Google Updates – Die wichtigsten Änderungen am Google-Algorithmus

von Christian Vollmert | Juli 7, 2026 | SEO

Google verändert seine Suchalgorithmen kontinuierlich. Während Updates wie Panda, Penguin und Hummingbird die Google-Suche nachhaltig geprägt haben, sorgen heute vor allem regelmäßige Core Updates für Veränderungen in den Suchergebnissen. Für Website-Betreiber und SEOs ist deshalb entscheidend, die Auswirkungen dieser Updates richtig einzuordnen.

In diesem Artikel geben wir euch einen Überblick über die wichtigsten Google Updates, erklären ihre Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung und zeigen, wie sich Googles Ranking-Systeme bis 2026 weiterentwickelt haben.

Aktuelle Google Core Updates: Die wichtigsten Entwicklungen

Google veröffentlicht regelmäßig sogenannte Core Updates. Dabei handelt es sich um umfassendere Anpassungen an den zentralen Ranking-Systemen der Google-Suche. Ziel ist es, Suchergebnisse besser nach ihrer Relevanz und Qualität zu bewerten. Für Websites können diese Änderungen sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die organische Sichtbarkeit haben.

Anders als bei gezielten Spam Updates bedeutet ein Rankingverlust nach einem Core Update nicht automatisch, dass eine Website gegen Googles Richtlinien verstößt. Häufig verändert sich die Bewertung von Inhalten im Verhältnis zu anderen Suchergebnissen. Deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell einzelne Seiten zu verändern, sondern zunächst die betroffenen Suchanfragen, Rankings und Inhalte zu analysieren.

In den Jahren 2024, 2025 und 2026 hat Google bis Anfang Oktober insgesamt neun Core Updates veröffentlicht. Die jeweiligen Rollout-Zeiträume dokumentiert Google im Google Search Status Dashboard.

Google Core Updates 2026

Mai 2026 Core Update: Am 21. Mai 2026 startete Google ein weiteres Core Update, dessen Rollout Anfang Juni abgeschlossen wurde. Wie bei anderen Core Updates ging es um umfassende Anpassungen der zentralen Ranking-Systeme. Einen einzelnen thematischen Schwerpunkt hat Google dafür nicht ausgewiesen.

März 2026 Core Update: Das Core Update vom 27. März 2026 wurde im April abgeschlossen. Auch hier handelte es sich um eine breitere Aktualisierung der Ranking-Systeme.

Google Core Updates 2025

Dezember 2025 Core Update: Das am 11. Dezember gestartete Update lief bis Ende Dezember. Google veröffentlichte keinen gesonderten Schwerpunkt, aus dem sich konkrete Optimierungsmaßnahmen für alle Websites ableiten ließen.

Juni 2025 Core Update: Am 30. Juni 2025 begann ein weiteres Core Update, das Mitte Juli abgeschlossen wurde. Es betraf die zentralen Ranking-Systeme der Google-Suche.

März 2025 Core Update: Das erste Core Update des Jahres startete am 13. März und endete noch im selben Monat. Auch für dieses Update nannte Google keinen einzelnen Ranking-Faktor als Ursache möglicher Veränderungen.

Google Core Updates 2024

Dezember 2024 Core Update: Am 12. Dezember startete Google ein weiteres Core Update, das nach rund sechs Tagen abgeschlossen war. Bemerkenswert war vor allem der kurze Abstand zum vorherigen Update im November. Das zeigt, dass größere Änderungen an Googles Ranking-Systemen auch innerhalb weniger Wochen aufeinanderfolgen können.

November 2024 Core Update: Das am 11. November gestartete Core Update wurde Anfang Dezember abgeschlossen. Google machte keine konkreten Angaben zu einzelnen Ranking-Faktoren, die besonders betroffen waren.

August 2024 Core Update: Das Core Update vom 15. August sollte laut Google verstärkt Inhalte berücksichtigen, die Nutzern tatsächlich weiterhelfen. Google erklärte außerdem, dass nützliche und originelle Inhalte kleinerer oder unabhängiger Websites besser berücksichtigt werden sollten. Das Update zielte darauf ab, Verbesserungen an bestehenden Websites zuverlässiger zu erkennen.

März 2024 Core Update: Das am 5. März gestartete Update war umfangreicher als viele vorherige Core Updates. Google nahm Änderungen an mehreren zentralen Ranking-Systemen vor, um hilfreiche Inhalte besser zu erkennen und weniger nützliche oder wenig originelle Inhalte in den Suchergebnissen zu reduzieren. Die Bewertung hilfreicher Inhalte wurde dabei stärker in die zentralen Ranking-Systeme integriert. Parallel kündigte Google neue Spam-Richtlinien an, unter anderem gegen den Missbrauch abgelaufener Domains, massenhaft erstellte manipulative Inhalte und den Missbrauch der Reputation etablierter Websites. Das parallel veröffentlichte Spam Update war jedoch eine separate Aktualisierung.

Was bedeuten die Core Updates für eure SEO-Strategie?

Core Updates zeigen, dass erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung nicht auf einzelne Ranking-Faktoren reduziert werden kann. Entscheidend ist, ob eure Inhalte die Fragen und Bedürfnisse der Nutzer erfüllen, zuverlässig aufbereitet sind und gegenüber anderen Suchergebnissen einen nachvollziehbaren Mehrwert bieten. Ein Rankingverlust bedeutet dabei nicht automatisch, dass eure Website gegen Googles Richtlinien verstößt. Auch lassen sich aus einem Core Update ohne ausdrücklich genannten Schwerpunkt keine allgemeingültigen Optimierungsmaßnahmen ableiten.

Wenn eure Rankings nach einem Core Update zurückgehen, solltet ihr zunächst die Entwicklung in der Google Search Console prüfen. Vergleicht dabei Klicks, Impressionen und durchschnittliche Positionen sowie die betroffenen Suchanfragen und Seiten. Bewertet die Veränderungen möglichst nach Abschluss des Rollouts und berücksichtigt einen ausreichend langen Vergleichszeitraum, statt einzelne Tage isoliert zu betrachten.

Prüft anschließend, ob sich die Suchintention verändert hat, welche Inhalte inzwischen besser ranken und ob eure eigenen Seiten noch vollständig, aktuell und fachlich zuverlässig sind. Vergleicht dabei auch die Qualität und den Mehrwert der konkurrierenden Suchergebnisse. Nicht jede Schwankung erfordert eine sofortige Überarbeitung. Vor allem bei größeren Sichtbarkeitsverlusten lohnt sich eine gezielte Analyse statt pauschaler Änderungen an vielen URLs.

Eine Anleitung zur Auswertung findet ihr in unserem Beitrag zur Content Analyse mit Google Analytics und der Google Search Console. Wie ihr bestehende Inhalte anschließend verbessert, zeigen wir euch im Artikel zur Content Optimierung.

Core Updates sind dabei keine völlig neue Entwicklung. Google hat bereits mit früheren Algorithmus-Änderungen begonnen, die Qualität von Inhalten, die Interpretation von Suchanfragen und die Nutzerfreundlichkeit stärker zu berücksichtigen.

Google Updates: Was ist ein Update und was ein Data Refresh?

Die Begriffe Algorithmus-Update und Data Refresh stammen aus einer Zeit, in der Google einzelne Ranking-Systeme wie Panda oder Penguin in größeren Abständen aktualisierte. Bei einem Algorithmus-Update wurden Änderungen an der Funktionsweise eines Systems vorgenommen. Ein Data Refresh bezeichnete dagegen die Aktualisierung der Daten, auf deren Grundlage ein bereits bestehendes System arbeitete.

Diese Unterscheidung war besonders für die frühen Panda- und Penguin-Updates relevant. Heute entwickelt Google viele seiner Ranking-Systeme kontinuierlich weiter. Deshalb lassen sich moderne Core Updates nicht mehr sinnvoll mit dem früheren Bild einzelner Filter und gelegentlicher Datenaktualisierungen erklären. Auch die Annahme, ein Update müsse grundsätzlich größere Rankingauswirkungen haben als ein Data Refresh, ist zu pauschal.

Wie sich Googles Ranking-Systeme über die Jahre verändert haben, zeigen die historischen Algorithmus-Updates. Von Panda und Penguin bis BERT lässt sich nachvollziehen, wie Google die Bewertung von Inhalten, den Umgang mit manipulativen Methoden und das Verständnis von Suchanfragen weiterentwickelt hat. Einen ergänzenden Überblick bietet die Update-Chronik von Sistrix.

Historische Google Updates: Von Panda und Penguin bis BERT

Die folgenden Google Updates haben die Entwicklung der Suchmaschine seit 2011 maßgeblich geprägt. Einige der damals eigenständigen Systeme wurden später in Googles zentrale Ranking-Systeme integriert. Andere Veränderungen haben dazu beigetragen, Suchanfragen besser zu verstehen oder die mobile Nutzerfreundlichkeit stärker zu berücksichtigen. Wir stellen die wichtigsten Updates in chronologischer Reihenfolge vor.

Panda Update (2011)

Das Panda Update wurde im Februar 2011 erstmals eingeführt und zählt zu den bekanntesten Änderungen am Google-Suchalgorithmus. Ziel war es, Websites mit wenig hilfreichen oder qualitativ schwachen Inhalten in den Suchergebnissen weniger stark zu berücksichtigen und hochwertige Inhalte besser sichtbar zu machen.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Google mehrere Aktualisierungen, darunter Panda 4.0 und 4.1 im Jahr 2014. Diese führten teilweise zu deutlichen Veränderungen in der organischen Sichtbarkeit. Im Jahr 2015 wurde Panda in Googles zentrale Ranking-Systeme integriert und wird seitdem nicht mehr als eigenständiges Update ausgerollt.Google-Panda-updateWelche Auswirkungen hatte das Panda Update? Nach damaligen Analysen von Searchmetrics verzeichneten beim Panda Update 4.1 unter anderem größere Websites wie HRS.de und Nokia.com Sichtbarkeitsverluste. Gleichzeitig konnten kleinere und mittlere Websites mit hochwertigen Inhalten an Sichtbarkeit gewinnen. Die Veränderungen verdeutlichten, dass die inhaltliche Qualität einer Website für ihre Bewertung in der Google-Suche eine wichtige Rolle spielt. Insbesondere wenig hilfreiche, übernommene oder überwiegend für Suchmaschinen erstellte Inhalte konnten dadurch an Sichtbarkeit verlieren.

Penguin Update (2012)

Das Penguin Update wurde erstmalig im April 2012 ausgerollt. Es handelt sich dabei um einen weiteren Qualitätsfilter von Google, bei dem vor allem die Identifizierung manipulativer Linkpraktiken und unnatürlicher Backlinkmuster im Mittelpunkt steht.

Seit dem Penguin Update 4.0 ist der Qualitätsfilter Bestandteil des Core-Algorithmus. Seit September 2016 arbeitet Penguin kontinuierlicher und berücksichtigt Spam-Signale gezielter auf URL-Ebene, statt grundsätzlich ganze Websites abzuwerten. Unnatürliche Links können dabei in ihrer Wirkung entwertet werden, ohne dass zwangsläufig eine Abstrafung der gesamten Website erfolgt.

Welche Auswirkungen hat das Penguin Update? Google ist inzwischen deutlich besser darin geworden, unnatürliche Backlinkmuster zu erkennen. Tipps zu nachhaltigem Linkbuilding findet ihr beim OMT. Als Penguin noch in größeren Abständen ausgerollt wurde, ließen sich die Auswirkungen einzelner Aktualisierungen häufig anhand deutlicher Sichtbarkeitsveränderungen erkennen.

Da Penguin seit 2016 kontinuierlicher arbeitet, sind einzelne Auswirkungen heute weniger eindeutig einem bestimmten Update zuzuordnen. Gleichzeitig müssen betroffene Websites nicht mehr auf einen gesonderten Penguin-Rollout warten, bis Google Veränderungen an ihren Links berücksichtigen kann. Verstöße gegen Googles Spam-Richtlinien können unabhängig davon weitere Maßnahmen nach sich ziehen.

Hummingbird Update – ein neuer Google Algorithmus (2013)

Im Jahr 2013 führte Google mit Hummingbird eine grundlegende Überarbeitung seines Suchalgorithmus ein. Die Änderung wurde im September 2013 anlässlich des 15. Geburtstags der Google-Suche bekannt gegeben und war bereits zuvor eingeführt worden. Anders als bei Panda oder Penguin ging es nicht vorrangig darum, bestimmte Qualitätsprobleme von Websites zu erkennen. Hummingbird sollte Google dabei helfen, die Bedeutung vollständiger Suchanfragen besser zu verstehen.

Bis dahin orientierte sich die Interpretation von Suchanfragen stärker an einzelnen Begriffen. Mit Hummingbird konnte Google verstärkt berücksichtigen, wie Wörter innerhalb einer Anfrage zusammenhängen und welche Absicht hinter einer Formulierung steht. Damit wurde die semantische Suche weiterentwickelt: Nicht allein die Übereinstimmung einzelner Keywords war entscheidend, sondern auch der inhaltliche Zusammenhang einer Suchanfrage.

Das war besonders bei längeren, natürlich formulierten Fragen relevant. Wer beispielsweise nach „Wird es heute regnen?“ sucht, erwartet keine allgemeine Erklärung zum Thema Regen, sondern eine Wettervorhersage für den jeweiligen Standort. Bei der Anfrage „Zeige mir Bilder vom Kölner Dom“ steht dagegen die Suche nach Bildern eines bestimmten Bauwerks im Vordergrund. Die folgenden historischen Screenshots veranschaulichen solche Suchanfragen:

Suchergebnis zur Suchanfrage "Wird es heute regnen?"

Suchergebnis zur Suchanfrage "Wird es heute regnen?"

Suchergebnis zur Suchanfrage: "Zeige mir Bilder vom Kölner Dom"

Suchergebnis zur Suchanfrage: "Zeige mir Bilder vom Kölner Dom"

Hummingbird war auch für die Weiterentwicklung der Sprachsuche relevant. Gesprochene Suchanfragen werden häufig als vollständige Fragen formuliert und enthalten mehr sprachlichen Kontext als kurze Keyword-Kombinationen. Nach damaligen Angaben von Google betraf die Einführung von Hummingbird rund 90 % aller Suchanfragen. Das bedeutete allerdings nicht, dass sich bei ebenso vielen Anfragen die Rankings sichtbar veränderten.

Welche Auswirkungen hatte das Hummingbird Update? Hummingbird markierte einen wichtigen Schritt weg von der rein wortbasierten Interpretation hin zu einem besseren Verständnis der Suchintention. Dadurch konnte Google auch dann passende Ergebnisse finden, wenn die Formulierung einer Suchanfrage nicht exakt mit den Begriffen auf einer Website übereinstimmte.

Für die Suchmaschinenoptimierung wurde damit deutlicher, dass Inhalte nicht ausschließlich auf einzelne Keywords ausgerichtet sein sollten. Wichtig ist vielmehr, ein Thema verständlich und in seinem Zusammenhang zu behandeln. Ergänzend können strukturierte Daten dabei helfen, Informationen auf einer Website für Suchmaschinen eindeutig zu kennzeichnen. Sie sind allerdings keine spezielle Optimierungsmaßnahme für Hummingbird.

Google Mobile Update & Mobile-First-Index (2015)

Im Februar 2015 kündigte Google ein Mobile Update für den 21. April 2015 an und leitete damit eine wichtige Entwicklung ein, um die mobile Suche benutzerfreundlicher zu gestalten. Da immer mehr Nutzer über Smartphones auf die Google-Suche zugriffen, sollten in den mobilen Suchergebnissen bevorzugt Websites erscheinen, die für die Nutzung auf Mobilgeräten optimiert waren.

In den Medien wurde das Update als „Mobilegeddon“ bezeichnet, da erhebliche Veränderungen in den mobilen Suchergebnissen befürchtet wurden. Tatsächlich zeigten sich bei einzelnen Websites deutliche Sichtbarkeitsverluste, während die Auswirkungen insgesamt geringer ausfielen als zunächst erwartet. Im Mai 2016 folgte ein zweites angekündigtes Mobile Update, mit dem Google die Bedeutung mobilfreundlicher Websites weiter stärkte.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einführung der Mobile-First-Indexierung. Bereits 2016 begann Google mit ersten Tests, bevor im März 2018 der schrittweise Rollout der Mobile-First-Indexierung startete. Während Google zuvor hauptsächlich die Desktop-Version einer Website für die Indexierung und Bewertung heranzog, rückten nun die Inhalte der mobilen Version in den Mittelpunkt.

Im Oktober 2023 erklärte Google die Umstellung auf Mobile-First-Indexierung für weitgehend abgeschlossen. Im Juli 2024 folgte der letzte Schritt: Seitdem verwendet Google für das reguläre Crawling und die Indexierung der Google-Suche den Smartphone-Googlebot. Inhalte, die auf mobilen Geräten überhaupt nicht zugänglich sind, können dadurch nicht mehr indexiert werden.

Welche Auswirkungen haben das Mobile Update und die Mobile-First-Indexierung? Das Mobile Update von 2015 machte die Mobilfreundlichkeit zu einem wichtigen Kriterium für die mobilen Suchergebnisse. Die Mobile-First-Indexierung veränderte dagegen vor allem die technische Grundlage, auf der Google Website-Inhalte erfasst und bewertet. Sie bedeutet nicht automatisch, dass eine responsive Website bessere Rankings erhält.

Für die Suchmaschinenoptimierung ist heute entscheidend, dass die mobile Version einer Website dieselben wesentlichen Inhalte wie die Desktop-Version bereitstellt. Das betrifft nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Videos, Überschriften, Metadaten, strukturierte Daten und interne Links. Fehlen wichtige Informationen auf mobilen Seiten, kann Google diese bei der Indexierung möglicherweise nicht berücksichtigen.

Inhalte in Akkordeons oder Tabs sind dabei grundsätzlich kein Problem. Solche Elemente können die mobile Nutzerfreundlichkeit verbessern, indem sie längere Inhalte übersichtlich darstellen. Wichtig ist allerdings, dass die Inhalte für Google zugänglich sind und nicht erst durch eine Nutzerinteraktion nachgeladen werden müssen.

Um die mobile Darstellung eurer Website zu überprüfen, könnt ihr beispielsweise die Entwicklertools von Chrome oder Google Lighthouse verwenden. Mit der URL-Prüfung in der Google Search Console lässt sich außerdem kontrollieren, ob Google wichtige Seiten crawlen und indexieren kann. Den früheren Mobile-Friendly Test hat Google Ende 2023 eingestellt.

Weitere technische Empfehlungen findet ihr in Googles Best Practices für mobile Websites und die Mobile-First-Indexierung.

RankBrain – Machine Learning im Google Algorithmus (2015)

Im Oktober 2015 gab Google bekannt, dass RankBrain bereits seit mehreren Monaten in der Google-Suche eingesetzt wurde. Das System stellte einen weiteren Entwicklungsschritt dar, weil Google damit maschinelles Lernen (Machine Learning) stärker für die Verarbeitung und Einordnung von Suchanfragen nutzte.

Beim maschinellen Lernen erkennen Computersysteme anhand von Daten Muster und Zusammenhänge, ohne dass jede mögliche Regel ausdrücklich programmiert werden muss. RankBrain hilft Google insbesondere dabei, Beziehungen zwischen Begriffen und Konzepten zu erkennen. So können auch ungewöhnliche oder bisher unbekannte Suchanfragen mit bereits bekannten Bedeutungen und Suchmustern in Verbindung gebracht werden.

Während Hummingbird die Interpretation vollständiger Suchanfragen weiterentwickelte, ergänzte RankBrain diese Fähigkeiten um Verfahren des maschinellen Lernens. Das System kann dadurch Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Formulierungen erkennen, selbst wenn Suchanfrage und relevante Inhalte nicht dieselben Wörter verwenden.Google-Rank-Brain

Der damalige Google-Forscher Greg Corrado erläuterte, dass RankBrain unter anderem dazu beiträgt, bislang unbekannte Suchanfragen besser zu interpretieren. Bei seiner Bekanntgabe wurde RankBrain von Google als eines der drei wichtigsten Ranking-Signale bezeichnet. Diese Aussage beschreibt die damalige Einordnung und sollte nicht als aktuelle Rangfolge der Google-Rankingfaktoren verstanden werden.

Welche Auswirkungen hatte RankBrain? Die Technologie unterstützte Google dabei, die Bedeutung ungewöhnlicher oder mehrdeutiger Suchanfragen besser einzuordnen. Die folgenden historischen Screenshots zeigen Beispiele aus der Zeit der Einführung. Sie veranschaulichen Veränderungen in den Suchergebnissen, belegen aber nicht, dass jede einzelne Veränderung ausschließlich durch RankBrain verursacht wurde.

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" nach RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Why are PDFs so weak" nach RankBrain

Auch bei deutschsprachigen Suchanfragen kann die Erkennung von Zusammenhängen entscheidend sein. Ein historisches Beispiel ist die Frage „Wer ist abs?“. Die Abkürzung ABS wird häufig mit dem Antiblockiersystem in Verbindung gebracht. Die Formulierung „Wer ist ...?“ deutet dagegen darauf hin, dass möglicherweise nach einer Person gesucht wird. Solche Unterschiede zeigen, warum die Interpretation einer Suchanfrage über die bloße Erkennung einzelner Begriffe hinausgehen muss.

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" vor RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" nach RankBrain

Suchergebnisse zur Suchanfrage "Wer ist Abs" nach RankBrain

Für die Suchmaschinenoptimierung verdeutlichte RankBrain vor allem, dass Google inhaltliche Beziehungen zwischen Begriffen und Konzepten zunehmend besser erkennen konnte. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass klassische Ranking-Signale wie Backlinks oder Seitentitel grundsätzlich an Bedeutung verloren haben. Auch gibt es keine spezielle technische Maßnahme, mit der sich eine Website unmittelbar für RankBrain optimieren lässt.

Quality Update oder Phantom Update (2015)

Auch 2015 kam es mehrfach zu unerwarteten Schwankungen in den Google-Suchergebnissen. Nicht jede Änderung am Suchalgorithmus wurde damals offiziell angekündigt oder ausführlich erklärt. Besonders im Mai 2015 beobachtete die SEO-Branche deutliche Veränderungen in der organischen Sichtbarkeit zahlreicher Websites. Da Google zunächst keine genaueren Informationen veröffentlichte, wurde die Änderung in der Branche als Phantom Update bezeichnet.

Google bestätigte später, dass Anpassungen an den Qualitätssignalen des zentralen Suchalgorithmus vorgenommen worden waren. Anders als bei Panda oder Penguin ließ sich das Update jedoch nicht eindeutig einem einzelnen Spam-Muster oder einer bestimmten Website-Kategorie zuordnen. Auch im weiteren Verlauf der Jahre 2015 und 2016 wurden größere Rankingveränderungen beobachtet, die Branchenanalysten teilweise als weitere Phantom Updates einordneten. Diese Bezeichnungen waren allerdings nicht offiziell von Google bestätigt.

Im Mittelpunkt der damaligen Analysen standen vor allem die inhaltliche Qualität, die Relevanz für die Suchintention und die Nutzerfreundlichkeit einer Website. Dabei wurde vermutet, dass Seiten mit wenig hilfreichen Inhalten, einer unübersichtlichen Struktur oder einer unzureichenden Beantwortung der Suchanfrage an Sichtbarkeit verlieren konnten. Welche konkreten Signale Google bei den einzelnen Änderungen berücksichtigte, wurde jedoch nicht vollständig offengelegt.

Welche Auswirkungen hatte das Phantom Update? Nach damaligen Analysen von Sistrix verloren einzelne betroffene Domains im Mai 2015 erheblich an Sichtbarkeit. Die Auswirkungen verteilten sich auf unterschiedliche Website-Typen und Branchen. Daraus ließ sich kein einheitliches Muster ableiten, das sämtliche Rankingverluste erklärte. Googles Search Quality Rater Guidelines zeigen, welche Kriterien bei der Beurteilung hilfreicher und vertrauenswürdiger Suchergebnisse eine Rolle spielen. Die Richtlinien dienen der Qualitätsbewertung der Google-Suche und sollten nicht als Liste unmittelbar wirksamer Rankingfaktoren verstanden werden.

Fred Update (2017)

Anfang März 2017 sorgten erneut größere Schwankungen in den Google-Suchergebnissen für Diskussionen in der SEO-Branche. Unter anderem berichtete Barry Schwartz über die beobachteten Rankingveränderungen. Die Bezeichnung Fred Update entstand zunächst als inoffizieller Name für die vermutete Algorithmusänderung.

Google bestätigte später, dass Änderungen an seinen Suchsystemen vorgenommen worden waren, veröffentlichte jedoch keine detaillierte Beschreibung eines eigenständigen Fred-Algorithmus. In der damaligen Diskussion verwies Google darauf, dass Websites grundsätzlich die geltenden Qualitäts- und Spam-Richtlinien beachten sollten. Die heutigen Anforderungen sind in den Google Search Essentials dokumentiert.

Branchenanalysen deuteten darauf hin, dass insbesondere Websites mit wenig hilfreichen Inhalten und einer starken Ausrichtung auf Werbung oder Affiliate-Einnahmen von Sichtbarkeitsverlusten betroffen waren. Nach einer Analyse von Sistrix zu den Auswirkungen des Fred Updates wiesen viele der untersuchten Verliererseiten eine Kombination aus geringer inhaltlicher Qualität und umfangreichen Werbeeinbindungen auf.

Welche Auswirkungen hatte das Fred Update? Die damaligen Untersuchungen zeigten Rankingverluste bei Websites, deren Inhalte den Suchenden nur einen begrenzten Mehrwert boten. Dazu gehörten beispielsweise Seiten mit sehr kurzen oder oberflächlichen Texten, übermäßiger Keyword-Verwendung oder auffällig vielen Werbeanzeigen im direkt sichtbaren Bereich. Auch Barry Schwartz berichtete über entsprechende Beobachtungen.

Allerdings handelte es sich dabei um Beobachtungen aus der SEO-Branche und nicht um eine vollständige offizielle Beschreibung des Updates. Daraus lässt sich insbesondere nicht ableiten, dass Affiliate-Links oder Werbung grundsätzlich zu schlechteren Rankings führen. Entscheidend ist vielmehr, ob eine Seite ihren eigentlichen Zweck erfüllt und den Nutzern hilfreiche, vertrauenswürdige Inhalte bietet.

Für die heutige Suchmaschinenoptimierung bleibt deshalb relevant, Inhalte mit erkennbarem Mehrwert bereitzustellen und Werbung so einzubinden, dass sie die Nutzung der Website nicht unangemessen beeinträchtigt. Googles Empfehlungen zum Erstellen hilfreicher, zuverlässiger und nutzerorientierter Inhalte bieten dafür eine aktuelle Orientierung.

User Localization Update – Mehr Relevanz für die lokale Suche (2017)

Ende Oktober 2017 gab Google bekannt, dass die länderspezifische Version der Google-Suche künftig nicht mehr allein über die verwendete Domain ausgewählt wird. Zuvor konnten Nutzer beispielsweise über google.de oder google.fr gezielt die jeweilige Länderversion der Suche aufrufen. Mit der Änderung orientierte sich Google bei der Auswahl des Länder-Suchdienstes standardmäßig stärker am Standort des Nutzers.

Wer sich beispielsweise in Deutschland befindet, erhält standardmäßig die für Deutschland vorgesehene Google-Suche. Bei einem Aufenthalt in Frankreich wird dagegen die französische Länderversion verwendet. Die Auswahl lässt sich weiterhin über die Sucheinstellungen anpassen. Ziel der Änderung war es, lokal relevantere Suchergebnisse bereitzustellen und den örtlichen Kontext der Suchanfrage besser zu berücksichtigen.

Dabei ist wichtig, dass der physische Standort nicht allein bestimmt, welche Suchergebnisse angezeigt werden. Auch die Suchanfrage, die Sprache und weitere Kontextsignale beeinflussen die Ergebnisse. Die Bezeichnung User Localization Update wurde in der SEO-Branche geprägt. Google selbst führte die Änderung nicht unter diesem offiziellen Update-Namen.

Welche Auswirkungen hat das Localization Update? Die Änderung betraf vor allem die Auswahl der länderspezifischen Google-Suche und bedeutete nicht automatisch eine Neubewertung sämtlicher Websites. Für SEO-Tools und Unternehmen mit internationaler Ausrichtung wurde es jedoch wichtiger, Rankings unter Berücksichtigung des jeweiligen Ziellandes und Standorts zu analysieren.

Für international ausgerichtete Websites bleibt entscheidend, dass Inhalte sprachlich und regional zur jeweiligen Zielgruppe passen. Dazu gehören die Verwendung landestypischer Begriffe, eine passende Seitenstruktur und die korrekte Kennzeichnung verschiedener Sprach- und Länderversionen. In unserem Artikel über SEO für internationale Websites findet ihr weitere Grundlagen. Mit hreflang-Tags könnt ihr Google außerdem mitteilen, welche Sprach- und Regionsvarianten einer Seite existieren.

Auch bei mobilen Suchanfragen spielt der Standort häufig eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Suche nach Geschäften, Dienstleistungen oder Veranstaltungen in der Nähe. Eine durchdachte SEO-Strategie sollte deshalb berücksichtigen, für welche Länder, Sprachen und lokalen Suchintentionen eure Inhalte relevant sein sollen.

Speed Update (2018)

Dass die Ladegeschwindigkeit einer Website für die Nutzerfreundlichkeit wichtig ist, war bereits vor 2018 bekannt. Mit dem Speed Update im Juli 2018 berücksichtigte Google die Ladegeschwindigkeit erstmals ausdrücklich auch als Ranking-Signal für die mobile Suche. Zuvor wurde die Seitengeschwindigkeit bereits für Desktop-Suchanfragen berücksichtigt. Besonders langsame mobile Seiten konnten durch das Update Nachteile in den Suchergebnissen erfahren.

Die Ladezeit einer mobilen Seite ist kritisch mit Hinblick auf die Absprungrate

Die Ladezeit einer mobilen Seite ist kritisch mit Hinblick auf die Absprungrate

Welche Auswirkungen hatte das Speed Update? Laut Google betraf das Update vor allem Seiten mit einer besonders langsamen Nutzererfahrung und damit nur einen vergleichsweise kleinen Anteil der Suchanfragen. Dabei spielte es keine Rolle, mit welcher Technologie eine Website erstellt wurde. Die Relevanz der Inhalte blieb weiterhin entscheidend: Auch eine langsam ladende Seite konnte gute Rankings erzielen, wenn sie die Suchintention besonders gut erfüllte.

Für Websitebetreiber wurde es damit noch wichtiger, die Ladeleistung ihrer mobilen Seiten regelmäßig zu überprüfen. Heute könnt ihr dafür unter anderem PageSpeed Insights verwenden. Das Tool analysiert die Performance einzelner URLs für Mobilgeräte und Desktop-Computer und liefert Hinweise auf mögliche Verbesserungen.

Neben der reinen Ladegeschwindigkeit betrachtet Google inzwischen weitere Aspekte der Nutzererfahrung. Eine wichtige Grundlage bilden die Core Web Vitals. Dazu gehören der Largest Contentful Paint (LCP) für die Ladeleistung, Interaction to Next Paint (INP) für die Reaktionsfähigkeit und Cumulative Layout Shift (CLS) für die visuelle Stabilität. INP hat im März 2024 den früheren Messwert First Input Delay (FID) ersetzt.

In der Google Search Console findet ihr dafür heute den Core Web Vitals-Bericht. Er zeigt auf Grundlage tatsächlicher Nutzungsdaten, welche URL-Gruppen gute Werte erreichen und wo Optimierungsbedarf besteht. Gute Core Web Vitals sind allerdings keine Garantie für bessere Rankings. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus hilfreichen Inhalten, technischer Zugänglichkeit und einer guten Nutzererfahrung.

Weitere Informationen zu den Core Web Vitals stellt Google in seiner Dokumentation bereit.

Medic Update I & II (2018)

Anfang August 2018 rollte Google weltweit ein großes Core-Algorithmus-Update aus, das auffallend viele Websites aus dem Gesundheitsbereich betraf. Aus diesem Grund prägte der SEO-Experte Barry Schwartz den Begriff Medic Update. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen offiziellen Update-Namen von Google.

Die Auswirkungen beschränkten sich nicht ausschließlich auf Gesundheitsseiten. Auch Websites aus den Bereichen Finanzen, Fitness und Wellness verzeichneten teilweise deutliche Veränderungen ihrer organischen Sichtbarkeit. Viele dieser Angebote gehören zu den sogenannten YMYL-Themen (Your Money or Your Life). Damit bezeichnet Google Inhalte, die sich wesentlich auf die Gesundheit, finanzielle Stabilität oder Sicherheit von Menschen auswirken können.

Google bestätigte das Core Update, veröffentlichte jedoch keine detaillierte Erklärung zu den einzelnen Rankingveränderungen. Dass insbesondere viele Gesundheits- und Finanzseiten betroffen waren, bedeutete deshalb nicht zwangsläufig, dass Google diese Branchen gezielt neu bewertete. Vielmehr handelte es sich um eine umfassendere Anpassung der Ranking-Systeme, deren Auswirkungen in bestimmten Themenbereichen besonders deutlich sichtbar wurden.

Anfang Oktober 2018 beobachtete die SEO-Branche weitere Rankingveränderungen, die teilweise als Medic Update II bezeichnet wurden. Einige Websites konnten zuvor verlorene Sichtbarkeit zurückgewinnen, während andere weitere Veränderungen verzeichneten. Ob es sich dabei um eine gezielte Nachbesserung des August-Updates handelte, wurde von Google nicht bestätigt.

Auch damals verwies Google auf die Bedeutung hilfreicher und qualitativ hochwertiger Inhalte. Der folgende Screenshot dokumentiert eine entsprechende historische Mitteilung von Google SearchLiaison:

Quelle: https://twitter.com/searchliaison/status/1050447185177800704

Historische Mitteilung von Google SearchLiaison zu Core Updates Historische Mitteilung von Google SearchLiaison aus dem Jahr 2018. Quelle: Google SearchLiaison

Welche Auswirkungen hatten die Medic Updates? Die damaligen Rankingveränderungen führten in der SEO-Branche zu einer intensiven Diskussion über die Vertrauenswürdigkeit und fachliche Qualität von Websites. Besonders bei sensiblen YMYL-Themen ist es wichtig, dass Informationen zuverlässig, nachvollziehbar und fachlich fundiert sind.

In diesem Zusammenhang gewann das Konzept E-A-T (Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness) an Aufmerksamkeit. Google hat dieses Konzept inzwischen um den Aspekt Experience (Erfahrung) zu E-E-A-T erweitert. Dabei stehen Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit im Mittelpunkt. Weitere Hintergründe findet ihr in unserem Artikel zum E-E-A-T-Konzept und seiner Bedeutung für SEO.

Wichtig ist allerdings, dass E-E-A-T kein einzelner Rankingfaktor und kein messbarer Google-Score ist. Die Begriffe stammen aus Googles Search Quality Rater Guidelines, mit denen menschliche Qualitätsprüfer Suchergebnisse beurteilen. Deren Bewertungen beeinflussen nicht unmittelbar die Rankings einzelner Websites. Die Richtlinien helfen vielmehr dabei, die Qualität der Google-Suche insgesamt zu bewerten.

Für Websites mit sensiblen Inhalten bedeutet das, dass Informationen möglichst von fachlich qualifizierten Personen erstellt oder überprüft werden sollten. Transparente Autorenangaben, nachvollziehbare Quellen, regelmäßige Aktualisierungen und klare Informationen über den Websitebetreiber können dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen. Besonders bei medizinischen oder finanziellen Themen sollten Aussagen sorgfältig geprüft und bei Bedarf durch verlässliche Fachquellen belegt werden.

Die Medic Updates verdeutlichen rückblickend, wie wichtig die Qualität und Verlässlichkeit von Inhalten für die Google-Suche sind. Eine spezielle Optimierung für das historische Medic Update ist heute nicht erforderlich. Stattdessen sollten Websitebetreiber dauerhaft auf hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte setzen. Orientierung bieten dafür Googles aktuelle Empfehlungen zur Erstellung hilfreicher Inhalte.

Core Algorithmus Updates 2019

Im Jahr 2019 rollte Google in relativ regelmäßigen Abständen im März, Juni und September mehrere Core Updates aus. Diese wurden von Google bestätigt und teilweise bereits im Vorfeld über Twitter angekündigt. Die Updates wurden nach dem jeweiligen Monat ihrer Veröffentlichung benannt.

Auffallend bei diesen Updates waren die teilweise schnellen und deutlichen Veränderungen in der organischen Sichtbarkeit einzelner Websites. Sowohl Sichtbarkeitsverluste als auch Zugewinne ließen sich beobachten. Betroffen waren unter anderem Domains, die bereits bei den Medic Updates im Jahr 2018 größere Rankingveränderungen verzeichnet hatten. Wie stark die Sichtbarkeit einzelner Websites schwanken konnte, zeigt das historische Beispiel von netdoktor.de:

Sichtbarkeit zeigt zum Zeitpunkt der Core Updates starke Veränderungen

Sichtbarkeitsentwicklung einer Website während der Core Updates 2019 Historische Sichtbarkeitsentwicklung während der Google Core Updates 2019

Eine weitere Übersicht über die damaligen Sichtbarkeitsveränderungen großer Gesundheitsportale findet ihr bei Martin Mißfeld.

March 2019 Core Update: Betroffen waren laut damaligen Branchenanalysen vor allem Websites aus dem Gesundheitssektor und dem sogenannten YMYL-Umfeld (Your Money or Your Life). Einzelne Websites mit einer breiteren thematischen Ausrichtung konnten Sichtbarkeit gewinnen, während andere, darunter auch spezialisierte Angebote, Verluste verzeichneten. Daraus ließ sich allerdings keine allgemeingültige Bevorzugung bestimmter Website-Typen ableiten.

June 2019 Core Update: Im Juni kündigte Google erstmals ein Core Update vorab über Twitter an. Erneut zeigten sich Sichtbarkeitsveränderungen bei Websites aus dem YMYL-Bereich. Neben Medizin- und Pharmaseiten waren laut damaligen Analysen von Sistrix auch News- und Content-Websites betroffen. Branchenanalysen berichteten außerdem über Veränderungen bei der Darstellung von Video-Karussells in den Suchergebnissen.

September 2019 Core Update: Auch das September-Update wurde von Google angekündigt. Laut damaligen Sistrix-Analysen waren unter anderem Reisewebsites sowie Angebote aus dem Gesundheits- und Finanzbereich betroffen. Weitere Branchenbeobachtungen deuteten zudem auf Veränderungen bei der Präsenz von Videoinhalten in den Suchergebnissen hin.

Welche Auswirkungen hatten die Core Updates 2019? Die drei Updates verdeutlichten, wie stark sich die organische Sichtbarkeit einzelner Websites innerhalb eines Jahres verändern konnte. Besonders auffällig waren die wiederholten Schwankungen bei einigen Gesundheits- und YMYL-Websites, die bereits 2018 von größeren Rankingveränderungen betroffen gewesen waren.

BERT Update (2019)

Im Oktober 2019 stellte Google mit BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers) eine wichtige Weiterentwicklung für das Verständnis natürlicher Sprache in der Google-Suche vor. Nach damaligen Angaben von Google handelte es sich um einen der größten Fortschritte beim Verständnis von Suchanfragen innerhalb der vorangegangenen fünf Jahre.

BERT basiert auf Verfahren des Natural Language Processing (NLP), also der computergestützten Verarbeitung natürlicher Sprache. Die Technologie ermöglicht es Google, Wörter stärker im Zusammenhang mit den vorangehenden und nachfolgenden Begriffen einer Suchanfrage zu interpretieren. Dadurch lassen sich sprachliche Feinheiten besser erkennen, die für die Bedeutung einer Frage entscheidend sein können.

Während Hummingbird die semantische Interpretation vollständiger Suchanfragen weiterentwickelte und RankBrain maschinelles Lernen zur Erkennung von Zusammenhängen zwischen Begriffen und Konzepten einsetzte, liegt die besondere Stärke von BERT im Verständnis des sprachlichen Kontexts innerhalb einer Suchanfrage. Dabei können selbst kurze Wörter wie Präpositionen die Bedeutung eines Satzes wesentlich verändern.

Ein Beispiel aus Googles damaliger Ankündigung ist die Suchanfrage „2019 brazil traveler to usa need a visa“. Entscheidend ist hier die Präposition „to“: Gesucht werden Informationen für Reisende aus Brasilien, die in die USA einreisen möchten. Vor BERT konnte Google diesen Zusammenhang nicht immer zuverlässig erkennen. Die folgenden historischen Suchergebnisse zeigen, wie sich die Interpretation der Anfrage verbesserte:

Suchergebnis vor und nach dem BERT Update

Historischer Vergleich der Suchergebnisse vor und nach BERT Historischer Vergleich der Google-Suchergebnisse vor und nach der Einführung von BERT im Jahr 2019

Durch BERT konnte Google insbesondere längere und natürlich formulierte Suchanfragen besser verstehen. Die Technologie wurde bei ihrer Einführung sowohl für reguläre Suchergebnisse als auch für die Auswahl von Featured Snippets eingesetzt.

Welche Auswirkungen hatte das BERT Update? Zum Start im Oktober 2019 wurde BERT zunächst für englischsprachige Suchanfragen eingesetzt. Nach damaligen Angaben von Google betraf die Einführung etwa 10 % der englischsprachigen Suchanfragen in den USA. Anschließend wurde die Technologie auf weitere Sprachen ausgeweitet. Die ursprüngliche Beschränkung auf englischsprachige Suchanfragen gilt deshalb heute nicht mehr.

Eine spezielle SEO-Optimierung für BERT gibt es nicht. Das Update führte keinen neuen, isolierten Qualitätsfaktor für Websites ein, sondern verbesserte Googles Fähigkeit, sprachliche Zusammenhänge zu interpretieren. Für Websitebetreiber ist deshalb vor allem wichtig, Informationen klar, präzise und verständlich aufzubereiten. Künstlich komplizierte Formulierungen oder die übermäßige Wiederholung einzelner Keywords bieten dafür keinen Vorteil.

Weitere Hintergründe zur Einführung findet ihr bei SEOSüdWest.

Fazit

Die Entwicklung von Panda und Penguin über Hummingbird, RankBrain und BERT bis zu den aktuellen Core Updates zeigt, wie kontinuierlich Google seine Suchsysteme weiterentwickelt. Während frühere Updates häufig bestimmte Aspekte wie manipulative Links, mobile Nutzbarkeit oder das Verständnis von Suchanfragen in den Mittelpunkt stellten, betreffen heutige Core Updates umfassendere Anpassungen an Googles Ranking-Systemen. Das übergeordnete Ziel bleibt, Nutzern möglichst relevante, hilfreiche und vertrauenswürdige Suchergebnisse bereitzustellen.

Für eure SEO-Strategie zeigt diese Entwicklung vor allem, dass einzelne Google Updates nicht isoliert betrachtet werden sollten. Wichtiger als kurzfristige Reaktionen auf Rankingveränderungen ist eine langfristige Ausrichtung auf relevante, fachlich zuverlässige und nutzerfreundliche Inhalte. Die historischen Updates machen deutlich, dass sich Googles Technologien verändern, die grundlegenden Anforderungen an hilfreiche Suchergebnisse jedoch bestehen bleiben.

Bildnachweis: Einige der verwendeten Bilder stammen von stramark.

Häufige Fragen zu Google Updates

Was ist ein Google Core Update?

Ein Google Core Update ist eine umfassendere Anpassung an den zentralen Ranking-Systemen der Google-Suche. Ziel ist es, die Relevanz und Qualität der Suchergebnisse besser zu bewerten. Dadurch können sich Rankings einzelner Websites verändern, ohne dass diese gegen Googles Richtlinien verstoßen haben.

Wie oft veröffentlicht Google Core Updates?

Google veröffentlicht in der Regel mehrere Core Updates pro Jahr. Die Anzahl und die Zeitabstände sind nicht festgelegt. Einzelne Updates können innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein, andere benötigen mehrere Wochen. Offizielle Informationen zu laufenden und abgeschlossenen Updates findet ihr im Google Search Status Dashboard.

Warum verliert eine Website nach einem Google Update Rankings?

Rankingverluste können entstehen, wenn Google Inhalte nach einem Update anders bewertet oder andere Suchergebnisse für bestimmte Anfragen als relevanter einstuft. Ein Sichtbarkeitsverlust ist deshalb nicht automatisch eine Abstrafung. Entscheidend ist, welche Seiten und Suchanfragen betroffen sind und wie sich die konkurrierenden Ergebnisse verändert haben.

Was sollte man nach einem Google Core Update tun?

Prüft zunächst die Entwicklung eurer Website in der Google Search Console. Vergleicht Klicks, Impressionen und Rankings möglichst nach Abschluss des Rollouts. Analysiert anschließend die betroffenen Inhalte, die Suchintention und die konkurrierenden Suchergebnisse. Vermeidet vorschnelle Änderungen, solange die Ursachen nicht ausreichend eingegrenzt sind.

Was ist der Unterschied zwischen einem Core Update und einem Spam Update?

Ein Core Update verändert umfassendere Ranking-Systeme, mit denen Google die Relevanz und Qualität von Suchergebnissen bewertet. Ein Spam Update betrifft dagegen Systeme zur Erkennung und Bekämpfung von Verstößen gegen Googles Spam-Richtlinien, etwa manipulative Linkpraktiken oder massenhaft erstellte Spam-Inhalte. Beide Update-Arten können Auswirkungen auf die organische Sichtbarkeit haben.

Du möchtest mit uns in Kontakt treten?

Schreibe uns über unser Kontaktformular oder ruf uns an unter +49 (0)221 467 583-0