Recap zur SEO Campixx 2018

Zum zehnten Mal fand in diesem Jahr die SEO Campixx in Berlin am Müggelsee statt. Am 01. und 02.03.2018 fanden sich bei eisigen Temperaturen erneut 500 SEO-Begeisterte am Müggelsee ein, um an der (Un)Konferenz teilzunehmen. Maxi und Mareike waren mitten drin und berichten euch im Folgenden von den besten Beiträgen und den interessantesten Learnings, die sie diesmal mitgenommen haben.

Marco Janck begrüßt die Teilnehmer der SEO Campixx 2018

Marco Janck begrüßt die Teilnehmer der SEO Campixx 2018

SEOs selbst ausbilden (Nicole Mank)

Nicole Mank widmete sich in ihrem Vortrag dem Trainee-Programm der Web-Netz GmbH. Die Agentur hat ihren Sitz in Lüneburg und muss sich daher mit dem Problem herumschlagen, dass sie kaum ausgebildete SEO Fachkräfte findet. Deshalb setzen sie verstärkt auf die Ausbildung neuer SEOs. Die meisten Bewerber auf Trainee Stellen stammen direkt von der Uni. Um diese Zielgruppe schon früh zu erreichen, arbeitet Web-Netz eng mit der Leuphana Uni in Lüneburg zusammen. Zum Beispiel nehmen sie an dem Programm frühstarter teil, das Studenten das Berufsleben näherbringt. So lernen die Studenten schon früh den Beruf des SEOs kennen und wenn sie sich dafür entscheiden, geht die erste Bewerbung an Web-Netz. Auf eine zu besetzende Stelle kommen im Schnitt 5 Bewerbungen.

Die SEOs der neuen Generation unterschieden sich von den SEOs, die schon länger in der Branche sind. Probleme, die sich bei den neuen SEO Trainees häufig stellen, sind

  • Fehlendes Verständnis für das Internet und die Technologie dahinter
  • Sie sind weniger bereit sich nach der Arbeit im Selbststudium weiterzubilden
  • Sie sind es nicht gewohnt, selbstständig Lösungen zu finden, sondern müssen mindestens einmal gezeigt bekommen, wie etwas geht
  • Die Theorie in die Praxis umzusetzen, fällt ihnen häufig schwer

Aber sie bringen auch Vorteile mit:

  • Sie bringen frischen Wind in die Agentur mit neuen Ideen und viel Motivation
  • Sie sind ambitioniert und wollen sich beweisen
  • Sie lernen schnell
  • Sie werden schnell selbstständig
  • Sie organisieren sich in Gruppen und sind richtige Teamplayer

Um die Bewerber richtig einschätzen und sie den jeweiligen Teams zuordnen zu können, ist es wichtig, beim Bewerbungsgespräch auch nach privaten Interessen zu fragen. Nicole hat die Erfahrung gemacht, dass es leichter ist, Trainees fachliche Inhalte zu vermitteln als sie dazu zu bringen, sich ins Team zu integrieren. Daher ist wichtiger, ob ein Bewerber ins Team passt als dass er bereits praktische Erfahrungen gesammelt hat.

Zur Ausbildung der neuen SEOs gehören folgende Bereiche:

  • Onpage
  • Offpage
  • Kreation
  • Tools
  • Consulting
  • Online Marketing
  • CRO

Während der Ausbildung durchlaufen die Trainees verschiedene Phasen. In der ersten Woche dürfen sie sich erst einmal akklimatisieren, lernen das Ticketsystem und das Wiki kennen und lesen sich ein. Danach fangen sie sehr schnell an den einzelnen Abteilungen zuzuarbeiten. Sie beginnen in der Kreation mit Keywordanalysen und der Erstellung von Snippets und Texten. Dabei arbeiten sie schon an echten Projekten, wobei natürlich alles noch einmal überprüft wird, bevor es an den Kunden geht.

Nach den ersten drei Monaten lässt sich schon erkennen, in welchem Bereich die Trainees bevorzugt eingesetzt werden können, z.B. in der Kreation oder eher im Bereich Offpage. Die feste Zuordnung in ein Team erfolgt aber erst am Ende des Trainees.

Fachwissen wird im SEO Dojo vermittelt. In Form von wöchentlichen Kursen erarbeiten die Trainees auf Grundlage eines Lehrplans selbstständig grundlegende Themen wie zum Beispiel „Wie funktioniert das Internet?“ oder „Die wichtigsten SEO Tools“ und präsentieren sie der Gruppe. Der Lehrplan umfasst ca. 45 Wochen. Vertiefendes Wissen wird in der Web-Netz Academy vermittelt. Hierzu werden Fachreferenten in die Agentur eingeladen, die über tiefergehende Themen referieren. Am Dojo nehmen neben den Trainees auch Azubis und Praktikanten teil.

Ein wichtiger Teil der Ausbildung besteht darin, dass sich die Trainees mit aktuellen News auseinandersetzen und dass sie sich mit Branchenkollegen vernetzen. Zum Beispiel wird darauf geachtet, dass die Trainees an mindestens einer Konferenz pro Jahr teilnehmen. Allerdings scheuen sie sich oft davor andere Branchenmitglieder anzusprechen. Sobald die erste Angst überwunden ist, funktioniert das aber ganz gut.

Um zu kontrollieren, ob die Trainees das Gelernte auch umsetzen können, werden Fragebogen zur Selbsteinschätzung verwendet. Niedrig bewertete Themen werden dann noch einmal aufbereitet.

Nachdem das SEO Dojo erfolgreich durchlaufen ist, geht es an die ersten kleinen Projekte oder die Trainees werden als zweiter Ansprechpartner bei größeren Projekten eingesetzt. Außerdem gibt es noch Einzel-Teachings zu bestimmten Themen. Diese werden dann aber individuell auf die jeweilige Person zugeschnitten und sind eher strategisch ausgerichtet. Es folgen erste Spezialisierungen auf Themen wie mobile, local, Video SEO oder Ähnliches.

Das Trainee-Programm dauert ein Jahr und in der Regel werden die Trainees danach übernommen. Nach einem weiteren Jahr wissen sie im Grunde alles, was sie zu einem vollwertigen SEO macht. Leider verlassen viele gute Leute die Agentur schon nach ca. 2 Jahren, um dann in Unternehmen in Hamburg zu arbeiten, da dort die Verdienstmöglichkeiten höher sind. Das Trainee-Gehalt liegt bei 1.800 Euro, das Gehalt als Junior SEO danach bei 2.500 Euro.

Die Folien zum Vortrag findet ihr hier: https://www.slideshare.net/nicoleliebtpasta/seotrainees-selbst-ausbilden-89657663

Mobile Index – Was ändert sich/Was muss geändert werden? (Maximilian Bloch)

Maximilian Bloch referierte über das Thema Mobile First. Er leitete seinen Vortrag mit einigen Informationen zu der Entwicklung des mobilen Index ein. Seit 2015 gibt es stetig mehr Suchanfragen über mobile Endgeräte. Während sich die Rankings vor einigen Jahren noch primär nach der Desktop Version richteten, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall. Nachdem Gary Illyes im Oktober 2016 den Mobile-First-Index ankündigte, wird die mobile Version federführend.

Dabei gibt es laut Bloch folgendes zu beachten:

  • der Main-Content muss auf der mobilen und der Desktop Version vorhanden sein. Dazu zählen auch Headlines, Bilder, Videos und Alt-Attribute
  • die Linkstruktur sollte ähnlich sein
  • die Hreflang-Auszeichnung sollte (evtl. angepasst) vorhanden sein
  • strukturierte Daten sollten gleichwertig sein, sie haben eine hohe Priorität

Ob und wie viel geändert werden muss, ist abhängig von der Art der mobilen Website. Beim Responsive Web-Design bleiben URL und HTML gleich. Beim Dynamic-Serving bleibt lediglich die URL gleich. Bei unterschiedlichen URLs für die Desktop und die mobile Version bleiben weder URL noch HTML gleich. Dementsprechend macht das responsive Webdesign die wenigsten Probleme. Beim Dynamic Serving wird abhängig vom User Agent des anfragenden Geräts unterschiedlicher Inhalt bereitgestellt. Ein Vorteil daran ist, dass eine individuelle Darstellung auf mobilen Endgeräten möglich ist. Ein Nachteil wiederum ist, dass die Auslieferung relevanter Inhalte sichergestellt werden muss. Bei unterschiedlichen URLs gilt es, besonders gut aufzupassen. Die mobile Version muss alle relevanten Daten und Auszeichnungen enthalten. Bei internationalen Seiten ist die Hreflang-Auszeichnung anzupassen.

Bloch betont in seinem Vortrag außerdem, wie wichtig strukturierte Daten für die mobile Version sind. Sie machen das Crawling einfacher und minimieren algorithmische Aufwände.

Die Folien zum Vortrag findet ihr hier: https://seo-atelier.de/mobile-first.pdf

Führen (nicht nur) für SEOs (Sebastian Erlhofer)

Sebastian Erlhofer von mindshape zeigte in seinem Vortrag auf, wie in seiner Agentur Teams geführt werden.

Er unterscheidet zwischen 5 Führungsstilen:

  • Führen durch Zwang: Einer sagt, wo es langgeht, alle anderen folgen. Wer nicht folgt, wird bestraft. Nachteil: Es wird nur das Nötigste gemacht.
  • Führen durch Aufgaben und Prozesse: Es werden den Mitarbeitern konkrete Aufgaben zugewiesen und ihnen gesagt, wie sie diese erledigen sollen. Nachteil: Mitarbeiter denken nicht selber mit. Voraussetzung: Es muss klare Prozesse geben, die auch allgemein verständlich sind
  • Führen durch Ziele: Es werden fixe Ziele definiert und die Mitarbeiter finden selbst Lösungen, um diese zu erreichen. Hilfsmittel dazu sind KPIs, Kennzahlen und Budgets. Nachteil: Das Management ist sehr stark eingebunden.
  • Führen durch flexible Ziele: Manager und Mitarbeiter entwickeln gemeinsam eine Strategie. Das Management gibt den Zeitplan vor. Verantwortung und Überblick sind wichtig.
  • Führen mit Sinn: Vision und Sinn geben die Richtung vor, in die autonom gearbeitet wird. Es gibt eine übergeordnete Ausrichtung.

Welcher Führungsstil der richtig ist, hängt von der Situation und den beteiligten Personen ab. Zum Beispiel sollte ein Trainee anders geführt werden als ein Senior Consultant.

Damit Mitarbeiter sich wohl fühlen und bestmöglich eingesetzt werden können, ist es wichtig, dass der Teamleiter sie gut kennt und einschätzen kann. Dazu sind spezielle Feedback Mechanismen notwendig. Dann können ihre Bedürfnisse erfüllt werden und bleiben auch länger in der Agentur. Bedürfnisse sind zum Beispiel: Sicherheit, Abwechslung, Bedeutsamkeit und Aufrechterhaltung des Selbstbildes, Verbindung mit Kollegen (mit denen man sich austauschen kann), Fairness, Wachstum (nur in Unternehmen, die wachsen, gibt es die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und aufzusteigen), Sinn und Beitrag (die Arbeit hat auch für die Mitarbeiter einen Sinn).

Damit Mitarbeiter richtig gefördert werden und sich wohlfühlen, gibt es Prozesse. Dazu gehören Mitarbeitergespräche, in denen geklärt wird, wo sich der Mitarbeiter selber sieht und wo er hinmöchte. Außerdem sollten persönliche Ziele berücksichtigt werden. Die Gespräche können in unterschiedlichen Zeitabständen stattfinden:

  • Jahresgespräch: relativ selten, innerhalb eines Jahres können sich viele Dinge anstauen. Man merkt nicht, wann ein Mitarbeiter unglücklich wird.
  • Halbjahresgespräch: Auch hier ist die Zeitspanne sehr groß
  • One-on-One: Alle 2 bis 4 Wochen, eventuell auch jede Woche, 30 Minuten, „Wie ist der Stand der Dinge?“, 15 Minuten redet der Teamleiter, 15 Minuten der Mitarbeiter, danach wird alles notiert. Wichtig ist, dass diese Gespräche nicht ausfallen. Sonst fühlt sich der Mitarbeiter nicht ernst genommen und nicht respektiert.

Damit der Fokus nicht verloren geht, dürfen Teams aus maximal 5 bis 7 Personen bestehen. Grundsätzlich sollte man sich immer auf die stärksten Teammitglieder konzentrieren und das sind nicht immer die, die sich in den Mittelpunkt stellen. Regelmäßig sollte klassifiziert werden, wer im Team stark ist und wer eher schwach (High-Performer, Mid-Performer, Low-Performer).

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Werte, die das Unternehmen vertritt. Damit Alle Mitarbeiter dieselben Werte leben, sollte schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiter geprüft werden, ob dies der Fall ist. Dann passen neuen Mitarbeiter auch ins Team.

Außerdem muss klar sein, dass auch Fehler gemacht werden dürfen. Ohne Fehler kann man nicht lernen. Allerdings muss es klares Feedback zu Fehlern geben, damit ein Mitarbeiter auch weiß, was schlecht gelaufen ist. Bei Fehlern, die geschäftsgefährdend sind, sollte aber eingegriffen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Krisengespräche. Vorwürfe sind hier nicht zielführend. Stattdessen sollte man dem BAHN-Prinzip folgen:

  • Beobachtung: Objektiv beschreiben, was schiefgelaufen ist
  • Auswirkung: Was ist dadurch passiert?
  • Hintergrund: Warum ist es schlecht, dass das passiert ist?
  • Nächster Schritt: Was kann man machen, damit das beim nächsten Mal anders läuft?

Trotzdem gibt es auch Situationen, in denen man damit nicht weiterkommt und man mit Sanktionen fortfahren muss. Diese lassen sich in folgende Abstufungen einteilen:

  • Körpersprache
  • Direktes Feedback oder indirektes Feedback (Lob des Konkurrenten)
  • Eigene Präsenz erhöhen
  • Androhung von Sanktionen
  • Sanktionen (z.B. Entzug des Home Office, Kaffees etc.)
  • Kündigung
  • Anzeige / Polizei

SEO Relaunches (Rhea Moore)

Rhea Moore stellte in ihrem Vortrag das Vorgehen bei einem SEO Relaunch vor. Sie unterscheidet dabei vier unterschiedliche Phasen. Nach der Initiierung folgt die Planungsphase. Die Durchführung ist der dritte Schritt und der Abschluss der letzte.

Bei der Initiierung geht es vorrangig darum, sieben W-Fragen zu klären.

  1. Was wird verändert?
  2. Wo stehen wir gerade?
  3. Warum wird gelaunched? (Gibt es ein strategisches Ziel? Soll ein akutes Problem gelöst werden? Soll der Umsatz gesteigert werden? Ist es aus SEO oder Usability Sicht notwendig? Gibt es S.M.A.R.T.e Ziele?)
  4. Wer ist alles beteiligt? (Hier kann man das so genannte RASCI Modell anwenden)
  5. Wie Ziele erreichen? (Arbeitspakete mit Deadlines festlegen)
  6. Wann?
  7. Wieviel? (Budgetplanung)

Die Planungsphase setzt sich auf drei verschiedenen Stufen zusammen. Hier sind zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme und die Ermittlung eines Status Quo des Projekts erforderlich. In der nächsten Stufe sollte sich tiefergehend mit dem Content befasst werden. Ein Content Audit macht an dieser Stelle Sinn, um zu schauen, welche Inhalte gut und welche schlecht performen. Ein letzter Schritt sieht ausgiebiges Testing mit System vor.

Bei der Durchführung ist das A&O alle Beteiligten zu informieren. Auf diese Weise verhindert ihr, dass zum Beispiel Anzeigen noch auf alte URLs laufen. Wichtig ist auch, dass hier in dieser Phase das Tracking richtig einrichtet.

In der Abschlussphase geht es ums Monitoring und um die Analyse. Hier solltest ihr euch fragen, was eure KPIs sind und euch über eure Zielerreichung und Learnings Gedanken machen.

Weniger ist mehr – Indexierung bei Otto (Jan Wölk & Johannes Jansen)

Jan Wölk und Johannes Jansen zeigten in ihrer Session, wie bei Otto entschieden wird, welche Kategorie-Seiten für die Indexierung in Suchmaschinen freigegeben und welche ausgeschlossen werden. Insgesamt gibt es 34.000 Kategorie-Seiten, die indexiert sind. Pro Tag kommen ca. 400 neue Seiten dazu. Jede Landingpage wird dabei immer nur auf ein einziges Keyword optimiert.

Grundlage ist zunächst eine Keywordbase. Anhand einer halbautomatisierten Keywordrecherche werden Themenbereiche identifiziert, für die es sinnvoll ist, eigene Unterseiten zu erstellen. Dabei wird folgende Vorgehensweise verfolgt:

  • Einlesen in das Thema: Was gibt es rund um das Thema alles für Unterthemen
  • Wettbewerbsanalyse: Was macht der Wettbewerb?
  • Keyword-Tools: z.B. hypersuggest, answer the public
  • Anreicherung mit Suchvolumen
  • Bildung von Themenclustern
  • Zuordnung der einzelnen Themen zu entsprechenden Landingpages

Die Bewertung der Keywords erfolgt automatisiert. Relevanz-Kriterien sind zum Beispiel: Suchvolumen, Trends und Suchintention. Anhand dieser Kriterien werden auch Longtail-Keywords ermittelt, für die sich eine eigene Landingpage lohnt.

Das Index-Management bei Otto wurde früher so betrieben, dass grundsätzlich jede Seite erst einmal in den Index gelassen wurde. Nachträglich wurden dann die Seiten auf noindex gesetzt, die keine Relevanz hatten. Dadurch sind viele Seiten in den Index gelangt, die qualitativ schlecht waren, z.B. weil sie wenig Inhalte hatten und es nur wenige Produkte in der Kategorie gab. Heute läuft das Ganze umgekehrt. Jede neue Kategorie-Seite steht erstmal auf noindex und wird dann manuell für die Indexierung freigegeben, wenn sie relevant ist. Ob eine Seite relevant ist, wird anhand der Artikelzahl, des Suchvolumens und des Clusters ermittelt.

Um die weniger wichtigen Kategorien erst einmal aus dem Index zu bekommen, wurden in einem Schritt 60% der URLs auf noindex gesetzt. Es dauerte sechs Monate, bis diese alle deindexiert waren. Von ehemals 84.000 Kategorien waren danach nur 30.000 Kategorien im Index. Trotzdem gab es keine Einbrüche im Traffic.

Aber auch URLs, die eigentlich für die Indexierung vorgesehen sind, werden manchmal nicht indexiert. Dann wird geprüft, woran das liegt:

  • Wann wurde die URL auf index gestellt?
  • Wurde die URL bereits abgerufen über die Search Console?
  • War die URL jederzeit in der Sitemap?
  • Ist die URL erreichbar?
  • Ist die URL in der robots.txt ausgeschlossen?
  • Wird ein Canonical Tag falsch verwendet?
  • Hat die URL den Status Code 200?
  • Hat die URL keine Relevanz?
  • Ist der Inhalt qualitativ hochwertig?
  • Liegt eine Kannibalisierung vor?
  • Gibt es zu wenig interne oder zu viele externe Links?

Meistens kann so die Ursache ermittelt werden.

Bilder SEO 2018 – Viele neue Rankingfaktoren (Martin Mißfeldt)

Seit dem Update im Februar 2017 ist der Traffic von Bildern stark eingebrochen. Martin Mißfeldt leitet seinen Vortrag mit der Frage ein, ob die Google Bildersuche tot sei, um diese direkt zu verneinen. Denn für das organische Ranking ist Bilder SEO sehr wichtig. Er teilt die Optimierung von Bildern in Onpicture-SEO und Onpage-SEO auf. Zum Onpicture-SEO gehören die Optimierung der Bildqualität, die Exif-Daten, das Branding, die Komprimierung, die Benennung sowie das Speichern der Bildversion. Zum Onpage-SEO zählen unter anderem die Alt-Texte, die Bildunterschriften sowie Höhe und Weite. Diese Faktoren lassen sich im Nachhinein noch anpassen. Die Alt-Texte und die Bildunterschriften bieten die Möglichkeit, genau zu beschreiben, worum es auf dem Bild geht. Zur Bild-Optimierung gehört auch die Platzierung. Das Bild sollte zu dem umgebenden Text passen. Dabei ist die Überschrift vor dem Absatz, in dem sich das Bild befindet besonders relevant.

Martin Mißfeldt auf der SEO Campixx 2018

Martin Mißfeldt auf der SEO Campixx 2018

Mißfeldt sieht die (richtige) Verwendung von Bildern als große Chance in der organischen Suche. Voraussetzung dafür sind Bilder, die zum Inhalt der Website passen und gut sind. Außerdem sollten sie optimiert sein, damit auch der Googlebot sie erkennt.

Die Benefits des Bilder SEOs sieht Mißfeldt in der Steigerung des Lesevergnügens, im Schaffen von Einzigartigkeit, in der Verbesserung der Rankings sowie im Verstärken von positiven Nutzer-Signalen. Weitere Informationen zum Vortrag findet ihr auf seinem Blog.

Content Recycling: Neuen Content erstellen oder alten Content überarbeiten? (Martin Witte)

Martin Witte von SEO Profession zeigte in seinem Vortrag auf, wie mit Hilfe von der Überarbeitung alter Inhalte der Traffic deutlich gesteigert werden konnte.

Es gibt die Theorie, dass neuer Content auf Websites sehr wichtig ist. Je mehr Inhalte eine Website hat, desto relevanter ist sie und desto mehr neue Rankings erhält sie. Aber stimmt das auch?

Eine andere Theorie besagt, dass die Überarbeitung bestehender Texte sinnvoller ist. Die URLs haben bereits einen gewissen Trust bei Google, weil sie schon länger existieren. Durch eine Überarbeitung erhalten sie einen Ranking-Boost. Außerdem nimmt die Überarbeitung vorhandener Inhalte weniger Zeit in Anspruch als das Erstellen komplett neuer Texte. Soweit die Theorie.

Um zu prüfen, welche dieser Theorien eher zutrifft, nahm Martin eine Case Study vor. Grundlage waren News-Portale und Online-Magazine. Hier gab es 7.000 URLs mit Traffic, doch 80% des gesamten Traffic wurde durch nur 500 URLs generiert. Die schlechtesten 4.000 Seiten bringen gerade mal 1,2% des Traffics. Bei der Analyse wurde deutlich, dass der meiste Traffic über alte Artikel generiert wurde. Die älteren Artikel waren 10-mal erfolgreicher als die neuen.

Daraus abgeleitet beschloss Martin sich vor allem auf die Überarbeitung alter Artikel zu konzentrieren: 20% neue Artikel und 80% Überarbeitung alter Artikel. Doch welche Artikel sollten aktualisiert werden? Folgende Kriterien wurden dazu herangezogen:

  • Schwellenkeywords (über Sistrix identifizieren)
  • URL-Wechsler / Kannibalisierung
  • URLs mit hohen Seitenaufrufen aber wenig organischen Einstiegen

Wichtig ist auf jeden Fall, sich erst genau zu überlegen, welche Inhalte Sinn machen und nicht munter drauflos zu überarbeiten.

Techniken für die Überarbeitung:

  • Wenig, aber gut überarbeiten
  • Nur nachgefragte Inhalte überarbeiten (Suchvolumen)
  • Content aufwerten und anreichern
  • Content Distribution: Wie können die Inhalte anschließend noch verbreitet werden?
  • Interne Verlinkung verbessern
  • URL-Recycling: Inhalte, die sich nicht für eine Überarbeitung anbieten, stattdessen wird die URL mit neuem Inhalt versehen

Tools helfen bei der Überarbeitung und Optimierung für Google (WDF*IDF Tool von Ryte, Searchmetrics Content Experience, Termlabs.io oder Answer the public)

Inzwischen bringen die Top 40 Artikel mehr als 42% des organischen Traffics. Die Überarbeitung hat aber nicht bei jedem Artikel positive Effekte gezeigt. Von 50 überarbeiteten Artikel haben sich 37 verbessert.

Erkenntnis:

  • Bestehender Trust hilft
  • Die Überarbeitung der Texte hat insgesamt eine Ranking-Verbesserung erzeugt
  • Aber: Content Recycling spart keine Zeit. Teilweise ist die Überarbeitung der Texte sogar deutlich aufwändiger als die Erstellung neuer Inhalte.

Zusammenfassende Tipps:

  • Sprünge in die Top 20 sind durch die Überarbeitung der Inhalte schnell möglich
  • Kein Inhalt geht direkt nach oben, meistens gibt es eher ein auf und ab
  • Content Recycling ist aufwändig
  • Vorher recherchieren, wo es sich lohnt
  • Content muss immer wieder angepasst werden
  • Optimierung nach Suchintention ist ein großer Hebel; nicht rein auf die Keywords konzentrieren
  • Content ist nie fertig, aber manchmal ist das Ziel erreicht

Content & SEO – Failure is predictable (Thomas Mindnich)

Thomas Mindnich stellte in seinem Vortrag die These auf, dass Versagen vorhersehbar ist. Damit bezieht er sich auf die Positionierung von Websites in den SERPs. Hier gibt es eine magische Grenze für relevante Inhalte. Nach Mindnich gibt es aber zu viele Rankingfaktoren, als dass es eine pauschale Antwort auf die Frage gibt, welche Maßnahme zu einem besseren Ranking führt und welche nicht. Ein Blick auf das „relevant Set“ von Google, also auf die Top Suchergebnisse, die oberhalb der magischen Grenze stehen, ermöglicht keine genaue Analyse. Dazu müsste man sich auch mit all den schlechter positionierten Suchergebnissen befassen, was aufgrund der Menge kaum möglich ist. Nach Mindnich ist es also schwierig vorherzusagen, was bei der Content Optimierung funktioniert, wohl aber, was nicht funktioniert.

Voraussetzung dafür ist, dass das SEO-Fundament passt. Eine große Hilfestellung bietet hier unter anderem die Google Search Console. Die Richtlinien sollten gelesen und eingehalten werden. Wichtig ist auch, dass ihr euch die Information-Retrieval-Theorie vor Augen haltet.

Ein passendes SEO-Fundament verzichtet auf Storytelling. Storytelling ist schwer mit SEO-Anforderungen zu vereinbaren, da kein Fokus auf der relevanten Query liegt. Es gilt zwischen Main Content und Supplementary Content zu unterscheiden sowie die Gewichtung der einzelnen Website Bereiche zu beachten. Der Footer ist beispielsweise weniger gewichtig, als der Title einer Seite. Eine weitere Hilfestellung sind die Google Quality Rater Guidelines.

Wichtig ist auch, dass ihr den User-Intent beachtet. Mindnich unterscheidet hier zwischen:

  • navigational (eine bestimmte Seite soll erreicht werden)
  • informational (Informationen und Wissen werden nachgefragt)
  • transactional (es soll eine Aktivität ausgeführt werden)

Bei der Suchabsicht ist zudem die Customer Journey zu berücksichtigen.

Abschließend führt Mindnich die Punkte Unique Content und holistische Inhalte auf, wobei ihr beim Unique Content stets das Interesse und die Nachfrage im Auge behalten solltet.

Networking und Rahmenprogramm

Der Fokus der Campixx lag auch in diesem Jahr nicht alleine auf den Vorträgen. Die besten Infos erhält man meist doch in den Gesprächen mit den Branchenkollegen und für Networking war zwischen den Sessions immer genug Zeit. Und auch das Rahmenprogramm hatte wieder viel zu bieten mit „Wer wird SEOnär“ und anschließender Party.

Fazit

Auch nach 10 Jahren hält die SEO Campixx immer noch das, was sie verspricht. Vielen Dank für die Organisation an Marco Janck und sein Team!

Weitere Recaps

Fehl euer Recap noch? Sagt einfach bescheid und wir verlinken euch.

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1 Antwort
  1. Nicole
    Nicole sagte:

    Hallo ihr Lieben,

    an der Stelle vielen Dank für den ausführlichen Recap und die Erwähnung – das macht ihr super!

    Grüße aus dem schönen Lüneburg 🙂

    Antworten
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