Keyword-Mapping mit Excel erstellen

Bevor ihr mit der Suchmaschinenoptimierung für eure Website beginnt, ist es wichtig, eine fundierte Keyword-Strategie zu entwickeln und eine Grundlage zu ermitteln, anhand derer ihr Verbesserungen oder Verschlechterungen beobachten könnt. Vor allem wenn ihr an großen Websites arbeitet, verliert ihr im Laufe der Zeit den Überblick, wenn ihr „wild drauf los“ optimiert.

Welche Seiten ranken bereits für welche Keywords? Bringen eure Optimierungen überhaupt etwas? Gibt es Mehrfachrankings? Welche Keywords sind noch nicht abgedeckt? Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft ein Keyword-Mapping. So habt ihr die Auswirkungen eurer SEO Maßnahmen im Blick und könnt besser auf Veränderungen reagieren.

Was ist ein Keyword-Mapping?

In einem Keyword-Mapping ordnet ihr jeder Unterseite eurer Website ein bestimmtes Hauptkeyword und weitere Nebenkeywords zu. Wichtig dabei: Jedes Keyword sollte nur mit einer URL ranken. Das heißt, ihr ordnet jedes Keyword nur einer einzigen Unterseite zu. Dadurch verhindert ihr Mehrfachrankings und beugt einer Kannibalisierung der Seiten untereinander vor.

Ein weiterer Vorteil der Keyword-Map ist, dass ihr weitere SEO Maßnahmen, wie die Verbesserung der internen Verlinkung, einfacher durchführen könnt. Habt ihr einmal die wichtigsten Keywords definiert, könnt ihr beim Setzen der internen Links darauf achten, dass immer nur diese Keywords als Ankertexte verwendet werden. So verhindert ihr Überschneidungen.

Keyword-Map erstellen

Am besten nutzt ihr für euer Keyword-Mapping eine Excel-Tabelle. So könnt ihr mit Hilfe des SVerweis noch Daten aus Monitoring Tools integrieren und habt die Rankings der einzelnen Keywords besser im Blick. Aber dazu später mehr.

Beschriftet in eurer Excel Datei unterschiedliche Spalten: Beschreibt in einer Spalte, um was für einen Seitentypen es sich handelt. Hier unterscheidet ihr zwischen Verteilerseite, Produktseite, Blogartikel usw. In einer anderen Spalte definiert ihr das Haupt- und ein paar Nebenkeywords für die Unterseite. Natürlich sollte es auch eine Spalte für die jeweilige URL geben. Weitere Informationen, die ihr in eure Map aufnehmen könnt, sind zum Beispiel das aktuelle Ranking und die tatsächlich rankende URL. Diese Daten fügt ihr per SVerweis aus eurem Monitoring Tool hinzu.

So könnte die Vorlage für eine Keyword Map aussehen

So könnte die Vorlage für eine Keyword Map aussehen

Vorgehen beim Keyword-Mapping

Eine gut strukturierte Keyword-Map bedarf ihrer Zeit. Plant hier ausreichend Ressourcen ein, damit ihr eure Website in Ruhe betrachten könnt. Auch für die Vor- und Nachbereitung solltet ihr ein wenig Aufwand miteinberechnen. So kommt ihr Schritt für Schritt zu einer übersichtlichen Keyword-Map, die euch dabei hilft, eure Optimierungen im Blick zu behalten.

Schritt 1: Keywordanalyse zu dem jeweiligen Themenbereich

Eine Keywordanalyse ist für euer Keyword-Mapping unerlässlich. Eine solche Analyse zeigt euch auf, welche Keywords für euer Themengebiet besonders wichtig sind und von Nutzern gesucht werden. Ihr habt dadurch eine große Auswahl an relevanten Begriffen, die ihr beim Mapping den einzelnen Unterseiten zuordnen könnt. Beachtet hierbei auch Longtailbegriffe; sie müssen nicht unbedingt als Hauptkeyword genutzt werden, dienen aber durchaus als Nebenkeyword.

Für eure Keywordanalyse könnt ihr den Keywordplanner, Google Suggest oder andere kostenlose Tools, wie Answerthepublic, nutzen.

Schritt 2: Wichtige Bereiche der Website definieren

Im nächsten Schritt definiert ihr die relevanten Bereiche eurer Website. Schaut euch dazu den Traffic an und überlegt, welche Unterseiten für euch besonders wichtig sind. Welche Seiten, bzw. Bereiche sollen auf jeden Fall von Usern gefunden werden? Welche Seiten weisen kaum Traffic auf und haben besonders hohes Optimierungspotential? Je nachdem wie groß eure Website ist, ist dieser Schritt mehr oder weniger aufwändig. Bei einer übersichtlichen Anzahl an Seiten ist es nicht schwer, wichtige Bereiche zu definieren, beziehungsweise alle Seiten zu mappen. Seiten wie dem Impressum, Kontaktformulare, usw. müsst ihr keine Keywords zuordnen.

Ist eure Website zu groß, als dass ihr auf Anhieb alle Seiten mappen könnt, beginnt zunächst mit dem für euch relevantesten Bereich. Im Anschluss könnt ihr direkt in die Optimierung gehen und euch dann nach und nach durch die ganze Website arbeiten.

Schreibt die jeweiligen URLs direkt in die jeweilige Spalte eurer Excel Datei; wenn ihr mehrere Bereiche mapped, empfiehlt es sich, für jeden Bereich einen Tab zu nutzen.

Verschiedene Reiter in der Keyword Map sorgen für Übersichtlichkeit

Verschiedene Reiter in der Keyword Map sorgen für Übersichtlichkeit

Beginnt beim Keyword-Mapping mit den Bereichen, die für eure Website am wichtigsten sind und die ihr zuerst optimieren wollt.

Schritt 3: Keywords zuordnen

Nutzt jetzt die vorhandene Keywordanalyse und die von euch definierten wichtigen Bereiche, um jeder URL ein Haupt- und einige Nebenkeywords zuzuordnen. Dabei ist es wichtig, dass ihr euch die Seiten genau anseht. Genügt der Inhalt der Seite der Nutzerintention? Also findet der Nutzer auf der Seite das, was er sucht, wenn er das jeweilige Keyword eingibt? Wollt ihr etwas verkaufen oder lediglich informieren? Bedenkt, dass ihr mit hohem Wettbewerb rechnen müsst, wenn ihr auf generische Keywords optimiert. Einzelne Longtailbegriffe haben zwar nicht so ein hohes Suchvolumen, in der Masse werden sie aber deutlich häufiger gesucht als Shorttails.

Nehmen wir an, ihr sucht passende Keywords für eine Seite, auf der Nutzer Wanderreisen mit Hunden buchen können. Würdet ihr hier das Keyword „wanderreisen“ wählen, wäre das zu allgemein und ihr verfehlt eure Zielgruppe. Denn jemand, der eine Wanderreise mit Hund buchen möchte, sucht vermutlich gezielter danach und jemand, der eine normale Wanderreise sucht, möchte keine hundefreundlichen Angebote angezeigt bekommen. Zudem ist der Wettbewerb für Wanderreisen mit Hund nicht so groß wie für Wanderreisen allgemein. Die spezifische Bezeichnung hat außerdem den Vorteil, dass sich der Nutzer abgeholt fühlt. Er ist dann eher bereit, zu buchen, sich für den Newsletter einzutragen oder seine Kontaktdaten zu hinterlassen.

Tragt den Seitentyp, die URL und die Keywords in eure Keyword Map ein.

Tragt den Seitentyp, die URL und die Keywords in eure Keyword Map ein.

Ordnet also jeder Unterseite zwei bis vier relevante Keywords zu. Achtet hier bereits darauf, dass jedes Keyword nur zu einer Unterseite thematisiert wird.

Schritt 4: Doppelte Inhalte eliminieren

Es kann sein, dass euch beim Keyword-Mapping auffällt, dass es mehrere Unterseiten zu einem Thema gibt oder dass sich Unterseiten thematisch sehr stark ähneln. Dann müsstet ihr beiden Unterseiten dasselbe Keyword zuordnen. In so einem Fall kann es zu Mehrfachrankings oder zu Duplicate Content kommen. Beides wirkt sich negativ auf das Ranking aus und sollte daher umgangen oder verhindert werden. Prüft an dieser Stelle vorab, ob sich die Inhalte wirklich zu sehr ähneln oder ob es zwei verschiedene Nuancen eines Themas sind und beide Seiten auf unterschiedliche Keywords oder Longtails optimiert werden können. Ist das spezifizierte Thema wichtig genug, optimiert die Seite auf das jeweilige Keyword. Wenn ihr zum Beispiel Themen wie Wanderreisen mit Hund, Unterkünfte für Wanderer mit Hund, Wanderrouten mit Hund etc. habt, macht es Sinn, jeweils eigene Seiten zu erstellen.

Wenn bereits zwei Seiten zum selben Thema bestehen, schaut ihr, welche der beiden Seiten die stärkere von beiden ist. Für einen URL-Vergleich könnt ihr zum Beispiel das Sistrix Tool nutzen.

Sistrix verrät euch, welche URL besser rankt

Sistrix verrät euch, welche URL besser rankt

Alternativ könnt ihr auch mit der Google Search Console herausfinden, welche URL bereits mehr Klicks auf die relevanten Keywords erhält oder mit einem Webanalyse Tool wie Google Analytics, welche der URLs mehr organischen Traffic erhält.

Habt ihr herausgefunden, welche URL besser rankt, habt ihr drei Möglichkeiten, wie ihr mit den URLs umgeht.

  1. Ihr könnt die schlechter rankende URL komplett löschen.
  2. Ihr könnt die schlechter rankende URL per Meta-Robots auf noindex setzen.
  3. Die schlechter rankende URL kann via Canonical Tag auf die bessere zeigen.

Das Löschen einer URL ist eine sehr drastische Methode, aber wenn die schlechtere URL keine Zugriffe und keine Backlinks hat, ist es bedenkenlos möglich. Sind Backlinks vorhanden, ist daran zu denken, diese auf die bevorzugte URL weiterzuleiten. Beachtet bei der Verwendung von noindex, dass die Backlinks, die auf diese URL zeigen, nicht mehr gewertet werden. Canonicals übertragen zumindest etwas von der Linkstärke auf die URL, auf die der Canonical Tag zeigt.

Unterscheiden sich die Inhalte der beiden URLs stark voneinander, könnt ihr beide zusammenfassen und auf der stärkeren URL veröffentlichen.

Schritt 5: Fehlende Inhalte integrieren

Wenn ihr die doppelten Inhalte aufgedeckt und eliminiert habt, solltet ihr schauen, für welche Keywords, die für euch relevant sind, ihr noch keine passenden Seiten habt. Schaut dazu noch einmal in die Keywordanalyse und gleicht die Begriffe mit denen ab, die ihr bereits gemapped habt. Welche relevanten Keywords fehlen jetzt noch? Hierzu könnt ihr neue Inhalte erstellen, die ihr dann auf die jeweiligen Begriffe optimiert.

Schritt 6: Monitoring

Wenn ihr euren Unterseiten passende Keywords zugeordnet habt, könnt ihr diese in ein Monitoring Tool einpflegen. Bei uns haben sich Tools wie Sistrix, AWR Cloud und der Keyword Monitor bewährt. Habt ihr eure Keywords eingegeben, könnt ihr euch monatlich oder wöchentlich einen Report ziehen und diesen in eure Map integrieren. An dieser Stelle ist es auch sinnvoll, sich vor der SEO Optimierung alle Rankings zu ziehen, damit ihr einen Status Quo vom Startpunkt habt. Diesen solltet ihr nicht überschreiben.

An dieser Stelle könnt ihr auch überprüfen, ob die zugeordnete Seite wirklich rankt oder doch die als unwichtig klassifizierte URL.

Schaut euch an, welche URLs bereits zu den ausgewählten Keywords ranken

Schaut euch an, welche URLs bereits zu den ausgewählten Keywords ranken

Wichtig hierbei ist, dass ihr einen Weg findet, um den Verlauf der Rankings zu dokumentieren. Nur so findet ihr heraus, ob eure Optimierungen, die ihr im Laufe der Zeit vornehmt, einen positiven Effekt haben.

Schritt 7: Gezielte Optimierung

Nun könnt ihr Schritt für Schritt die Seiten optimieren, deren Ranking ihr verbessern wollt. Eine sehr effektive Stellschraube sind hier die Snippet Optimierung, die Content Optimierung, sowie die interne Verlinkung. Schaut euch zum Beispiel die Überschriften auf der Seite an. Wenn es mehrere H1 Überschriften gibt und wenn relevante Keywords keine Erwähnung finden, besteht hier ebenfalls Optimierungsbedarf. Weitere Rankingfaktoren sind optimierte Bilder, Texte und auch die interne Verlinkung. Habt ihr eine Änderung vorgenommen, könnt ihr anhand eures Keyword-Mappings beobachten, ob und inwiefern eure Maßnahmen etwas bewirkt haben. Hier macht es auch Sinn zu dokumentieren, wann genau die URL-Optimierung stattgefunden hat.

Fazit

Das Keyword-Mapping ist zwar zeitintensiv, aber es hilft langfristig dabei, eine Seite strategisch zu optimieren. Ihr seht, welche Themengebiete noch fehlen und welche es doppelt gibt. Nach dem Anwenden der Optimierungsmaßnahmen seht ihr, ob diese eine Verbesserung erzielen. Arbeitet ihr für einen Kunden, könnt ihr ihm auf diese Weise die Entwicklung reporten. Aber auch als SEO in einem größeren Unternehmen könnt ihr so eure Erfolge nach euren Maßnahmen offenlegen.

Ihr führt eure Maßnahmen gezielter und strukturierter durch und optimiert nicht ins Blaue hinein. Außerdem seid ihr angehalten, euch intensiv mit der Seite und den Themenbereichen zu befassen. Ihr könnt doppelte Inhalte vermeiden und fehlende Inhalte hinzufügen.

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Schlagworte: SEO

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