Wir zeigen dir heute gerne, wie du den Erfolg deiner Website messen kannst. In Google Analytics 4 (GA4) ist dafür kein separates Konzept mehr nötig – alles, was GA4 misst, ist ein Ereignis. Selbst ein einfacher Seitenaufruf wird intern als Ereignis (page_view) erfasst. Diese konsequent ereignisbasierte Architektur ist einer der größten Unterschiede zu Universal Analytics, wo es noch getrennte Konzepte für Seitenaufrufe, Ereignisse und Zielvorhaben gab. Wir zeigen dir, welche Ereignistypen es in GA4 gibt, wie sie aufgebaut sind und wie du die für dich wichtigen als Schlüsselereignis markierst.
Das Event-Modell: Ereignisname statt Kategorie/Aktion/Label
In Universal Analytics bestand ein Ereignis aus den vier Feldern Kategorie, Aktion, Label und Wert. Dieses starre Schema gibt es in GA4 nicht mehr. Stattdessen besteht ein Ereignis aus:
- einem Ereignisnamen (z. B.
video_start,generate_lead,purchase) und - beliebig vielen Ereignisparametern – frei benennbaren Zusatzinformationen wie
video_title,valueoderpayment_type.
Dieses flexible Modell hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Kategorie/Aktion/Label: Du bist nicht mehr an eine feste Hierarchie gebunden, sondern kannst pro Ereignis genau die Parameter mitschicken, die inhaltlich Sinn ergeben – und diese Parameter später frei als Dimensionen in Berichten und Explorationen verwenden.
Die vier Ereignistypen in GA4
GA4 unterscheidet vier Arten von Ereignissen:
- Automatisch erfasste Ereignisse: Werden ganz ohne zusätzliche Konfiguration erfasst, sobald das GA4-Tag auf deiner Website eingebunden ist – etwa
first_visit,session_startoderpage_view. - Ereignisse durch erweiterte Messung: Lassen sich in der Verwaltung unter „Datenstreams” per Schalter aktivieren, ganz ohne Tag-Manager-Konfiguration. Dazu zählen zum Beispiel
scroll(90 %-Scrolltiefe),click(ausgehende Links),file_downloadodervideo_start/video_progress/video_completebei eingebetteten Videos. - Empfohlene Ereignisse: Von Google vordefinierte Ereignisnamen und Parameter-Sets für gängige Use-Cases, die du selbst implementierst (per Google Tag Manager oder direkt per gtag.js). Beispiele:
login,sign_up,search,sharefür alle Properties;add_to_cart,begin_checkout,view_itemfür E-Commerce;generate_lead,qualify_leadfür Lead-Generierung. Der Vorteil: Weil Name und Parameter standardisiert sind, funktionieren viele GA4-Standardberichte und -Funktionen (z. B. E-Commerce-Berichte) automatisch damit. - Benutzerdefinierte Ereignisse: Alles, wofür es kein passendes empfohlenes Ereignis gibt, definierst du komplett selbst – eigener Name, eigene Parameter.
Ereignisse einrichten: Google Tag Manager statt Quellcode-Anpassung
Für die technische Umsetzung des Event-Trackings gibt es grundsätzlich zwei Wege. Der eine Weg bindet JavaScript-Snippets direkt im Quelltext ein – das ist fehleranfällig, teuer in der Pflege und für dynamisch generierte Seiten kaum praktikabel. Wir empfehlen daher die Einrichtung über den Google Tag Manager, der jederzeit eine schnelle Änderung, Skalierung und Integration mit Drittanbietern erlaubt. Grundsätzlich läuft das Tracking über GTM in zwei Schritten: Zuerst konfigurierst du den Trigger (wann soll das Ereignis feuern?) und das GA4-Event-Tag, danach legst du fest, ob die zu übergebenden Werte statisch oder dynamisch aus dem Data Layer kommen. Eine genauere Anleitung dazu findest du in unserem Beitrag zum Event-Tracking mit dem Google Tag Manager.
Zusätzlich lassen sich bestehende Ereignisse direkt in GA4 anpassen, ohne den Tag Manager anzufassen: Unter Verwaltung > Ereignisse > Ereignis erstellen kannst du auf Basis eines bereits erfassten Ereignisses ein neues, umbenanntes Ereignis mit angepassten Parametern erzeugen – praktisch für schnelle Korrekturen, wenn zum Beispiel ein Ereignisname unglücklich gewählt wurde.
Ereignisse als Schlüsselereignis markieren
Das GA4-Pendant zu den alten Zielvorhaben aus Universal Analytics heißt Schlüsselereignis (im Englischen: Key Event, bis 2024 „Conversion” genannt). Ein Schlüsselereignis ist schlicht ein Ereignis, das du als besonders wichtig für dein Geschäft markiert hast – ein Kauf, eine Newsletter-Anmeldung, ein abgeschlossenes Kontaktformular.
So markierst du ein Ereignis:
- Gehe in der Verwaltung zu Ereignisse.
- Klicke bei dem gewünschten Ereignis auf das Stern-Symbol in der Spalte „Als Schlüsselereignis markieren”.
- Bei einem neuen, noch nicht erfassten Ereignis aktivierst du die Option direkt beim Anlegen.
Standard-Properties erlauben bis zu 30 Schlüsselereignisse, Analytics-360-Properties bis zu 50. Erst als Schlüsselereignis markierte Ereignisse tauchen in Conversion-bezogenen Berichten, im Attributionsvergleich und als Ziel für Google-Ads-Optimierungen auf.
Ereignisse auswerten
Für die Auswertung stehen dir mehrere Wege offen:
- Bericht „Ereignisse” unter Berichte > Interaktionen > Ereignisse: Zeigt dir alle erfassten Ereignisnamen mit Anzahl der Ereignisse, Nutzern und – falls als Schlüsselereignis markiert – dem zugeordneten Wert.
- Ereignisparameter als sekundäre Dimension: In den meisten Standardberichten kannst du einen Ereignisparameter als zusätzliche Dimension hinzufügen, um zum Beispiel Downloads nach Dateityp aufzuschlüsseln.
- Explorationen: Für freie, mehrdimensionale Auswertungen – etwa Ereignisreihenfolgen oder Kombinationen mehrerer Parameter – lohnt sich ein Blick in die explorativen Analysen, insbesondere die Trichter- und Pfadanalyse.
Fazit
Das Ereignis-Tracking gehört auch in GA4 zu den wichtigsten Analysetechniken, um den Erfolg eurer Website und eurer Kampagnen zu bewerten. Der große Unterschied zu früher: Statt einer starren Kategorie/Aktion/Label-Struktur bekommst du mit Ereignisnamen und frei definierbaren Parametern ein deutlich flexibleres Modell – und mit automatisch erfassten, per erweiterter Messung aktivierbaren sowie empfohlenen Ereignissen kommst du oft schon ganz ohne Tag-Manager-Konfiguration ein gutes Stück weit. Sobald du eure wichtigsten Aktionen als Schlüsselereignis markiert hast, liefert dir GA4 die Grundlage für Attribution, Kampagnenoptimierung und aussagekräftige Reportings.
