OMT Wiesbaden 2018 – Unser Recap

Grundlagen und neue Trends rund um das Thema Online Marketing wurden letzte Woche auf dem Online Marketing Tag in Wiesbaden diskutiert. Die Konferenz von Veranstalter Mario Jung fand in diesem Jahr zum vierten Mal statt und war mit 350 Teilnehmern restlos ausverkauft. In drei parallelen Slots gab es insgesamt 21 Vorträge aus den Bereichen SEO, Social Media, Advertising, Web Analytics, Content Marketing und noch einigen mehr.

Unter anderem hielt auch lunapark Consultant Maxi einen Vortrag. Das bunt gemischte Programm richtete sich vor allem an Anfänger und Fortgeschrittene. Unsere Highlights haben wir hier für euch zusammengefasst.

Content Optimierung: Von der Keywordanalyse zur Texterstellung

Lunapark Consultant Maximiliane Mehnert feierte auf dem OMT ihre Speaker-Premiere und hielt eine Session zum Thema Content Optimierung. Sie zeigte auf,

  • wie sie bei einer Keywordanalyse vorgeht,
  • was bei dem anschließenden Keyword-Mapping zu beachten ist,
  • nach welchen Aspekten sie einen Optimierungsplan entwickelt,
  • warum man unbedingt auch ein Monitoring aufsetzen sollte und
  • wie sie schließlich an die Snippet Optimierung und Textoptimierung heran geht.
Maximiliane Mehnert referiert auf dem Online Marketing Tag in Wiesbaden über Content Optimierung

Maximiliane Mehnert referiert auf dem Online Marketing Tag in Wiesbaden über Content Optimierung

Im Detail könnt ihr das Vorgehen auch in unserem Blog Artikel „Content Optimierung für Suchmaschinen“ nachlesen.

Durch zielgruppenbezogene Anzeigentexte mehr Traffic generieren

Désirée Kellner von der Kölner Online Marketing Agentur morefire ging in ihrem Vortrag darauf ein, wie wichtig die Ansprache in Anzeigentexten in Google Ads ist und wie man diese zielgruppengerecht gestalten kann.

Zunächst zeigte sie auf, welchen Stellenwert Emotionen bei der Entscheidung für ein Produkt sind. Viele große Brands arbeiten mit Gefühlen wie Liebe, Freude, Gier, Sehnsucht nach Gewinn oder Anerkennung, Angst oder Scham, um ihre Produkte zu vermarkten. Es macht also Sinn, diese Emotionen auch beim Schreiben von Anzeigentexten zu vermitteln.

Moderatorin Daniela Malzer stellt Referentin Désirée Klenner vor

Moderatorin Daniela Malzer stellt Referentin Désirée Klenner vor

Als nächstes erklärte sie den Unterschied zwischen Features und Benefits. Oft werden in Anzeigentexten lediglich Features eines Produktes aufgezählt, also zum Beispiel bei einem MP3-Player, dass er 1 GB Speicherplatz hat. Diese Vorgehensweise wirkt relativ nüchtern und sachlich. Ein anderer Ansatzpunkt besteht darin, die Benefits für den potenziellen Käufer in den Fokus zu stellen, im Falle des MP3-Player zum Beispiel: Platz für alle deine Lieblingslieder. Diese Botschaft wirkt direkt viel persönlicher und emotionaler.

Mit diesen Gedanken im Hintergrund stellte Désirée einige Cases vor, bei denen sie durch Anpassung der Anzeigentexte auf verschiedene Zielgruppen Steigerungen in CTR und zum Teil auch im Umsatz generieren konnte.

Case 1: männlich vs. weiblich

Männer und Frauen haben unterschiedliche Ansprüche, wenn es um das Thema Shoppen geht. Und das kann man sich schon bei den Anzeigentexten zu Nutze machen. Zum Beispiel möchten Frauen tendenziell lieber eine große Auswahl haben, während Männer eher auf besonders hochwertige Produkte Wert legen (wie das im Detail aussieht, hängt natürlich auch immer vom Produkt ab).

Unterschiedliche Bedürfnisse bei Männer und Frauen

Unterschiedliche Bedürfnisse bei Männer und Frauen

Indem Désirée drei Anzeigengruppen erstellte – männlich, weiblich, unknown – und die Anzeigentexte auf die Bedürfnisse der entsprechenden Zielgruppe anpasste, konnte sie die Klickrate um 40% steigern. Und auch bei der Auswahl der Zielseiten für die jeweilige Anzeigengruppe orientierte sie sich am zugordneten Geschlecht. Durch beide Maßnahmen stieg die Conversion Rate um 96%.

Ob dieses Vorgehen sinnvoll ist, hängt vom Produkt und der Zielgruppe ab. Gibt es sehr viele unknown-User, ist der Aufwand eventuell auch zu hoch.

Case 2: jung vs. alt

Das zweite Beispiel drehte sich um eine Kampagne für Essen für Menschen mit Schluckbeschwerden. Hier gibt es zwei Zielgruppen: Betroffene, die meist altersbedingt nicht mehr richtig schlucken können, und Angehörige, die für Eltern oder Großeltern nach Produkten suchen. Beim Targeting wurde daher unterschieden zwischen Nutzern unter 65 (Angehörige) und Nutzern über 65 (Betroffene). Durch die Anpassung der Anzeigentexte auf die Bedürfnisse beider Zielgruppen konnte die Klickrate um 42% gesteigert werden.

Praxis-Übung: Akkuschrauber für Frauen

Zu guter Letzt zeigte Désirée auf, wie sie bei der Recherche und der Inspiration für Anzeigentexte vorgeht. Dafür wählte sie ein eher männlich ausgerichtetes Produkt wie den „Akkuschrauber“. Die Zielgruppe sollte nun aber weiblich sein. Sie zeigte auf, dass für Frauen Eigenschaften wie „leicht zu bedienen“, „wenig Gewicht“, „mit Tragetasche“ etc. wichtig sind. Darauf ausgerichtet gestaltete sie die Anzeigentexte.

Die Folien zum Vortrag bekommt ihr hier.

Misconceptions in SEO

Jens Fauldraht von gettraction stellte in seiner Session dar, woran SEO häufig scheitert und welche Grundlagen gegeben sein müssen, bevor man überhaupt mit SEO anfängt.

Häufig kommen Kundenanfragen zu neuen SEO Themen und wollen ein Konzept zu strukturierten Daten, PWA oder Ähnlichem. In vielen Fällen stimmen aber schon die SEO Grundlagen nicht.

Jens Fauldrath referiert auf dem Online Marketing Tag über SEO Misconceptions

Jens Fauldrath referiert auf dem Online Marketing Tag über SEO Misconceptions

Hier sind einige Basics, die stimmen müssen, bevor weiterführende Optimierungen angegangen werden können:

  • Serverkonfigurationen müssen stimmen.
  • Es gibt oft zu viele URLs, die nicht indexiert werden sollen, aber trotzdem gecrawlt werden.
  • Snippets müssen ordentlich optimiert sein.
  • Optimierung auf richtige Keywords, wird etwas nicht gesucht, bringt auch Platz 1 in Google nichts
  • Searchintent: Um Keywords abzudecken, hinter denen sich eine ganz konkrete Kaufabsicht verbirgt, sollte kein Ratgeber-Artikel erstellt werden. Die Suchintention ist in diesem Fall eine andere.
  • SERPs: Wenn ihr einen Wettbewerbsvergleich macht, schaut euch in den SERPs entsprechende Content Formate an. Shops und Ratgeber lassen sich schlecht vergleichen, da sie unterschiedliche Suchintentionen abdecken.
  • Brand schützen: Keywords und Keyword-Kombinationen rund um die eigene Brand lassen sich sehr einfach optimieren und sollten deshalb als erstes angegangen werden und auch regelmäßig kontrolliert werden. Hier sollte man überall auf Platz 1 ranken.

Häufig liegt auch ein falsches Verständnis für SEO vor und die SEO Strategie, die hinter den Maßnahmen steht, ist nicht zielgerichtet.

  • SEO sollte nicht als Reichweiten-Kanal verstanden werden. Grundsätzlich sollte man so optimieren, dass man nicht möglichst viele Nutzer anspricht, sondern vor allem die eigene Zielgruppe, die dann am Ende auch konvertiert.
  • SEO Budgets werden häufig falsch verteilt bzw. falsch eingeschätzt. Der Consultant bzw. die Agentur kostet nur einen kleinen Anteil des Budgets. Der Rest geht für IT, Lizenzkosten, Meetings, andere Abteilungen etc. drauf. Das muss man bei der Planung berücksichtigen.
  • Damit SEO überhaupt kosteneffizient ist, muss man die Möglichkeit haben, seine Maßnahmen auch umzusetzen, ansonsten bringt SEO gar nichts.
  • Monitoring ist wichtig, da sich Websites laufend verändern und man als SEO davon nur selten in Kenntnis gesetzt wird. Sinnvoll ist ein eigenes Template-basiertes Monitoring, da schwerwiegende Änderungen meist auf Template-Ebene vorgenommen werden.
  • Neue Inhalte: hier sollte man sich immer fragen, ob es überhaupt Sinn macht, immer weiter neue Inhalte zu schaffen, und vor allem, mit welchem Ziel man diese erstellt. Häufig ist es sinnvoller, bestehende Inhalte kontinuierlich zu aktualisieren, anstatt immer weiter neue zu erstellen.
  • Bei Reportings ist es wichtig, die richtigen KPIs an die richtigen Abteilungen zu kommunizieren. Ein Reporting für alle ist meist der falsche Ansatz. Zum Beispiel brauchen Redakteure ganz andere Kennzahlen als die Technik.
  • Abgleich von Rankings und Inhalten: Zu welchen Inhalten wird meine Seite gefunden, entspricht der Inhalt auch diesen Suchanfragen? Falls nicht, sollten Inhalte angepasst und erweitert werden.
  • Backend vs. Frontend: Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass das Backend auch das liefert, was das Frontend ausgeben soll. Betroffen sind davon technische Einrichtungen wie Weiterleitungen oder Index-Steuerung, aber auch ein guter Editor ist wichtig, damit Redakteure auch die ihnen zugewiesenen Aufgaben erledigen.

Im Großen und Ganzen ist klar geworden, wie vielschichtig die Gründe sein können, aus denen SEO Maßnahmen nicht umgesetzt werden oder aus denen Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt zeigen.

„Was soll ich nur posten?“ – Selbsthilfe bei leerem Kopf

Neele Hehemann von Seokratie ging in ihrem Vortrag darauf ein, wie man Ideen für Social Media Posts finden kann.

Wichtig bei jedem Post ist es, sich zu überlegen, welches (Marketing-)Ziel damit erreicht werden kann, welche Funktionen ein Post braucht, um dieses Ziel zu erfüllen, welches Format der Inhalt haben soll und was der Anreiz für die Zielgruppe ist, mit dem Post zu interagieren. Wenn das Ziel des Posts zum Beispiel darin besteht, Traffic auf die Website zu holen, muss er auf jeden Fall einen Link zu dieser Website enthalten.

Neele stellte viele hilfreiche Inspirationsquellen und Tools vor, mit Hilfe derer man neue Ideen für Social Media Posts finden kann.

80.000+ Free organische Besucher pro Monat

Christian „Mr. Broccoli“ Wenzel von vegan.athletics hielt einen recht verstörenden Vortrag (Kann ich jetzt wirklich keine Haferflocken mehr essen?) zum Thema, wie man mehr „kostenlosen“ Traffic auf seine Website holt. Dabei konzentrierte er sich auf folgende drei Kanäle:

  • SEO
  • Pinterest
  • E-Mail

Im Bereich SEO gab Christian Vorgaben dazu, wie man einen Blog führt und Artikel optimiert:

  • Mediale Inhalte nutzen, zum Beispiel Videos
  • Inhaltsverzeichnisse verwenden, damit der Nutzer genau weiß, was auf ihn zukommt und wo er gerade ist
  • Second Reader Path berücksichtigen: Viele Nutzer scrollen schnell durch Artikel ohne sie richtig zu lesen. Durch gute Überschriften und durch eine fette Formatierung der wichtigsten Schlagwörter im Text kann der Inhalt des Textes trotzdem erschlossen werden
  • Authentisch schreiben: die besten Erfahrungen hat Christian mit Texten gemacht, in denen er klar seine eigene Meinung vertritt und nicht auf Suchmaschinen ausgerichtet schreibt
  • Gastautoren: Er gibt Gastautoren praktisch eine Plattform zur Selbstdarstellung, dadurch erhält er gute Texte von ihnen, für die andere viel Geld Wichtig sind dabei Verlinkungen zu den Social Media Profilen der Autoren, zum Beispiel zu Instagram
  • Artikel regelmäßig aktualisieren: Christian empfiehlt alte Artikel alle 6 Monate zu aktualisieren, um sie auf den neusten Stand zu bringen

Die anderen Punkte fielen leider etwas knapper aus, weil die Zeit fehlte.

Auf Pinterest lässt sich eine andere Zielgruppe ansprechen als auf Instagram: Frauen zwischen 28 und 40 Jahren. Diese haben mehr Kaufkraft als jüngere Nutzer, die sich eher auf anderen Social Media Plattformen tummeln. Pinterest sollte deshalb nicht vergessen werden. Wichtig ist hier, Boards nach bestimmten Themen zu erstellen und auch Pins von anderen Nutzern zu teilen.

Und auch über E-Mail-Marketing kann man viele Menschen erreichen und dieser Kanal sollte deshalb nicht vernachlässigt werden. Pro-Tipp von uns: Wenn man seine E-Mail-Kampagnen richtig vertaggt, laufen Nutzer, die über diese Kampagnen auf die Website gelangen, nicht als direct Traffic ein. So lässt sich der Anteil der Nutzer viel besser einschätzen.

Die Kunst digitaler … Berührung

Zu guter Letzt hielt Karl Kratz seine Keynote darüber, wie man Nutzer bzw. potenzielle Kunden richtig anspricht bzw. seine Produkte richtig vermarktet. Wichtig sind dabei zwei Punkte:

  • Der Nutzer muss sich selbst in dem Produkt wiedererkennen (Das bin ja ich!)
  • Der Nutzer muss es haben wollen (Das will ich haben!)
Karl Kratz auf dem Online Marketing Tag in Wiesbaden

Karl Kratz auf dem Online Marketing Tag in Wiesbaden

Besonders hilfreich, um dies zu erreichen, sind Emotionen. Wenn ein Produkt oder eine Marke starke Emotionen bei einem potenziellen Kunden hervorruft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich daran erinnert und es auch haben will, sehr hoch.

Schafft also Inhalte, die eure Nutzer berühren und in Erstaunen versetzen.

Organisation & Networking

Der OMT stach auch in diesem Jahr wieder durch eine unglaublich gute Organisation hervor. Mario Jung und das OMT Team waren auf alle Eventualitäten vorbereitet. Besonders gut finden wir am OMT, dass es zwischen den Vorträgen immer genug Zeit gibt, um sich mit Branchenkollegen auszutauschen. Man hetzt nicht von Raum zu Raum um bloß noch einen Platz zu erhalten, sondern kann sich in Ruhe überlegen, welchen Vortrag man sich als nächstes ansehen möchte.

Bei den Vorträgen war für jeden etwas dabei. Die Entscheidung, welcher Vortrag es ins Programm schaffte, lag wie auch im letzten Jahr, bei den Konferenz-Besuchern. Diese hatten im Vorfeld die Möglichkeit, aus den zahlreichen Bewerbern ihre Lieblingsthemen auszusuchen. Ein Konzept, dass sich in jedem Fall bewehrt hat!

Wir bedanken uns für eine tolle Konferenz mit vielen neuen Denkanstößen und freuen uns aufs nächste Jahr!

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1 Antwort
  1. Ralph
    Ralph sagte:

    Sehr spannenden Einblicke. Schade, dass ich leider nicht dabei war, denn die Erfahrungen finde ich sehr hilfreich für Unternehmen. Vor allem, da sie sehr vielfältig sind.

    Beste Grüße. Ralph

    Antworten

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