Wettbewerbsanalyse für Keywords und SEO Content

von | Jun 3, 2020 | Content Marketing, SEO

Wettbewerbsanalysen im Content-Bereich ermöglichen es euch, Inhalte und Themen zu identifizieren, die ihr auf eurer Website noch nicht abbildet oder die ihr weiter optimieren und ausbauen könnt. Gerade wenn Wettbewerber zu bestimmten Themenfeldern besser gefunden werden, bietet es sich an über eine Wettbewerbsanalyse betreffende Keyword-Kombinationen zu identifizieren. Hier erfahrt ihr, wie ihr bei einer solchen Analyse vorgeht und worauf ihr bei der anschließenden Optimierung achten solltet.

Welchen Zweck erfüllt eine Wettbewerbsanalyse auf Content Basis?

Gute und auf eure Zielgruppe ausgerichtete Inhalte sind für das Ranking eurer Website in Suchmaschinen wie Google ausschlaggebend. Damit eure Website die vorderen Plätze für sich beanspruchen kann, muss sie besseren Content als alle anderen anbieten. Die Optimierung und der Ausbau von Website-Inhalten ist also ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen SEO Strategie und ebenfalls Teil einer Content Strategie. Websites, die zu den Themen ranken, die ihr besetzen möchtet, solltet ihr deshalb stets im Auge behaltet.

Die Wettbewerbsanalyse hilft euch dabei, Themen und Inhalte zu identifizieren, die auf eurer Website noch fehlen oder die ihr optimieren solltet, weil ihr noch nicht rankt. Inhalte und Keywords, die bei Wettbewerbern gut performen und für eine hohe Reichweite sorgen, können als Inspiration für euren eigenen Content dienen. Über den kontinuierlichen Ausbau der Inhalte, lassen sich weitere Rankings aufbauen und die Sichtbarkeit eurer Website steigern.

Durch den Content Ausbau können weitere thematische Touchpoints in der Customer Journey eurer potenziellen Kunden belegt werden. Nutzer, welche die Marke noch gar nicht kennen, aber im groben Themenumfeld der Websites suchen und sich informieren möchten, können durch den Aufbau von Content so ebenfalls angesprochen werden, wie Nutzer, die konkret nach den Produkten und Leistungen suchen.

Der Abgleich mit dem Wettbewerb liefert euch sowohl inhaltliche Ideen als auch Inspiration für Content-Formate, die ihr vielleicht noch nicht nutzt. Außerdem hilft sie euch dabei, eure Keyword-Sets auszubauen.

Ausgangslage und Ziele definieren

Zunächst ist es wichtig sich Gedanken zu machen, was genau die Analyse zeigen soll: Möchtet ihr Themen identifizieren, die ihr noch gar nicht auf eurer Seite abbildet? Oder sollen bestehende Inhalte ausgebaut werden und benötigt ihr hierfür passende Keywords? Legt vor Start der Wettbewerbsanalyse fest, welches Themengebiet ihr untersuchen möchtet. Das hilft euch später die Ergebnisse einzuordnen und zu bewerten.

Wettbewerber definieren

Im ersten Schritt der Wettbewerbsanalyse ist es wichtig, die Wettbewerber zu definieren, die ihr betrachten möchtet. Hierbei ist es wichtig zu definieren, wie viele Websites ihr euch anschauen möchtet. Zu viele Vergleichswerte sind nicht zielführend. Im Rahmen einer Analyse solltet ihr euch daher auf maximal drei bis fünf Wettbewerber konzentrieren.

Brainstorming

Als erstes könnt ihr ein wenig Brainstormen: Welche Wettbewerber kennt ihr bereits aus eurer Branche? Gibt es ähnliche Produkte oder Dienstleistungen, die ihr zu Vergleichszwecken heranziehen könnt? Allerdings ist dieses Vorgehen meist subjektiv geprägt und es werden nur direkte Marktwettbewerber betrachtet. Diese entsprechen aber nicht zwangsweise den Online-Wettbewerbern.

Auch wenn wir glauben in den Wettbewerber Konkurrenz zu sehen, kann es dennoch sein, dass Suchmaschinen hier andere Websites pro Themenbereich als Maßstab definieren. Online kommt es darauf an, welche Portale die gleichen bzw. ähnliche Themen abbilden, wie eure eigene Website und dadurch mit euch in Konkurrenz um die Top-Position stehen. Es müssen eben nicht immer die Markt-Wettbewerber an sich sein, die auch online gut performen. Content Portale, die mit für euch wichtigen Themen gefunden werden, sind unter Umständen die weitaus relevantere Konkurrenz. Diese Wettbewerber könnt ihr z.B. über die Google Suche oder andere Tools identifizieren.

Google Suche

Da ihr im ersten Schritt neben dem allgemeinen übergeordneten Ziel gegebenenfalls auch schon einen konkreten Themenbereich auserkoren habt, zu dem ihr Wettbewerber mit eurer Website vergleichen möchtet, könnt ihr ganz einfach selbst nach dem Thema und ähnlichen Keywords suchen. Die Websites, welche hier auf den Top-Positionen gelistet werden, können bereits passende Wettbewerber sein, zwar für den ganz konkreten Themenbereich, aber vielleicht ergeben sich weitere spannende Inhalte.

Seid ihr z.B. im Themenfeld Skifahren im Allgäu aktiv und betreibt einen Blog mit Tipps rund um die Tourismusdestination Allgäu, kann euer Wettbewerb wie folgt aussehen:

Wettbewerber in der Google Suche identifizieren

Wettbewerber in der Google Suche identifizieren

Aber auch Overall könnt ihr in der organischen Google-Suche Wettbewerber definieren. Das übergeordnete Thema des Tourismusblogs ist der Tourismus im Allgäu, auch dazu können organische Suchtreffer eine Inspiration für Wettbewerber liefern:

Google Suche ausweiten

Google Suche ausweiten

Je nachdem ob ihr einen allgemeinen Wettbewerbervergleich anstrebt oder schon ein konkretes Thema untersuchen wollt, zeigen sich so unterschiedliche Konkurrenten, die sich für einen Vergleich lohnen.

Sollte eure Website bereits zu den eingegebenen Keywords aus dem Bereich auf Top-Positionen gefunden werden, so seid ihr für das spezielle Thema bereits gut aufgestellt. In diesem Fall ist es wichtig, weitere Unterthemen des Bereichs zu identifizieren, für die ihr die Inhalte weiter optimieren könnt, oder ob es noch Keywords gibt, die ihr zur Ergänzung des bestehenden Keyword-Sets des Themas nutzen könnt. Vielleicht bieten die Wettbewerber auch Inspiration für den Aufbau von Inhalten – hierzu im Bereich „Keywords im Wettbewerbsaudit definiert und jetzt?“ mehr.

Eine weitere Möglichkeit allgemeine Wettbewerber zu finden, bietet Google Ads. Insofern ihr Kampagnen im Suchnetzwerk oder über Google Shopping schaltet, habt ihr die Möglichkeit über den Auktionsdaten-Bericht pro Anzeigengruppe, einzusehen, welche Wettbewerber ebenfalls auf das Themenfeld und die Keywords bieten und hier mit euch in Konkurrenz treten. Nebenbei erhaltet ihr auch einen groben Einblick, wie ihr im Vergleich zum Wettbewerb über Ads performt.

Wettbewerber in Google Ads analysieren

Wettbewerber in Google Ads analysieren

Eine Kampagne zum Thema Wandern zeigt uns so die Wettbewerber, welche im Screenshot zu sehen sind. Diese können wir nun auch zur Betrachtung im Rahmen der Wettbewerbsanalyse verwenden:

  • Zu welchen Keywords werden die Seiten gefunden?
  • Welche Themen decken sie ab?
  • Gibt es Themen oder Keywords, die wir auch besetzen können?

Bei dieser Betrachtung geht es nicht darum die Performance über Google Ads auszubauen, sondern darum Wettbewerber zu finden, die das Thema bespielen.

SEO Tools

Es gibt eine Vielzahl von (kostenpflichtigen) SEO und Online Marketing Tools, die uns einen Überblick über thematisch verwandten Wettbewerb liefern. Dies geschieht auf Grundlage der gemeinsamen rankenden Keywords. Zwei dieser Tools stellen wir euch im Folgenden vor: Sistrix und SEMrush.

Sistrix hat im Bereich SERPs einen eigenen Bericht zu Wettbewerbern. Hier werden auf Basis des SEO-Keyword-Sets die Wettbewerber der eingegebenen Domain angezeigt:

Wettbewerbsvergleich mit Sistrix

Wettbewerbsvergleich mit Sistrix

Das Tool bietet in kurzer Zeit eine lange Liste mit Domains, die als Wettbewerb in Frage kommen. Anhand des in Prozent angegebenen Wettbewerbs könnt ihr abschätzen, wie groß die Konkurrenz zwischen eingegebener Domain und den ausgespielten Ergebnissen, auf Basis der SEO-Keywords ist. Konkurrenten mit besonders hohem Wert können für einen Wettbewerbsaudit besonders spannend sein.

Prüft idealerweise vorher immer einmal, ob die Domains von Inhalten und Ausrichtung her nur einen speziellen Themenbereich eurer Website abbilden, oder ob es sich um vollwertige Konkurrenten handelt, mit denen viele Themensets übereinstimmen. So könnt ihr eure Wettbewerbsanalyse später besser auswerten und die Wettbewerbsdomains clustern.

Einen ähnlichen Bericht gibt es bei SEMrush:

Wettbewerbsaudit mit SEMrush

Wettbewerbsaudit mit SEMrush

Der Bericht zur organischen Suche des Tools enthält einen Reiter „Mitbewerber“. Hier findet sich eine Matrix, in der die eingegebene Domain und ihre Top-Wettbewerber verortet werden. Die Lage des Punktes ergibt sich aus einem Vergleich des organischen Traffics und der Anzahl der Keywords. Je weiter rechts oben der Punkt, desto mehr Traffic und höher die Anzahl der Keywords.

Mitbewerber in der organischen Suche

Mitbewerber in der organischen Suche

Unterhalb des Diagramms befindet sich eine Liste mit den Konkurrenz-Domains inklusive einer Aufschlüsselung der gemeinsamen und unterschiedlichen Keywords sowie des Traffics. Hieran könnt ihr ableiten, welche der aufgeführten Domains am besten für den Vergleich geeignet sind. Zudem solltet ihr auch hier immer mal einen Blick auf interessante Domains werfen, um zu schauen, welches Themenumfeld sie konkret bespielen.

Auswahl der Wettbewerber

Mit Hilfe der organischen und bezahlten Suche und der Tools lassen sich schnell einige Wettbewerbsdomains ausmachen, die ihr für den Vergleich heranziehen könnt. Wichtig ist, dass ihr die Wettbewerber nicht blind auswählt, sondern prüft bei welchen Domains sich ein Vergleich wirklich lohnt.

Wenn die Tools euch Wettbewerber vorschlagen, sind sie nicht immer passend für den Vergleich. Möchtet ihr z.B. einen Vergleich für die Website einer Tourismus-Destination machen, kann zwar ein Portal wie wetter.com als Wettbewerber aufgeführt werden, jedoch wäre der Abgleich der Inhalte hier aufgrund der Ausrichtung nur wenig aussagekräftig und es würden sich viele Themen und Keywords ergeben, für welche die Tourismus-Seite gar nicht ranken könnte. Neben der Reflektion der Wettbewerber und der Auswahl passender bzw. themenverwandter Portale, solltet ihr auch nicht zu viele Wettbewerber gleichzeitig vergleichen. Im schlimmsten Fall verliert ihr so den Überblick und erhaltet ein zu umfangreiches Daten-Set. Idealerweise berücksichtigt ihr maximal drei bis fünf Wettbewerber pro Audit.

Nicht alle Themen und Keywords, die ihr im Zuge der Analyse sammelt, müssen zwingend immer auch für eure Website sinnvoll und wertvoll sein. Mitunter belegen Wettbewerber auch Themen, die speziell zu ihren Produkten passen, aber von eurem Produktsortiment nicht abgedeckt werden können. Oder sie decken bewusst einen viel weiteren Themenkreis ab, als ihr das auf eurer Website möchtet oder könnt. Diese Themen sind meist auch nicht weiter spannend zum inhaltlichen Ausbau eurer Website. Behaltet das bei der Auswertung im Hinterkopf oder schließt die entsprechenden Themen und Keywords von vornherein aus.

Abgleich der Wettbewerber mit der eigenen Website

Der erste Schritt liegt hinter euch, doch was genau solltet ihr jetzt vergleichen und wie könnt ihr den Content der Wettbewerber mit eurem eigenen abgleichen, ohne alles händisch zu prüfen?

Um die Keywords zu identifizieren, zu denen die eigene Website im Vergleich zur Konkurrenz gar nicht oder deutlich schlechter gefunden wird, gibt es mehrere Herangehensweisen, die ich euch nachfolgend vorstelle. Dabei geht es zunächst darum den Wettbewerb besser einschätzen zu können und dann die relevanten Keywords und Themen zu identifizieren.

Sichtbarkeits-Vergleich

Um die Stärke eines Wettbewerbers im Vergleich zur eigenen Seite überblicken zu können, ist die Sichtbarkeit ein guter Indikator. Dieser zeigt wie sichtbar eine Domain auf Basis eines repräsentativen Keyword-Sets in der Google Suche ist. Je höher der Wert, desto präsenter ist die Domain in der Google Suche. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, wie Anzahl der rankenden Keywords, Positionen, Nutzernachfrage etc. Der Wert ermöglicht es schnell abzugleichen wie eine Domain im Vergleich zur Konkurrenz rankt. Viele SEO Tools bieten einen solchen Sichtbarkeitsindex an, wir arbeiten dabei am liebsten mit Sistrix.

Sichtbarkeitsvergleich zweier Domains in Sistrix

Sichtbarkeitsvergleich zweier Domains in Sistrix

Neben dem Abgleich der gesamten Domain, lohnt es sich mitunter auch die Sichtbarkeit einzelner Verzeichnisse zu prüfen, um so zu sehen wie einzelne Themen im Vergleich performen. Wenn ihr ganze Domains vergleicht, ist es wichtig, dass ihr prüft, ob der Wettbewerber ein ähnliches Themenspektrum abbildet wie eure Domain. Eine Website zum Thema „Urlaub in Deutschland“ kann deutlich mehr Themen abdecken, als der Blog rund um den Urlaub im Allgäu. Nichtsdestotrotz kann der Blog aber zum relevanten Keyword-Set „Urlaub im Allgäu“ besser gefunden werden als die Website zu „Urlaub in Deutschland“, weshalb es sinnvoll ist hier die thematisch passenden Seiteninhalte zu vergleichen.Wählt thematisch passende Verzeichnisse zum Vergleich aus, um gezielte Daten zum Themenfeld zu erhalten..

Sichtbarkeitsvergleich zweiter Domain-Verzeichnisse zum Thema „Wandern“

Sichtbarkeitsvergleich zweier Domain-Verzeichnisse zum Thema „Wandern“

Bei Betrachtung der Sichtbarkeit unserer Domain im Vergleich zum Wettbewerb sehen wir, dass unsere Domain insgesamt und auch für das Beispiel-Verzeichnis Wandern bereits besser aufgestellt ist. Hier lohnt es sich, entweder weitere Verzeichnisse zu prüfen oder sich weitere Wettbewerber in dem Bereich anzusehen. Zwar sagt die Sichtbarkeit allein noch nichts über das dahinterliegende Keyword-Set aus, allerdings ist davon auszugehen, dass die Ausbeute an Learnings größer ist, wenn man die eigene Seite mit tendenziell stärkeren Wettbewerbern vergleicht. Aber natürlich ist es auch schön zu sehen, dass die eigene Seite im Vergleich zum Wettbewerb schon gut aufgestellt ist.

Neben der Stärke der Domain könnt ihr so auch Bereiche identifizieren, die ihr euch auf der Wettbewerbs-Website näher anschauen solltet, z.B. wenn es ein besonders starkes Verzeichnis gibt, bei dem der Konkurrent stärker ist als eure Website. Zum einen könnt ihr das Verzeichnis zu einem Keyword-Abgleich nutzen, um zu sehen, zu welchen Keywords es gefunden wird. Zum anderen bietet es sich aber auch an, die Website des Konkurrenten bzw. das konkrete Verzeichnis selbst einmal anzusehen:

  • Was für Inhalte positioniert der Wettbewerber hier?
  • Auf welche Themen geht er ein?
  • Bietet meine Domain entsprechende Inhalte?

So könnt ihr schnell ohne weitere Tools einen Optimierungsansatz herausarbeiten.

Keyword-Wettbewerbsvergleich

Neben der Sichtbarkeit könnt ihr euch auch die konkreten Keywords anschauen, zu denen die Wettbewerber besser ranken. Beim Abgleich der Ranking-Keywords mehrerer Domains helfen Tools wie SEMrush oder ahrefs. Hier haben wir die Möglichkeit schnell Keywords zu identifizieren, zu denen der Wettbewerb besser gefunden wird.

In den Tools könnt ihr bis zu fünf Domains eingeben, die ihr miteinander vergleichen möchtet. Um hier nicht eine Datenwüste zu kreieren, ist es meist einfacher die Domains nacheinander mit der Ausgangdomain zu vergleichen. Tools wie SEMrush bieten einem dann bei der Auswertung unterschiedliche Filtermöglichkeiten. Betrachtet werden die Keywords der organischen Rankings. Hier könnt ihr nun wählen, ob ihr euch alle Keywords anzeigen lasst, welche die beiden gemeinsam haben, für welche eure eigene Domain gar nicht gefunden wird oder für welche ihr stärker/schwächer rankt als der Wettbewerb. In einer Tabelle werden dann die entsprechenden Keywords ausgegeben.

Keyword Gap in SEMrush

Keyword Gap in SEMrush

Für die oben abgefragten Domains aus dem Tourismus-Umfeld haben wir uns die Keywords angeschaut, welche nur für die Konkurrenz-Domain, nicht aber für unsere eigene ranken. Dabei zeigt sich, dass der Wettbewerb im Bereich regionale Rezepte und Kulinarik stärker vertreten ist und z.B. auch Rezepte für Kaiserschmarrn oder Inhalte rund um Schnitzel bietet.

Da die Ausgangsdomain ebenfalls einen Bereich Kulinarik aufweist, haben wir hier bereits Themen identifiziert, mit welchen wir diesen Bereich gut ausbauen und welche wir mit Inhalten bespielen können.

Allerdings sollte bei der Betrachtung der Keywords immer berücksichtigt werden, ob sie auch zur Ausrichtung der eigenen Website passen. Für den Beispielfall oben ist die Ausgangsdomain eine Website, welche sich als Reiseführer für eine bestimmte Region platzieren möchte. Das Keyword-Set rund um „bundesländer karte“ ist daher nicht interessant, obwohl hier ein hohes Suchvolumen angegeben ist.

Zum Vergleich noch die Abfrage über ein zweites Tool (ahrefs). Auch hier tauchen wieder Keywords aus dem Bereich Kulinarik auf, welche noch spannend für uns sein können. Da die Zielseite sich jedoch mit dem Thema Allgäu beschäftigt und somit keinen direkten Bezug zu Österreich hat, sind die Keywords aus dem Bereich „Maut Österreich“ nicht weiter interessant.

Content Lücke bei ahrefs

Content Lücke bei ahrefs

Anhand des Keyword-Ranking-Abgleichs erhaltet ihr eine Fülle an Keywords, welche zur Optimierung geprüft und genutzt werden können. Potentiale für bereits rankende Keywords lassen sich dabei ebenso aufdecken wie neue Themen. Jedoch sind die Auswertung und das Hinterfragen der gefundenen Keyword-Cluster wichtig.

Backlink-Wettbewerbsvergleich

Ein ebenfalls spannender Bereich, um zusätzliche Themen zu identifizieren, sind die Backlinks. Hierbei geht es nicht direkt um das Aufdecken von Keywords, sondern eher um eine Inspiration für Themen. Dabei lohnt es sich, ein wenig um die Ecke zu denken, denn die Backlinks eurer Wettbewerber können zum einen verraten, welche Themen besonders wichtig sind, aber auch welche Branchen und Themenfelder sich verknüpfen lassen. Ist ein Inhalt spannend und bietet einen Mehrwert für Nutzer, so wird er auch für Backlinks interessant.

Nehmen wir einmal an, wir sind im Tourismusumfeld und betrachten den Rad-Bereich eines Wettbewerbers. Dieser informiert u.a. zu Touren. Der Wettbewerber erhält nun einen Backlink von einem Fahrradhändler, der alles rund um Fahrradreparatur während einer Tour auf einer Seite gesammelt hat und gleich noch ein paar schöne Touren empfiehlt. Hierin liegt ein zusätzliches Thema verborgen. Natürlich ist der erste Anreiz einer Tourismus-Destination Gäste zu generieren und ihnen aufzuzeigen, was sie alles vor Ort unternehmen und erleben können. Allerdings kann eine Destination auch den Servicegedanken mit einbeziehen und z.B. Tipps für die wichtigsten Utensilien für eine Fahrradtour zusammenstellen. Das Themenfeld Rad verbreitert sich und der Nutzer wird positiv mit der Website in Verbindung gebracht. Nutzer, die am Thema Radreparatur interessiert sind, können auch Interesse an einem Radurlaub entwickeln und werden so schon mal auf die Destination aufmerksam.

Neben diesem Spezialfall zeigt ein Wettbewerbsvergleich der Backlinks aber auch, welche Bereiche bei den Wettbewerbern und der eigenen Seite besonders stark sind. Auf Verzeichnis- oder URL-Ebene könnt ihr die Summe der Backlinks von euch mit denen der thematisch passenden Wettbewerber vergleichen.

  • Wer erhält mehr Backlinks?
  • Von welchen Domains kommen die Backlinks und wie wertig sind diese Domains?
  • Warum erzielt der Wettbewerb die Backlinks?
  • Wie sind die Inhalte aufgebaut?

Ihr könnt so sehen, welche Inhaltsformen und Themenbereiche gerne verlinkt werden. Um euer eigenes Backlink-Profil auszubauen, könnt ihr ähnliche Inhalte und Formate erstellen.

Auswertung der Inhalte und Keywords

Nachdem ihr euch intensiv mit euren Wettbewerbern und ihren Inhalten auseinandergesetzt habt, ist es Zeit die Daten auszuwerten und konkrete Maßnahmen zu definieren. Idealerweise habt ihr eine lange Liste mit Keywords und Themen gesammelt, die aus den einzelnen Betrachtungen der Websites und aus den Tools hervorgegangen ist. Besonders der Keyword-Abgleich wird hier eine Vielzahl an Keywords liefern. Aber auch die thematische Auswertung der Backlinks und der top-performenden Seitenbereiche der Wettbewerber nach Sichtbarkeit kann einigen Input liefern. Nun ist es wichtig zu clustern, welche Keyword- und Themen-Bereiche für eure Website überhaupt spannend sind.

In einem ersten Schritt solltet ihr alle Themen und Keyword-Kombinationen aussortieren, die gar nicht zu eurer Website passen, da der Wettbewerber z.B. ein zusätzliches Thema auf der Seite behandelt, was ihr nicht abdecken könnt oder wollt. Im Rahmen der Auswertung hinterfragt ihr so nochmal die Ausrichtung der Keywords. Für einen Spezialisten im Bereich Lagerhallenbau, wird es nicht in Frage kommen Inhalte zum Bau von Einfamilienhäusern zu erstellen, auch wenn ein Wettbewerber hier gut positioniert ist.

Für die so entstandene Liste an relevanten Keywords und Themen solltet ihr nun das Suchvolumen abfragen, um in Erfahrung zu bringen, ob hier auch ein Nutzerinteresse mit dem Thema einhergeht. Eure Liste könnt ihr zudem durch eine Keyword-Analyse mit relevanten weiteren Keywords zu dem Themenfeld ergänzen, um so direkt eine Grundlage für die spätere Content Optimierung zu erhalten.

Nachdem ihr alle wichtigen Keywords zusammengetragen habt, kommt ein weiterer wichtiger Schritt. Die Themen müssen in die Landingpage-Strategie eurer Website eingegliedert werden. Dazu könnt ihr ein Keyword-Mapping nutzen. Mithilfe des Mappings ordnet ihr Keywords und Themen vorhandenen Seiten zu, oder legt fest, zu welchen Keywords eine neue Seite entstehen soll. Gerade für die Keywords, welche ihr vorhandenen Seiten zuordnen könnt, solltet ihr auch gleich vermerken, wie eine Optimierung aussehen soll. Vielleicht reicht es, das Keyword mit in den Text aufzunehmen, oder ihr habt sogar ein neues Fokus-Keyword für die Seite finden können, was eine größere Optimierung der Landingpage nach sich zieht. Durch die Keywords, welche ihr keiner vorhandenen Seite zuordnen könnt, habt ihr neue Themen generiert und könnt hierzu neue Landingpages erstellen.

Anhand von Keyword-Analyse und -Mapping habt ihr eure Ausgangslage und Strategie zur Optimierung festgelegt und könnt in die Umsetzung gehen.

Keywords im Wettbewerbsaudit definiert und was jetzt?

Den größten Teil des Wettbewerbsvergleichs habt ihr bis hierhin hinter euch gebracht. An dieser Stelle ist die Arbeit jedoch noch nicht abgeschlossen. Auch in der Optimierung können die Wettbewerber wichtig werden, denn sie liefern auch Inspiration zur Content-Gestaltung.

Gerade wenn es um Themen und Keywords geht, die bereits auf eurer Website vorhanden sind, zu denen aber der Wettbewerb besser in der Suche gefunden wird, stellt sich schnell die Frage, warum der Wettbewerb hier besser positioniert ist. Die Betrachtung der konkreten Landingpage des Wettbewerbers kann hier Aufschlüsse liefern. Faktoren, die ein besseres Ranking des Konkurrenten bedingen, können sein:

  • längere Texte
  • Abdeckung eines weiteren Themenspektrums
  • Einsatz des Keywords im Snippet, Überschriften, Alt-Attributen etc.
  • oder auch der Einsatz zusätzlicher Content-Formate (Bilder, Videos etc.)

Möchtet ihr zu dem identifizierten Keyword besser ranken als euer Wettbewerb, zeigt euch dieser Abgleich, wo es Ansatzpunkte für die Optimierung gibt.

Aber auch für neue Themen lohnt es sich nochmal zu prüfen, warum der Wettbewerb so gut gefunden wird. Zudem erhaltet ihr Inspiration zu Textlängen und Content-Formaten. Vielleicht lohnen sich für bestimmte Themen Video-Inhalte besonders, oder es ist eine ausführliche Beschreibung des Themas notwendig. Das ist ganz abhängig von der Suchintention. Dabei ist es wichtig, dass ihr die Inhalte der Wettbewerber nicht kopiert. Kreiert euren eigenen Inhalt mit Mehrwert, nur dann zeigt sich auch ein Erfolg in der Optimierung. Der Wettbewerb sollte lediglich zur Inspiration dienen.

Fazit

Der Wettbewerbsvergleichs auf Content-Basis deckt viele Keyword- und Themenpotentiale auf. Außerdem lernt ihr eure Wettbewerber kennen und bekommt ein Gespür für Inhalte und Inhaltsformate.

Durch die individuelle Optimierung der Inhalte auf Basis der Erfahrungen aus dem Wettbewerbsaudit könnt ihr eure Website stärken und Ranking-Potentiale ausbauen. Nehmt euch eure Wettbewerber als Vorbild und nicht als Konkurrenz. Nutzt sie jedoch nicht blind als Vorlage, sondern kreiert eure eigenen Inhalte mit Potential und erhaltet eine zusätzliche Inspiration für eure Optimierungen.

<a href="https://www.luna-park.de/blog/author/lha/" target="_self">Lisa Hauer</a>

Lisa Hauer

Lisa Hauer ist seit 2015 bei lunapark und hat schon während ihres Studiums das Team in den Bereichen SEO und Content Marketing unterstützt. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums mit einem Bachelor of Arts in Media & Communication Management an der Hochschule Fresenius in Köln, startete sie ihr Trainee Programm bei lunapark und ist inzwischen Consultant für Search & Analytics. Neben den Bereichen Content Marketing und SEO ist sie auch in den Themengebieten Webanalyse und SEA tätig.

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