Contentplanung und Erstellung

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung einer Content Strategie ist die Planung und Erstellung Website relevanter Inhalte. Um zu ermitteln, welche Inhalte für eine Seite relevant sind, muss zunächst eine Zielgruppenanalyse und –definition durchgeführt werden. Darauf aufbauend können nun Themenbereiche entwickelt werden. Was bei der Planung und Erstellung der Inhalte sowohl aus Nutzersicht als auch aus SEO-Sicht beachtet werden muss, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Themengebiete vollständig abdecken

Mit der Zielgruppendefinition ist eine entscheidende Vorarbeit für die Contenterstellung bewältigt und der Grundstein für treffende und qualitativ hochwertige Inhalte gelegt. Die Zielgruppenanalyse gibt bereits einen groben Überblick darüber, welche Themen für die Nutzer einer Website interessant sind. Auf dieser Grundlage aufbauend, können nun weiterführende Themen entwickelt und damit ein Themengebiet so vollständig wie möglich abgedeckt werden.

Stellen wir uns vor, es geht um einen Onlineshop für Geschenkartikel. Passend zur Weihnachtszeit hat der Betreiber eine Unterseite zum Thema Weihnachtsgeschenke erstellt. Dieses Thema ist saisonal sehr wichtig und das Keyword „weihnachtsgeschenke“ hat ein hohes Suchvolumen (450.000 Anfragen im Dezember). Es handelt sich dabei aber um ein relativ unpräzises Keyword. Potenzielle Kunden geben meist spezifischere Suchbegriffe ein, z.B. „Weihnachtsgeschenke für Männer“. Dieses Keyword hat zwar ein geringeres Suchvolumen (40.500 Anfragen im Dezember), der Nutzer findet aber genau das, was er sucht. Es macht also Sinn, nicht nur eine Landingpage für Weihnachtsgeschenke zu erstellen, sondern das Thema weiter aufzusplittern in Unterbereiche wie „Weihnachtsgeschenke für Männer“, „Weihnachtsgeschenke für Frauen“, „Weihnachtsgeschenke für die Eltern“ etc.

Suchvolumen für Weihnachtsgeschenke

Suchvolumen für Weihnachtsgeschenke

Ziel ist es, möglichst alle Unterthemen abzudecken, die für die definierte Zielgruppe interessant sind. Ein erster Schritt dazu kann ein umfassendes Brainstorming sein. Um auszuschließen, dass wichtige Themenbereiche vernachlässigt werden, sollte außerdem eine umgreifende Themen- und Keywordanalyse folgen.

Keywordanalyse und Themenfindung

Damit die Zielgruppe, die für sie erstellten Inhalte über die Suchmaschine findet, ist es wichtig, das richtige Wording zu verwenden. Mit welchen Begriffen sucht meine Zielgruppe nach einem Thema? Ein Mittel, dies herauszufinden, ist eine Keywordanalyse. Sie hilft nicht nur dabei, die passenden Begrifflichkeiten in Erfahrung zu bringen, sondern dient auch dazu, weitere Themengebiete zu erschließen, die für die Zielgruppe interessant sind.

1. Google Suggest und verwandte Suchanfragen

Google Suggest und die verwandten Suchanfragen der Google-Suche sind ein hilfreiches Werkzeug, um relevante Keyword-Kombinationen zu erschließen. Gibt man in die Google-Suche einen Suchbegriff ein, schlägt Google weitere ähnliche und häufig frequentierte Suchbegriffe vor.

Google Suggest für Weihnachtsgeschenke

Google Suggest für Weihnachtsgeschenke

Außerdem erscheint unterhalb der Suchergebnisse eine Liste mit verwandten Suchanfragen.

Verwandte Suchanfragen für Weihnachtsgeschenke

Verwandte Suchanfragen für Weihnachtsgeschenke

Beide Funktionen liefern Ideen für Keyword-Kombinationen und Themen.
Um noch weiter ins Detail zu gehen und alle Teilgebiete eines Begriffes abzudecken, können die vorgeschlagenen Keyword-Kombinationen wiederrum in Google eingegeben werden. Auf diese Weise erhält man ein breit gefächertes Kontingent an verschiedenen Keywords und Keyword-Kombinationen.

Google Suggest für Weihnachtsgeschenke für Freund

Google Suggest für Weihnachtsgeschenke für Freund

Verwandte Suchanfragen für Weihnachtsgeschenke für Freund

Verwandte Suchanfragen für Weihnachtsgeschenke für Freund

Da sich viele Keyword-Kombinationen thematisch überschneiden, macht es keinen Sinn, für jede einzelne eigenen Content zu erstellen. Stattdessen sollten die verschiedenen Begriffe und Begriffs-Kombinationen in einer Excel-Liste gesammelt und verschiedenen Themengebieten zugeordnet werden. Zum Beispiel gehören die Keyword-Kombinationen „weihnachtsgeschenke für freund“, „weihnachtsgeschenke für freund geschenke“ und „geschenk freund weihnachten“ alle zum Thema „Weihnachtsgeschenke für den Freund“. Die Keyword-Kombination „weihnachtsgeschenke für freund selber machen“ beschreibt allerdings schon wieder ein neues Thema, dem auch die Keyword-Kombination „weihnachtsgeschenke für freund selbstgemacht“ zugeordnet werden kann. Begriffe, die thematisch nicht passen, können aussortiert werden.

Wem die manuelle Eingabe in Google zu aufwändig ist, kann dazu auch verschiedene Tools nutzen, die dieselben Ergebnisse liefern. Hierzu zählt zum Beispiel Ubersuggest.

2. Google Trends

Ein weiteres Tool, mit dessen Hilfe neue Keywords und Themen gefunden werden können, ist Google Trends. Gibt man hier ein Keyword ein, werden unter anderem weitere verwandte Suchbegriffe eingeblendet:

Google Trends: verwandte Suchbegriffe

Google Trends: verwandte Suchbegriffe

Außerdem findet man hier auch noch Suchbegriffe, an denen das Interesse aktuell stark zugenommen hat.

Google Trends: Aktuelle Suchanfragen

Google Trends: Aktuelle Suchanfragen

3. Inspiration durch Wettbewerber

Es kann nicht schaden, auch den Wettbewerb im Auge zu behalten. Dazu schauen wir uns an, welche Themen die Seiten behandeln, die bereits gut zu einem Suchbegriff ranken, der auch für unser Themengebiet relevant ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass Inhalte von Wettbewerbern übernommen werden sollen. Dies dient wirklich nur der Inspiration für eigene Inhalte.

4. Keyword Planner

Sind die Keywords recherchiert, gibt man sie in den AdWords Keyword Planner ein, um ihr Suchvolumen zu ermitteln. Auch hier werden noch einmal weitere Ideen für Keywords vorgeschlagen. Vielleicht ist etwas dabei, das noch nicht verwendet wurde.

Eine Anleitung zur Nutzung des Keyword Planners findet ihr in einem älteren Blogartikel von uns. Wer nach dem letzten Update keine ordentlichen Daten mehr im Keyword Planer ausgespielt bekommt, kann ein alternatives Keyword-Tool nutzen.

Nachdem das Suchvolumen der Keywords ermittelt ist, wissen wir, welche Begriffe am häufigsten gesucht werden. Für jedes Thema sollte ein Hauptkeyword definiert werden, das bei der Erstellung der Inhalte berücksichtigt werden muss.

Inhalte platzieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Inhalte zu platzieren. Sie lassen sich auf der Website selbst veröffentlichen oder in einem Blog. Je nach Website-Typ ist man allerdings häufig eingeschränkt bei der Positionierung des Contents. Manche Onlineshop-Systeme bieten zum Beispiel nicht die Möglichkeit, eigene Content-Seiten zu erstellen. Hier empfiehlt sich die Integration eines Blogs.

Abgesehen von den technischen Möglichkeiten einer Website, ist es aber auch von der Art des Inhalts abhängig, wo dieser am besten integriert wird. Inhalte, die über einen langen Zeitraum interessant sind, können gut auf eigenen Content-Seiten platziert werden. Hier sind sie fest verankert und der Nutzer findet sie leicht wieder. Inhalte, die einen aktuellen Bezug haben und nach einigen Wochen oder Monaten nicht mehr von Interesse sind, lassen sich dagegen gut über einen Blog abbilden. Auf diese Weise bleibt der Inhalt zwar auch bestehen, wandert aber mit der Zeit ins Archiv und macht aktuelleren Inhalten Platz. Werden im Blog Inhalte platziert, die auch eine lange Zeit später noch interessant sind, kann auf sie z.B. per interne Verlinkung verwiesen werden.

Redaktionsplan erstellen

Je nachdem, wie groß eine Website ist, wie viele Inhalte erstellt werden sollen und um welche Art von Inhalten es sich handelt, bietet es sich für die Planung des Contents an einen Redaktionsplan zu erstellen. Gerade bei saisonal bedingten Inhalten ist es wichtig, diese zur richtigen Zeit auf der Website zu präsentieren. Zum Beispiel interessiert sich im Januar niemand mehr für Weihnachtsgeschenke.

Wann das Interesse an einem Suchbegriff am stärksten ausgeprägt ist, lässt sich mit Google Trends ermitteln.

Google Trends

Google Trends: Interesse an Weihnachtsgeschenken im zeitlichen Verlauf

Betrachtet man den Verlauf der Suchanfragen zu dem Keyword in 2013, ist deutlich zu sehen, dass das Interesse an Weihnachtsgeschenken ab November stark zunimmt und seinen Höhepunkt zwischen dem 8. und 14. Dezember erreicht. Zu diesem Zeitpunkt erst mit der Erstellung der Inhalte zu beginnen, ist viel zu spät. Schon im November sollten die Inhalte online sein und bestenfalls bereits ranken. Im Redaktionsplan sollte das Thema Weihnachtsgeschenke deshalb bereits für September vorgemerkt werden.

Bevor wir also mit der Content-Erstellung beginnen, müssen folgende Fragen geklärt sein:

  • Sind neben allgemeinen Themen auch spezifischere Themengebiete abgedeckt?
  • Habe ich alle für die Thematik wichtigen Keywords und Keyword-Kombinationen entsprechenden Themen zugeordnet?
  • An welcher Stelle der Website sollten die Inhalte platziert werden?
  • Wann sollte welches Thema erstellt werden, damit es zur richtigen Zeit auf der Website verfügbar ist?

Content-Erstellung

Sind alle diese Fragen geklärt, geht es an die Erstellung des Contents. Dabei müssen einige Dinge berücksichtigt werden, sowohl aus SEO-Sicht als auch aus Nutzersicht.

1. Wahl des richtigen Content-Formats

Inhalte können auf unterschiedliche Arten umgesetzt werden. Geht es um Websites, wird Inhalt häufig mit Text gleichgesetzt. Zudem werden häufig noch Bilder und Videos eingesetzt. Im Folgenden wird es auch um diese Content-Arten gehen. Am Rande sei aber angemerkt, dass es noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten gibt, ein Thema umzusetzen: Musik, Podcasts, Spiele, Präsentationen etc. Bei der Wahl des Content-Formats sollten sowohl die Zielgruppe als auch das zu behandelnde Thema berücksichtigt werden.

2. Ansprache

Wie der potenzielle Nutzer angesprochen wird, hängt von der Zielgruppe und der Thematik des Inhalts ab. Wählt man lieber einen lockeren Ton oder lieber einen formellen? Für die Website einer Bank oder Versicherung sollte der Ton sachlich sein, um die nötige Seriosität zu vermitteln. Ein Urlaubsportal kann dagegen auf eine lockere Ansprache zurückgreifen. Manchmal ist es sogar entscheidend, ob ein Inhalt auf der Website oder dem Blog eines Unternehmens veröffentlicht wird. Während die Website eher formell ausgerichtet ist, kann der Blog dagegen ungezwungener geführt werden.

3. Platzierung der Keywords auf der Website

Die in der Keywordanalyse ermittelten Keywords und Keyword-Kombinationen sollten bei der Erstellung der Inhalte natürlich berücksichtigt werden. Eine klare Vorgabe, wie oft ein Keyword in einem Text vorkommen sollte, damit er auf dieses optimiert ist, gibt es allerdings nicht. Grundsätzlich sollten Texte für Leser geschrieben werden und nicht für Suchmaschinen. Es empfiehlt sich, einen gut recherchierten Text zu schreiben und darauf zu achten, dass das Hauptkeyword darin vorkommt. Allerdings sollten ebenso Synonyme des Begriffs verwendet werden. Liest sich der Text gut, ist er in Ordnung. Wirkt der Text unnatürlich formuliert, weil das Keyword zu häufig darin enthalten ist, sollte er überarbeitet werden.

Auf jeden Fall sollte das Keyword in der Hauptüberschrift des Textes verwendet werden. Hier ist auch darauf zu achten, dass diese Überschrift im HTML-Dokument tatsächlich als Überschrift ausgezeichnet ist (h1-Tag). Google bewertet Überschriften stärker als Fließtext.

Wie oben schon erwähnt, besteht der Content einer Website nicht nur aus Text. Auch Bilder und Videos gehören zum Inhalt einer Seite. Idealerweise wird das Keyword in den Dateinamen, Alt-Tags und Bild-Unterschriften verwendet.

4. Meta-Daten

Auch wenn die Meta-Daten nicht direkt zum Content der Seite gehören, sondern vor allem in den Suchergebnissen erscheinen, sollte im Seiten-Titel und in der Meta-Description das Keyword Verwendung finden. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf das Ranking einer Website aus, es hilft auch dem Nutzer die passenden Inhalte zu seiner Suchanfrage zu finden.

Wichtig für die Content-Erstellung:

  • Passendes Content-Format wählen
  • Passende Ansprache des Nutzers
  • Richtige Platzierung der Keywords in Text, Dateinamen und Meta-Daten

Bei der Erstellung von Inhalten für internationale Websites sind noch einmal andere Dinge zu beachten.

Fazit

Bei der Themenfindung und der Erstellung von Inhalten sollten von vornherein sowohl die Interessen des Nutzers als auch die suchmaschinenfreundliche Umsetzung der Themen berücksichtigt werden. Themen müssen so ausgesucht werden, dass sie auf die Suchanfragen des Nutzers zugeschnitten sind und die entsprechenden Keywords beinhalten. Das behandelte Thema der Seite sollte klar ersichtlich sein. Nur so kann davon ausgegangen werden, dass der Nutzer die Webseite nicht sofort wieder verlässt.

Titelbild © Slikar – Fotolia.com

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