Google Analytics bietet euch eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Auswertungen von Website-Daten zu erstellen. Neben den Standardberichten, die per Default immer zur Verfügung stehen, an deren Zusammensetzung von Dimensionen und Metriken allerdings nur wenig zu ändern ist, könnt ihr auch personalisierte Berichte erstellen, um eure Website-Daten zu analysieren. Ich zeige euch, wie ihr einen benutzerdefinierten Bericht anlegt, welche Gedanken ihr euch vorher machen solltet und wie ihr ihn anschließend mit euren Kollegen teilen könnt.

Personalisierte Berichte – Möglichkeiten und Grenzen

In den Standardberichten von Google Analytics habt ihr nur begrenzte Anpassungsmöglichkeiten, z.B. durch Einfügen einer sekundären Dimension oder eines Filters. Wenn ihr den Bericht schließt, gehen diese allerdings verloren. Möchtet ihr die Daten erneut in derselben Form abrufen, müsst ihr sekundäre Dimension und Filter erst wieder zusammenklicken. Außerdem sind in den Standardberichten oftmals sehr viele Metriken enthalten, die dafür sorgen, dass ihr den Überblick verliert.

Personalisierte Berichte – oder auch benutzerdefinierte Berichte genannt – bieten den Vorteil, dass ihr sie immer wieder aufrufen könnt, sobald sie einmal angelegt wurden. Außerdem könnt ihr selbst bestimmen, welche Metriken ihr für eure Auswertungswünsche benötigt und wie ihr diese miteinander kombiniert. Allerdings solltet ihr euch vorher darüber im Klaren sein, welche Kombinationen von Dimensionen und Metriken Sinn ergeben. Wenn ihr die falschen Dimensionen und Metriken miteinander kombiniert, kann dies leicht zu Fehlinterpretationen der Daten führen.

Vorteile personalisierter Berichte im Überblick:

  • Das Erstellen eines personalisierten Berichts bedeutet nur einen minimalen Aufwand und spart im Nachhinein oft Zeit ein. Er lässt sich mit nur einem Klick aufrufen, sobald er einmal angelegt ist.
  • Es werden nur die Daten erfasst, die ihr braucht. Dadurch bleibt das Suchen der benötigten Daten in den Standardberichten aus.
  • Die benutzerdefinierten Berichte lassen sich schnell und einfach mit anderen Personen teilen.
  • Die Filtereinstellungen der personalisierten Berichte werden gespeichert. So stehen euch die Daten in derselben Form so lange zur Verfügung, wie ihr sie braucht.
  • Die Berichte lassen sich auch automatisch per E-Mail versenden. Dabei ist es egal, ob der Empfänger Zugriff auf das Google Analytics Konto hat oder nicht. So könnt ihr beispielsweise einstellen, dass ein bestimmter Bericht jeden Montag automatisch als PDF an euch versendet wird. Auch ein Bericht zur Weiterverarbeitung in Excel kann automatisch versendet werden.

Personalisierte Google Analytics Berichte anlegen

Bevor ihr beginnt einen personalisierten Bericht zu erstellen, solltet ihr euch zunächst einige Fragen stellen:

  1. Was ist das Ziel der Auswertung? (Welche Aufgabe soll der Bericht erfüllen?)
  2. Handelt es sich um einen einmaligen Bericht oder wollt ihr den Bericht regelmäßig erhalten?
  3. Für wen ist die Auswertung gedacht und für welchen Zweck benötigt diese Person die Daten (Unterlagen, Weiterverarbeitung, Kundenvorlage)?
  4. Welche Daten sollen aus dem Bericht ersichtlich werden? (Welche Dimensionen und Metriken werden benötigt?)

Bietet keiner der bereits existierenden Standardberichte das, was ihr benötigt, kann der personalisierte Bericht aushelfen.

Anlegen eines personalisierten Berichts – Schritt für Schritt

Habt ihr euch für die Erstellung eines personalisierten Berichts entschieden und schon eine genaue Vorstellung davon, was der Bericht aussagen soll, ist der Bericht in wenigen Schritten angelegt. Geht dazu in euer Analytics-Konto und die Datenansicht, für die ihr den Bericht erstellen möchtet. Im Bereich „Anpassung“ unter „Benutzerdefinierte Berichte“ könnt ihr den Bericht anlegen.

Benutzerdefinierte Berichte in Google Analytics

Benutzerdefinierte Berichte in Google Analytics

Klickt dazu auf den Button „+ Neuer benutzerdefinierter Bericht“:

Benutzerdefinierten Bericht anlegen

Benutzerdefinierten Bericht anlegen

Daraufhin öffnet sich eine Maske, die ihr entsprechend eurer Wünsche anpassen müsst:

Benutzerdefinierten Bericht anlegen

Benutzerdefinierten Bericht anlegen

Um das Ganze etwas zu veranschaulichen, arbeiten wir mit einem Beispiel. Stellen wir uns vor, wir möchten nur Daten zu Nutzern erhalten, die sich Seiten im lunapark-Blog (im Verzeichnis /blog/) mit dem Handy angesehen haben. Die Artikel zu den Suchmaschinenmarktanteilen sollen aber nicht mit aufgeführt werden, da sich diese vom Format her von den übrigen Artikeln unterscheiden und tendenziell anders genutzt werden als die restlichen Blogartikel. Außerdem möchten wir wissen, welche Artikel wie häufig aufgerufen wurden.

Die Metriken, für die uns in diesem Fall interessiere, sind:

  • Sitzungen
  • Seiten/Sitzung
  • Durchschnittliche Sitzungsdauer
  • Neue Sitzungen in %
  • Absprungrate
  • Nutzer

In der sich öffnenden Maske werden nun alle Daten eingegeben.

Der erste Schritt in der Erstellung eines Berichtes sollte immer sein, ihm einen aussagekräftigen Namen zu geben. So findet ihr ihn nachher leichter wieder. Und wenn ihr mit mehreren Nutzern in einem Konto arbeitet, können die anderen besser erkennen, um was es in dem Bericht geht.

Unseren Beispiel-Bericht nenne ich „Handy-Nutzer im Blog“.

Ein personalisierter Bericht kann bis zu fünf Tabs beinhalten, welche ebenfalls aussagekräftige Namen erhalten sollten.

Mein Bericht wird nur aus einem Tab bestehen, daher spare ich mir die Benennung. Ich könnte aber zwei Tabs anlegen und mir in einem die mobilen Zugriffe und in dem anderen die Desktop-Zugriffe anzeigen lassen. Das hängt ganz davon ab, was für Daten ihr benötigt.

Unter „Typ“ müsst ihr angeben, wie der Bericht aufgebaut sein soll. Je nachdem für welchen Typ ihr euch entscheidet, ändern sich auch die Möglichkeiten der anzuwendenden Dimensionen und Metriken.

  • Explorer“ ist die aus den Standardberichten bereits bekannte Form, in der man in verschiedenen Tabs unterschiedliche Datentabellen einsehen kann. In dieser Variante kann man mehrere Dimensionen auswählen, welche sich im „Drilldown“ öffnen, sobald man eine Dimension anklickt.
  • Tabellenlisten“ bieten euch die Möglichkeit mehrere Dimensionen gleichzeitig anzuzeigen.
  • Der Typ „Karten-Overlay“ zeigt die Metriken anhand einer Karte.
  • Google Analytics 360 bietet darüber hinaus die Möglichkeit, den Bericht als Typ „Trichter“ anzulegen.

In meinem Beispiel habe ich mich für den Typ „Explorer“ entschieden.

Nun geht es um den Inhalt des Berichts. Im Bereich „Messwertgruppen“ könnt ihr die Messwerte (Metriken) hinzufügen, welche ihr für die Auswertung braucht. Allerdings solltet ihr euch zunächst den „Dimensionen“ widmen, da sie als eine Art „Ordnungseinheit“ dienen. Die Metriken könnt ihr im Anschluss dazu passend auswählen. Da ihr nicht beliebig viele Dimensionen einfügen könnt, nutzt ihr hier am besten die Möglichkeit, über die Dimensionen tiefer in die Daten einzusteigen. Zum Beispiel wählt ihr bei einem Bericht über Google Ads-Kampagnen folgende Dimensionen: Kampagne, Anzeigengruppe und Keyword.

Für meinen Bericht wähle ich die Dimension „Seite“, da ich wissen möchte, welche Artikel wie häufig aufgerufen wurden. Um später auch noch nachvollziehen zu können, über welche Quelle und welches Medium die Zugriffe zustande kommen, ergänze ich diese als zweite Dimension, ordne diese aber der ersten Dimension unter.

Im Bereich „Messwertgruppen“ könnt ihr jetzt die Messwerte (Metriken) hinzufügen, welche ihr für die Auswertung braucht. Nutzt die Unterteilung in Messwertgruppen, um den Bericht besser zu strukturieren. Innerhalb einer Messwertgruppe könnt ihr dabei bis zu 10 Messwerte verwenden. Die Metriken erscheinen im fertigen Report in der Reihenfolge, in der ihr sie hier festlegt.

Hier verwende ich die Messwerte, die ich zuvor bereits definiert habe: Sitzungen, Seiten/Sitzung, Durchschnittliche Sitzungsdauer, Neue Sitzungen in %, Absprungrate und Nutzer.

Optional gibt es die Möglichkeit einen Filter auf Dimensionsebene zu nutzen, zum Beispiel um nur bestimmte Seiten der Website zu untersuchen.

Damit in unserem Fall nur die gewünschten Daten einlaufen, baue ich drei Filter ein:

  • Der erste Filter sorgt dafür, dass im Bericht nur die Daten der mobilen Zugriffe angezeigt werden.
  • Der zweite Filter sorgt dafür, dass nur Seiten aus dem Verzeichnis /blog/ berücksichtigt werden.
  • Der dritte Filter schließt die Artikel zu den Suchmaschinenmarktanteilen aus.

Informationen zu den RegEx, welche ich für die Erstellung der Filter verwendet habe, findet ihr im Artikel „Reguläre Ausdrücke für Google Analytics“.

Optional könnt ihr nun noch auswählen, für welche Datenansichten der Bericht erstellt werden soll.

In unserem Beispiel sieht die Maske ausgefüllt wie folgt aus:

Ausgefüllte Maske für den benutzerdefinierten Bericht

Ausgefüllte Maske für den benutzerdefinierten Bericht

Mit einem Klick auf „Speichern“ könnt ihr nun den fertigen Bericht begutachten.

Fertiger benutzerdefinierter Bericht

Fertiger benutzerdefinierter Bericht

Der benutzerdefinierte Bericht zeigt jetzt die gewünschten Messwerte nur für die Blog-Seiten an und nur für mobile Nutzer. Bei Klick auf die einzelnen Seiten erhaltet ihr einen Überblick über Quelle und Medium der Zugriffe.

Drilldown-Menü öffnet sich bei Klick auf die erste Dimension

Drilldown-Menü öffnet sich bei Klick auf die erste Dimension

Wenn ihr den Bericht nachträglich bearbeiten möchtet, könnt ihr das ganz einfach über die Navigation oberhalb des Berichts tun:

Personalisierten Bericht bearbeiten

Auf den fertigen Bericht könnt ihr im Anschluss – wie auf die Standard-Berichte auch – noch eine sekundäre Dimension, Segmente oder Filter anwenden. Verlasst ihr den Bericht, gehen diese im Anschluss verloren. Es sei denn, ihr klickt bei angewendeten Filtern in der Navigationsleiste oben auf Speichern. Dann bleibt alles bestehen, was ihr ausgewählt habt.

Benutzerdefinierte Berichte herunterladen

Ihr möchtet mit den Daten des Berichts weiterarbeiten? Kein Problem. Über die obere Navigation könnt ihr den Bericht auch herunterladen. Klickt dazu einfach auf „EXPORT“. Wie bei den Standard-Berichten habt ihr auch hier die Möglichkeit, die Daten als PDF, Excel, CSV oder direkt in Google Tabellen zu exportieren.

Personalisierten Google Analytics Bericht exportieren

Personalisierten Google Analytics Bericht exportieren

Benutzerdefinierten Bericht per E-Mail versenden

Möchtet ihr den Bericht regelmäßig als E-Mail erhalten oder einem Kollegen oder Kunden zukommen lassen, könnt ihr dies über „TEILEN“ in die Wege leiten.

Personalisierten Google Analytics Bericht per E-Mail versenden

Personalisierten Google Analytics Bericht per E-Mail versenden

Tragt hier einfach die gewünschten E-Mail-Adressen ein, wählt das Format des Berichts aus (PDF, Excel oder CSV) und gebt an, ob der Bericht einmalig oder regelmäßig versendet werden soll. Außerdem könnt ihr auch eine Nachricht an die Empfänger verfassen. So habt ihr ohne großen Aufwand ein regelmäßiges Reporting aufgesetzt, dass sich automatisch verschickt.

Ideen für weitere personalisierte Berichte

Unser Beispiel-Bericht ist ein sehr einfacher Bericht, der nur einen winzig kleinen Teil des möglichen Spektrums abdeckt. Es kann auch deutlich aufwändiger werden. Weitere Anwendungsbereiche für personalisierte Berichte sind zum Beispiel:

  • Google Ads-Klicks, Kosten und Impressions direkt neben Sitzungen und Conversions
  • Aufrufe von Fehlerseiten, die durch externe Links erzeugt worden sind
  • Absolute Zahlen oder prozentualer Anteil verschiedener Conversions pro Stadt, Quelle oder Kampagne
  • Auflistung vollständiger Verweis-URLs
  • Hostnamen-Aufschlüsselung
  • Umsatz pro Kalenderwoche
  • Wochentag und Uhrzeit mit den meisten Sitzungen und Conversions
  • Liste der Kampagnen inklusive erzielter Conversions und Umsatz
  • Seitentitel-Auflistung eines bestimmten Website-Verzeichnisses
  • Liste mobiler Zugriffe inklusive Absprünge, Zielerreichungen und Conversion-Wert
  • Traffic pro Monat, Woche oder Datum

Personalisierte Berichte als Download

Habt ihr keine Zeit oder keine Lust selbst einen personalisierten Bericht zu erstellen? Es fehlt euch an Kreativität? Oder ihr möchtet einfach mal schauen, was andere Webanalysten für Berichte nutzen?

In der Google Analytics Solutions Gallery findet ihr eine große Auswahl von Berichten, Dashboards, Segmenten und Filter von anderen Anwendern, die ihr euch ganz einfach importieren und in eurem Google Analytics Konto verwenden könnt.

Außerdem haben wir bereits Vorlagen für benutzerdefinierte Berichte und Dashboards erstellt. Diese sind von uns geprüft und beinhalten gleich die richtigen bzw. sinnvolle Dimension-Metriken-Kombinationen. Auch diese könnt ihr ganz einfach herunterladen:

Fazit

Die benutzerdefinierten Berichte in Google Analytics ermöglichen es euch, Berichte mit eigenen Messwerten und Dimensionen zu erstellen, die über die Standard-Berichte so nicht abgedeckt sind. Das Praktische daran ist, dass ausgewählte Filter und Dimensionen bestehen bleiben, auch wenn ihr den Bericht schließt. Darüber hinaus lassen sich die Berichte einfach mit anderen Mitarbeitern teilen, exportieren und per E-Mail versenden. Wer es vielleicht ein bisschen visueller mag, für den bieten die Google Analytics Dashboards oder Google Data Studio eine gute Ergänzung zu den Berichten.

Mareike Doll
Mareike Doll ist Senior Consultant und leitet das SEO Team bei lunapark . Sie studierte Germanistik und Italienische Philologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und absolvierte nach Abschluss ihres Studiums eine Fortbildung zur Online-Redakteurin. Bevor sie 2014 bei lunapark anfing, war sie bereits als Online Redakteurin in der SEO Agentur SEOPT tätig. Bei lunapark ist sie vor allem für SEO und Content Bewertung und Optimierung zuständig. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Websites aus dem Tourismus Bereich. Sie gibt Workshops und betreut den Firmen-Blog.