ob die ernstzunehmende Konkurrenz in Form von bing den zweiten Platz nicht doch weiter ausbauen und Google so zumindest einen Teil der Nutzer abluchsen kann. Auch das Thema Voice Search wird hier sicherlich nochmal interessant. Zudem wächst das Bewusstsein für die eigenen Daten und den Schutz der Privatsphäre – Vielleicht können (Meta-) Suchmaschinen, mit einem höheren Anspruch an den Datenschutz, zukünftig doch noch einen Sprung nach vorn machen und sich ihren Teil des Kuchens holen. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Saskia Wollenberg

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