Habt ihr schon einmal eine Google-Suche gestartet und einfach nicht das richtige Ergebnis erhalten? Vielleicht wurden euch statt Informationen zu einem Produkt, haufenweise Anzeigen zum Kauf desgleichen eingeblendet? Dann hat Google vielleicht einfach eure Suchintention falsch eingeschätzt. Wir zeigen euch, welche verschiedenen Suchintentionen es gibt und wie ihr diese zur Optimierung eurer Inhalte nutzen könnt.

Was ist die Suchintention?

Die Suchintention beschreibt die Absicht, mit der ein Nutzer eine Suchanfrage startet. Die richtige Interpretation der Suchintention ist daher entscheidend daran beteiligt, dass Suchmaschinen ihren Nutzern die besten und relevantesten Ergebnisse liefern können.

Tippt ein Nutzer eine Suchanfrage in eine Suchmaschine ein, dann haben sowohl Nutzer als auch Suchmaschine ein gemeinsames Interesse: Genau die Informationen zu liefern, die für den Nutzer relevant sind. Denn nur, wenn der Nutzer zufriedenstellende Antworten auf eine Suchanfrage erhält, wird er die Suchmaschine auch in Zukunft verwenden. Schließlich beruht das Geschäftsmodell von Google & Co darauf, Werbeanzeigen zu den passenden Suchanfragen auszuspielen und dies gelingt nur auf Dauer, wenn die Nutzer mit den gebotenen Ergebnissen zufrieden sind.

Damit die Suchmaschine dies liefern kann, muss sie erkennen, mit welcher Intention ein Nutzer eine Suchanfrage stellt, als was für Informationen er sucht, wenn er eine Suche startet.

Welche Suchintentionen gibt es?

Um die Suchintention eines Nutzers zu beschreiben, gibt es verschiedene Modelle. Die bekannteste Kategorisierung ist die Einteilung in informationale, transaktionale und navigationale Suchanfragen:

  • Informationale Suchanfragen: Alle Suchanfragen, deren Suchabsicht das Finden von Informationen ist. Beispiel: ”Barack Obama Alter”, “Sommerferien NRW”, “adventskalender basteln”.
  • Transaktionale Suchanfragen: Alle Suchanfragen mit transaktionalem Charakter; der Nutzer möchte also z.B. eine Transaktion abschließen, ein Kontaktformular oder eine Newsletter-Anmeldung absenden. Am Ende der Suchanfrage steht idealerweise eine Conversion. Beispiel: “last minute urlaub buchen”, “pdf viewer download”, “iphone 11 kaufen”.
  • Navigationale Suchanfragen: Der Nutzer möchte an einen bestimmten Ort navigieren, also z.B. zu einer Unternehmens-Website oder einem Forum zu einem bestimmten Thema. Beispiel: “zalando”, “luna-park.de”, “BMW Forum”.

Die einzelnen Suchintentionen lassen sich dabei nicht immer zu 100% klar voneinander abgrenzen, teilweise erfüllen Suchanfragen auch mehrere Suchintentionen. Ein Beispiel wäre die Suchanfrage “zalando schuhe”. Der Nutzer signalisiert hier ganz klar eine navigationale Suchanfrage, da er einen bestimmten Onlineshop besuchen möchte. Gleichzeitig hat die Suchanfrage aber auch einen transaktionalen Charakter. Ein Nutzer, der explizit nach Schuhen von Zalando sucht, möchte mit ziemlicher Sicherheit auch welche kaufen. Einzelne Suchanfragen können also durchaus mehrere Suchintentionen erfüllen.

Unterschiedliche Suchergebnisse abhängig von der Suchintention

Je nachdem, welche Suchintention Google hinter einer Suchanfrage vermutet, werden unterschiedliche Features in den Suchergebnissen (SERPs) ausgespielt, sogenannte SERP-Features.

Informationale Suchanfrage

Sucht ein Nutzer beispielsweise „wie funktioniert LED“, so ist er auf der Suche nach Informationen über die Technik von LEDs. Die passenden Suchergebnisse sind daher informativer und erklärender Art:

Quelle: Googlesuche am 16.10.2019

Quelle: Googlesuche am 16.10.2019

In diesem Suchergebnis sehen wir auf Position 0 eine Box, welche die Funktionsweise von LEDs erläutert – ein sogenanntes Featured Snippet. Mit Featured Snippets beantwortet Google konkrete Fragen direkt auf der Seite der Suchergebnisse, ohne dass der Nutzer zwangsläufig auf ein Ergebnis klicken müssen. Featured Snippets werden vor allem bei informationalen Suchanfragen ausgespielt, um dem Nutzer schnelle Antworten auf (möglichst) konkrete Fragen zu liefern.

Unter dem Featured Snippet werden Videos angezeigt, die die Fragen des Nutzers beantworten sollen. Google weiß, dass Videos zu erklärungsbedürftigen Themen von Nutzern gern geklickt werden. Es ist also auch immer sinnvoll, die Videobeschreibung eigener Videos in Hinblick auf die Suchintention zu optimieren.

Nach diesen Elementen folgt eine “Nutzer fragen auch”-Box:

Googlesuche am 16.10.2019

Googlesuche am 16.10.2019

Diese Box soll in erster Linie dem Nutzer helfen, die gewünschte Antwort möglichst schnell zu finden, indem ähnliche oder weiterführende Suchanfragen direkt beantwortet werden. Klickt man auf eine dieser Fragen des Akkordeons, öffnet sich die Antwort auf die Frage, ähnlich wie oben beim Featured Snippet. Diese Box gibt aber auch SEOs und Redakteuren einen guten Einblick, welche Fragen rund um das Thema “LED” noch gestellt werden und welche Themen in einem umfassenden Text zum Thema beantwortet werden sollten.

Erst hiernach sehen wir Position 1 und 2 der organischen Suchergebnisse, deren Snippets konkret auf die informationale Suche ausgerichtet sind, indem sie Informationen versprechen.

Transaktionale Suchanfrage

Sucht der Nutzer hingegen „led lichterkette ohne kabel“, so impliziert seine Suchanfrage, dass er bereits Interesse an einem bestimmten Produkt hat. Die Suchergebnisse, die Google nun ausspielt, sind daher deutlich auf den Kauf eines Produktes ausgerichtet, also transaktional:

Quelle: Googlesuche am 09.10.2019

Quelle: Googlesuche am 09.10.2019

Ganz oben in den SERPs werden Google Shopping Ergebnisse angezeigt, eine Form der Google-Werbeanzeigen, die den Nutzer schnell zu einem bestimmten Produkt führen. Darunter findet sich eine “herkömmliche” Anzeige, die in ihrem Aufbau den organischen Suchergebnissen gleicht. Je nach Thema variiert die Anzahl der ausgespielten Werbeanzeigen, prinzipiell zeigt Google maximal vier Werbeanzeigen plus Google Shopping in den Suchergebnissen an. Werden alle vier Slots für Werbeanzeigen genutzt und zusätzlich Google Shopping Ergebnisse eingeblendet, so rutschen die organischen Suchergebnisse deutlich weiter nach unten. Teilweise beginnen die organischen Suchergebnisse dann erst Below the Fold, also außerhalb des direkten Sichtfeld des Nutzers – er muss erst scrollen, um diese zu sehen.

Im obenstehenden Beispiel ist das erste organische Suchergebnis noch Above the Fold, also ohne weiteres Scrollen zu sehen. Bei einem Klick auf das Snippet von Amazon gelangen wir direkt in den Onlineshop und bekommen passende Produkte angezeigt – das Ergebnis ist also eindeutig transaktional ausgerichtet. Ein Ergebnis wie im ersten Beispiel mit Informationen zur Funktionsweise des Produktes wäre hier völlig fehl am Platz, Google schätzt die Suchintention also korrekt ein.

Wir sehen also einen deutlichen Unterschied in den Suchergebnissen, je nachdem, wie wir eine Suchanfrage formulieren: Werden zum Beispiel Fragewörter benutzt oder bestimmte Produkte bzw. Produkteigenschaften konkret benannt?

Suchintentionen nach Google

Für alle Suchmaschinen ist die Suchintention von großer Bedeutung, denn nur wenn die Suchmaschine relevante Inhalte liefern kann, ist sie für den Nutzer brauchbar. Google bekräftigt die Bedeutung der Suchintention auch in seinen General Guidlines und wird in der Unterscheidung der verschiedenen Suchtypen sogar noch spezifischer:

Suchintention Ziel Beispiel
Know Der Nutzer möchte mehr erfahren, sucht tiefergehende Informationen, ist in seiner Suchanfrage aber eher allgemein „Angela Merkel“

„Kölner Dom“

Know Simple Der Nutzer sucht eine spezifische Antwort „Wie groß ist Angela Merkel?“

„Wie hoch ist der Kölner Dom“

Do Nutzer wollen ein bestimmtes Ziel erreichen oder eine Aktivität durchführen. „Do“ kann, muss aber keinen transaktionalen Charakter haben. „Route berechnen“

„Download App XY“

„Iphone kaufen“

Device Action Suchen und Anweisungen, die über die Spracheingabe erfolgen und eine Aktion auslösen sollen. „Ok Google…“

„Siri…“

Website Aufruf einer spezifischen Website oder Unterseite „Twitter“

„Sneaker Zalando“

www.luna-park.de (URL Query)

Visit-in-Person Standortbezogene Suchen “Restaurant Köln Deutz”

“Kaufland”

“Pizza” (uneindeutige lokale Suche)

Diese kleinteilige Unterscheidung der verschiedenen Suchintentionen ist vor allem in Hinblick auf die zusätzliche Kategorie lokaler Suchanfragen (Visit-in-Person) sinnvoll, denn diese wird mit dem herkömmlichen Drei-Intentionen-Modell bisher nicht abgedeckt.

Optimiert ihr Inhalte anhand der Suchintention, berücksichtigt, dass nicht alle der Google Suchintentionen gleichermaßen für eine Suchmaschinenptimierung geeignet sind.

“Know Simple” Anfragen werden von Google meist direkt über den sogenannten Knowledge Graph beantwortet, der Nutzer muss hierzu keines der Suchergebnisse mehr anklicken. Ein Beispiel:

Beantwortung eines simplen Frage in den Suchergebnissen durch den Knowledge Graph

Beantwortung eines simplen Frage in den Suchergebnissen durch den Knowledge Graph

Es lohnt sich also nicht, auf sehr konkrete Fragen zu optimieren, die mit einem fest definierten Wert beantwortet werden können. Im Bereich informationaler Suchanfragen wären es die ”Know” Suchanfragen, die das größte Potenzial zur Optimierung bergen.

Auch die Suchintention “Device Action” ist für SEOs eher uninteressant, da es sich um konkrete Handlungsaufforderungen an das jeweilige Endgerät handelt, die keinerlei SEO-Relevanz haben.

Die Suchintention “Website” ist da schon wichtiger, da der Nutzer ein konkretes Ziel vor Augen hat. Diese Suchintention ist vor allem aus Branding-Sicht wichtig – sucht jemand konkret nach eurem Unternehmen, so solltet ihr idealerweise auch die Nummer 1 in den Suchergebnissen hierzu sein. Schwierig wird es, wenn ihr versucht zu einer anderen Brand statt eurer eigenen zu ranken. Wie bereits erwähnt, ist Google daran interessiert, dem Nutzer genau das zu liefern, was er wünscht. Eine andere Seite zu einem Brandbegriff auszuspielen, liegt nicht im Interesse des Nutzers und daher auch nicht in dem von Google.

Wenn wir Inhalte hinsichtlich der Suchintention optimieren, dann liegt das größte Potenzial also klar auf Know, Do, Website (wenn es um die eigene Brand geht) und Visit-in-Person. Hier spiegelt sich auch das dreiteilige Modell informational (Know), transaktional (Do) und navigational (Website) wider, ergänzt um die wichtige lokale Suchintention.

Suchintention ≠ Nutzerintention

Die Begriffe Nutzerintention und Suchintention werden häufig ähnlich verwendet, dabei ist die Suchintention der Nutzerintention untergeordnet. Hinter allen Suchanfragen steht die Nutzerintention, also was ist das Endziel des Nutzers? Die Suchintention beschreibt hingegen viel kleinteiliger die einzelnen Schritte auf der Customer Journey.

Nehmen wir einen Nutzer, der in eine unrenovierte Mietwohnung zieht und einen neuen Bodenbelag benötigt: Die Nutzerintention ist ganz klar – den für seine Bedürfnisse besten Bodenbelag zu finden. Er steht aber noch ganz am Anfang seiner Customer Journey, denn bisher hat er sich nicht sonderlich mit Bodenbelägen aller Art beschäftigt. Er wird also vermutlich erst einmal Informationen einholen und sucht erstmal ganz oberflächlich „bodenbeläge für mietwohnung“ um sich generell zu informieren, welche Beläge überhaupt in Frage kommen und wie die rechtlichen Bestimmungen sind. Die Suchintention ist an dieser Stelle also eher informativ. Im weiteren Verlauf der Recherche findet er vielleicht heraus, dass für seine Anforderungen und sein Budget Laminat als Bodenbelag in Frage kommt. Seine Suchanfragen werden nun konkreter und nehmen einen transaktionalen Charakter an. Am Ende seines Suchverlaufs steht dann hoffentlich der erfolgreiche Kauf des perfekten Laminats und damit die Erfüllung der Nutzerintention.

Wie erkenne ich die Suchintention?

Oft ist es gar nicht so einfach, die tatsächliche Suchintention herauszufinden. Positiv für uns: Die Art, wie Nutzer ihre Suchanfragen formulieren, nähert sich zunehmend der natürlichen Sprache an. Statt reine Schlagwörter zu verwenden, formulieren Nutzer ihre Suchanfrage häufig als Frage und machen es uns dadurch deutlich leichter, die Suchintention zu erkennen. Suchanfragen, die informativer Art sind, beginnen meist mit den W-Wörtern wer, wie, was, warum, welche etc. Transaktionale Suchanfragen hingegen beinhalten oft ein verräterisches transaktionales Keyword wie „xyz kaufen“ oder „xyz buchen“. Navigationale Keywords sind meist Brand-Keywords, wie Markennamen, URLs oder Teile einer URL. Lokale Suchanfragen beinhalten oft ein Land, eine Stadt, eine Straße oder die Phrase „in meiner Nähe“.

Es gibt jedoch auch Suchanfragen, da weiß selbst Google nicht so recht, was der Nutzer will. Zum Beispiel, wenn wir nach großen Unternehmen suchen, die sowohl Filialen als auch einen Onlineshop anbieten. Hier am Beispiel IKEA:

Quelle: Googlesuche 09.10.2019

Quelle: Googlesuche 09.10.2019

Hier werden alle Suchintentionen auf der ersten Seite der SERPs bedient. Die IKEA-Webseite deckt die navigationale Suchintention ab und der Knowledge Graph rechts bietet informativen Content. Die Werbeanzeige über den organischen Suchergebnissen preist explizit den Onlineshop an und richtet sich daher an Nutzer mit transaktionaler Intention. Scrollt man etwas weiter nach unten, werden die nächstliegenden Filialen über Google My Business dargestellt – für die lokale Suchintention.

Sind wir unsicher, wie wir einen Suchbegriff hinsichtlich der Suchintention einordnen sollen, so hilft oft ein Blick in die Suchergebnisse zu diesem Keyword. Denn diese Suchergebnisse verraten uns zumindest, wie Google den Suchbegriff interpretiert. Finden sich viele Anzeigen und Google Shopping-Ergebnisse? Dann sieht Google hier wohl einen transaktionalen Charakter. Erscheinen jedoch Infoseiten oder gar eine Definition im Featured Snippet, so ordnet Google die Suchintention wohl als informational oder „Know“ ein. Natürlich liegt auch Google mit der Einschätzung nicht immer 100% richtig, einen guten Einblick gibt die Abfrage aber allemal.

Folgende Google SERP-Features geben Hinweise auf die Suchintention:

  • Know Simple: Knowledge Graph
  • Know: Featured Snippet, Videos, Bilder, Google News, tendenziell etwas weniger Google Ads, Suchergebnisse sind geprägt von Infoseiten, Ratgeber-Artikeln etc.
  • Do: Google Shopping, Google Ads, Suchergebnisse beziehen sich auf konkrete Produkte/ Angebote/ Dienstleistungen
  • Website: Knowledge Graph rechts mit Infos zum Unternehmen, Unternehmenswebseite rankt auf Position 1, oft als Rich Snippet
  • Visit-in-Person: Local Pack, Suchergebnisse beziehen sich auf konkrete Standorte

Ein schönes Beispiel dafür, wie wir durch die Google Suchergebnisse erkennen können, welche Suchintention Google zugrunde legt, ist das Keyword „Pizza“. Theoretisch könnte sich ein Nutzer beim Eintippen des Keywords einfach nur über Pizza informieren wollen. Google weiß aber, dass dies eher unwahrscheinlich ist und dass jemand der „Pizza“ sucht, vermutlich gerne welche essen möchte. Die Ergebnisse fallen dementsprechend lokal und transaktional aus, obwohl kein spezifisch transaktionales oder lokales Keyword verwendet wurde:

Quelle: Googlesuche am 09.10.2019

Quelle: Googlesuche am 09.10.2019

Dieses Beispiel zeigt auch, wie wichtig für Google die Standortbestimmung bei der Einordnung der Suchintention ist. Jemand, der in Wien „Hans im Glück“ sucht, wird vermutlich informative Suchergebnisse zu Grimms Märchen erhalten. Sucht ein Nutzer hingegen in Köln mit dem gleichen Suchbegriff, erhält er Informationen zur gleichnamigen Burger-Kette und den Standorten in Köln.

Die Suchintention kann zusätzlich dadurch beeinflusst werden, welches Endgerät der Nutzer benutzt. Lokale Suchanfragen werden häufiger über mobile Endgeräte gestellt, als dies bei Desktop-Nutzern der Fall ist. Die Suchergebnisse können sich daher unterscheiden, je nachdem mit welchem Gerät ich suche.

Sucht ein Nutzer beispielsweise “Deutsche Bank” am Desktop-PC, so sucht er vielleicht generelle Infos zum Unternehmen, möchte ein Konto eröffnen oder zum Online-Banking. Sucht er per Smartphone, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er an der nächstliegenden Filiale interessiert ist. Wie bereits erwähnt, kann die Suchintention nicht immer ganz eindeutig zugeordnet werden, die verschiedenen möglichen Suchintentionen werden aber – je nach Endgerät – unterschiedlich gewichtet. Mobil wird der Nutzer vermutlich zu Beginn der Suchergebnisse die Google My Business Ergebnisse mit den Filialen angezeigt bekommen. Dieses Element wird zwar auch bei der Desktop-Suche angezeigt, dort ist es aber weiter unten platziert, weil die Relevanz von Google anders eingeschätzt wird.

Suchintention bestimmen mit Sistrix

Besitzt ihr einen Sistrix-Account, so könnt ihr mit der Toolbox die Suchintention eurer Keywords auswerten. Die Funktion ist noch in der Beta-Phase und muss zuerst über Sistrix Labs explizit aktiviert werden. Sobald ihr das erledigt habt, seht ihr unter dem Punkt SERPs den Unterpunkt “Suchintention”.

Überprüfen wir z.B. die Keywords der Allianz.de, zeigt sich folgendes Bild:

Identifizierung der Suchintention bei einzelnen Keywords in Sistrix

Identifizierung der Suchintention bei einzelnen Keywords in Sistrix

Auch hier sehen wir wieder, dass ein Keyword selten nur eine einzige Suchintention abdeckt, sondern dass es sich meist um ein Zusammenspiel verschiedener Intentionen handelt, die unterschiedlich gewichtet werden. Wer die normalen Google-Suchergebnisse interpretiert und die Suchintention eines Keywords bei Sistrix analysiert, kann die Suchintention relativ zuverlässig einschätzen.

Die Suchintention modifizieren

Es gibt einige Modifikatoren, mit denen Nutzer ihre Suchanfrage noch etwas konkretisieren können. Hierzu gehören Ergänzungen wie bester, beliebtester, günstigster, neuster, wichtigster, preiswertester o.ä. Sucht ein Nutzer „staubsauger“ bekommt er andere Suchergebnisse angezeigt, als wenn er „bester staubsauger“ sucht.

Hier zum Vergleich:

Die Suchergebnisse zum Keyword „staubsauger“ sind eindeutig transaktional und gekennzeichnet durch Google Shopping Ergebnisse und viele Werbeanzeigen:

Googlesuche vom 14.10.2019

Googlesuche vom 14.10.2019

Sucht der Nutzer jedoch „bester staubsauger“, ist das Suchergebnis etwas differenzierter. Teilweise entfallen die Google Shopping Ergebnisse bei solchen modifizierten Suchanfragen komplett und auch die Werbeanzeigen werden deutlich weniger:

Googlesuche vom 14.10.2019

Googlesuche vom 14.10.2019

Den gleichen Effekt haben auch Keywordzusätze wie „testsieger“ oder „vergleich“. Möchte ich also informativen Content rund um ein Produkt anbieten, lohnt es sich mit solchen Modifikatoren oder anderen Keyword-Kombinationen zu arbeiten, um sich vom transaktionalen Keyword abzugrenzen.

Texterstellung anhand der Suchintention

Wie könnt ihr das Wissen um die verschiedenen Suchintentionen denn nun zur Optimierung eurer Inhalte nutzen? Ganz einfach – zu Beginn jeder Texterstellung oder-optimierung sollte die Frage stehen: Welche Suchintention möchte ich mit diesem Inhalt bedienen und welche konkrete Suchanfrage passt zu dieser Suchintention?

Idealerweise starten wir die Erstellung von suchmaschinenoptimierten Texten mit einer Keywordanalyse. Dies ist auch weiterhin sinnvoll, um zu prüfen, welche Suchbegriffe überhaupt von Nutzern gesucht werden. Beziehen wir jedoch die Suchintention mit ein, ergibt sich ein weiterer Schritt vor der eigentlichen Texterstellung.

Schaut euch die in der Keywordanalyse gesammelten Keywords an und versucht einzuschätzen, welche Suchintention diese bedienen sollen, denn davon hängt die Ausrichtung eures Textes ab. Die Intention von Google ist es immer, genau die Inhalte bereitzustellen, die den Nutzer zufriedenstellen. Das Stichwort ist hier ganz klar Relevanz. Der beste Text bringt euch also nichts, wenn er nicht auch zur Suchintention der Nutzer passt. Wenn ihr euch nicht sicher seid, werft einen Blick in die Google Suchergebnisse. Die ausgespielten SERP Features helfen euch bei der Einschätzung.

Dabei muss sich das festgelegte Hauptkeyword der Seite nicht zwangsläufig ändern. Vielmehr geht es um die Formulierungen, die dem Keyword erst seinen inhaltlichen Rahmen geben. Eine Seite mit dem Hauptkeyword „staubsauger“ kann sowohl „Wie funktioniert ein Staubsauger“ als auch „Welchen Staubsauger sollten sie kaufen“ als Thema haben – das Keyword allein sagt also nicht immer auch etwas über den tatsächlichen Inhalt einer Seite. Hier kommt es auf die Einschätzung hinsichtlich der Suchintention an, wie wir einen Text zu diesem Keyword ausrichten.

Überlegt dabei auch, wo es sich überhaupt lohnt, viel Energie in einen neuen Text zu stecken. Besonders im Bereich transaktionaler Suchanfragen ist der Wettbewerb oft deutlich stärker ausgeprägt, da hier messbar Geld verdient wird. Dies führt jedoch nicht nur zu einer erhöhten Konkurrenz in den organischen Suchergebnissen, sondern auch dazu, dass die vorhandenen organischen Suchergebnisse durch viele Werbeanzeigen und Google Shopping Ergebnisse in den SERPs sehr weit nach unten rutschen.

Zudem sind Nutzer mit dieser Suchintention meist ohnehin nicht an weiterführenden Inhalten interessiert, sondern suchen konkrete Produkte oder Angebote. Ein suchmaschinenoptimierter Text muss hier also nicht unbedingt zielführend sein und hat vermutlich ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, sich bei der Optimierung nicht gleich auf die verheißungsvollen transaktionalen Keywords zu stürzen. Es gilt abzuwägen, ob über die organischen Suchergebnisse Nutzer in der Phase des Informierens nicht besser und erfolgreicher abgeholt werden können.

Bestehende Inhalte optimieren

Habt ihr bereits umfassenden und optimierten Content auf eurer Website, aber dieser performt nicht so, wie ihr es euch wünscht? Dann lohnt auch hier ein Blick auf die Suchintention der Nutzer. Hierzu müsst ihr jedoch erst einmal die schlecht performenden Seiten ausfindig machen.

Ein Blick in die Search Console kann euch hier bereits einen guten ersten Einblick geben: Seiten, die viele Impressionen haben, aber wenig Klicks, sind meist ein Hinweis darauf, dass der Nutzer die Relevanz der Seite in den Suchergebnissen nicht erkennt. Auch Analytics-Daten, wie z.B. die organischen Einstiege, können euch verraten, welche Seiten Optimierungspotenzial haben.

Habt ihr Seiten gefunden, die in der organischen Suche nur schlecht performen, geht es weiter zum nächsten Schritt: Ruft die Seite in der Google Search Console auf und schaut euch die Suchanfragen zu dieser Seite an. Hier verrät euch Google, bei welchen Suchanfragen diese Seite ausgespielt wird und wie oft diese im Verhältnis zur Ausspielung auch geklickt wurde (CTR). Passen die angezeigten Suchanfragen zu dem, was ihr mit der Seite abdecken wollt? Wenn nicht, scheint es hier einen Hinweis darauf zu geben, dass die Suchintention der Nutzer nicht zu dem passt, was ihr in eurem Snippet als relevant herausstellt.

Es ist normal, dass es immer wieder Ausreißer in den angezeigten Suchanfragen der Search Console gibt, die so rein gar nichts mit den Inhalten auf eurer Seite zu tun haben. Diese können ignoriert werden, solange sie nicht Überhand nehmen – sonst liegt ihr nämlich komplett daneben. Zur Optimierung der Suchintention sind vielmehr die Suchanfragen relevant, die bereits sehr nah am Thema eurer Unterseite sind, den Nutzer aber offensichtlich trotzdem nicht zu einem Klick auf eure Seite motivieren können.

Fragt euch also, was der Nutzer wirklich mit seiner Suche beabsichtigt und optimiert eure Inhalte dahingehend. Gerade bei bereits optimierten Inhalten reicht es oftmals an wenigen, aber dafür richtigen, Stellschrauben zu drehen, damit die Seite besser performt. Hierzu sollten die Formulierungen vor allem an folgenden Stellen angepasst werden:

  • Page Title
  • Meta Description
  • H1-Überschrift
  • H2- und H3-Zwischenüberschriften
  • Inhalt (falls dieser noch nicht optimiert ist)

Fazit

Sicherlich kann die Suchintention nicht immer zu 100% korrekt bestimmt werden. Trotzdem empfiehlt sich ein näherer Blick auf die Intention des Nutzers – vor allem, wenn bereits optimierte Inhalte einfach nicht performen. Im Zuge der Google Updates der letzten Monate zeigt sich zudem, dass Google den Faktor „Relevanz“ in seinem Algorithmus auch weiterhin pusht. Content Creator tun also gut daran, die Suchintention bei der Erstellung von SEO-relevanten Inhalten von vornherein zu berücksichtigen.

Tags: SEO
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