Google Updates – Die wichtigsten Änderungen am Google Algorithmus

Panda, Penguin, Hummingbird, Phantom, Fred, mobile-first und wie sie alle heißen – Google testet und verändert laufend seinen umfassenden Algorithmus. Im Juli 2018 wurde ein neues Update publik, das die Relevanz von mobilem Traffic noch einmal betont, denn im Hinblick auf Google Updates stand das Jahr 2018 ganz im Zeichen von mobile-first. Doch dazu später mehr.

Hier möchten wir euch einen Überblick über die wichtigsten Google Updates der letzten Jahre geben und euch Einblicke in ihre Auswirkungen bieten. Anschließend solltet ihr bestens gewappnet sein und wissen, worauf ihr achten solltet, um möglichst nicht vom nächsten Google Update betroffen zu sein.

Basics: Update vs. Data Refresh

Bevor wir euch jedoch die wichtigsten Updates vorstellen, ist ein kleiner Exkurs nötig. Denn nicht alle Optimierungen, die Google durchführt, sind automatisch Updates. Jeder, der sich tiefer mit dem Thema Google Updates beschäftigt, wird früher oder später auch über den Begriff „Data Refreshs“ stoßen.

Der Unterschied ist schnell erklärt: Unter einem Update versteht man eine tatsächliche Änderung des Google Algorithmus, wie zum Beispiel die Panda oder Penguin Updates. Solche Updates sind quasi Filter, die über den Algorithmus gelegt werden und sich auf einen bestimmten Aspekt des gesamten Algorithmus, bestehend aus zigtausend Rankingfaktoren, beziehen. Diese Filter brauchen aber immer eine Datenbasis, auf der sie funktionieren können. Wenn Google einen Filter, wie beispielsweise Penguin verbessert und einzelne Faktoren des Filters anders gewichten möchte, dann wird hierfür nur die Datenbasis aktualisiert. Es wird also ein Data Refresh durchgeführt. Wenn Google jedoch neue Signale und Aspekte identifiziert und in den Filter mit aufnimmt, dann handelt es sich um ein Update.

Updates haben deshalb einen sehr viel größeren Effekt auf Websites und deren Ranking, als ein Data Refresh (Quelle: Sistrix.de).

Panda Update

Das Panda Update wurde erstmalig im Jahr 2011 ausgerollt und dient als Qualitätsfilter für Google in Bezug auf Website-Inhalte. Mit Hilfe des Filters wird der Content von Websites auf Qualität und vor allem den Mehrwert für den Nutzer geprüft. Das Update gilt als Zusatzmodul, welches an den Core-Algorithmus von Google angehängt wurde.

Seit dem ersten Roll-out wurden bereits vier aktualisierte Versionen in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht. Vor allem die Panda Updates 4.0 und 4.1 im Jahr 2014 haben erheblichen Einfluss auf Website-Rankings in den Suchergebnissen gehabt.

Google-Panda-update

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Panda Update?

Mit Hilfe dieses Updates hat sich Google vor allem das Ziel gesetzt qualitativ hochwertige und einzigartige Inhalte auf Websites zu identifizieren, die einen echten Mehrwert für den Nutzer bieten.

Welche Auswirkungen hat das Panda Update?

Websites mit unseriösem und schlechtem Inhalt werden einerseits mit schlechteren Rankings abgestraft, andererseits konnten Websites mit eigenem gutem redaktionellem Inhalt bessere Rankings erzielen. Mit jedem weiteren Panda Update fügt Google mehr Signale zum Filter hinzu, die dabei helfen qualitativ hochwertige Inhalte von minderwertigen zu unterscheiden. Laut Searchmetrics waren vom Update 4.1 teilweise internationale Größen, wie HRS.de oder Nokia.com betroffen. Kleinere und mittlere Seiten mit hochqualitativem Inhalt konnten von den Updates profitieren. Kurz nach dem Update vermutete Julian Dziki, dass auch einzelne gut recherchierte Artikel besser ranken.

Um vom Panda Update zu profitieren, ist es also wichtig, dass ihr eigene hochwertige Inhalte auf der Website bereitstellt, die vor allem den Mehrwert der Nutzer als Ziel haben. Doppelte Inhalte und Informationen externer Quellen, die 1-zu-1 übernommen wurden, solltet ihr vermeiden.

Penguin Update

Das Penguin Update wurde erstmalig im April 2012 ausgerollt und von Google kommuniziert. Neben dem Panda Update ist das Penguin Update ein weiterer Qualitätsfilter von Google und ist seit Penguin 4.0 in den Core Algorithmus integriert. Fokussiert sich das Panda Update jedoch hauptsächlich auf Website-Inhalte, so dreht sich beim Penguin Update alles um das Identifizieren von Spam, Verlinkungen und Backlinks.

Seit dem ersten Roll-out gab es vier aktualisierte Versionen des Updates. Seit September 2016 werden diese Updates nicht mehr extra kommuniziert da Penguin nun in Echtzeit agiert. Aktualisierungen am Filter werden laut Google kontinuierlich vorgenommen, ohne Ankündigung.

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Penguin Update?

Google erkennt mit Hilfe dieses Filters im Algorithmus Websites, die unnatürliche Backlinkmuster aufweisen oder Keyword-Stuffing betreiben. Diese werden abgestraft, indem sie Rankings verlieren oder tatsächlich ganz aus dem Google Index gestrichen werden. Seit dem Penguin Update 4.0 ist der Qualitätsfilter laut Google noch besser geworden: Der Filter ist nun in der Lage nicht mehr die Rankings einer ganzen Website zu beeinflussen und bei spammigen Links abzuwerten, sondern auf URL-Basis Spamsignale zu identifizieren und nur die URLs mit spammigen Links abzuwerten.

Welche Auswirkungen hat das Penguin Update?

Websites, die unnatürlichen und unseriösen Linkaufbau betrieben haben, oder mit Hilfe von Keyword-Stuffing ihre Seite künstlich in den Rankings nach vorne gebracht haben, werden von Google rigoros abgestraft. Mittlerweile ist Google in der Identifizierung von unnatürlichen Backlinks sehr gut und feinfühlig geworden. Ein nachhaltiger Linkaufbau ist also unerlässlich! Mehr Tipps zum Thema Linkbuilding gibt es beim OMT.

Als Penguin noch nicht in Echtzeit im Core Algorithmus integriert war, sondern manuell durch Google ausgerollt werden musste, konnte die Auswirkung eines Penguin Updates stets gut erkannt werden anhand einer Steigerung der Sichtbarkeit einer Website oder dem Verlust derselben. Da Penguin nun in Echtzeit bei jedem Crawl einer URL in Kraft tritt, sind die Auswirkungen deutlich weniger einfach zu benennen. Generell ist die Funktion des Filters in Echtzeit jedoch positiv, da von Penguin betroffene Seiten somit nicht bis zum nächsten Roll-out warten müssen, sondern direkt die Auswirkungen ihrer Arbeit im Linkaufbau sehen.

Hummingbird Update – ein neuer Google Algorithmus

Im August 2013 bestätigte Google den Launch einer neuen Generation des Google Algorithmus – passend zum 15. Geburtstag der Google Suche. Hummingbird war und ist nicht nur eine Änderung im Algorithmus, sondern stellt einen gänzlich neuen Algorithmus dar, der seitdem die Basis der Suche bildet. Knapp 90% aller Suchanfragen waren zum Zeitpunkt des Roll-outs von Hummingbird betroffen.

Der Name Hummingbird (dt. „Kolibri“) soll laut Google darauf hindeuten, dass die Suchergebnisse nun schneller und vor allem präziser ausgeliefert werden können. Dieses Update ist ein weiterer Schritt in Richtung der semantischen Suche und stellt die Weiche zu einer neuen Generation der Suche dar, die mit RankBrain (siehe unten) fortgeführt wurde.

Wie funktioniert der neue Suchalgorithmus?

Anstatt nach einzelnen Wörtern in der Suchanfrage eines Nutzers zu suchen und diese dann einzeln zu interpretieren, ist Google seit Hummingbird in der Lage die Suchanfrage insgesamt zu analysieren und eine semantische Beziehung zwischen den einzelnen Wörtern herzustellen. Dadurch wird die Nutzer-Intention hinter der Suchanfrage deutlicher und auch die Ausrichtung und Intention einer Website kann so mit Hilfe von Hummingbird besser ausgelesen werden. Vor allem die Suche mittels Sprachfunktion soll so enorm verbessert werden, weil hier ebenfalls der ganze Satz interpretiert werden kann.

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Hummingbird Update?

Das Ziel hinter Hummingbird ist, dass Google die Nutzer-Intention hinter einer Suchanfrage besser erkennen und interpretieren möchte. Vor allem konversationelle Suchanfragen, also Suchanfragen, die im Stil einer Unterhaltung oder einer Frage gestellt werden, können besser interpretiert werden. Beispielsweise kann Google mittlerweile die Absicht hinter Suchanfragen, wie „Zeige mir Bilder des Kölner Doms“ oder „Wird es heute regnen?“ sehr gut erkennen:

Suchergebnis zur Suchanfrage "Wird es heute regnen?"

Suchergebnis zur Suchanfrage „Wird es heute regnen?“

Suchergebnis zur Suchanfrage: "Zeige mir Bilder vom Kölner Dom"

Suchergebnis zur Suchanfrage: „Zeige mir Bilder vom Kölner Dom“

Welche Auswirkungen hat das Hummingbird Update?

Laut Searchmetrics nahm die Diversität der Suche nach Hummingbird ab, da ähnlichere Resultate für semantisch gleiche Suchanfragen ausgespielt werden. Die Anzahl an unterschiedlichen URLs in den Suchergebnissen hat um knapp 6% abgenommen. Vor allem bei Keywords mit semantischer Ähnlichkeit ist das oft der Fall.

Ein kleiner Tipp am Rande: Mit strukturierten Daten könnt ihr eure Website besser auf die semantische Suche ausrichten, da so die auf der Website vorhandenen Daten von Suchmaschinen besser ausgelesen und interpretiert werden können.

Google Mobile Update & mobile-first Index

Im Februar 2015 kündigte Google ein Mobile Update für den 21. April 2015 an und startete somit die Offensive, die mobile Suche benutzerfreundlicher zu gestalten. Da immer mehr Nutzer per Smartphone Google-Suchen durchführen kommt Google diesen Nutzern hiermit entgegen.

Von den Medien wurde dieses Update als „Mobilegeddon“angekündigt, weil befürchtet wurde, dass mit erheblichen Auswirkungen auf die Suche zu rechnen sei. Einige Webmaster haben trotz der langen Frist bis zum Update im April letzten Jahres die Zeit nicht genutzt, um ihre Website mobil zu optimieren und mussten große Einbußen in Bezug auf ihre Sichtbarkeit in Kauf nehmen. Insgesamt blieben die befürchteten Schwankungen allerdings im Rahmen.

Im Mai 2016 fand ein zweites angekündigtes Mobile Update statt, welches jedoch einen weitaus geringeren Effekt hatte. Mittlerweile sind die meisten Websites mobil optimiert, wie Daniel Furch von Searchmetrics bestätigt und auch auf moz.com vermutet wird.

Dass Google weiterhin die mobile Suche stark gewichtet, zeigt auch die anderthalb Jahre nach Ankündigung im Mai 2018 ausgerollte mobile-first Indexierung. Gestartet wurde laut Google in der ersten Welle bei der Umstellung des Indexes mit Websites, die den Best Practices für die mobile-first Indexierung entsprechen. Alle Websites, die bereits von der Desktop zur mobile-first Indexierung umgestellt wurden, haben in der Google Search Console eine entsprechende Benachrichtigung erhalten.

Hinweis in der Google Search Console, dass für eine Website die Mobile First Indexierung ausgerollt ist

Hinweis in der Google Search Console, dass für eine Website die Mobile First Indexierung ausgerollt ist

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Mobile Update und dem mobile-first Index?

Das Ziel dieser Updates ist es, der stetig wachsenden Anzahl mobil surfender Smartphone Nutzer Suchergebnisse auszuspielen, die besonders benutzerfreundlich sind. Denn generell gilt für das Google Mobile Update: eine mobil optimierte Seite ist nicht nur gut für das Ranking, sondern bringt vor allem dem Nutzer, der eure Seite mit einem Smartphone besucht, viele wertvolle Vorteile und eine bessere Benutzerfreundlichkeit.

Wenn ihr eure mobile Seite noch detaillierter testen möchtet, dann könnt ihr dies mit Hilfe eines Google Tools tun.

Mit dem mobile-first Index wird Google außerdem beginnen, die mobile Version einer Website und deren Inhalte für die Indexierung und das Ranking in den organischen Suchergebnissen zu verwenden. Bisher wurde hierfür primär die Desktop Variante verwendet, um die Relevanz einer Seite für eine bestimmte Suchanfrage zu ermitteln.

Welche Auswirkungen hat das Mobile Update & der mobile-first Index?

Wie von Google angekündigt werden Websites mit responsive Design oder mobile Websites nach dem Update in Smartphone Suchergebnissen besser positioniert. Laut Searchmetrics haben auch Websites, die vom ersten Update betroffen waren, größtenteils nachgebessert und mittlerweile ebenfalls eine mobilfreundliche Seite. Generell ist der Anteil an Websites, die eine mobilfreundliche Seite haben, stark gewachsen. Laut Searchmetrics ist ihr Anteil an von 76% im Mai 2015 auf 98% im Mai 2016 gestiegen.

Wie sich der mobile-first Index theoretisch auswirkt hat Google in seinen Best Practices festgehalten:

Wenn ihr diesen Website Typ habt, passiert folgendes:
Nur Desktop Variante: Eure Website gibt es nur als Desktop Variante und ihr habt keine mobilfreundliche Version Keine Veränderung. Die mobile Version ist die gleiche wie die Desktop Variante.
Responsive Website: Eure Website passt sich der Bildschirmgröße des Nutzers an. Keine Veränderung. Die mobile Version ist die gleiche wie die Desktop Variante.
Kanonische AMP Website: Alle eure Seiten sind als AMP HTML erstellt. Keine Veränderung. Die mobile Version ist die gleiche wie die Desktop Variante.
Separate URLs: Jede Desktop URL hat ein Äquivalent für Nutzer von Mobilgeräten, deren URL allerdings anders lautet. Dieser Seitentyp ist auch als m-dot Website bekannt. Google bevorzugt die mobilen URLs für die Indexierung.
Dynamische Zuordnung: Eure Website bietet Nutzern unterschiedliche Inhalte an, abhängig vom Gerät, über das der Nutzer gekommen ist. Nutzer sehen allerdings alle die gleiche URL. Google bevorzugt den mobil-optimierten Inhalt für die Indexierung.
AMP und nicht-AMP: Eure Website hat sowohl AMP als auch nicht-AMP Versionen für eine Seite. Nutzer sehen zwei unterschiedliche URLs. Google bevorzugt die mobile Version der nicht-AMP URL für die Indexierung.

Wichtig: Solltet ihr also aktuell keine mobile Version eurer Website haben, so wird dennoch eure Desktop Version als Basis für die Indexierung verwendet – hier stellt Google klar, dass ihr nicht komplett aus dem Index verschwindet, weil ihr keine mobile Website habt. Trotzdem geht die Empfehlung deutlich in die Richtung Websites für die mobile Nutzung zu gestalten und auch dementsprechende Inhalte anzubieten.

Positiv ist unter anderem außerdem, dass mit dem mobile-first Index auch endlich Hamburger-Menüs und Accordions, d.h. Elemente, die auf Mobilgeräten erst nach einem Klick mehr Inhalte präsentieren, von Google erkannt werden. Der Inhalt hinter diesen Elementen fließt in die Bewertung einer Seite mit ein, wie Barry Schwartz es zusammenfasst. Bisher hat Google solche „versteckten“ Inhalte häufig nicht richtig auslesen und bewerten können.

RankBrain – Machine Learning im Google Algorithmus

Im Oktober 2015 gab Google bekannt, dass RankBrain bereits seit mehreren Monaten Teil des Algorithmus ist und nach Inhalten und Backlinks als drittwichtigster Rankingfaktor zählt.

onpage.org definiert Machine Learning wie folgt:

Machine Learning (deutsch: maschinelles Lernen) ist ein wichtiger Bereich der Computerwissenschaft und Bestandteil künstlicher Intelligenz. Computerprogramme die auf Machine Learning basieren, können mit Hilfe von Algorithmen eigenständig Lösungen für neue und unbekannte Probleme finden. Maschinelles Lernen kommt auch beim Online-Marketing und bei der Webanalyse zum Einsatz.

Der Unterschied zwischen RankBrain und allen anderen Ranking-Faktoren ist also, dass laut Google Senior Research Scientist Greg Corrado die Erkenntnisse, die die Grundlage der bisherigen Ranking-Faktoren bilden, auf interner Forschung basiert haben und RankBrain diese Erkenntnisse nun auf Basis von Machine Learning selbst gewinnt.

Google-Rank-Brain

Welche Ziele verfolgt Google mit RankBrain?

Generell verfolgt Google mit RankBrain die Absicht Suchanfragen von Nutzern so gut zu analysieren, dass auch Websites unter den Suchergebnissen angezeigt werden, die eventuell nicht dem genauen Wortlaut der Suchanfrage des Nutzers entsprechen. Vor allem bei sehr langen (Longtail-Keywords) oder generischen Suchanfragen soll RankBrain dabei helfen, diese besser zu interpretieren. (Quellen: searchengineland.com und Searchmetrics)

Kurz gefasst ermöglicht RankBrain einen einfacheren Umgang mit neuen oder sehr generischen Suchanfragen, indem es Verknüpfungen zu ähnlichen bekannten Suchanfragen herstellt und lernt, die Suchintention hinter den Suchanfragen des Nutzers basierend auf statistischen Erfahrungswerten besser zu identifizieren. Die Nutzerintention steht hier also wieder einmal im Vordergrund. Mit RankBrain können:

  • Mehrdeutige (generische) Suchanfragen besser interpretiert werden
  • Umgangssprache und Wortneuschöpfungen besser erkannt werden
  • Suchanfragen per Sprachfunktion besser interpretiert werden

Welche Auswirkungen hat RankBrain?

Da RankBrain bei jeder Suchanfrage genutzt wird, beeinflusst es die Rankings von sehr vielen Websites. Google hat bis dato offiziell nur wenige verständliche Beispiele zur genauen Funktion von RankBrain gegeben. Kai Spriestersbach hat jedoch einige gute Beispiele gesammelt. So wurde für die folgende Suchanfrage nach RankBrain ein deutlich sinnvolleres Suchergebnis ausgespielt, als vorher:

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage „Why are PDFs so weak“ vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" nach RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage „Why are PDFs so weak“ nach RankBrain

Auch in Deutschland hilft RankBrain dabei, Suchanfragen besser zuzuordnen wie Kai Spriestersbach zeigt. Wurde vor RankBrain zur Frage „Wer ist abs?“ nur der offensichtlichere Bezug zum Antiblockiersystem (ABS) hergestellt, spielt Google mittlerweile andere relevantere Seiten zu der Suchanfrage in den Suchergebnissen aus, da mit Hilfe von RankBrain erkannt wird, dass bei der Frage „WER ist abs?“ eher nach einer Person, als nach einem System gesucht wird.

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage „Wer ist Abs“ vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" nach RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage „Wer ist Abs“ nach RankBrain

Laut Kai Spriestersbach haben andere Rankingfaktoren, wie Beispielsweise Backlinks und Keywords im Title seit RankBrain an Bedeutung verloren, da Google nun basierend auf maschinell erfassten statistischen Erfahrungswerten in der Lage ist Beziehungen zwischen Suchanfragen herzustellen, die vorher nicht möglich waren. Nutzersignale und die Nutzer-Intention hinter einer Suchanfrage spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Noch mehr Informationen zu Rankbrain findet ihr im Artikel „Künstliche Intelligenz im Einsatz oder: Was ist RankBrain?

Quality Update oder Phantom Update

Immer Mal wieder finden unerwartete und unerklärte Schwankungen in den Suchergebnissen statt, da Google Änderungen im Algorithmus testet und diese nicht wie bei den Panda oder Penguin Updates kommuniziert. Da es keinen offiziellen Namen für derartige Updates gibt, hat sich der Name Phantom Update oder Quality Update entwickelt. Generell scheint es sich bei Updates dieser Art um Änderungen im Kern des Algorithmus zu handeln, die sich laut Google auf die Qualitätssignale des Core Algorithmus beziehen. Die genaue Natur der betroffenen Ranking Signale kommentiert Google jedoch nicht. Martin Mißfeldt vermutet jedoch, dass ein Zusammenhang zwischen dem Phantom Update im Frühjahr 2015 und dem Roll-out von RankBrain besteht. Da der genaue Zeitpunkt des Roll-outs von RankBrain nicht offiziell bestätigt wurde und im Oktober 2015 nur kommuniziert wurde, dass RankBrain bereits seit mehreren Monaten Teil des Algorithmus sei, würde der Zeitpunkt des Phantom Updates im Frühjahr 2015 gut mit dem Roll-out von RankBrain übereinstimmen.

In letzter Zeit wurde vermutet, dass ein weiteres Phantom Update ausgerollt wurde (Searchmetrics und internetworld berichteten darüber). Eine offizielle Bestätigung von Google gab es bisher noch nicht.

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Phantom Update?

Bei den Phantom Updates stehen laut Searchmetrics Qualität und Nutzerintention im Fokus. Hochwertige, relevante und einzigartige Inhalte und eine gute Website Struktur, die es ermöglicht alle Inhalte auch einfach zu erreichen, werden positiv bewertet. Laut der von Google veröffentlichen Quality Rater Guidelines liegt der Fokus bei der Bewertung von Websites vor allem auf dem Grad der Befriedigung der Nutzerintention, wie auch Kai Spriestersbach behauptet. Gerade aus diesem Grund ist eine Vermutung, dass RankBrain und die Quality bzw. Phantom Updates etwas miteinander zu tun haben einleuchtend.

Welche Auswirkungen hat das Phantom Update?

In der Kalenderwoche vom 04.05.2015 bis 11.05.2015 haben Domains weltweit laut Sistrix zwischen 20% und 60% an Sichtbarkeit verloren. Anschließend bestätigte Google eine Änderung des Core Algorithmus vorgenommen zu haben.

Das Update scheint jedoch nicht einen spezifischen Website-Typ zu betreffen, sondern verschiedene Website-Typen. Laut Searchmetrics sind vor allem Nutzersignale ausschlaggebend. Wenn der Inhalt einer Seite thematisch oder strukturell nicht auf die Intention des Nutzers abgestimmt ist, was sich durch negative Nutzersignale auszeichnet, wirkt sich dies langfristig auf die Sichtbarkeit einer Website aus.

Fred Update

Anfang März 2017 gab es erneut große Diskussionen ausgelöst von Barry Schwartz und weiteren bekannten Köpfen der Branche um ein weiteres Update des Kern-Algorithmus, das lange Zeit nicht von offizieller Google Seite bestätigt wurde. Mehr aus Spaß wurde das Update inoffiziell auf den Namen Fred getauft.

Nachdem Fred Ende März von offizieller Seite bestätigt wurde, ist die genaue Wirkungsweise des Updates noch nicht hundertprozentig klar, da auch hier seitens Google nur wenige Informationen preisgegeben werden. Gary Illyes verwies allerdings darauf, dass Seiten, die abgestraft wurden, konkret gegen aktuelle Webmaster Richtlinien verstoßen hätten.

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Fred Update?

Sistrix hat allerdings nach der offiziellen Bestätigung des Updates eine Analyse der Auswirkungen des Fred Updates erstellt und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich hierbei wieder um eine Optimierung der Rankingkriterien handelt, die sich mit der Qualität der Seiteninhalte einer Website beschäftigen. Der Mehrwert der Inhalte für den Nutzer steht hier wieder einmal im Fokus.

Welche Auswirkungen hat das Fred Update?

Laut der Analyse von Sistrix sind vor allem Websites unter den Verlierern, die minderwertige Inhalte anbieten und stark anzeigenlastig sind, sprich viele Werbebanner Above-the-Fold (im direkt sichtbaren Bereich einer Seite) aufweisen. Dies bestätigen auch die Analyseerkenntnisse von Barry Schwartz. Seiten mit stark veraltetem oder sehr dünnem Content, sowie „SEO-Texte“ die mit Keywords überoptimiert wurden, werden mit Hilfe des Fred Updates negativ bewertet. Ebenso verlieren Seiten, deren Hauptziel es ist, viele Nutzer über Google mit minderwertigen Inhalten zu generieren und sich über Affiliate Programme zu monetarisieren, anstatt dem Nutzer einen Mehrwert zu bieten.

Domains, die zuvor bereits von Panda und/oder Penguin Updates betroffen waren, sind auch dieses Mal meist unter den Verlierern anzutreffen und mussten Ranking-Einbußen von 40 bis 100+ Positionen hinnehmen.

User Localization Update – Mehr Relevanz für die lokale Suche

Gegen Ende Oktober 2017 gab Google bekannt, dass es nun nicht mehr möglich sei, gezielt Suchanfragen in spezifischen Google Indexes durch die Eingabe der jeweiligen country code Top Level Domain (ccTLD) durchzuführen. Konnte man vorher noch basierend auf der eingegebenen ccTLD spezifische Suchergebnisse pro Land einsehen, auch wenn man sich physisch nicht in diesem befand, so geht das mittlerweile nicht mehr. Stattdessen wird dem Nutzer per default basierend auf seinem physischen Standort die Suchergebnisse des jeweiligen Google Indexes ausgespielt. Eine manuelle Auswahl des Google Indexes über die Domain-Eingabe funktioniert nicht mehr – sobald ich Google.fr eingebe, wird trotzdem mein Standort in Deutschland erkannt und unten links dargestellt:

Google spielt Suchergebnisse abhängig vom Standort des Nutzers aus

Google spielt Suchergebnisse abhängig vom Standort des Nutzers aus

Von nun an bestimmt also euer physischer Standort den Google Index und die Suchergebnisse. Der Name User Localization Update ist wohl auf Searchmetrics zurückzuführen – Google selbst hat diesem Update keinen konkreten Namen gegeben.

Welche Ziele verfolgt Google mit dem User Localization Update?

Laut Google wird mittlerweile eine von fünf Suchanfragen mit lokalem Bezug durchgeführt – das Update soll also dementsprechend die relevantesten Suchergebnisse pro Nutzer ausspielen und dies auf Basis des physischen Standorts. Das bedeutet konkret, wenn ihr euch in Deutschland auf der Arbeit befindet und dort etwas googelt, werden euch SERPs des deutschen Indexes (Google.de) angezeigt. Seid ihr dann allerdings im Urlaub in Frankreich und sucht dort nach dem Wetter, erhaltet ihr automatisch das relevanteste Suchergebnis, nämlich die Wettervorhersage für euren Standort im französischen Index und nicht für das Wetter bei euch zu Hause in Deutschland. Ziel von Google ist es mit diesem Update, die Relevanz der Suchergebnisse für den Nutzer zu steigern und den jeweiligen individuellen Kontext des Nutzers besser berücksichtigen zu können.

Welche Auswirkungen hat das Localization Update?

Searchmetrics hat zu diesem Thema einen interessanten Artikel verfasst und Experten der Branche zu ihren Meinungen befragt. Folgende Kernaussagen solltet ihr mitnehmen:

  • Die Bewertung von Websites ändert sich nicht, nur das Tracking der Rankings pro Land wird für Toolanbieter in diesem Bereich ggf. eine Herausforderung
  • Globale Portale werden es evtl. in Zukunft schwieriger haben bei lokalen Suchen zu erscheinen, da lokalen Ergebnissen mehr Relevanz zugewiesen wird
  • Das Update bestätigt Best Practices der Branche und ruft zu keinem grundlegenden Strategiewechsel auf
  • Internationale SEO Standards wie hreflang und die regionale Ausrichtung mit Hilfe der Google Search Console ebenso wie die Verwendung der jeweils relevanten Begriffe pro Land und Sprache sollten allerdings noch einmal überprüft werden, sofern ihr diese in eurer internationalen SEO Strategie noch nicht berücksichtigt
  • Zusätzlich unterstützt das Update die Relevanz mobiler Suchanfragen, da diese meist eh sehr häufig einen lokalen Bezug haben laut Searchengineland und Google
  • Das Update verdeutlicht außerdem noch einmal die voranschreitende Ausrichtung auf personalisierte Suchergebnisse für jeden einzelnen Nutzer und seinen individuellen Kontext

Speed Update

Das Page Speed ein wichtiger Rankingfaktor ist, war den meisten von euch wahrscheinlich schon längere Zeit bekannt. Mit dem letzten Speed Update im Juli 2018 hat Google allerdings noch einmal die Wichtigkeit dieses Faktors vor allem für die mobile Suche betont. Laut einer aktuellen Studie von thinkwithGoogle erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mobile Nutzer die besuchte Landingpage direkt wieder verlassen um 90% bei einer Ladezeit von bis zu 5 Sekunden.

Die Ladezeit einer mobilen Seite ist kritisch mit Hinblick auf die Absprungrate

Die Ladezeit einer mobilen Seite ist kritisch mit Hinblick auf die Absprungrate

Welche Ziele verfolgt Google mit dem Page Speed Update?

Zwar war die Ladezeit einer Seite bereits seit längerer Zeit ein wichtiger Rankingfaktor, doch wurde hierbei laut Google bisher nur die Ladezeit der Desktop Version einer Seite berücksichtigt und nicht die der mobilen Version. Mit dem Fokus auf die mobile Suche ist die Anpassung dieses Rankingfaktors auf die mobile Variante einer Seite ein logischer Schluss und zeigt wieder einmal, wie hoch die Suchmaschine mittlerweile mobilen Traffic bewertet.

Welche Auswirkungen hat das Page Speed Update?

Das sogenannte Speed Update wirkt sich laut Google Webmasters nur auf die Seiten aus, die die langsamste Nutzererfahrung aufweisen und betrifft deshalb nur eine geringe Anzahl an Seiten und Suchanfragen. Unabhängig von der Technologie einer Seite wird hier nur auf die Ladezeit selbst geachtet.

Die aktuelle mobile-first Strategie von Google wirkt sich allerdings laut Experteninterviews von Searchmetrics nur auf eine geringe Anzahl an sehr langsamen mobilen Websites aus. Durch die frühe Ankündigung des Updates und die generell recht offene Kommunikation von Google, wenn es um mobile Updates geht, hatten Websitebetreiber ausreichend Zeit, um sich auf die Thematik vorzubereiten.

Um eure eigene Website Performance in Bezug auf Ladezeiten zu überprüfen, gibt es mittlerweile eine Reihe von Tools. Unter anderem gehört dazu Page Speed Insights von Google selbst. Hier könnt ihr ganz einfach die URL der zu analysierenden Seite eingeben und darauf basierend erhaltet ihr ein Reporting für Desktop und Smartphone Performance der Seite inkl. Optimierungsempfehlungen. Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen und sollten grundsätzlich hinterfragt werden.

Ergebnis des Page Speed Insights Tests für eine URL

Ergebnis des Page Speed Insights Tests für eine URL

Fazit

Das letzte Google Update zeigt den aktuellen Trend hin zu mobile-first und betont die Wichtigkeit von mobilem Traffic wieder einmal. Neben mobile Themen fokussiert sich die Suchmaschine immer weiter auf KPIs wie die Relevanz und den Kontext des einzelnen Nutzers.

Zukünftig solltet ihr also neben technischen Aspekten wie der Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und HTTPS Verschlüsselung auch inhaltliche Aspekte berücksichtigen. Hierzu zählen zum Beispiel die Menge der relevanten Informationen im oberen Seitenbereich (Above-the-fold), ein moderates Maß an Werbung auf euren Seiten, sowie relevante Texte mit Informationen, die einen Mehrwert für den Nutzer bieten, basierend auf seiner Suchintention.

Als Faustregel solltet ihr euch merken:

Wer SEO qualitativ hochwertig umsetzt, seriös und transparent arbeitet, Kreativität einbringt und dabei immer den Kontext des Nutzers im Blick behält, der lässt sich von Panda, Penguin, RankBrain, Fred und Co. nicht beeindrucken. Außerdem solltet ihr eure mobilen Nutzer nicht außer Acht lassen und sicherstellen, dass eure Website auch mobil eine gute Usability aufweist, relevante Inhalte präsentiert und gut performt.

 

Bildnachweis: Einige der verwendeten Bilder stammen von stramark.

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