Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist eine 404-Fehlerseite?
- 2 Wann wird eine 404-Fehlerseite ausgespielt?
- 3 Welche Bedeutung haben 404-Fehlerseiten für SEO?
- 4 Wie sollte eine 404-Seite idealerweise aufgebaut sein?
- 5 Wie konfiguriert man eine 404-Fehlerseite richtig?
- 6 Warum ist es für SEO wichtig, dass die 404-Fehlerseite richtig konfiguriert ist?
- 7 Wie kann man herausfinden, ob es 404-Seiten auf einer Website gibt?
- 8 Was macht man mit URLs, die einen 404 Statuscode ausspielen?
- 9 Statuscode 404 vs. 410
- 10 Fazit
Was ist eine 404-Fehlerseite?
Eine 404-Fehlerseite wird ausgespielt, wenn eine Unterseite einer Website nicht gefunden werden kann bzw. nicht verfügbar ist. Bei der Bezeichnung 404 handelt es sich um einen http-Statuscode. http-Statuscodes sind Antworten auf http-Anfragen, die von einem Server geliefert werden. Vereinfacht gesagt wird bei jedem Aufruf einer Website eine http-Anfrage an einen Server geschickt, daraufhin gibt der Server eine Antwort, wie z.B. 200, 302, 301 sowie auch 404. Mit dieser Antwort teilt der Server dem Client, wie bspw. dem Webbrowser mit, ob die Anfrage erfolgreich war oder nicht. Diese Statuscodes wurden in den 1990er Jahre definiert und sind in folgende fünf Klassen eingeteilt:- 100-199 sind informative Antworten
- 200-299 sind erfolgreiche Antworten
- 300-399 sind Umleitungen
- 400-499 sind Client-Fehler
- 500-599 sind Server-Fehler
Wann wird eine 404-Fehlerseite ausgespielt?
Wenn ihr im Internet eine 404-Fehlerseite angezeigt bekommt, dann bedeutet das, dass der angeforderte Inhalt bzw. die URL nicht gefunden werden konnte. Dies ist meist dann der Fall, wenn euch ein veralteter Link auf eine Unterseite führt, die nicht mehr existiert, oder ihr euch bei der Eingabe der URL in der Browserleiste vertippt habt. Häufig werden in diesen Fällen Fehlermeldungen wie „Error“, „404 – Page not found“ oder „404 – Seite nicht gefunden“ angezeigt. Gründe, die dazu führen, dass Nutzer auf einer 404-Seite landen:- Die Unterseite wurde gelöscht und ist daher nicht mehr verfügbar.
- Der Inhalt der Seite wurde auf eine anderen URL umgezogen und es wurde keine Weiterleitung eingerichtet (zum Beispiel im Zuge eines Relaunchs oder eines Domain-Umzugs).
- URLs wurden umstrukturiert oder geändert. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn URLs oder einzelne Verzeichnisse umbenannt oder gelöscht wurden.
- Die interne Verlinkung einer Website wurde nicht angepasst, nachdem eine URL gelöscht/umbenannt wurde.
- In Suchmaschinen sind noch gelöschte oder umbenannte URLs indexiert, die nicht weiterleiten.
Welche Bedeutung haben 404-Fehlerseiten für SEO?
Grundsätzlich haben 404-Fehlerseiten keinen direkten negativen Einfluss auf das Ranking einer Website. Wenn ihr also aus einem berechtigten Grund viele Unterseiten auf eurer Website löscht und diese in Folge einen Statuscode 404 ausspielen, ist das nicht unbedingt schädlich. Anders sieht das aus, wenn der Googlebot beim Abcrawlen eurer Website und der damit verbundenen Prüfung der Links zu häufig auf Fehlerseiten stößt, ihr also im Kontext eurer Website viele nicht existierende URLs verlinkt habt. Dies ist für Google ein Hinweis darauf, dass die Website schlecht gepflegt ist. Im schlimmsten Fall kann dies sogar dazu führen, dass eure Unterseiten nicht mehr richtig indexiert werden. Wenn es auf eurer Website eine hohe Anzahl fehlerhafter URLs gibt, erhöht das zudem den Crawling-Aufwand, was wiederum dazu führen kann, dass weniger Seiten in den Index der Suchmaschine aufgenommen werden. Zusätzlich birgt dies die Gefahr, dass der Crawler wichtige Inhalte nicht mehr erreicht, da er sich zu lange mit den fehlerhaften URLs aufhält. Aber auch die Nutzersignale spielen hier eine wichtige Rolle. Denn Suchmaschinen wie Google ermitteln unter anderem die Return-to-SERP-Rate. Die Return-to-SERP-Rate sagt aus, wie oft ein Nutzer von einer angeklickten Seite zurück auf die Suchergebnisseite geht und gibt Google einen Hinweis auf die Zufriedenheit mit einem Suchergebnis. Wenn die Return-to-SERP-Rate also durch eine schlechte oder nicht vorhandene Fehlermeldung/-seite ansteigt, liegt die Annahme nahe, dass die Inhalte nicht relevant und die Nutzer mit den gefundenen Inhalten nicht zufrieden waren. Das kann sich ebenfalls negativ auf das Ranking und somit die Auffindbarkeit eurer Website auswirken.Wie sollte eine 404-Seite idealerweise aufgebaut sein?
Bei vielen Websites wird eine 404-Fehlerseite standardisiert ausgespielt. Dies ist abhängig von dem jeweiligen CMS, das verwendet wird. Grundsätzlich ist es besser eine standardisierte Fehlerseite vom CMS auszuspielen als keine bzw. die Standardfehlerseite des Providers. Eine individuell gestaltete 404-Fehlerseite dient dazu, Besucher zum Bleiben auf eurer Website zu bewegen. Um das zu erreichen, solltet ihr einige Elemente auf eurer Fehlerseite zur Verfügung stellen:- Der Besucher sollte die Möglichkeit haben auf die Startseite, z.B. über das Logo, oder auf eine andere Unterseite der Website zu gelangen.
- Der Besucher sollte die Möglichkeit haben, mit eurer Seite zu interagieren. Dies könnt ihr z.B. mittels einer Suchfunktion erreichen. Dies ermöglicht dem Besucher, den gesuchten Inhalt oder einen ähnlichen Inhalt doch noch zu finden.
- Das Layout sollte, dem eurer Website entsprechen, damit der Besucher nicht das Gefühl hat auf einer anderen Webpräsenz gelandet zu sein.
Wie konfiguriert man eine 404-Fehlerseite richtig?
Mit einer induviduell gestalteten Fehlerseite, holt ihr eure Nutzer schon mal besser ab als mit einer standardisierten. Wenn die Seite allerdings falsch konfiguriert ist, kann das aus SEO-Sicht mehr Schaden anrichten, als das sie euch nutzt. Deshalb gibt es auch aus technischer Sicht, einige Punkte zu beachten:- Die fehlerhfte URL muss weiterhin aufrufbar sein.
- Die URL sollte nicht auf eine Fehlerseite mit eigener URL weitergeleitet werden, wie z.B. domain.de/404.html. Die URL darf sich nicht verändern. Dies ist nicht immer automatisch der Fall, weshalb es wichtig ist, darauf zu achten.
- Die Seite sollte den Statuscode 404 ausspielen. Es reicht nicht aus, dass auf der Seite steht, dass es eine 404-Seite ist.
- Die Seite darf nicht auf „noindex“ stehen. Durch den Statuscode 404 ist die Seite bereits aus der Indexierung ausgeschlossen.
Warum ist es für SEO wichtig, dass die 404-Fehlerseite richtig konfiguriert ist?
Wie bereits erwähnt, haben 404-Fehlerseiten oder der Statuscode 404 nicht direkt einen negativen Einfluss auf eure Rankings. Eine sehr wichtige Rolle spielen auch so genannte Soft-404-Fehler. Von einem Soft-404-Fehler spricht man, wenn eine Seite aufgerufen wird, die nicht mehr existiert, aber trotzdem den Statuscode 200 (OK) oder 302 (Found) sendet. Dies kann sich entsprechend negativ auf das Ranking auswirken. Aber auch Seiten mit sehr wenig Inhalt können von Google als Soft 404 gewertet werden. Grund ist, dass Suchmaschinen dies als ein Betrug über den Inhalt der Seite einordnen. Zudem können Soft-404-Fehler dazu führen, dass URLs doppelt indexiert werden. Übrigens auch Seiten, die nicht mehr existieren und per 301 Redirect auf die Startseite weitergeleitet werden, können als Soft-404-Fehler gewertet werden. Aus diesem Grund sollten Seiten, die entfernt werden, immer auf Seiten weiterleiten, deren Inhalt vergleichbar sind oder eine Fehlerseite angezeigt werden. Dass eine Website keine Fehlerseite ausspielt, ist eigentlich kaum zu verhindern. Denn schon allein, wenn die URL fehlerhaft in die Adressleiste eingegeben wird, wird eine solche ausgespielt. Deswegen ist es wichtig, immer eine individuelle Fehlerseite zu erstellen.Wie kann man herausfinden, ob es 404-Seiten auf einer Website gibt?
Es gibt einige Tools, mit denen ihr prüfen könnt, welche URLs auf eurer Website nicht mehr erreichbar sind und wo ein Statuscode 404 ausgespielt wird. Unter anderen könnt ihr dies in der Google Search Console, in Ahrefs oder mit einem Crawling-Tool wie dem Screaming Frog (für 500 URLs kostenlos) prüfen.Crawling-Tools wie der Screaming Frog
Mit dem Screaming Frog könnt ihr eure interne Linkstruktur auf 404-Seiten überprüfen. Dazu crawlt ihr eure Website ab und das Tool sammelt die Informationen zur Analyse. Um die Seite nach 404-Fehlerseiten zu untersuchen, müsst ihr als erstes in der Konfiguration einstellen, welche Dateien er crawlen soll, wie z.B. nur die HTML-Seiten oder auch Bilder, JavaScript oder CSS. Zu der Konfiguration gelangt ihr über den Menü-Punkt „Configuration > Spider“. Nachdem ihr die Seite gecrawlt habt, könnt ihr überprüfen, ob URLs mit dem Statuscode 404 auf eurer Website zu finden sind. Hierzu gibt es zwei Wege. Entweder ladet ihr euch die entsprechenden URLs als Excel-Datei herunter. Dies könnt ihr über den Menüpunkt „Bulk Report > Response Codes > Client Error (4xx) Inlinks“ machen. Oder ihr überprüft die fehlerhaften URLs direkt im Tool. Diese könnt ihr zum einen über den Tap „Response Codes“ und die Filterfunktion nach „Client Error (4xx)“ aufrufen. Zum anderen könnt ihr die reine Anzahl auch über die Seitenleiste ablesen. Wenn ihr die Liste durchgeht, wird euch auffallen, dass hier ebenfalls URLs angezeigt werden, die nicht zu eurer Website gehören. Dies ist keinesfalls ein Fehler von Screaming Frog, sondern bedeutet, dass von eurer Website auf eine externe, nicht mehr existierende Seite verwiesen wird. Um herauszufinden, von welcher Seite auf die entsprechende Fehlerseite verwiesen wird, klickt ihr auf die URL. Unter dem Fenster mit den URLs befindet sich ein weiteres Fenster. Wenn ihr die Registerkarte „Inlinks“ öffnet, findet ihr die Auflistung der URLs, die auf die Seite verweisen. Dabei solltet ihr allerdings beachten, dass Fehlerseiten, die fasch konfiguriert wurden, nicht angezeigt werden. Aus diesem Grund solltet ihr vorher prüfen, ob der Statuscode der Seite richtig ist. Dies könnt ihr mit dem bereits erwähnten Browserplugin von Chrome „Redirect Path“ oder https://techseo.de/statuscodes/ machen.Google Search Console
Mit dem kostenlosen Tool Google Search Console könnt ihr nicht nur die Performance eurer Website in der Google Suche messen, sondern auch Fehler identifizieren. Um zu überprüfen, ob 404-Fehlerseiten eurer Website im Google-Index sind, geht ihr über den Menüpunkt „Abdeckung“ auf der Seitenleiste. Dort seht ihr, wie viele Seiten bei Google indexiert sind und wieso bestimmte Seiten ausgeschlossen werden. Hier werden euch auch URLs angezeigt, die mit dem Statuscode 404 ausgezeichnet sind. Wie oben schon beschrieben, ist es nicht grundsätzlich schlimm, wenn hier 404-Seiten erscheinen. Wichtig ist aber, dass ihr nachvollziehen könnt, warum sie hier auftauchen. Beobachtet ihr einen plötzlichen Anstieg ihrer Anzahl, ohne dass ihr entsprechende Änderungen an eurer Website vorgenommen habt (z.B. Relaunch), solltet ihr euch das auf jeden Fall näher ansehen.Link-Tools wie ahrefs
Zusätzlich bieten Link-Analyse-Tools wie z.B. ahrefs häufig einen Report an, in dem ihr euch fehlerhafte Backlinks anzeigen lassen könnt. Bei fehlerhaften Backlinks handelt es sich in den meisten Fällen um Backlinks, die auf eine 404-Fehlerseite verweisen, sogenannte Broken Backlinks. Aber es kann sich dabei auch um Seiten mit anderen Statuscodes, wie 410, 501, etc. handeln. Zum Broken-Backlink-Report in ahrefs gelangt ihr über das Submenü auf der linken Bildschirmseite. Stellt ihr fest, dass Links von wichtigen Websites auf eine 404-Fehlerseite verweisen, dann solltet ihr den Webmaster der Website kontaktieren und ihn bitten, das Link-Ziel zu ändern oder die betroffenen URLs zumindest gezielt weiterleiten. Zudem könnt ihr überprüfen, ob es ausgehende fehlerhafte Links gibt. Also Verweise bzw. Verlinkungen von eurer Website auf eine 404-Fehlerseite einer anderen Domain. Zu dem Report gelangt ihr wiederum über das Submenü unter „Broken Links“. Solltet ihr hier entsprechende Links finden, die auf eine 404-Fehlerseite verweisen, dann solltet ihr entweder ein neues Link-Ziel setzen oder falls ihr keinen neuen Link habt, der passend ist, die Verlinkung entfernen.Was macht man mit URLs, die einen 404 Statuscode ausspielen?
Da sich zu viele intern verlinkte 404-Fehlerseiten negativ auf das Crawling und die Indexierung einer Website auswirken können, solltet ihr diese immer Blick haben und beheben, falls ihr welche entdeckt. Und mit extern verlinkten 404-Seiten verspielt ihr einfach Potenzial. Nachdem ihr eure Website auf 404-Fehlerseiten geprüft habt, muss überlegt werden, wie ihr diese handhaben solltet. Es reicht in der Regel nicht aus, die Seiten grundsätzlich weiterzuleiten, denn hier müsst ihr ebenfalls ein paar Punkte beachten. Deshalb solltet ihr als erstes überprüfen, ob- die betreffende Fehlerseite intern verlink ist.
- die betreffende Fehlerseite organischen Traffic generiert.
- die betreffende Fehlerseite extern verlinkt ist.









