Dashboards und personalisierte Berichte in Google Analytics anlegen

Google Analytics bietet euch eine Vielzahl von Möglichkeiten Auswertungen von Websitedaten zu erstellen. Neben den Standardberichten, die per Default immer zur Verfügung stehen, an deren Zusammensetzung von Dimensionen und Metriken allerdings nur wenig zu ändern ist, könnt ihr auch personalisierter Berichte und Dashboards erstellen, um eure Websitedaten zu analysieren.

Im folgenden Artikel erfahrt ihr:

  • wann die Auswertung über einen der Standardberichte nicht mehr sinnvoll ist
  • welchen Mehrwert ihr davon habt, eure Daten in Form von personalisierten Berichten oder Dashboards darzustellen und auszuwerten
  • welche Fragen ihr euch vor der Erstellung eines solchen Berichts stellen solltet
  • und in welcher Zusammensetzung die einzelnen Bestandteile eines Berichts Sinn machen

Die Vorbereitung – Fragen über Fragen

Bevor ihr beginnt einen personalisierten Bericht zu erstellen, solltet ihr euch zunächst einige Fragen stellen.

  1. Was ist das Ziel der Auswertung? (Welche Aufgabe soll der Bericht erfüllen?)
  2. Handelt es sich um einen einmaligen Bericht oder wollt ihr den Bericht regelmäßig erhalten?
  3. Für wen ist die Auswertung gedacht und für welchen Zweck benötigt diese Person die Daten (Unterlagen, Weiterverarbeitung, Kundenvorlage, …)?
  4. Welche Daten sollen aus dem Bericht ersichtlich werden? (Welche Dimensionen und Metriken werden benötigt?)

Bietet keiner der bereits existierenden Standardberichte das, was ihr benötigt, kann der personalisierte Bericht aushelfen.

Personalisierte Berichte – Möglichkeiten und Grenzen

In den Standardberichten habt ihr nur begrenzte Anpassungsmöglichkeiten, z.B. durch Einfügen einer sekundären Dimension. Personalisierte Berichte – oder auch benutzerdefinierte Berichte genannt – bieten den Vorteil, dass ihr sie immer wieder aufrufen könnt, sobald sie einmal angelegt wurden. Außerdem könnt ihr selber bestimmen, welche Metriken ihr für eure Auswertungswünsche benötigt. In Standardberichten sind oftmals sehr viele Metriken enthalten, die dafür sorgen, dass man den Überblick verliert. Allerdings solltet ihr euch vorher darüber im Klaren sein, welche Kombinationen von Dimensionen und Metriken Sinn ergeben. Wenn ihr die falschen Dimensionen und Metriken miteinander kombiniert, kann dies leicht zu Fehlinterpretationen der Daten führen.

Vorteile personalisierter Berichte

  • Das Erstellen eines personalisierten Berichts bedeutet nur einen minimalen Aufwand und spart im Nachhinein oft Zeit ein. Er lässt sich mit nur einem Klick aufgerufen, sobald er einmal angelegt ist.
  • Es werden nur die Daten erfasst, die ihr braucht. Dadurch bleibt das Suchen der benötigten Daten in den Standardberichten aus.
  • Sie lassen sich schnell und einfach mit anderen Personen teilen.
  • Die Filtereinstellungen der personalisierten Berichte werden gespeichert. So stehen euch die Daten in derselben Form so lange zur Verfügung, wie ihr sie braucht.
  • Die Berichte lassen sich auch automatisch per E-Mail versenden. Dabei ist es egal, ob der Empfänger Zugriff auf das Google Analytics Konto hat oder nicht. So könnt ihr beispielsweise einstellen, dass ein bestimmter Bericht jeden Montag automatisch als PDF an euch versendet wird. Auch ein bericht zur Weiterverarbeitung in Excel kann automatisch versendet werden.

Erstellung eines personalisierten Berichts

Habt ihr euch für die Erstellung eines personalisierten Berichts entschieden und schon eine genaue Vorstellung davon, was der Bericht aussagen soll, ist der Bericht in wenigen Schritten angelegt.

Im folgenden Beispiel soll der Bericht Zahlen zu Usern liefern, die von einem mobilen Gerät auf die im Verzeichnis /blog liegenden Seiten zugegriffen haben. Die Metriken, für die ich mich in diesem Fall interessiere sind:

  • Sitzungen
  • Seiten/Sitzung
  • Sitzungsdauer
  • Neue Sitzungen in %
  • Absprungrate
  • Nutzer

Als erstes wählt ihr im Bereich „Anpassung“ den Button „+Neuer benutzerdefinierter Bericht“ aus.

Neuen benutzerdefinierten Bericht anlegen

Neuen benutzerdefinierten Bericht anlegen

In der sich öffnenden Maske werden nun alle Daten eingegeben.

Diese Felder müssen angepasst werden

Diese Felder müssen angepasst werden

Der erste Schritt in der Erstellung eines Berichtes sollte immer sein, ihm einen aussagekräftigen Namen zu geben. So findet ihr ihn nachher leichter wieder bzw.wenn mehrere Nutzer Zugriff auf den bericht haben, erkennen sie einfacher, worum es in dem Bericht geht.

Ein personalisierter Bericht kann bis zu fünf Tabs beinhalten, welche ebenfalls aussagekräftige Namen erhalten sollten.

Unter „Typ“ müsst ihr euch entscheiden, wie der Bericht aufgebaut sein soll. Je nachdem für welchen Typ ihr euch entscheidet, ändern sich auch die Möglichkeiten der anzuwendenden Dimensionen und Metriken.

  • „Explorer“ ist die aus den Standardberichten bereits bekannte Form, in der man in verschiedenen Tabs unterschiedliche Datentabellen einsehen kann.In dieser Variante kann man mehrere Dimensionen auswählen, welche sich im „Drilldown“ öffnen, sobald man eine Dimension anklickt.
  • „Tabellenlisten“ bieten euch die Möglichkeit mehrere Dimensionen gleichzeitig anzuzeigen.
  • Der Typ „Karten-Overlay“ zeigt die Metriken anhand einer Karte.
  • Google Analytics 360 bietet darüber hinaus die Möglichkeit, den Bericht als Typ „Trichter“ anzulegen.

In meinem Beispiel habe ich mich für den Typ „Explorer“ entschieden.

Nun geht es um den Inhalt des Berichts. Im Bereich „Messwertgruppen“ könnt ihr die Messwerte (Metriken) hinzufügen, welche ihr für die Auswertung braucht. Nutzt die Unterteilung in Messwertgruppen, um den Bericht besser zu strukturieren. Innerhalb einer Messwertgruppe könnt ihr dabei bis zu 10 Messwerte verwenden.

Im nächsten Schritt widme ich mich den Dimensionen, da sie als eine Art „Ordnungseinheit“ dienen. Die Metriken wähle ich im Anschluss dazu passend aus. Da ihr nicht beliebig viele Dimensionen einfügen könnt, nutzt ihr hier am besten die Möglichkeit, über die Dimensionen tiefer in die Daten einzusteigen. Zum Beispiel wählt ihr bei einem Bericht über AdWords-Kampagnen folgende Dimensionen: Kampagne, Anzeigengruppe und Keyword.

Im Bereich „Messwertgruppen“ könnt ihr die Messwerte (Metriken) hinzufügen, welche ihr für die Auswertung braucht. Nutzt die Unterteilung in Messwertgruppen, um den bericht besser zu strukturieren. Innerhalb einer Messwertgruppe könnt ihr dabei bis zu 10 Messwerte verwenden.

Optional gibt es die Möglichkeit einen Filter auf Dimensionsebene zu nutzen, zum Beispiel um nur bestimmte Seiten der Website zu untersuchen. Zudem könnt ihr festlegen, für welche Datenansichten der Bericht zur Verfügung stehen soll.

Damit in unserem Fall nur die gewünschten Daten einlaufen, baue ich drei Filter ein. Der erste Filter sorgt dafür, dass im Bericht nur die Daten der mobilen Zugriffe angezeigt werden. Die beiden anderen Filter haben den Zweck nur die gewünschten Seiten anzuzeigen. In diesem Fall handelt es sich dabei um alle geschriebenen Blogseiten, also alle Seiten im Verzeichnis /blog ohne die Blog-Suchmaschinenmarktanteil-Seiten. Informationen zu den Regex, welche ich für die Erstellung der Filter verwendet habe, findet ihr im Artikel „Reguläre Ausdrücke für Google Analytics„.

In unserem Beispiel sieht die Maske ausgefüllt wie folgt aus:

Filter für einen benutzerdefinierten Bericht einrichten

Filter für einen benutzerdefinierten Bericht einrichten

Mit einem Klick auf „Speichern“ könnt ihr nun den fertigen Bericht begutachten.

Der benutzerdefinierte Bericht zeigt jetzt die gewünschten Messwerte nur für die Blog-Seiten an

Der benutzerdefinierte Bericht zeigt jetzt die gewünschten Messwerte nur für die Blog-Seiten an

Dashboards statt einfacher Berichte

Neben der Erstellung personalisierter Berichte, habt ihr bei Google Analytics auch die Möglichkeit Dashboards anzulegen, um die gesammelten Daten darzustellen. Dashboards bieten vielfältige Möglichkeiten einen umfassenden Überblick der Entwicklung einer Website in einem bestimmten Zeitraum zu erlangen. Durch die regelmäßige Auswertung der verschiedenen Kennzahlen lassen sich Trends (positiv wie negativ) oder Abweichungen in Verhaltensweisen, die näher analysiert werden sollten, schnell erkennen. Dashboards könnt ihr ganz einfach auch als PDF speichern und versenden.

Bei Dashboards können bis zu zwölf verschiedene Elemente (auch Widgets genannt) mit einander kombiniert werden. Für jedes dieser Widgets könnt ihr eine Darstellungsart, die enthaltenen Daten und individuelle Filter frei wählen. Einige der Darstellungsarten sind auch für Daten aus der Echtzeitmessung verfügbar. Für jedes Dashboard könnt ihr bis zu vier Segmente verwenden und die Anzahl der Dashboards pro Datenansicht ist dabei nicht begrenzt.

Ein Dashboard anlegen – Step by Step:

Ein Dashboard ist ähnlich schnell angelegt wie ein personalisierter Bericht. Wählt dazu einfach im Bereich Berichte – Dashboards den Punkt „+Neues Dashboard“ aus.

Neues Dashboard anlegen

Neues Dashboard anlegen

Im Feld Dashboard erstellen habt ihr zwei Optionen:

  • Unformatiert (keine Widgets)
  • oder Starter-Dashboard (Standardset von Widgets)

Hier wählt ihr eine der beiden Optionen aus, gebt dem Dashboard einen aussagekräftigen Namen und klickt anschließend auf „Dashboard erstellen“.

Dashboard auswählen

Dashboard-Vorlage auswählen

Da ich mich an dieser Stelle für „Unformatiert“ entschieden haben, kann man das Dashboard mit den gewünschten Widgets füllen. Mein Beispiel-Dashboard soll mir einen Überblick über die Performance aller Blogartikel der lunapark Website geben.

Für den Beispielbericht habe ich mich als erstes für einen Verlauf entschieden, der die Anzahl der Seitenaufrufe im Verlauf einer bestimmten Zeitspanne darstellt. Da mit dem Dashboard ein Blick auf die Blogseiten geworfen werden soll, stelle ich die Filter so ein, dass nur Seiten angezeigt werden, die im Verzeichnis /blog liegen.

Google Analytics Dashboard einrichten

Google Analytics Dashboard einrichten

Nachdem alle Einstellungen getätigt sind, werden diese gespeichert.

Daten als Verlauf anzeigen lassen

Daten als Verlauf anzeigen lassen

Über den Button „Widget hinzufügen“ können nun weitere Widgets zum Dashboard hinzugefügt werden.

widget-hinzufügen

Als zweites Widget habe ich eine schlichte Tabelle ausgewählt, die die Top 10 Blogseiten anhand der Seitenaufrufe abbilden soll. Der Filter muss ebenfalls entsprechend angepasst werden. Die Filtereinstellungen sind identisch zu denen des letzten Widgets.

Tabelle für Top 10 Blogartikel

Tabelle für Top 10 Blogartikel

Denkt immer daran euren Widgets aussagekräftige Namen zu geben, damit auch außenstehende Personen mit den Daten arbeiten können.

Tabelle mit Top 10 Artikeln

Tabelle mit Top 10 Artikeln

Als drittes und letztes Widgets habe ich ein Kreisdiagramm ausgewählt, welches die Anteile der Seitenaufrufe der Top 5 Blogseiten darstellen soll im Vergleich zum Anteil aller übrigen Blogseiten zusammen.

Kreisdiagramm für Top 5 Artikel anlegen

Kreisdiagramm für Top 5 Artikel anlegen

Gespeichert sieht das Kreisdiagramm dann so aus:

Zugriffe auf die Top 5 Blogartikel im vergleich zu en restlichen Artikeln im Blog

Zugriffe auf die Top 5 Blogartikel im vergleich zu en restlichen Artikeln im Blog

Dieses simple Dashboard liefert mir schon einen guten Überblick über die Performance meiner Blogartikel. Natürlich lässt sich hier noch einiges ergänzen. Mögliche weitere Kennzahlen sind zum Beispiel Traffic-Quellen oder Top Einstiegsseiten.

Personalisierte Berichte und Dashboards als Download

Habt ihr keine Zeit oder keine Lust selbst einen personalisierten Bericht oder ein Dashboard zu erstellen? In der Google Analytics Solutions Gallery findet ihr eine große Auswahl von Berichten und Dashboards, die ihr euch ganz einfach importieren und in eurem Google Analytics Konto verwenden könnt.

Außerdem haben wir bereits Vorlagen für benutzerdefinierte Berichte und Dashboards erstellt. Diese sind von uns geprüft und beinhalten gleich die richtigen bzw. sinnvolle Dimension-Metriken-Kombinationen. Auch diese könnt ihr ganz einfach herunterladen:

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3 Antworten
  1. Arne Kriedemann
    Arne Kriedemann says:

    Hallo Julia,

    vielen Dank für den sehr guten Artikel.
    Ihr habt aber ja nicht nur benutzerdefinierte Berichte und Dashbords in der Solution Gallery/Lösungsgalerie bereitgestellt, sondern diese sind ja sogar in Blogbeiträgen von deiner wundervollen Kollegin Bernadette, die sie erstellt hat, dokumentiert und kommentiert worden, deshalb wären Links dazu eine gute Ergänzung, oder?
    Ja ja, ich weiß, es gibt den Block „Verwandte Artikel“, in dem sie aufgeführt werden, aber diese Verbindung eröffnet sich Erstbesucher(inne)n nicht auf Anhieb.
    Also
    https://www.luna-park.de/blog/27118-google-analytics-dashboard-basis-kpis/
    https://www.luna-park.de/blog/27577-dashboard-fuer-erstanalysen/
    und
    https://www.luna-park.de/blog/27418-social-media-dashboard-google-analytics/

    vielleicht noch passend verlinken?!?

    Liebe Grüße und noch frohes Neues Jahr nachträglich

    Arne

    Antworten
    • Julia Bornheim
      Julia Bornheim says:

      Hallo Arne,

      vielen Dank für dein Lob.

      Zu deinem Ergänzungsvorschlag: Die Artikel werden bereits alle am Ende des Artikels verlinkt:)

      Liebe Grüße & natürlich auch dir ein frohes neues Jahr

      Julia

      Antworten
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