Mit Google Analytics erfahrt ihr eine Menge über die Nutzer eurer Website. Ihr könnt analysieren, woher Besucher kommen, welche Seiten sie aufrufen und welche Aktionen sie ausführen. Trotzdem taucht in vielen Berichten ein Wert auf, der regelmäßig Fragen aufwirft: "(not set)".
Der Wert "(not set)" erscheint in Google Analytics oder GA4 immer dann, wenn für eine Dimension kein Wert vorliegt oder dieser nicht ermittelt werden konnte. Je nach Bericht kann dies normal sein oder auf ein Problem im Tracking hinweisen.
In diesem Beitrag zeigen wir euch die häufigsten Ursachen für "(not set)" in Google Analytics und erklären, wann Handlungsbedarf besteht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was bedeutet "(not set)" in Google Analytics?
- 2 Warum erscheint "(not set)" in Google Analytics?
- 3 Warum steht "(not set)" im Bericht Landingpages?
- 4 Was bedeutet "(not set)" als Quelle, Medium, Kampagne oder Anzeigeninhalt?
- 5 Wie kommt "(not set)" in den Bericht Organische Keywords?
- 6 Wieso sehe ich "(not set)" bei bezahlten Keywords?
- 7 Was sagt mir "(not set)" im Bericht Zielpfad umkehren?
- 8 Weshalb ist der Seitentitel "(not set)"?
- 9 Woher kommt "(not set)" im Bericht Hostname?
- 10 Welcher Standort oder Land entspricht "(not set)"?
- 11 Wie korrigiere ich "(not set)" in Content-Gruppierungen?
- 12 Was bedeutet (not set) im Bericht Browser?
- 13 Warum habe ich "(not set)" in meinem benutzerdefinierten Bericht?
- 14 Welche "(not set)"-Einträge sind kritisch und welche normal?
- 15 So reduziert ihr "(not set)"-Einträge langfristig
- 16 Fazit
- 17 FAQ: Häufige Fragen zu (not set)
Was bedeutet "(not set)" in Google Analytics?
"(not set)" ist ein Platzhalterwert. Er wird verwendet, wenn Google Analytics für eine Dimension keinen passenden Wert speichern konnte.
Google Analytics erwartet beispielsweise Informationen zu:
- Landingpage
- Quelle
- Medium
- Kampagne
- Hostname
- Seitentitel
- Standort
- Content-Gruppe
Fehlt diese Information oder kann sie nicht eindeutig zugeordnet werden, erscheint stattdessen "(not set)".
Wichtig: Nicht jeder "(not set)"-Eintrag ist problematisch. Einige entstehen durch die technische Funktionsweise von Google Analytics und können ignoriert werden.
Warum erscheint "(not set)" in Google Analytics?
Die Ursachen unterscheiden sich je nach Bericht und Dimension.
Typische Gründe sind:
- fehlende oder unvollständige Tracking-Informationen
- Sitzungen ohne zugehörige Dimensionswerte
- fehlerhafte Kampagnenparameter
- fehlende Seitentitel
- nicht konfigurierte Content-Gruppierungen
- Datenmodellierung durch Consent Mode
- technische Tracking-Probleme
Deshalb sollte immer geprüft werden, in welchem Bericht "(not set)" auftaucht und wie hoch der betroffene Datenanteil ist.
Warum steht "(not set)" im Bericht Landingpages?
Dieser Bericht gibt an, welche Seite bei einem Besuch als erstes angezeigt wird. Taucht hier ein "(not set)" Eintrag auf, kann er einen wichtigen Indikator für ein Problem im Zusammenspiel von Sitzungszeit und Ereignis-Tracking darstellen. Es gibt drei Haupt-Probleme, welche dies verursachen können: abgelaufene Sitzungen, abgebrochene Sitzungen oder eine inkorrekte Implementierung des Tracking Codes.
Die Landingpage wird aus dem ersten Aufruf bestimmt, den ein Nutzer während einer Sitzung geschickt hat. Normalerweise sollte das ein Seitenaufruf sein, in dem Fall steht die URL der Seite im Bericht. Ist der erste Aufruf in einer Sitzung allerdings ein Ereignis, so wird als Landingpage (not set) gespeichert.

Die beiden häufigsten Gründe für solche Ereignisse sind:
Fall 1: Abgelaufene Sitzungen
Standardmäßig endet eine Sitzung, wenn ein Nutzer 30 Minuten lang keine Aktion mehr geschickt hat, also keine neue Seite aufruft oder ein Ereignis auslöst. Nach den 30 Minuten beginnt GA automatisch eine neue Sitzung.
Das kann recht leicht passieren und muss kein Fehler sein. Dazu ein paar Beispiele:
- Ein Nutzer kommt auf eure Seite schaut sich ein 35-minütiges Video an
- … lädt ein PDF herunter und liest dieses
- … füllt ein längeres Formular aus
- … lässt 2 Stunden die Webcam vom Skilift laufen
- … bekommt einen Anruf
- … recherchiert mit 12 offenen Tabs in seinem Browser
In jedem dieser Fälle überschreitet er den Session-Timeout von 30 Minuten. Danach führt er eine Aktion aus, die ihr mit einem Ereignis trackt, z.B. klickt er einen Link oder sendet ein Formular ab. Weil die 30 Minuten vorbei sind, beginnt GA eine neue Session und weil die Seite noch offen war, ist nun ein Ereignis die erste Aktion in der neuen Sitzung.
Diesen Effekt kann man gut im Nutzerexplorer nachvollziehen:

Den Session-Timeout von 30 Minuten könnt ihr zwar anpassen, das lohnt aber nur in speziellen Fällen, etwa bei dem 35-minütigen Video.
Fall 2: Ereignis vor dem Seitenaufruf gefeuert
Wenn auf eurer Seite bereits beim Aufruf Ereignisse feuern (z.B. für Ecommerce Daten) ist die Reihenfolge wichtig: Kommt ein Ereignis vor dem Seitenaufruf an oder fehlt dieser komplett, habt ihr ein (not set) als Landingpage.
Im Google Tag Manager könnt ihr diesen Fall vermeiden, in dem ihr im Ereignis-Tag euren Seitenaufruf in der Tagreihenfolge angebt. Damit stellt der GTM sicher, dass vor diesem Ereignis immer zuerst ein Seitenaufruf gefeuert wurde.

Tipp: Legt neben die "(not set)" Landingpage die Ereigniskategorie, dann seht ihr welche Ereignisse gefeuert haben.

Was bedeutet "(not set)" als Quelle, Medium, Kampagne oder Anzeigeninhalt?
Wenn "(not set)" bei Quelle, Medium oder Kampagne erscheint, fehlen Google Analytics wichtige Informationen zur Herkunft des Besuchs.
Häufige Ursachen sind:
- fehlende UTM-Parameter
- fehlerhaft gesetzte Kampagnenlinks
- Weiterleitungen, die Parameter entfernen
- falsch konfigurierte Werbeplattformen
Besonders bei E-Mail-Marketing, Social Media oder individuellen Kampagnen-URLs solltet ihr deshalb konsequent mit UTM-Parametern arbeiten, diese können auch getrackt werden. Wer Kampagnen sauber auswerten möchte, sollte außerdem auf eine korrekte Einrichtung von Google Analytics achten.
Die Werte für den Kampagnenbericht erhält GA entweder aus einer verknüpften Quelle (Ads, DV360) oder aus utm-Parmatern, die an der Landingpage anhängen. Hängt ihr nur einen der Parameter an oder gebt ihm keinen Wert mit, steht im Bericht am Ende "(not set)". Habt ihr also solche Einträge in eurem Bericht, gibt es wahrscheinlich irgendwo unvollständige utm-Links zu eurer Seite. Eventuell können auch Sonderzeichen in dem utm-Werten Probleme machen, da müsst ihr allerdings schon sehr exotisch unterwegs sein.

Wenn ihr "(not set)" Einträge bei Kampagnen oder Anzeigengruppen findet, die aus Google Ads importiert wurden, dann sind diesen Trafficquellen keine Kampagnen oder Anzeigengruppen zugeordnet. Google erkennt zwar, dass Zugriffe über URLs der bezahlten Suche generiert wurden, kann aber keine eindeutige Kampagne auf die Daten beziehen. Ist das Problem bei allen Ads-Daten zu sehen, solltet ihr die Verknüpfung mit eurem Ads Konto prüfen.

Wie kommt "(not set)" in den Bericht Organische Keywords?
Im Bericht Organische Keywords ist "(not set)" heute weitgehend normal.
Google übermittelt Suchbegriffe bereits seit vielen Jahren aus Datenschutzgründen nicht mehr vollständig an Analytics-Systeme. Die meisten Suchanfragen werden daher nicht im Detail sichtbar.
Für die Analyse organischer Suchanfragen solltet ihr stattdessen die Google Search Console nutzen.
Wieso sehe ich "(not set)" bei bezahlten Keywords?
Auch bei Google Ads oder anderen Paid-Media-Kampagnen können "(not set)"-Werte auftreten.
Mögliche Ursachen sind:
- fehlendes Auto-Tagging
- deaktivierte Verknüpfung zwischen Google Ads und Analytics
- fehlerhafte Kampagnenparameter
- Datenverluste durch Weiterleitungen
Treten hier größere Mengen auf, lohnt sich eine technische Überprüfung des Setups.
Was sagt mir "(not set)" im Bericht Zielpfad umkehren?
Der Bericht „Zielpfad umkehren“ zeigt die Schritte vor einer Conversion.
Beginnt eine Conversion direkt auf der Zielseite oder fehlen vorherige Seitenaufrufe, kann Google Analytics keinen vorherigen Schritt ermitteln. In diesem Fall erscheint "(not set)".
Hier handelt es sich in der Regel nicht um einen Fehler.

Weshalb ist der Seitentitel "(not set)"?
Der Seitentitel wird aus dem HTML-Title-Tag einer Seite ausgelesen. Erscheint "(not set)", konnte Google Analytics keinen Titel erfassen.
Das kann folgende Ursachen haben:
- fehlender Title-Tag
- fehlerhafte Implementierung
- JavaScript-Probleme beim Seitenaufbau
Tipp: Legt als sekundäre Dimension die Seite dazu, dann seht ihr, um welche URL es sich handelt und könnt den fehlenden Titel nachpflegen.
Woher kommt "(not set)" im Bericht Hostname?
Der Hostname wird aus der aufgerufenen URL ermittelt. Taucht dort "(not set)" auf, stammen die Daten häufig nicht aus einem klassischen Website-Tracking.
Mögliche Ursachen sind:
- Measurement-Protocol-Aufrufe
- Server-zu-Server-Tracking
- fehlerhafte Event-Imports
- Spam- oder Bot-Traffic (wie ihr damit umgehen könnt, erfahrt ihr in Fake-Traffic und Referrer-Spam loswerden.)
Prüft in diesem Fall die Herkunft der Daten und kontrolliert gegebenenfalls eure Filtereinstellungen.
Welcher Standort oder Land entspricht "(not set)"?
Google Analytics bestimmt Standorte anhand von IP-Adressen und Geodatenbanken. Nicht jede IP-Adresse lässt sich jedoch eindeutig zuordnen. Dadurch entstehen gelegentlich "(not set)"-Werte bei Land, Region oder Stadt.
Typische Ursachen sind:
- Unternehmensnetzwerke
- VPN-Verbindungen
- mobile Datennetze
- neue oder unbekannte IP-Bereiche
Einzelne Einträge sind hier völlig normal und meist unkritisch.

Wie korrigiere ich "(not set)" in Content-Gruppierungen?
Content-Gruppierungen fassen verschiedene Seiten zu logischen Themenbereichen zusammen. Erscheint "(not set)", wurden Seiten keiner definierten Gruppe zugeordnet.
Tipp: Klickt auf den (not set) Eintrag. So erhaltet ihr einen Drilldown über alle darin gesammelten Seiten. Anhand dieser Seiten könnt ihr überprüfen, ob ihr entweder eine vorhandene Contentgruppe anpassen oder eine neue erstellen müsst. Wie Content-Gruppen aufgebaut werden und welche Vorteile sie für die Analyse bieten, erfahrt ihr im Beitrag Trafficmessung mit Content Gruppen in Google Analytics.

Was bedeutet (not set) im Bericht Browser?
Euer Browser übergibt beim Aufruf einer Seite einen Typ-Kennung, den sogenannten User-Agent. Diese Kennung enthält Informationen zur Software, zur Version und häufig auch zu eurem Betriebssystem. Chrome auf Windows 10 hat z.B. die Kennung
Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/83.0.4103.97 Safari/537.36
Aus diesem User-Agent extrahiert GA Daten für die Berichte Browser, Browser-Version, Betriebssystem und Mobilgeräte und übersetzt diese je nachdem in einen beschreibenden Text. Findet GA im User-Agent keinen ihm bekannten Browser, bleibt der Wert leer und ergibt damit am Ende ein (not set) im Bericht.

Es gibt einige Fälle, in denen Google Analytics keinen Browser extrahieren kann:
- der Browser ist so neu oder selten, dass Google ihn nicht kennt (eher unwahrscheinlich)
- Der User-Agent wurde umgeschrieben oder unkenntlich gemacht. Für nahezu alle Browser gibt es Plugins zu diesem Zweck
- Auf der Seite befindet sich ein Bot, der eine eigene Kennung verwendet
Letztlich kann jedes Programm, das eine Website aufruft, seinen eigenen User-Agent definieren. Es gibt hier keinen Standard.
Für den Fall von Aufrufen durch Bots und Crawler hat Google in der Verwaltung eine eigene Option eingefügt. In den Einstellungen der Datenansicht könnt ihr Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern ausschließen.

Vergleicht man Datenansichten mit und ohne diese Einstellung, sind die Aufrufe von "(not set)" mit dem Filter niedriger. Die Gründe und Lösungen für Browser treffen genauso auf (not set) Einträge bei der Browser-Version und dem Betriebssystem zu.
Warum habe ich "(not set)" in meinem benutzerdefinierten Bericht?
Auch in selbst erstellten benutzerdefinierten Berichte können (not set) Einträge auftauchen. Es wird dann ausgegeben, wenn Reihen enthalten sind, die nicht den angelegten Dimensionen entsprechen.
Zum Beispiel erstellt ihr einen benutzerdefinierter Bericht für Kampagnen. Jedoch kamen 95% eurer Nutzer gar nicht über Kampagnen. Für diese Sitzungen liegen keine Information in der Dimension „Kampagne“ vor. Daher wird "(not set)" ausgegeben. Im Kampagnen-Bericht von GA werden "(not set)" Sitzungen automatisch gefiltert. Auch für benutzerdefinierte Berichte könnt ihr einen Filter einbauen.
Die Abbildung zeigt euch, wo ihr die Filtereinstellungen vornehmen könnt. Habt ihr den Filter eingerichtet, erscheinen keine (not set) Einträge mehr in eurem personalisierten Bericht.

Welche "(not set)"-Einträge sind kritisch und welche normal?
Nicht jeder "(not set)"-Wert erfordert Maßnahmen.
Unkritisch sind häufig:
- Organische Keywords
- Standorte
- Länder
- Zielpfad-Berichte
- einzelne Hostname-Einträge
Genauer prüfen solltet ihr:
- Landingpages
- Quelle / Medium
- Kampagnen
- benutzerdefinierte Dimensionen
- wichtige Conversion-Berichte
Gerade dort können Trackingfehler direkte Auswirkungen auf Analysen und Marketingentscheidungen haben.
So reduziert ihr "(not set)"-Einträge langfristig
Eine saubere Datenbasis wird für Marketing und KI-gestützte Optimierungen immer wichtiger.
Folgende Maßnahmen helfen dabei, die Anzahl von "(not set)"-Einträgen zu reduzieren:
- Google Analytics und Google Tag Manager regelmäßig prüfen
- UTM-Parameter konsequent einsetzen
- Consent Mode korrekt konfigurieren
- Enhanced Conversions implementieren
- Server Side Tracking prüfen
- Content-Gruppierungen und benutzerdefinierte Dimensionen regelmäßig kontrollieren
Je sauberer eure Datenerfassung funktioniert, desto aussagekräftiger werden Reports, Attributionen und Optimierungsentscheidungen.
Fazit
"(not set)" ist in Google Analytics zunächst lediglich ein Hinweis darauf, dass für eine Dimension kein Wert vorliegt. In vielen Berichten ist das völlig normal und kein Grund zur Sorge. Besonders aufmerksam solltet ihr jedoch bei Landingpages, Kampagnen sowie Quelle-Medium-Auswertungen werden. Dort können größere Mengen von "(not set)" auf Probleme in der Tracking-Implementierung oder Kampagnenmessung hindeuten. Wer seine Datenerfassung regelmäßig überprüft und wichtige Signale sauber an Analytics übergibt, reduziert nicht nur "(not set)"-Einträge, sondern verbessert die Qualität aller Auswertungen nachhaltig.
