Inhaltsverzeichnis
Schreiben für Print & Web: So unterschiedlich sind die Ansprüche an die Texterstellung
Das Internet hat nicht nur unsere Kommunikationswege und Arbeitsstrukturen verändert. Es beeinflusst auch die Art und Weise, wie wir Inhalte und Informationen aufnehmen. So belegen Studien der Nielsen Normann Group, dass das Lesen am Bildschirm etwa 25% länger dauert als der Konsum eines Printtextes. Grund hierfür sind laut der Studie die Lichtimpulse, die der Bildschirm aussendet. Diese würden allgemein als ermüdender empfunden, weshalb die Konzentration früher nachließe als beim Lesen eines gedruckten Textes. Leser bringen darüber hinaus allgemein weniger Zeit für einen Text auf: Texte werden zumeist lediglich überflogen; vielleicht bleibt der Nutzer an einer für ihn relevanten Zwischenüberschrift oder Grafik hängen und liest sich den dazugehörigen Abschnitt durch. Nur die wenigsten Webnutzer werden einen online dargestellten Text jedoch bis zum Ende lesen. Hinzu kommt laut obiger Studie noch, dass der durchschnittliche Internetnutzer bloß 10 Sekunden braucht, um zu entscheiden, ob er überhaupt auf eurer Seite bleiben will. Die Auswahl an für den Nutzer relevanten Suchergebnissen ist schier unendlich – fesselt euer Onlinetext den Leser daher nicht mit den ersten Zeilen, verliert ihr ihn leicht an den Wettbewerb. Lohnt sich dann überhaupt die Mühe, eure Website zu betexten und mit hilfreichen Informationen anzureichern? Selbstverständlich – solange ihr das veränderte Leseverhalten am Bildschirm berücksichtigt und euren Text für das Webformat anpasst.Die Zielgruppe anhand von Personas definieren
Da ihr nun wisst, dass Nutzer- häufig nicht bis zum Ende der Seite scrollen werden,
- den Text nur überfliegen und wenig Zeit mitbringen, um ihn zu lesen
- und sich innerhalb der ersten 10 Sekunden entscheiden, ob sie überhaupt auf eurer Seite bleiben werden,

So oder so ähnlich fühlt wohl jeder Nutzer, wenn eure Website keine passenden Inhalte zu seiner Suchintention liefert. Quelle: https://imgflip.com/i/vdt7v
- Welche Hobbies und Interessen hat die Nutzergruppe?
- Wie sieht das Online-Nutzungsverhalten dieser Personengruppe aus? Welche Seiten / Themen interessieren sie?
- Surft die Nutzergruppe primär am Desktop oder mobil mit dem Tablet oder Smartphone? Zu welchen Tageszeiten ist sie online unterwegs?
- Welche Ansprüche hat die Nutzergruppe an euer Produkt / eure Dienstleistungen?
- Welche Probleme oder Ziele hat die Nutzergruppe und wie können eure Produkte oder Dienstleistungen hier behilflich sein?
Tipps für den Textaufbau von Onlinetexten
Nachdem ihr eure Zielgruppen so definiert habt, geht es nun mit der Texterstellung weiter. Folgende Empfehlungen helfen euch dabei, eure Onlinetexte den Ansprüchen an das World Wide Web entsprechend aufzubereiten:Das Wichtigste zuerst
Ähnlich wie bei einer akademischen Abschlussarbeit müssen eure Onlinetexte die wichtigsten Aussagen bereits zu Beginn treffen. Wenn ihr also z.B. einen Text über die 10 besten Spargelrezepte schreiben wollt, präsentiert ihr nach dem Teaser am besten direkt eure Top 10 Rezepte, anstatt erst über die Herkunft und Qualitätsmerkmale von gutem Spargel zu philosophieren. Solche Informationen könnt ihr nach eurem Kerninhalt (in diesem Fall also nach der Spargel-Rezeptauflistung) platzieren. Der Aufbau folgt also im Prinzip einer umgekehrten Pyramide: Der Leser wird anhand der Kerninformationen in den Text eingeführt und findet Hintergrundinformationen und weitere Details am Ende des Textes.
Das Wichtigste zuerst: So könnte euer Textaufbau aussehen.

Einfach praktisch: Anhand des Inhaltsverzeichnisses können Nutzer einfach an die gewünschte Stelle springen (Quelle: https://www.moeyskitchen.com/2021/05/best-of-spargel-rezepte.html)
Qualität statt Quantität
Oder auch: „Schreibe so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.“ Immer mehr Nutzer greifen über das Smartphone oder Tablet auch von unterwegs auf das Internet zu. Informationen wollen daher möglichst schnell und effizient erfasst werden – wer sich erst durch eine Textwüste aus 2.000 Wörtern quälen muss, um eine Antwort auf seine Frage zu finden, greift in seiner Freizeit vielleicht doch lieber zu seinem Lieblingsschmöker oder wechselt einfach zur Konkurrenz, die den gleichen Inhalt kompakt und leicht verdaubar auf ihrer Website präsentiert. Natürlich kann nicht jedes Thema innerhalb von 500 Wörtern abgearbeitet werden (dieser Blogpost ist ein gutes Beispiel dafür) – wichtig ist, dass ihr eurem Thema den Raum gebt, den es benötigt, ohne aber den Text künstlich in die Länge zu ziehen. Hier hilft meist ein Blick auf den Wettbewerb und das Suchvolumen eurer Keywords, um zu entscheiden, wie ausführlich ihr ein Thema auf einer Seite behandeln wollt oder ob sich die Aufspaltung des Themas auf mehrere Unterseiten lohnt.Klarheit & Präzision
Fachjargon, Schachtelsätze und erst auf den zweiten Blick verständliche Wortspiele haben es in der Online-Welt (leider) schwer. Da eure Online-Leserschaft zumeist in Eile ist, wirkt sich dies auch auf die Sprache aus, die ihr für euren digitalen Content verwenden müsst. Diese sollte möglichst einfach gehalten sein. Auf ausgefuchste sprachliche Stilmittel und weniger bekannte Fachausdrücke sollte weitestgehend verzichtet oder, sofern nicht vermeidbar, diese ausreichend erläutert werden. Sätze, die aus mehr als zwei Nebensätzen bestehen, fordern unnötig die Geduld eurer ohnehin jederzeit für den Absprung bereiten Online-Leser heraus. Daher gilt: Schreibt klar, verständlich und präzise, vermeidet unnötige Füllwörter (auch, eigentlich, irgendwie…) und unnötige Wiederholungen.Aktiv schreiben
„Damit ein Online-Text gelesen wird, müssen bestimmte Regeln beachtet werden, durch die der Leser zum Verweilen auf und Interagieren mit der Seite angeregt werden kann.“ Seid ihr noch bei mir? Falls nicht, ist dies nicht weiter verwunderlich: Der vorangegangene Satz könnte passiver kaum sein. Nutzer, die aber konkret auf der Suche nach einer Problemlösung sind, wollen von euch hören, was sie tun müssen, um ihr Problem zu lösen. Es liegt an euch zu kommunizieren, warum gerade euer Produkt, eure Dienstleistung oder einfach euer Content ihre Wünsche besser erfüllen können als alle anderen Webinhalte da draußen. Ihr solltet daher, wann immer möglich, im Aktiv schreiben, zum Beispiel so: „Damit Nutzer euren Online-Text lesen, solltet ihr bestimmte Regeln beachten, mit denen ihr eure Leser dazu anregt auf eurer Seite zu bleiben und mit ihr zu interagieren.“Strukturierungselemente nutzen
Reine Textwüsten sind der Schrecken eines jeden Online-Users. Wie soll er in der kurzen Zeit, die er über eure Seite navigiert, die für ihn wichtigen Inhalte ausfindig machen, wenn er sich einer einzigen Textwand ausgesetzt sieht? Und warum sollte er sich auch die mühselige Suche nach relevanten Informationen auf eurer Seite antun, wenn es im World Wide Web tausende andere Seiten mit ähnlichen Inhalten gibt, die gut strukturiert sind und ihn wie von Geisterhand durch ihren Content leiten? Nutzt also Strukturierungselemente, um das Auge und somit auch das Interesse des Lesers zu leiten, zum Beispiel:- Absätze
- Informationskästen
- Listen
- Grafiken / Videos
- Buttons und visuell hervorgehobene Elemente
Die Rolle von SEO bei der Online-Texterstellung
Wenn ihr die obigen Tipps befolgt, seid ihr bereits auf gutem Wege zum perfekten Online-Artikel. Als Nächstes müsst ihr dafür sorgen, dass der Text online auch gefunden werden kann, d.h. ihr müsst ihn für Suchmaschinen optimieren. Die Suchmaschinenoptimierung umfasst verschiedene Elemente, die alle zusammen dazu beitragen, dass Suchmaschinen wie Google eure Inhalte erfassen, indexieren und zu den passenden Suchanfragen ausspielen können. Zu den wichtigsten Faktoren zählen hierbei u.a.:- Contentoptimierung
- hierarchische Überschriften-Struktur

So sieht die ideale Überschriften-Struktur aus. Visualisierung mittels des SEO OnPage Checks von https://seorch.de/.
- E-A-T
- interne Verlinkung
- Mobile Friendliness


