Google Marketing Platform: Produkte, Vorteile und Einsatzmöglichkeiten

von Markus Vollmert | Aug. 30, 2016 | Analytics

Die Google Marketing Platform (GMP) verbindet verschiedene Lösungen für datengetriebenes Marketing. Unternehmen können damit digitale Kampagnen planen, steuern, messen und auf Basis ihrer Marketingdaten optimieren.

Doch welche Produkte gehören heute zur Google Marketing Platform, wie arbeiten sie zusammen und wann lohnt sich der Einsatz der Enterprise-Lösungen? Wir geben euch einen aktuellen Überblick.

Was ist die Google Marketing Platform?

Die Google Marketing Platform (GMP) vereint verschiedene Google-Anwendungen für zentrale Aufgaben im digitalen Marketing, darunter Kampagnensteuerung, Media-Einkauf, Tracking und Analyse. Sie verbindet damit Lösungen für Advertising und Analytics in einem gemeinsamen Ökosystem.

Die Google Marketing Platform entstand 2018 aus der Zusammenführung der bis dahin separat existierenden Google Analytics 360 Suite und DoubleClick-Produkte. Google wollte damit die verschiedenen Lösungen für Advertising und Analytics enger miteinander verbinden. Im Zuge dieser Umstellung verschwanden auch verschiedene ältere Produktnamen. DoubleClick Search wurde beispielsweise zu Search Ads 360, aus DoubleClick Bid Manager entwickelte sich Display & Video 360.

An der grundlegenden Idee hat sich wenig geändert: Unternehmen sollen digitale Medien zentral planen, einkaufen, messen und optimieren können. Die verschiedenen Produkte der Google Marketing Platform lassen sich dafür miteinander und mit weiteren Google-Lösungen verbinden. Google beschreibt die Verzahnung der Produkte bis heute als ein zentrales Merkmal der Plattform.

Allerdings hat sich die Plattform seit ihrer Einführung deutlich weiterentwickelt. Einige Produkte wurden eingestellt, andere ausgebaut und neue Schnittstellen geschaffen. Auch die Rolle von Daten hat sich verändert. Während bei der Einführung der GMP vor allem die Zusammenführung verschiedener Tools im Mittelpunkt stand, geht es heute stärker darum, Advertising, Analytics und eigene Unternehmensdaten sinnvoll miteinander zu verbinden.

Gerade für automatisierte Kampagnen ist dabei nicht nur entscheidend, wie viele Daten zur Verfügung stehen. Relevant ist vor allem, ob die richtigen Signale erfasst und für die Kampagnensteuerung verfügbar gemacht werden. Ein sauberer Tracking- und Datenaufbau bildet deshalb die Grundlage für ein funktionierendes Marketing-Ökosystem.

Welche Produkte gehören zur Google Marketing Platform?

Die Google Marketing Platform umfasst verschiedene Produkte für Advertising, Analyse, Tag Management und Reporting. Dabei sollte die GMP nicht einfach mit allen Google-Marketingtools gleichgesetzt werden. Google Ads oder die kostenlose Version von Google Analytics können beispielsweise mit Produkten der Plattform zusammenspielen, sind aber nicht automatisch mit den Enterprise-Lösungen der GMP gleichzusetzen.

Zu den zentralen Advertising-Produkten zählen heute Campaign Manager 360, Display & Video 360 und Search Ads 360. Auf der Analytics-Seite spielen insbesondere Analytics 360 und Tag Manager 360 eine Rolle.

Produkte und Tools der Google Marketing Platform im Überblick

Übersicht der zentralen Produkte der Google Marketing Platform sowie ergänzend angebundener Google-Lösungen. Eigene Darstellung.

Google Analytics 360

Google Analytics 360 ist die Enterprise-Version von Google Analytics. Während die kostenlose Variante für viele Unternehmen ausreichend ist, richtet sich Analytics 360 vor allem an Organisationen mit größeren Datenmengen, komplexeren Strukturen und erweiterten Anforderungen an Analyse, Administration und Integrationen.

Der eigentliche Mehrwert entsteht dabei häufig durch das Zusammenspiel mit anderen Marketingplattformen. So können beispielsweise Analytics-Daten und Zielgruppen mit Advertising-Produkten verbunden und Kampagnendaten wiederum in die Analyse einbezogen werden.

Display & Video 360

Display & Video 360 ist die Plattform von Google für das Management von Display-, Video- und programmatischen Werbekampagnen. Über die Plattform können unter anderem Kampagnen, Gebote, Creatives, Inventare und Zielgruppen verwaltet werden.

Der Vorteil liegt insbesondere darin, dass Kampagnen nicht isoliert betrachtet werden müssen. Display & Video 360 lässt sich beispielsweise mit Campaign Manager 360 und Google Analytics verbinden. Dadurch können Zielgruppen und Conversion-Daten zwischen den Systemen genutzt und Kampagnen kanalübergreifend ausgewertet werden.

Search Ads 360

Search Ads 360 (SA360) ist das Kampagnenmanagement-Tool der Google Marketing Platform für Suchmaschinenwerbung. Es unterstützt Werbetreibende und Agenturen dabei, größere Search-Kampagnen zentral zu verwalten und auszuwerten.

Die Stärke des Tools zeigt sich besonders bei suchmaschinenübergreifenden und komplexen Kampagnenstrukturen. Google nennt neben Google Ads unter anderem Microsoft Advertising als angebundene Plattform. Search Ads 360 ist damit vor allem für Unternehmen interessant, die umfangreiche Search-Aktivitäten nicht ausschließlich über ein einzelnes Google-Ads-Konto steuern.

Campaign Manager 360

Campaign Manager 360 übernimmt eine zentrale Rolle beim Ad Management und bei der Messung digitaler Kampagnen. Das Produkt dient unter anderem dazu, Werbekampagnen auszuspielen und deren Leistung zu messen.

Besonders relevant wird Campaign Manager 360 im Zusammenspiel mit anderen Advertising-Produkten. In Verbindung mit Display & Video 360 können beispielsweise Creatives und Zielgruppen geteilt, kanalübergreifende Analysen durchgeführt und Gebote optimiert werden.

Damit übernimmt Campaign Manager 360 einen Teil der verbindenden Funktion innerhalb komplexerer Advertising-Setups.

Weitere Google-Tools im Zusammenspiel mit der GMP

Neben diesen Produkten spielen weitere Google-Lösungen eine wichtige Rolle. Dazu gehört insbesondere der Google Tag Manager beziehungsweise Tag Manager 360. Der Tag Manager unterstützt Unternehmen bei der zentralen Verwaltung ihrer Marketing- und Tracking-Tags. Für größere Unternehmen steht mit Tag Manager 360 eine Enterprise-Variante zur Verfügung.

Auch Data Studio ist für die Visualisierung und das Reporting von Marketingdaten relevant. Das Tool hieß zwischenzeitlich Looker Studio und wurde 2026 von Google wieder in Data Studio umbenannt. Mit Google Data Studio lassen sich Daten aus unterschiedlichen Quellen visualisieren und in individuell konfigurierbaren Reports und Dashboards zusammenführen.

Die früher zur Google Marketing Platform gehörenden Produkte Optimize 360 und Surveys 360 werden heute nicht mehr angeboten.

Zusammenspiel und Vorteile der Google Marketing Platform

Die Google Marketing Platform hat durch ihre verschiedenen Produkte eine Vielzahl an Funktionen. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch darin, Werbung, Messung und Optimierung miteinander zu verbinden. Da die einzelnen Lösungen Daten austauschen können, werden Arbeitsabläufe vereinfacht und Informationen über verschiedene Marketingbereiche hinweg nutzbar gemacht.

So lassen sich beispielsweise Analytics-Daten mit Advertising-Plattformen verbinden. Zielgruppen und Conversions aus Google Analytics können unter bestimmten Voraussetzungen für Display & Video 360 genutzt werden. Umgekehrt können Kampagnen- und Kostendaten aus Display & Video 360 in Google Analytics einfließen.

Daraus ergeben sich vor allem drei Vorteile:

  • Zentrale Datennutzung: Kampagnen-, Zielgruppen- und Conversion-Daten können über verschiedene Systeme hinweg genutzt und ausgewertet werden.
  • Bessere Optimierung: Relevante First-Party-, Conversion- und Offline-Daten können die Grundlage für automatisierte Kampagnensteuerung verbessern.
  • Einfachere Zusammenarbeit: Gemeinsame Daten und klar geregelte Zugriffe erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Teams, Märkten und Agenturen.

Entscheidend bleibt dabei die Qualität der übermittelten Signale. Viele Events oder Conversions helfen einer automatisierten Kampagnensteuerung wenig, wenn sie nicht abbilden, welche Aktionen tatsächlich geschäftlich relevant sind. Ein strukturiertes Trackingkonzept hilft dabei, Business-Ziele in messbare Signale zu übersetzen und festzulegen, welche Daten für Analyse und Kampagnensteuerung tatsächlich benötigt werden.

Datenschutz, Consent und Datenqualität

Datenschutz und Datenqualität lassen sich bei der Google Marketing Platform nicht getrennt voneinander betrachten. Denn Daten können nur dann sinnvoll für Analyse und Kampagnensteuerung genutzt werden, wenn ihre Erhebung technisch sauber aufgesetzt und die erforderlichen Einwilligungen berücksichtigt werden.

Consent Management ist dabei auch technisch relevant. Einwilligungen müssen korrekt an Analytics- und Kampagnentools weitergegeben werden. Gleichzeitig benötigen Unternehmen ein Trackingkonzept, das definiert, welche Daten überhaupt benötigt werden. Ein sauber eingerichteter Google Tag Manager kann dabei als zentrale technische Komponente für die Datenerfassung dienen.

Die Qualität der Daten ist dabei mindestens ebenso wichtig wie ihre Menge. Fehlende Consent-Signale, doppelte Tags oder uneinheitlich definierte Conversions können die Analyse verfälschen und damit auch die Kampagnenoptimierung beeinträchtigen. Genau deshalb sollten Datenschutz, Tracking und Kampagnensteuerung nicht als voneinander getrennte Themen betrachtet werden.

Für wen lohnt sich die Google Marketing Platform?

Nicht jedes Unternehmen benötigt die Enterprise-Produkte der Google Marketing Platform. Google Analytics, Google Tag Manager, Google Ads und Data Studio bieten bereits umfangreiche Möglichkeiten für Analyse, Kampagnensteuerung, Tracking und Reporting. Wer mit diesem Setup seine Anforderungen abdeckt, benötigt nicht automatisch zusätzliche 360-Produkte.

Interessant wird die Google Marketing Platform vor allem bei komplexeren Marketing- und Datenstrukturen. Dabei ist weniger die reine Unternehmensgröße entscheidend als die Frage, welche Anforderungen die vorhandenen Lösungen nicht mehr erfüllen. Das kann größere Datenmengen ebenso betreffen wie mehrere Märkte, umfangreiche Kampagnen oder zusätzliche Anforderungen an Integrationen und Governance.

Der Einsatz einzelner Enterprise-Produkte kann insbesondere sinnvoll sein bei:

  • umfangreichen Search-, Display-, Video- oder programmatischen Kampagnen über mehrere Accounts oder Märkte.
  • komplexen Anforderungen an Analyse, Kampagnenmessung, Zielgruppen und Datenintegration.
  • mehreren internen Teams, Agenturen und Nutzern mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Zugriffsrechten.
  • der Einbindung von First-Party-, CRM- oder Offline-Daten in Analyse und Kampagnenoptimierung.

Vor der Entscheidung für einzelne 360-Produkte sollte deshalb genau definiert werden, welche Anforderungen das bestehende Setup nicht erfüllt und welchen konkreten Mehrwert die zusätzlichen Funktionen und Integrationen schaffen.

Fazit: Die Google Marketing Platform als vernetztes Marketing-Ökosystem

Die Google Marketing Platform bietet Unternehmen die Möglichkeit, verschiedene Bereiche des digitalen Marketings enger miteinander zu verbinden. Der größte Mehrwert entsteht dabei weiterhin durch das Zusammenspiel der einzelnen Lösungen: Kampagnen können gesteuert, ihre Ergebnisse gemessen und relevante Daten für die weitere Optimierung genutzt werden. Gerade bei umfangreichen Kampagnenstrukturen erleichtert das die Zusammenarbeit zwischen Marketing-, Analytics- und Media-Teams.

Seit der Einführung der GMP hat sich das Produktportfolio allerdings deutlich verändert. Einige der ursprünglichen Tools wurden eingestellt, andere weiterentwickelt. Gleichzeitig haben Datenqualität, First-Party-Daten und die Verbindung von Marketing- und Unternehmensdaten an Bedeutung gewonnen. Es reicht deshalb nicht aus, möglichst viele Google-Produkte miteinander zu verknüpfen. Entscheidend ist, dass die eingesetzten Tools auf einer sauberen Datenbasis aufbauen und zu den eigenen Marketingprozessen passen.

Ob sich einzelne Enterprise-Produkte wie Analytics 360, Display & Video 360, Search Ads 360 oder Campaign Manager 360 lohnen, hängt daher von den individuellen Anforderungen ab. Unternehmen, die mit Google Ads, Google Analytics, Google Tag Manager und Data Studio bereits alle notwendigen Funktionen abdecken, benötigen nicht automatisch zusätzliche 360-Lösungen. Bei komplexeren Kampagnen-, Daten- und Organisationsstrukturen kann die Google Marketing Platform dagegen dabei helfen, Advertising, Analyse und Daten systematischer zusammenzuführen.

Häufige Fragen zur Google Marketing Platform

Was ist die Google Marketing Platform?

Die Google Marketing Platform (GMP) ist ein Ökosystem verschiedener Google-Lösungen für Advertising, Analyse und Kampagnenmanagement. Sie entstand 2018 aus der Zusammenführung der Google Analytics 360 Suite und verschiedener DoubleClick-Produkte. Ziel ist es, Marketingaktivitäten und die dazugehörigen Daten enger miteinander zu verbinden. Unternehmen können so beispielsweise Kampagnen steuern, ihre Performance analysieren und Daten zwischen verschiedenen Google-Produkten nutzen.

Welche Tools gehören zur Google Marketing Platform?

Zu den zentralen Produkten im Advertising-Bereich gehören Campaign Manager 360, Display & Video 360 und Search Ads 360. Im Analytics- und Tracking-Umfeld spielen insbesondere Analytics 360 und Tag Manager 360 eine Rolle. Darüber hinaus können weitere Google-Lösungen wie Google Ads, Google Analytics und Data Studio in das Marketing- und Daten-Ökosystem eingebunden werden. Nicht mehr zur aktuellen Produktlandschaft gehören unter anderem die inzwischen eingestellten Lösungen Optimize 360 und Surveys 360.

Ist Google Ads Teil der Google Marketing Platform?

Google Ads ist eine eigenständige Werbeplattform und nicht mit den Enterprise-Produkten der Google Marketing Platform gleichzusetzen. Die Systeme können jedoch miteinander verbunden werden. Search Ads 360 ermöglicht beispielsweise die zentrale Verwaltung von Suchmaschinenkampagnen aus Google Ads und weiteren unterstützten Werbeplattformen. Für Unternehmen mit komplexeren Kampagnenstrukturen kann dadurch eine übergreifende Steuerung und Auswertung möglich werden.

Was ist der Unterschied zwischen Google Analytics und Analytics 360?

Google Analytics ist die kostenlose Analytics-Lösung von Google und deckt die Anforderungen vieler Unternehmen bereits ab. Analytics 360 ist die kostenpflichtige Enterprise-Version und richtet sich vor allem an Unternehmen mit größeren Datenmengen und erweiterten Anforderungen an Analyse, Administration, Integrationen und Support. Ob Analytics 360 notwendig ist, hängt daher weniger von der reinen Unternehmensgröße als von den konkreten Anforderungen an das Analytics-Setup ab.

Gehört Data Studio zur Google Marketing Platform?

Data Studio gehört nicht zu den zentralen Enterprise-Produkten der Google Marketing Platform, ergänzt das Google-Marketing-Ökosystem aber als Reporting- und Datenvisualisierungslösung. Mit Data Studio lassen sich Daten aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise aus Google Analytics oder Google Ads, in Dashboards und Reports zusammenführen und visualisieren.

Welche Vorteile bietet die Google Marketing Platform?

Die Google Marketing Platform bietet vor allem den Vorteil, dass sich Advertising, Analyse und Kampagnensteuerung enger miteinander verbinden lassen. Daten aus verschiedenen Google-Produkten können gemeinsam genutzt werden, um Kampagnen auszuwerten, Zielgruppen zu bilden und Optimierungen auf einer einheitlicheren Datengrundlage vorzunehmen. Besonders bei mehreren Accounts, Märkten oder beteiligten Teams erleichtert ein vernetztes Setup außerdem die Zusammenarbeit und Verwaltung. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, First-Party-, Conversion- und gegebenenfalls CRM-Daten stärker in die Kampagnensteuerung einzubeziehen. Dadurch können automatisierte Systeme auf relevantere Signale reagieren.

Du möchtest mit uns in Kontakt treten?

Schreibe uns über unser Kontaktformular oder ruf uns an unter +49 (0)221 467 583-0