Der Google Tag Manager bietet den Betreibern von Webseiten kostenlos die Möglichkeit, über den Einbau von diversen Tags Informationen über das Verhalten der User auf ihrer Website zu ergattern und in Google Analytics auszuwerten. Beispiele für solche Informationen sind unter anderem, welche Unterseiten aufgerufen werden, bis wohin ein User gescrollt hat und wie er mit verschiedenen Komponenten auf der Website interagiert.

Wie so häufig ist auch für die Trackingeinrichtung und die spätere Datenauswertung vor allem eine solide Basis enorm wichtig. Was am Anfang nicht eingerichtet worden ist, kann später auch nicht ausgewertet werden. Daher stelle ich euch in diesem Artikel unsere acht Basic-Einrichtungen vor, die Bestandteil eines jeden Tracking Konzepts sein sollten und mit relativ wenig Aufwand eingerichtet werden können.

Seitenaufrufe

Die Mutter aller Tags! Die Einrichtung eines Trackings der Seitenaufrufe schafft die Grundlage für alles weitere. Deshalb wird in Verbindung mit diesem Tag auch häufig von der Einbindung des Tracking Codes gesprochen. Hierdurch können wir uns sicher sein, keine vom User gesehene Seite zu verpassen.

Außerdem ist es möglich, andere Aktionen auf der Website, die als Event erfasst werden, genau auf die entsprechenden Unterseiten zurückzuführen, auf denen sie ausgeführt wurden. Dazu müsst ihr später in Google Analytics nur die Seite als sekundäre Dimension in dem entsprechenden Bericht integrieren.

Bericht: Wichtigste Ereignisse mit sekundärer Dimension „Seite“

Bericht: Wichtigste Ereignisse mit sekundärer Dimension „Seite“

Zwar ist es auch möglich, die Events ohne das Tracken der Seitenaufrufe zu erfassen und sie der entsprechenden Unterseite zuzuordnen, auf der die Aktion erfolgt. Allerdings habt ihr ohne das Seitenaufruf-Tracking keine Möglichkeit nachzuvollziehen, über welchen Kanal der Nutzer auf die Website gelangt ist und auch die Werte zu Verweildauer und Absprungrate werden nicht erfasst.

Wie ihr den entsprechenden Tag einrichtet, erfahrt ihr im Artikel „Google Analytics einbinden“ unter Tracking Code einbinden mit dem Google Tag Manager.

Externe Links

Natürlich ist es für euch wichtig zu wissen, wo die User eurer Website überhaupt herkommen. Wenn ihr die Seitenaufrufe trackt, erfasst Google Analytics diese Information bereits von selbst. Ebenso wichtig ist es allerdings zu erfahren, wohin die User gehen, wenn sie eure Website wieder verlassen. Neben dem Wechsel der Website über den manuellen Aufruf einer neuen URL im Browser und dem Schließen der Website an sich, gibt es auch die Möglichkeit, dass der User über einen externen Link die Seite verlässt. Beispielsweise wenn ihr die Website eines Geschäftspartners verlinkt o.ä. Werden die externen Links getrackt, könnt ihr sehen, welche externen Inhalte von Nutzern aufgerufen werden und die entsprechenden Inhalte eventuell selbst zur Verfügung stellen.

Durch die Nutzung des Trackings für externe Links seht ihr ganz genau, welche externen Verlinkungen auf eurer Website wie häufig angeklickt werden. Voraussetzung dafür ist, dass ihr ein entsprechendes Event einrichtet. Für den Aufbau eines solchen Events empfiehlt es sich, einen allgemeinen Kategorie-Namen zu wählen (z.B. externe Links) und in der Ereignisaktion zu konkretisieren, zu welcher URL der User wechselt.

In den Analytics Berichten sieht das Ganze dann so aus:

Bericht: Wichtigste Ereignisse mit sekundärer Dimension Ereignisaktion, gefiltert auf die Ereigniskategorie „link“

Bericht: Wichtigste Ereignisse mit sekundärer Dimension Ereignisaktion, gefiltert auf die Ereigniskategorie „link“

Downloads

Auf vielen Webseiten werden den Usern Dateien zum Download angeboten. Seien es Pressetexte, Bilder oder auch Infomaterialien in Form von PDFs oder Word-Dokumenten. Doch um zu wissen, wie häufig diese Dateien tatsächlich heruntergeladen werden, muss ein Downloadtracking eingebunden sein. Auf diese Weise seht ihr genau, welche Dateien interessant für den User sind.

Auch hierfür muss ein entsprechendes Event eingerichtet werden, das zählt, wie häufig ein Download-Link angeklickt wurde. Die Einrichtung von virtuellen Seiten für die einzelnen Downloads ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Im Gegensatz zum Event könnt ihr mit Hilfe des virtuellen Seitenaufrufs nicht nur feststellen, wie häufig ein Dokument heruntergeladen wurde, sondern auch, welche URLs der Nutzer anschließend noch aufgerufen hat. Es gibt euch also die Möglichkeit, den Nutzerpfad genauer nachzuvollziehen.

Mailtos

Ein Ziel vieler Websites ist es, den Kontakt mit dem Kunden herzustellen. Dazu werden die E-Mail-Adressen von Ansprechpartnern oder Beratern auf der Website angezeigt und verlinkt. Bei Klick auf die Adresse öffnet sich dann die Maske des installierten E-Mail-Programms.

Die Kontaktaufnahme über ein solches sogenanntes „Mailto“ kann ebenfalls mit Hilfe eines Events getrackt werden. Auf diese Weise wird ersichtlich, wie sehr sich die User einen persönlichen Kontakt wünschen und welcher Mitarbeiter wie häufig kontaktiert wird.

Beispiel für ein Mailto

Beispiel für ein Mailto

Kontaktformular

Neben den Mailtos sind sie wohl das beliebteste Tool, um den Usern einer Website den direkten Kontakt mit einem Unternehmen zu ermöglichen: die Kontaktformulare. Häufig kann der User schon beim Ausfüllen aus einer Vorauswahl eine Thematik seines Anliegens auswählen. Die Auswahl einer vordefinierten Thematik (wenn vorhanden) kann ebenso durch Einrichtung eines Trackings ausgewertet werden, wie das Abschicken des Formulars an sich.

Im richtigen Analytics Bericht erfahrt ihr so, auf welchen Unterseiten das Kontaktformular besonders häufig verwendet wird. Je nachdem welchen Zweck euer Kontaktformular erfüllen soll, könnt ihr daraus schießen, wie gut euer Content performt. Möchtet ihr Kundenanfragen generieren, ist eine hohe Zahl an Anfragen auf einzelnen Seiten ein Zeichen dafür, dass diese Seiten besonders zur Kontaktaufnahme animieren. Handelt es sich um ein Formular, mit Hilfe dessen der Nutzer weiterführende Fragen zum Inhalt stellen kann, spricht eine hohe Anzahl an Kontaktaufnahmen eher dafür, dass euer Content noch nicht detailliert genug ist und offene Fragen bleiben. In diesem Fall solltet ihr euren Content verbessern. Durch das Tracken einer vorausgewählten Kategorie könnt ihr in Erfahrung bringen, welche Thematiken besonders hohes Interesse hervorbringen, welche Produkte oder Dienstleistungen besonders erklärungsintensiv sind und noch vieles Weitere.

Video Tracking

Häufig werden Videos auf Webseiten eingebunden, um den User zu bestimmten Themen zu informieren. Doch wie häufig werden diese Videos gestartet und werden sie überhaupt bis zum Ende angesehen? All diese Infos liefert das Videotracking, welches ebenfalls über den GTM für die Website eingebunden werden kann. Auch das Pausieren oder eine Angabe, wie weit des Videos gesehen wurde, ist in einigen Fällen möglich. Hierfür müsst ihr wieder ein Event einrichten.

Scolltiefen Tracking

Das Scrolltiefen Tracking ist gerade für Websites mit vielen Contentseiten ein wichtiger Indikator dafür, wie der User mit den einzelnen Seiten interagiert. Es beantwortet Fragen wie:

  • Wurde mein Blogartikel komplett angesehen?
  • Wurde überhaupt bis zu einer bestimmten CTA gescrollt?

Mit Hilfe der Tracking-Einrichtung könnt ihr also bewerten, wie gut euer Content performt. Oder ihr findet heraus, ob Nutzer nur deshalb nicht auf eure CTA klicken, weil sie gar nicht bis dorthin scrollen.

Dabei ist es möglich, sowohl mit prozentualen Angaben zu arbeiten, die einem verraten, wie weit der User die Website betrachtet hat, als auch andere Bulletpoints auf der Website zu definieren. Solche Bulletpoints könnten zum Beispiel bestimmte Template-Abschnitte sein wie das Textende, ein Kontaktformular, eine Autorenbox, der Footer oder ähnliches.

In den Analytics Berichten könnt ihr dann einsehen, wie groß der Anteil der Nutzer ist, die zum Beispiel bis zum Seitenende gescrollt haben. Oder wie hoch der Anteil der Nutzer ist, die sich nur das erste Viertel der Seite ansehen.

Bericht: Scrolltiefen-Tracking mit prozentualen Angaben

Bericht: Scrolltiefen-Tracking mit prozentualen Angaben

Bericht: Scrolltiefen-Tracking nach Seitenabschnitten

Bericht: Scrolltiefen-Tracking nach Seitenabschnitten

Newsletter-Anmeldungen

Egal ob stationärer Handel oder nur Onlineshop: Newsletter bieten Unternehmen die Möglichkeit, sowohl Stamm- als auch potentielle Neukunden über Neuerungen innerhalb des Unternehmens, spannende Angebote und allerlei Wissenswertes zu informieren. Wie häufig ein Newsletter abonniert wird, könnt ihr über den Einbau eines entsprechenden Trackings erfahren.

Je nach Website werden auch Newsletter zu unterschiedlichen Themen angeboten. Mit Hilfe des Trackings könnt ihr sehen, welches Thema besonders häufig abonniert wird und daher für eure Nutzer besonders interessant ist. Außerdem könnt ihr nachvollziehen, über welche Kanäle Nutzer auf eure Seite gelangt sind, die sich für den Newsletter anmelden. Sorgen zum Beispiel bestimmte Kampagnen für viele Neuanmeldungen? Oder gibt es evtl. Seiten, die den User dazu animieren, den Newsletter zu abonnieren? All dies lässt sich mit dem Tracking der Newsletter-Anmeldungen erfahren.

Beispiel für eine Newsletteranmeldung

Beispiel für eine Newsletteranmeldung

Fazit

Basis einer jeden Analyse sind valide und umfangreiche Daten und dafür ist ein sauberes Tracking unerlässlich. Mit diesen acht Einrichtungen schafft ihr mit relativ wenig Aufwand eine hervorragende Grundlage für das Analysieren der Useraktivitäten auf eurer Website. Aber natürlich gibt es noch viele weitere Daten, die erhoben werden können. Wichtig ist es allerdings, dass ihr euch vor der Einrichtung des Trackings Gedanken macht, ob die jeweilige Einrichtung für eure Website sinnvoll bzw. nötig ist. Für solche Überlegungen, solltet ihr euch gut auf eurer Seite und mit deren Funktionen auskennen und euch auch eure Unternehmensziele immer vor Augen halten.

Julia Bornheim

Julia Bornheim ist Consultant für Search & Analytics bei lunapark und ist unter anderem in den Bereichen Projektmanagement, Google Analytics und Tracking tätig. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Personal- und Medienmanagement an der Universität Siegen. Bevor sie bei lunapark anfing, war sie bereits Junior Marketing Manager bei der Lang AG.
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