Daten Analyst und Chief Data Officer – Wen braucht mein Unternehmen für die Webanalyse?

Wir haben euch in unseren Artikeln „Finde das richtige Webanalyse-Tool“ und „Neues Webanalyse-Tool implementieren – Planung ist alles!“ bereits gezeigt, wie ihr das richtige Tool auswählt und wie ihr die Implementierung planen könnt. In diesem dritten Artikel möchten wir uns einem Bereich zuwenden, der häufig unterschätzt wird: Die Menschen, die mit dem Tool arbeiten.

Es reicht leider nicht, euren Mitarbeitern ein Tool aufzusetzen und diese dann mit dem Tool allein zu lassen. Um wirklich wertschöpfend mit einem Analyse-Tool zu arbeiten, braucht es ausreichend Ressourcen und eine sinnvolle Einarbeitung der beteiligten Mitarbeiter.

Dabei muss für euer Unternehmen geklärt werden, ob ein spezieller Analyst die Datenauswertung übernehmen soll, ob das Marketing die Aufgabe zusätzlich übernimmt oder ob jeder betroffene Bereich seine eigenen Daten analysiert. Dabei ist natürlich entscheidend, welche Ressourcen im Unternehmen freigemacht werden können.

Start in die Webanalyse

Was sollte ein guter Daten Analyst mitbringen?

In den letzten 1,5 Jahren hat ein Umdenken stattgefunden und den Unternehmen ist die Wichtigkeit der Datenanalyse bewusster denn je. Daher sind erfahrene Analysten heiß begehrt – aber auch schwierig zu finden. Der Aufbau von internem Know-how kann daher entscheidend sein.

Habt ihr Glück und euer Unternehmen verfügt über einen eigenen Analysten, so sollte dieser innerhalb des Unternehmens eine Schnittstellenposition einnehmen. Er arbeitet mit allen betroffenen Abteilungen zusammen und hat so eine Gesamtsicht auf das Thema. Er ist in der Lage, die einzelnen Arbeitsbereiche der Webanalyse zu bündeln – auch gegenüber der Geschäftsführung.

Was sollte ein Analyst mitbringen? Noch gibt es keine einheitliche Ausbildung zum Analysten, daher können Analysten sowohl aus der IT, als auch aus dem Marketing oder anderen Fachbereichen stammen. Technisches Basiswissen ist auf jeden Fall von Vorteil. Ein guter Analyst sollte zudem gerne und viel hinterfragen und sich mit anderen Beteiligten auseinandersetzen können – Kommunikationsbereitschaft ist daher essenziell wichtig. Oft reden einzelne Abteilungen (Technik, IT, Marketing, Vertrieb etc.) aneinander vorbei – der Analyst nimmt hier eine moderierende Rolle ein. Ein guter Analyst verfügt zudem über die Fähigkeit, Daten zu verdichten, sodass sie auch jemand versteht, der nicht so tief in den Daten steckt.

Ein guter Analyst ist also nicht auf reine Technik beschränkt. Allerdings ist die Rolle des Analysten vor allem dafür verantwortlich, aufzuzeigen, was auf der Webseite noch nicht so gut funktioniert – sicherlich nicht für jeden eine geeignete Aufgabe.

Webanalyse-Wissen intern aufbauen

Wenn euer Unternehmen intern Mitarbeiter für die Webanalyse ausbilden möchte (oder muss), ist es sinnvoll Unterstützung durch eine externe Agentur oder einen externen Berater in Anspruch zu nehmen. Wenn intern Kompetenzen fehlen, beschleunigt Hilfe von außen den Prozess, denn man profitiert von der externen Erfahrung. Muss das Wissen intern, ohne Hilfe von außen aufgebaut werden, braucht dies deutlich mehr Zeit.

Im Unternehmen muss ein Bewusstsein für die Arbeit mit Daten geschaffen werden: Das Tool ist nur Mittel zum Zweck, die eigentliche Analyse durchführen und damit Antworten auf das „Warum“ finden, können nur die Menschen hinter dem Tool.

Gerade für Personen, die noch nie mit Analytics gearbeitet haben, müssen Basics erklärt werden und es muss ein gewisses Grundvertrauen in die Daten geweckt werden. Denn: Bestehen Zweifel an der Richtigkeit der Daten, so werden auch alle Analysen in Zweifel gezogen. Grundlage muss daher sein, den Mitarbeitern zu vermitteln, wie Daten gesammelt und Metriken überhaupt berechnet werden.

Bei der Schulung der Mitarbeiter müssen alle beteiligten Personen einbezogen werden, um ein unabhängiges Arbeiten zu ermöglichen. Dafür ist wichtig, vorab genau festzulegen, wer mit den Daten arbeiten wird und dementsprechende Schulungen braucht. Es ist außerdem sinnvoll nicht nur einen einzelnen Mitarbeiter fortzubilden, damit das Wissen nicht mit dem Mitarbeiter das Unternehmen verlassen kann.

Neben Seminaren zu Grundlagen, bietet sich auch ein individuelles Coaching an. Jede Abteilung, die mit Webanalyse arbeitet, hat andere Bedürfnisse und benötigt unterschiedliche Daten und Analysen. Ganz konkrete Fragen können daher in diesem Rahmen besser beantwortet werden, als durch Seminare, die das Thema eher umfassend behandeln. Zusätzlich können externe Agenturen und Berater helfen, eine Nutzersicht einzunehmen und der natürlichen Betriebsblindheit entgegenzuwirken, die sich gerne einstellt.

Was den Mitarbeitern oft noch fehlt, selbst wenn die Bedienung des Tools bereits bekannt ist, sind die wichtigen Fragestellungen hinter der Analyse: Was kann ich mit den Daten anfangen? Was kann ich daraus lesen? Wie sieht unser Plan aus? Ziel eines sinnvollen Coachings dürfen also nicht nur technische Fragen sein, sondern auch der Blick auf das große Ganze: Wofür machen wir das überhaupt?

Die Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt ein weiteres Coaching anzusetzen, wenn bereits einige Zeit mit dem neuen Tool gearbeitet wurde. Hier können ganz konkrete Fragen zur alltäglichen Arbeit mit dem Tool beantwortet werden, die vielleicht erst während der Nutzung aufgekommen sind.

Förderlich ist auch ein reger Austausch unter den Nutzern, beispielsweise im Rahmen eines monatlichen Meetings, in dem die aktuellen Herausforderungen oder Lösungen für angefallene Probleme besprochen werden. So wird auch der interne Wissenstransfer gefördert und wertvolle Arbeitszeit eingespart, weil sich nicht jeder einzeln mit einem Problem auseinandersetzen muss, das ein anderer vielleicht schon für sich gelöst hat.

Brauche ich einen Chief Data Officer?

In großen Unternehmen stellt sich zusätzlich zur Position des Analysten die Frage, ob ein Chief Data Officer (CDO) eingesetzt werden sollte. Gerade in Unternehmen, die viele oder besonders sensible Daten erheben, ist dies sinnvoll. Ob es sich dabei tatsächlich namentlich um einen CDO handelt, oder ob jemand anderes sich in dieses Thema einarbeitet und Verantwortung übernimmt, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass jemand im Unternehmen den Überblick behält, wo und wie Daten gesammelt und verarbeitet werden. Diese Person kann auch als Ansprechpartner fungieren, wenn Abteilungen spezielle Daten benötigen oder Fragen zur Datenerhebung haben.

Fazit

Die Webanalyse ist kein Selbstläufer, sondern benötigt Mitarbeiter, die den Sinn hinter den Daten verstehen und wissen, wie sie interpretiert werden können. Hierzu muss euer Unternehmen Ressourcen bereitstellen, um passendes Personal einzustellen oder Mitarbeiter intern weiterzubilden.

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