CONlogne die Dritte – Unser Recap

Wissen rund ums Online Marketing – das gab es am 31.03.2016 zum dritten Mal bei der Kölner Online Marketing Konferenz CONlogne. Am späten Nachmittag fanden sich knapp 100 Leute – darunter viele neue Gesichter – in der HMKW Hochschule für Medien ein. Fünf Vorträge zu unterschiedlichen Disziplinen des Online Marketings erwarteten die Teilnehmer. Mareike und Nick von lunapark waren auch dabei.

Fabian Rossbacher und Sebastian Gebert

Fabian Rossbacher und Sebastian Gebert begrüßen die Teilnehmer

Neuromarketing

Torsten Tromm, Head of SEO bei Chefkoch, ging in seinem Vortrag auf das Thema Neuromarketing ein. Beim Neuromarketing werden apparative Methoden und Erkenntnisse der Hirnforschung für Marketing Zwecke eingesetzt. Klingt erstmal sehr theoretisch und umständlich.

Zunächst stellen wir uns die Frage: Warum kaufen Menschen? Und warum kaufen sie eben nicht?

Kaufentscheidungen sind in den wenigsten Fällen rational begründet. Stattdessen bilden vor allem Emotionen den entscheidenden Faktor beim Kauf eines Produkts. Die Gefühlswelt setzt sich dabei aus Kultur und Werten, Prägung und Veranlagung zusammen.

Um das eigene Produkt nun seiner Zielgruppe schmackhaft zu machen, brauchen wir Instrumente, mit denen wir die Emotionen und Wertesysteme unserer Kunden in Erfahrung bringen können. Torsten stellte dazu Limbic vor. Hier wird davon ausgegangen, dass es verschiedene Limbic Typen gibt, die unterschiedlich emotional reagieren, z.B. die Traditionalisten oder die Performer. Für jeden Typ sind andere Werte von Bedeutung.

Limbic Types

Verteilung der Limbic Types in Deutschland

Um dieses Wissen nun für Marketingzwecke nutzen zu können, müssen wir uns das Wertesystem unserer Zielgruppe genauer ansehen und dann diese Werte auf unsere Marke übertragen. Torsten zeigte dies am Beispiele von verschiedenen Biersorten.

Die erste Biersorte sprach vor allem Menschen ab Mitte 30 an, denen Werte wie Sicherheit und Bodenständigkeit wichtig sind. Die Kampagne dazu zeigte ein Bild mit drei Männern, die jeweils ein Bier trinkend in der Natur auf einem Baumstamm sitzen. Entspannt – Bodenständig – Sicher.

Die zweite Biersorte richtete sich eher an jüngere Menschen, die nach Abenteuern suchen. Die Werbekampagne zeigte ein Bild auf einem Segelschiff, ausgelassene junge Menschen und sehr viel mehr Bierflaschen pro Person. Hier werden mit ähnlichen Produkten zwei völlig andere Zielgruppen angesprochen.

Mit passenden Inhalten für die richtigen Kanäle können per Content Marketing und Storytelling die entsprechenden Werte auf eine Marke übertragen werden und die gewünschte Zielgruppe angesprochen werden. Wichtig dafür ist, dass wir das Wertesystem unserer Zielgruppe kennen. Grundlegend sind dazu Daten, z.B. aus der Marktforschung.

30 Tipps für Anzeigentexte in 30 Minuten

Kurzfristig eingesprungen ist Robin Heintze von morefiremedia mit seinen 30 Tipps für bessere Anzeigentexte. Wichtig ist vor allem, sich von der Konkurrenz abzuheben und aus der breiten Masse herauszustechen. Als mögliche Mittel nannte er beispielsweise:

  • Sehr kurze Anzeigentexte
  • Falsche Zeichensetzung zur Hervorhebung bestimmter Eigenschaften eines Produkts (Gut. Schnell. Günstig.)
  • Fragestellungen (der Nutzer fühlt sich dadurch direkt angesprochen)
  • Verknappung (funktioniert auch bei Produkten, bei denen es eigentlich gar keinen Sinn macht z.B. PDF-Downloads)
  • Gereimte Anzeigentexte
  • Alliterationen

Nicht jeder Tipp eignet sich für jedes Produkt, aber man sollte einfach mal ausprobieren, was funktioniert.

Mobile Conversion Optimierung: Quick Wins für mehr Sales Leads

Nils Kattau, Gründer & Geschäftsführer von LEAP zeigte in seinem Vortrag, worauf es ankommt bei der Conversion Optimierung für mobile Websites.

Anhand der einzelnen Steps im Conversion-Funnel führte er beispielhaft auf, mit welchen Mitteln es gelingt auch mobil immer mehr User zum Lead/Sale zu führen. „Mobil sollte so einfach und so schnell wie möglich sein“, so Kattau.

Gerade bei der Landing-Page Optimierung gilt, das statische Inhalte wesentlich besser mobil funktionieren als Slider. Des Weiteren sollte man den Usern das präsentieren, was sie gewohnt sind bei der Nutzung von Smartphones.

Als besonders positives Beispiel zeigte er booking.com. Auf der Buchungsplattform werden sogar die voreingestellten Urlaubsdaten nicht dem Zufall überlassen und dem User eine Buchung so einfach wie möglich gemacht.

Wichtig ist weiterhin zu testen, wie die eigenen Inhalte sowohl im Potrait-Modus (vertikal), als auch im Landscape-Modus (horizontal) angezeigt werden und funktionieren.

Ein Dankeschön an den Kunden und die Bitte um eine Bewertung nach dem Kauf / Lead, sollte auch nicht fehlen.

Advanced Facebook Targeting Tactics

Ben Küstner, SEO Consultant bei metapeople.com, zeigte am Beispiel seines Ende 2014 eröffneten Burger-Restaurants Bang Bang Burgers & Beer, wie er in 12 Monaten 15.000 Facebook Follower generierte und mit Hilfe von Facebook-Werbung 30.000 Burger und T-Shirts verkaufte.

Ben startet erstmal mit einem Vergleich von Facebook Ads (Push-Marketing) und Google AdWords (Pull-Marketing). Er führte an, dass User bei Facebook unterbrochen werden und eher emotionale Kaufentscheidungen treffen und somit die Conversion Rates eher niedrig sind. Bei Google sucht der User gezielt nach Lösungen und es werden eher rationale Kaufentscheidungen getroffen. Die Conversion-Rates sind höher bei AdWords.

Facebook Ads vs. Google AdWords

Facebook Ads vs. Google AdWords

Er führte weiterhin seine Targeting-Erfahrungen zum Layed Interest Targeting bei Facebook auf:

  • Mache einen geilen Post, der zwei Zielgruppen anspricht
  • Nutze die Schnittmenge aus beiden Zielgruppen
  • Verwende Longtail Interessen (mit hohen Affinity Score)
  • Kleine Gesamt-Reichweite von 20.000 bis 100.000 Personen
  • Newsfeed Ad nur auf Desktop und Mobile ausspielen – Rechte Seite deaktivieren
  • Ads direkt nach Mobile vs. Desktop vs. Interest splitten
  • 2-5 Tage € Tagesbudget pro Ad
  • Bid Type: Automatisch! – OCPM für Engagement / Klicks / Conversions
  • Täglich – schlecht performende Ads aussortieren

Als besonders wichtig, um möglichst viele Sales zu generieren, nannte er Split-Tests. Besonders effektiv funktionieren diese Tests mit dem Facebook-Ads Tool: https://adespresso.com/

Er führte weiterhin aus, was für das Targeting gute Interessen und schlechte Interessen sind (Übrigens sind beide Männer auf dem Bild Schauspieler bei GZSZ) :

Targeting nach Interessen

Targeting nach Interessen

Auch Lookalike-Audience auf Basis von Custom Audiences, Fans und Kunden (Conversion Pixel) empfiehlt Ben Küstner bei der Auswahl der Zielgruppe.

Content Republishing, Recycling & Upcycling

Markus Klöschen, Head of SEO bei Textprovider, ging in seinem Vortrag darauf ein, wie man alte Inhalte widerverwerten, aufwerten oder für andere Kanäle umwandeln kann. Grundlage des Ganzen ist zunächst ein Content Audit, also einer Bestandsaufnahme und Bewertung der bestehenden Inhalte einer Website.

Dann muss man sich ein Konzept ausdenken, um Inhalte zu bewerten. Dies kann man zum Beispiel mit ganz normalen eCommerce KPIs machen, indem man seine Inhalte wie einen Onlineshop betrachtet. Ein Scrollen der Seite kann dabei zum Beispiel als Produkt im Warenkorb gewertet werden, ein Download als Kauf eines Produktes etc.

Jeder Content Erstellung und Content Aufwertung sollte natürlich eine Strategie zugrunde liegen. Was möchte man mit dem Content erreichen? Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Rankings in Suchmaschinen
  • Nutzerführung
  • Expertenpositionierung

Außerdem muss der Inhalt auf den jeweiligen Kanal zugeschnitten werden. Einen alten Blogartikel kann man zum Beispiel über Facebook republishen, man kann ihn aufwerten, indem man eine Infografik oder ein Video dazu erstellt. Ein Video kann dann auch wieder über YouTube verbreitet werden etc.

Disziplinen übergreifende Vorträge

Das Programm der CONlogne war auch dieses Mal wieder sehr abwechslungsreich und die Speaker wirklich sehr gut ausgewählt. Da störte es auch niemanden, wenn die Vorträge die geplanten 30 Minuten überzogen. Zeit zum Networken gab es vor, zwischen und nach den Vorträgen genug. Besonders gut hat uns gefallen, dass sich die Vorträge nicht nur um eine Disziplin drehten, sondern viele Bereiche des Online Marketings abdeckten. Denn, um es mit Torsten Tromms Worten zu sagen, es gibt viel zu wenige Generalisten, die das Big Picture sehen und die verschiedenen Disziplinen des Online Marketings überblicken und zusammenführen können. In Zukunft werden wir viel mehr Experten benötigen, die interdisziplinäre Teams leiten können und verstehen, wie die einzelnen Bereiche zusammenspielen. In diesem Sinne geht die CONlogne auf jeden Fall mit der Zeit.

Mehr zur Konferenez: www.conlogne.de

Weitere Recaps:

Infos zu weiteren Online Marketing Konferenzen 2016

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