Google Analytics: Interne Zugriffe ausschließen mittels IP Filter

Jedes gut strukturierte Google Analytics Konto sollte über mindestens eine Datenansicht verfügen, in der die eigenen Zugriffe herausgefiltert werden. Da sich euer Verhalten auf der eigenen Website meist deutlich von dem der externen Besucher unterscheidet, besteht ansonsten die Gefahr die Daten zu verfälschen (z.B. durch Tests) und somit falsche Rückschlüsse über das Nutzerverhalten zu ziehen.

Wir zeigen euch, wie ihr mit Hilfe von personalisierten Filtern eure eigenen Zugriffe, oder auch die von euren externen Dienstleistern wie Agenturen, Programmieren etc. herausfiltern könnt.

Exkurs: Interne & externe IP Adressen

Anhand der IP Adresse können Netzwerkgeräte (PC, Smartphone etc.) in einem Netzwerk oder dem gesamten Internet eindeutig identifiziert werden. Bei der Vergabe von IP-Adressen wird zwischen internen (lokalen) und externen IP-Adressen unterschieden.

Die interne IP Adresse dient der Identifikation von Netzwerkgeräten innerhalb eines lokalen Netzwerkes (z.B. Firmennetzwerk). Über die interne IP ist das Gerät direkt von anderen Geräten aus demselben Netzwerk erreichbar.

Im Internet dagegen wird über die externe IP Adresse des Routers kommuniziert. Um interne Zugriffe aus euren Datenansichten zu filtern, benötigt ihr eure externe IP Adresse.

Wie ermittle ich meine externe IP Adresse?

Die eigene IP Adresse könnt ihr z.B. auf www.wieistmeineip.de ermitteln. Die Website zeigt euch diese auf einen Blick an. IP Adressen von externen Dienstleistern könnt ihr bei diesen direkt erfragen.

Quelle: wieistmeineip.de

Quelle: wieistmeineip.de

Dynamische IPs und IP Ranges

Bei IP Adressen wird generell unterschieden zwischen statischen und dynamischen IP Adressen. Statische Adressen sind fest bestimmt und ändern sich nicht, sprich einem Gerät wird jedes Mal die gleiche IP zugeteilt. Bei dynamischen Adressen hingegen wird dem Gerät bei jeder Einwahl ins Netz eine neue IP Adresse zugeordnet. Dynamische Adressen können daher nicht über einen IP Filter ausgeschlossen werden.

Eine IP Adresse besteht grundsätzlich aus 32 Bits, also 4 Oktetten. Diese 4 Oktette werden durch Punkte voneinander getrennt.

Beispiel IP-Adresse: 195.14.229.240

Große Unternehmen nutzen häufig IP-Ranges (IP-Adressen-Bereiche). Die Mitarbeiter surfen in diesem Fall nicht über eine, sondern mehrere IP Adressen, die sich in einer Range befinden.

Beispiel IP Range: 195.14.229.1-255

In der Range sind folgende IP Adressen enthalten: 195.14.229.1.1, 195.14.229.1.2, 195.14.229.1.3 usw. bis 195.14.229.1.255

Benutzerdefinierten Filter einrichten

Da in Deutschland aufgrund des Datenschutzes die IP-Anonymisierung von Google Analytics eingebunden werden muss, wird die IP-Adresse beim Erfassen um das letzte Oktett (den letzten Block) gekürzt. Dieser letzte Zahlenblock der IP Adresse wird von Google Analytics also gar nicht erfasst.

Über den vorgefertigten Filter zum Ausschluss von IP Adressen den Analytics euch bietet, ist es nicht möglich, die Filterung ohne das letzte Oktett anzugeben. Bei Nutzung des entsprechenden Filters lauft ihr also Gefahr, dass der Filter nicht richtig funktioniert und eure Zugriffe somit immer noch in die Datenansicht einlaufen.

Mit Hilfe eines benutzerdefinierten Filters könnt ihr dieses Problem jedoch umgehen. Hier habt ihr die Möglichkeit die IP Adresse unter Verwendung von Regulären Ausdrücken aus eurer Datenansicht auszuschließen.

Den Filter könnt ihr in eurem Google Analytics Konto anlegen unter Verwalten > Datenansicht > Filter

Benutzerdefinierten Filter anlegen

Benutzerdefinierten Filter anlegen

Hier könnt ihr nun eure IP Adresse als regulären Ausdruck ohne das letzte Oktett angeben. Mehr Informationen zu der Verwendung von regulären Ausdrücken erhaltet ihr in unserem Blogartikel „Reguläre Ausdrücke für Google Analytics“.

IP Filter

IP Filter mit regulärem Ausdruck anlegen

Auf Grund der IP Anonymisierung ist es nicht möglich, eine einzelne IP Adresse herauszufiltern. Das letzte Oktett umfasst insgesamt bis zu 255 IP-Adressen. Somit filtert ihr nicht nur explizit eure eigene einzelne IP-Adresse, sondern alle Adressen des Nummernblocks heraus. Dies ist jedoch im Regelfall nicht problematisch. Lediglich wenn ein lokaler Internetanbieter eine betroffene IP verwendet, können eventuell größere Besucheranteile in einer Region nicht mehr erfasst werden. Auch IP Ranges werden so automatisch komplett abgedeckt.

Insider Tipp

Zu Testzwecken macht es ebenfalls Sinn, eine weitere Datenansicht anzulegen, in der nur eure internen Zugriffe (und evtl. die externer Dienstleister) einlaufen. In diesen Fall wählt ihr dann in der entsprechenden Datenansicht für den Filter nicht die Option ausschließen, sondern einschließen. In dieser Datenansicht könnt ihr dann z.B. direkt testen, ob ein Seitenaufruf, Ereignis etc. gefeuert wird und die Daten auch korrekt im Konto einlaufen.

Braucht ihr Hilfe bei der Einrichtung eures Google Analytics Account? Wir unterstützen euch gerne dabei.

 

Verwandte Artikel

4 Antworten
  1. Dennis
    Dennis says:

    Hallo sehr interessanter Artikel.
    Ich habe ein Problem, bei mir scheint irgendwas andersrum zu laufen. Wenn ich die IP Rang „ausschließe“ und anschließend über echtzeitprüfung das ganze prüfe werde ich trotzdem als besucher angezeigt. Wenn ich dann auf den Datensatz schaue wo ich die IP Range „einschließe“ werde ich nicht angezeigt. Also quasi andersrum als es eigentlich sein sollte oder ? 😀
    Bitte um Hilfe

    LG dennis

    Antworten
    • Bernadette Hohns
      Bernadette Hohns says:

      Hallo Dennis,
      ich vermute mal, dass die IP-Adresse im Filter nicht passt. Vielleicht hast du gar keine statische Adresse.
      Beispiel:
      Wenn du in einer Datenansicht eine nicht-passende IP-Adresse herausfilterst, dann kannst du dort deine eigenen Zugriffe sehen.
      Wenn du nun in einer anderen Datenansicht nur auf dieselbe (nicht passende) IP-Adresse filterst, dann kannst du dort deine eigenen Zugriffe nicht sehen.
      Kannst du das bitte mal überprüfen?

      Antworten
  2. Bernadette Hohns
    Bernadette Hohns says:

    Hallo Marcus,
    durch die IP-Anonymisierung filterst du mit dem „dicken Daumen“, max. 255 IP-Adressen.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um relevanten Traffic handelt, ist sehr gering.
    In meiner langjährigen Praxis habe ich noch keinen Fall gehabt, wo es dadurch Probleme gegeben hat.
    In der Datenansicht für interne Zugriffe könntest du tatsächlich auch erkennen, ob du eine große Menge relevanten Traffics herausfilterst.
    Aber hauptsächlich benutze ich diese interne Datenansicht zu Testzwecken und für Überprüfungen, was sehr wichtig ist.
    Im Echtzeit-Bericht kann ich direkt prüfen, ob z.B. benutzerdefinierte Kampagnenlinks funktionieren oder ob ein angelegtes Ereignis gefeuert wird.
    Und in einer ungefilterten Datenansicht ist es je nach Trafficvolumen extrem schwierig, meine eigenen Zugriffe herauszufinden und zu untersuchen.

    Antworten
  3. Marcus
    Marcus says:

    Hallo Bernadette,
    vielen Dank für diesen Artikel , der hat mir sehr geholfen. Eine Frage habe ich allerdings – man arbeitet also mit einem Filter für eine IP-Range, um eigene Zugriffe auszuschließen. Und um sicherzugehen, dass man innerhalb dieser herausgefilterten Range keine großen Mengen an Zugriffen ausschließt, richtet man eine weitere Datenansicht ein, in der man sich nur die Zugriffe dieser IP-Range anzeigen lässt – man hat dann aber immer noch keine Kontrolle, was genau man neben den eigenen IP-Zugriffen ausschließt. Angenommen, der herausgefilterte Anteil ist unverhältnismäßig hoch – dann wird ja vermutlich über die gefilterte IP-Range auch ein gewisser relevanter Anteil von echtem externen Traffic herausgefiltert. Wie wahrscheinlich ist das? Hast du hier Erfahrungswerte aus der Praxis? Vielen Dank für deine Hilfe.

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.