SEO für internationale Websites

Gute Auffindbarkeit in Suchmaschinen ist eines der großen Ziele eines jeden Webseitenbetreibenden. Bei internationalen Websites ist aber zusätzlich noch entscheidend, dass die Website im richtigen Land gefunden wird. Was muss ich also aus technischer Sicht beachten, wenn ich mehrsprachige Webseiten anbiete?

Grundsätzlich hat jeder, der SEO für internationale Websites betreiben möchte, zwei Optionen zur Umsetzung:

  1. SEO-Pilotprojekt für Haupt-Sprache bzw. Haupt-Land aus Unternehmenssicht, das im Erfolgsfall auf die anderen Länderseiten angewandt werden kann
  2. Länderübergreifende SEO-Strategie von Projektbeginn an

Für welche Variante man sich auch entscheidet: Wichtig ist, dass vor Projektstart eine internationale SEO-Checkliste erstellt wird, die Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Welche Suchmaschine hat den größten Marktanteil?

Bevor ein konkreter SEO-Maßnahmenkatalog erstellt wird, ist es wichtig, die Suchmaschinenmarktanteile der Länder zu kennen, in denen man eine Website zur Verfügung stellen möchte. Denn die einzelnen Anforderungen können je nach Suchmaschine variieren und spätestens wenn sich jemand für eine russische oder chinesische Domain entscheidet, wird sich zeigen, dass Google nicht in jedem Land den Hut auf hat. Da ist es von großem Vorteil, sich über Yandex, Baidu und Co. im Vorfeld zu informieren. Der schlimmste Fehler, der einem passieren kann, ist dass genau der Bot der wichtigsten Suchmaschine für die Website blockiert wird.

Entscheidung eines Domain-Konzepts

Hat man die Suchmaschinen-Info parat, ist der nächste wichtige Schritt das richtige Domain-Konzept, denn davon ist letztendlich die technische Umsetzung abhängig. Dabei sollten die Domains immer nach Land und nicht nach Sprache entwickelt werden, denn auch die Suchergebnisse werden nach Land ausgerichtet.

Folgende Domain-Konzepte sind möglich:

  • Eine Top-Level-Domain pro Land (z. B. www.site.de)
  • Eine Subdomain pro Land (z. B. de.site.com)
  • Eine globale Domain mit Unterverzeichnissen pro Land (z. B. www.site.com/de)

Eine Top-Level-Domain hat den Vorteil, dass schon allein anhand der Endung Google signalisiert wird, in welchem Land diese Domain gefunden werden soll. Gleichzeitig betrachtet Google aber auch jede Domain als eigenständig, sodass für jede von ihnen erst ein Ranking-Status bei Google erarbeitet werden muss.

Bei einer Subdomain pro Land ist es ähnlich, denn hier äußert sich der eigenstädige Part vor allem dadurch, dass das Linknetzwerk für jede Subdomain neu aufgebaut werden muss und nicht von der globalen Domain gestärkt wird.

Dies ist dagegen ein Vorteil bei Domains mit Unterverzeichnissen, da die verschiedenen Landversionen von der Linkpower der globalen Domain profitieren können. Bei Domains mit vielen Unterseiten sollte jedoch beachtet werden, dass bei nur einer Domain auch dementsprechend lange Crawlzeiten in Kauf genommen werden müssen.

Bei der Entscheidung für ein Domain-Konzept spielen also nicht nur die Bekanntheit und das Linknetzwerk des Unternehmens, sondern auch die Länderanzahl und Reichweite eine wichtige Rolle.

hreflang: Sprachliche Ausrichtung & Auszeichnung

Ist ein Domain-Konzept festgelegt, folgt einer der wichtigsten Parts für die richtige Auffindbarkeit: Die sprachliche Ausrichtung und Auszeichnung einer jeden Website. Zunächst ist es wichtig zu wissen, in welcher Sprache eine Seite in einem bestimmten Land ausgerichtet werden soll. Während in Deutschland Deutsch als Sprache vollkommen ausreicht, werden in Ländern wie der Schweiz oder den Benelux-Ländern mehrere Sprachen von den Nutzern verwendet. Dementsprechend kann es in solchen Ländern unter Umständen sinnvoll sein, mehrere Sprach-Land-Versionen für mehrsprachige Inhalte zu verwenden.

Dabei ist nicht nur die Gefahr groß, dass die „falschen“ Seiten in den Suchergebnissen erscheinen, sondern auch, dass Duplicate Content entsteht, denn gerade bei sehr großen Seiten werden die Inhalte oftmals eins zu eins übersetzt. (Mehr zur Erstellung von Inhalten für internationale Websites) Dem sollte von vornherein mit der richtigen sprachlichen Auszeichnung entgegen gewirkt werden, indem für jede Land- oder Sprach-Landversion die entsprechenden hreflang-Tags eingesetzt werden.

Ob über eine XML-Sitemap oder direkt im <head> Bereich des HTML-Textes einer jeden Unterseite: Nur mit der vollständigen Einbindung aller hreflang-Tags kann gewährleistet werden, dass die Suchergebnisse in der passenden Sprache für den jeweiligen Nutzer angeboten werden können. Ein Nutzer in Deutschland sollte optimaler Weise auch die DE-Seite des Unternehmens angezeigt bekommen und nicht z.B. die AT-Version.

Bei Ländern mit nur einer Sprach-Version reicht es aus, die Sprache auszuzeichnen, z. B. „de“ für Deutschland.

<link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“http://www.site.com/de/“ />

Anders bei Ländern mit mehreren Sprach-Land-Versionen: Hier sollte auch immer das Land/die Region mit ausgezeichnet werden, z. B. „de-CH“ und „fr-CH“ für Schweiz.

<link rel=“alternate“ hreflang=“de-CH“ href=“http://www.site.com/ch-de/“ />

<link rel=“alternate“ hreflang=“fr-CH“ href=“http://www.site.com/ch-fr/“ />

So sieht das ganze in der Praxis aus: Tipps zur Erstellung und Einbindung von hreflang-Tags. Ausführliche Informationen zur richtigen hreflang-Auszeichnung gibt es im hreflang Guide von Sistrix.

Zusätzlich zu den hreflang-Tags sollte auch die „Internationale Ausrichtung“ bei den Webmaster Tools in Betracht gezogen werden. Damit kann man Google zusätzlich signalisieren, in welchem Land welche Webseite gefunden werden soll. Auch hier ist das Domain-Konzept entscheidend. Denn bei Top-Level-Domains oder Subdomains orientiert sich Google zuallererst an den Land-Kürzeln und legt automatisch das Land fest, z. B. ist dann in den Webmaster Tools Deutschland für .de eingetragen. Bei Domains mit Unterverzeichnissen überlässt Google es dem Webseitenbetreibenden selbst, das Land festzulegen. Ist die Domain nämlich eine .com und soll das de-Verzeichnis nur in Deutschland gefunden werden, kann dies in den Webmaster Tools so festgelegt werden. Soll diese Domain aber auch in Österreich und der Schweiz gefunden werden, sollte das Häkchen in den Webmaster Tools entsprechend weggelassen werden.

Internationale Ausrichtung in der Search Console

Internationale Ausrichtung in der Search Consolenale-Ausrichtung

Regelmäßige Qualitätskontrolle der technischen Umsetzung

Steht einer Indexierung der Webseiten nichts mehr im Wege, sind gerade bei großen Webseiten ein Monitoring und regelmäßiger Check der technischen Punkte unabdingbar. Statt sich auf eigene Stichproben zu verlassen, sollten grundsätzlich die angebotenen Tools der Suchmaschinen also z.B. die Google Webmaster Tools oder Yandex.Webmaster verwendet werden.

Jede Domain bzw. Sprach-Land-Version sollte einzeln in den Tools hinzugefügt werden, um technische Fehler schnellstmöglich beheben zu können, denn gerade Indexierungs-, hreflang- oder Crawling-Fehler können je nach Domain unterschiedliche Ausmaße annehmen und ein wichtiger Indikator für die Suchmaschinenfreundlichkeit jeder einzelnen Domain sein. Dazu gehören auch individuelle Sitemaps und Linkanalysen, die einem viel Arbeit ersparen, wenn sie pro Land erstellt werden.

Internationale Verzeichnisse in der Google Search Console

Internationale Verzeichnisse in der Google Search Console

Fazit

Um eine einwandfreie Indexierung und nutzerrelevante Auffindbarkeit in Suchmaschinen gewährleisten zu können, sollten stets folgende Punkte bei der internationalen SEO-Strategie mit eingeplant werden:

  • Umsetzung der technischen Anforderungen aus Sicht der wichtigsten Suchmaschinen der Länder, in denen man sich positionieren möchte
  • Richtiges Domain-Konzept aus Sicht der Unternehmensgröße- & bekanntheit
  • Vollständige sprachliche Ausrichtung & Auszeichnung aller Land- und/oder Sprach-Land-Versionen
  • Rechtzeitige und individuelle Anmeldung aller Land- und/oder Sprach-Land-Versionen bei den Tools zur regelmäßigen Kontrolle der Umsetzung

Weiterführende Links:

Titelbild © vege / Fotolia.com

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