Suchtrends 2014 – Was ist noch Trend und was ist schon Realität

„Aufzeigen der Entwicklungen im Suchumfeld – Qualität, Inbound, International und Mobil“

Im Juli habe ich einen Vortrag beim Werbeplanung.at Summit  in der Wiener Hofburg zur Zukunft der Suche gehalten. Es hat sich dabei als schwierig erwiesen, abzugrenzen, welche Trends noch in der Zukunft liegen. Viele sind bereits relevant und Unternehmen sollten sich daher schon jetzt mit ihnen auseinandersetzen. Hier gehe ich nochmal genauer auf die vier wichtigsten Blöcke aus meinem Vortrag ein und gebe einen Ausblick auf die Themen, die ich aus Agentursicht im Bereich Search für die nächsten zwölf Monate als bedeutend einschätze.

1. Qualität und Google

Google erwartet Qualität – das ist in der Praxis leichter gesagt, als getan. Je „sauberer“ eine Website umgesetzt ist, desto positiver wirkt sich das auch auf die Google Rankings aus. Dies bezieht sich sowohl auf die Programmierung, als auch auf die Struktur und auf die Inhalte der Website. Zusätzlich ist die Performance ein wichtiger Faktor. Langsame Websites haben Nachteile in Google!

Für jeden Website-Betreiber, der in Suchmaschinen gefunden werden will, ist die Nutzung der Google Webmaster Tools Pflicht (die Bing Webmaster Tools kann ich hier auch empfehlen, da Sie unabhängig von der Relevanz der Bing-Suche in Europa zusätzliche wertvolle Website-Infos liefern). Auch der Einsatz von Google Analytics und die Verknüpfung der beiden Dienste sind sinnvoll, um einen ganzheitlichen Blick auf den Erfolg der Webseite zu erhalten (neben dem positiven Effekt, dass ich auch die Not-Provided Keywords wieder sehen kann!).

Weiterhin sind Rich Snippets, strukturierte Daten und Schema.org Schlagwörter, mit denen man sich beschäftigten sollte, um einen Vorteil gerade bei umfangreichen und datenbankbasierten Webseiten zu erhalten.

2. Inbound Marketing

Inbound ist das neue SEO – das trifft es nicht zu 100%, aber zeigt gut auf, wie man SEO heute schon begreifen muss. SEO ist längst mehr als Keyword-Sets, OnPage Optimierung und Linkbuilding. Vielmehr verschmelzen die einzelnen Disziplinen wie SEO, Content-Marketing und Social Media zu neuen Leistungspaketen. Website-Betreiber dürfen nicht mehr in Online-Sparten denken und ihre Digital Marketing Maßnahmen daran ausrichten.

Der Fokus muss vielmehr auf der Zielgruppe und auf für die Zielgruppe relevanten Themen liegen: Welche Inhalte machen wo Sinn und wie sollten sie umgesetzt werden, damit sie die Zielgruppe erreichen und ansprechen. Das bedeutet mehr Arbeit, aber die Qualität der Inhalte und der Websites steigt dadurch. Außerdem bieten zielgruppengerechte Inhalte einen höheren Mehrwert für den User, was sich wiederum über Social Sharing bemerkbar macht und auszahlt: der Wert der Marke steigt.

Wenn man noch einen Schritt weiter geht, erkennt man, dass Inbound und Werbung nur die erste Stufe im Digital Marketing Funnel darstellen. Als Unternehmen muss ich begreifen, dass das Bekanntmachen der eigenen Webseite nur der Anfang ist – bis zur Kundenbindung ist es dann noch ein langer Weg der genau analysiert, bewertet und optimiert werden muss.

Digital Marketing Funnel

3. Internationale Suche

Überall wird gesucht – Google hat weltweit einen Marktanteil von 60%. Allerdings ist es zu kurz gedacht, nur auf Google zu setzen. Je nach Land und Zielgruppe kann es weitere Suchmaschinen geben, die wichtig sind. In Europa trifft dies aktuell leider nicht zu – die Leute nutzen nach wie vor Google. Der Suchmaschinengigant dominiert hier den Markt immer noch mit mehr als 90%. In Russland kann Yandex mit Google mithalten. In China ist dagegen Google der kleine Fisch mit unter 2% Marktanteil. Baidu heißt da der Platzhirsch – interessant ist, dass Baidu gerade auch eine brasilianische Suchmaschine gestartet hat.

Generell ist aus internationaler SEO Sicht wichtig, sich auch hier als erstes um die richtigen Keywords zu kümmern. Als deutschsprachiges Unternehmen mit internationalen Seiten darf der Fokus nicht auf der reinen Übersetzung der Keywords liegen, insbesondere wenn ein Wort in verschiedenen Varianten übersetzt werden kann. Native Speaker mit SEO Erfahrung und die korrekte href lang Sprachkennzeichnung für Suchmaschinen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Platzierung im Ausland.

4. Mobile Suche

Mobile ist kein Trend mehr – Mobile ist schon da – überall und jederzeit verfügbar. Das bedeutet für Unternehmen sich mit der eigenen Zielgruppe neu auseinanderzusetzen – egal ob als Filialist, Hotel oder Restaurant. Kunden suchen lokal und mobil – nach Öffnungszeiten und Adresse oder wollen Termine vereinbaren. Dafür muss die Website auch entsprechend vorbereitet sein.

Responsive Design erst für den nächsten Relaunch in 2015 einzuplanen, könnte gefährlich sein, wenn der User nicht jetzt schon mobil an die gewünschten Informationen kommt. Dabei muss es nicht einmal immer responsive sein – es geht vielmehr um die Integration einer Mobilen Strategie in die gesamte Digital Marketing Strategie. Responsive, eine eigene Mobile Site oder eine Mobile App sind alles sinnvolle Möglichkeiten, den User abzuholen und zu binden – es muss nur alles aufeinander abgestimmt sein und man muss alle Daten sauber erfassen und auswerten.

Als wirklichen Trend kann man noch das ganze Thema Voice Search bewerten. Alle drei großen Player, also Apple, Google und Microsoft, haben ihre eigenen Sprachassistenten gestartet. Und die Nutzer fangen bereits damit an, kontinuierlich ihre Erfahrungen zu sammeln. Aus Search Sicht bedeutet das ein geändertes Suchverhalten.

Sketchnote zum Vortrag Suchtrends

Sketchnote zum Vortrag Suchtrends  © Daniel Friesenecker

Fazit:

Der Trend der Suche geht sicherlich immer weiter Richtung geräteübergreifend und sprachgesteuert. Um auch hier in den Suchergebnissen weiterhin zu erscheinen, muss sich jedes Unternehmen entsprechend anpassen. SEO wird dynamischer und es reicht nicht mehr aus, nur die Keywords und Rankingfaktoren für die eigene Website zu berücksichtigen. Je nach Endgerät, Zielgruppe und Land müssen entsprechend mehr Punkte berücksichtigt werden. Gerne möchte ich auch noch auf den Vortrag von Cedric Chambaz von Bing verweisen (seine Präsentation von der SMX in London – sehr ähnlich), der schon mal zeigt, wo es aus der Sicht von Microsoft/Bing hingeht.

 

Abschließend ein Dank an Daniel Friesenecker, der die Session in einer tollen SEO Sketchnote zusammengefasst hat.

Hier noch ein paar interessante Recaps zum Summit:

http://www.webmarketingblog.at/2014/07/08/recap-werbeplanung-summit-2014-kurze-hosen-fuer-alle/

http://www.gruenderblog.at/recap-werbeplanung-summit-2014/

http://de.slideshare.net/Summit10/

Schlagworte: SEO

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2 Antworten
  1. Mareike
    Mareike says:

    Hallo Stefanie,

    wenn du Google Analytics mit den Webmaster Tools verknüpfst, kannst du im Analytics Konto unter Akquisition / Suchmaschinenoptimierung die Suchanfragen aus den Webmaster Tools aufrufen und siehst somit wieder, mit welchen Suchbegriffen User auf deine Seite gelangen.

    Viele Grüße,
    Mareike

    Antworten

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