SEO-Strategie 2022: So schafft ihr die Grundlage für nachhaltige Suchmaschinenoptimierung

von | Jul 27, 2022 | SEO

Wenn wir neue SEO-Projekte übernehmen, stellen wir häufig fest, dass zwar bereits Suchmaschinenoptimierung stattgefunden hat, aber eine Strategie mit klaren Zielen fehlt. Einzelne Maßnahmen wurden isoliert durchgeführt und nicht aufeinander abgestimmt. Doch nur wer weiß, wohin er möchte und dieses Ziel mit einer durchgehenden Strategie verfolgt, gelangt dort auch hin. Eine durchdachte SEO-Strategie ist daher die Grundlage für gute Rankings und den Aufbau einer nachhaltigen Auffindbarkeit in Google und anderen Suchmaschinen.

In diesem Artikel lernt ihr, warum für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung eine Strategie so wichtig ist und welche Bausteine dabei berücksichtigt werden müssen.

Warum braucht ihr eine SEO-Strategie?

Suchmaschinen, allen voran Google, sind die Anlaufstelle Nummer 1 für jegliche Aktivität im Internet. Die Voraussetzung, um hier von potenziellen Kunden gefunden zu werden, sind gute Platzierungen. Diese könnt ihr durch Suchmaschinenoptimierung erreichen. SEO bietet daher sehr viel Potenzial für Unternehmen, deren Kunden im Internet unterwegs sind, und stellt einen sinnvollen Teil jeder Online Marketing Strategie dar.

Doch es steckt mehr dahinter, als nur ein paar technische Anpassungen an der Website vorzunehmen, einige Keywords in den Texten zu ergänzen und hier und da einen Backlink zu setzen. Nachhaltige Suchmaschinenoptimierung ist ein komplexer Prozess, bei dem viele kleinere Bausteine ineinandergreifen müssen. Es ist das Zusammenspiel von technisch einwandfreier Website-Architektur, dem Verständnis für die Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe und einer darauf ausgerichteten Content Strategie, die den Weg zum Erfolg ebnen.

Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung basiert auf einer langfristigen Strategie

Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung basiert auf einer langfristigen Strategie

Außerdem braucht Suchmaschinenoptimierung Zeit, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet. Damit am Ende alles zusammenpasst, ihr die von euch gesetzten Ziele erreichen könnt und langfristig erfolgreich seid, braucht ihr einen Plan, ein Konzept – eure SEO-Strategie.

Was ist eine SEO-Strategie?

Eine SEO-Strategie umfasst alle Maßnahmen, die für die Erreichung eurer SEO-Ziele umgesetzt werden müssen. Wenn wir eine Strategie für ein SEO-Projekt entwickeln, durchlaufen wir dabei folgende Phasen:

  • Zieldefinition: Was soll mit der Optimierung der Website erreicht werden?
  • Analyse und Bewertung
    • Erfassung des Status Quo: Wie wird die Website bereits in den Suchergebenissen gefunden?
    • SEO-Onpage-Check: Gibt es Fehler auf der Website oder Potenziale, die noch nicht ausgeschöpft werden?
    • Zielgruppen- und Keywordanalyse: Mit welchen Keywords solltet ihr euch platzieren?
    • Entwicklung einer Content Strategie: Welche Inhalte braucht ihr?
    • Backlink Audit: Sollten der Aufbau von Links Teil eurer Strategie sein?
    • Wettbewerbsvergleich: Wo steht ihr im Vergleich zum Mitbewerberumfeld?
  • Maßnahmenplanung: Wie werden Maßnahmen priorisiert und wer arbeitet wann was ab?
  • Umsetzung & Monitoring: Entwickelt sich die Website so, wie wir uns das vorgestellt haben oder müssen wir unsere Strategie anpassen?

Da jedes Unternehmen und jede Website unterschiedlich sind, gibt es keinen allgemeingültigen Leitfaden oder Maßnahmenkatalog, der auf jedes Projekt angewendet werden kann. Was bei der einen Website funktioniert, ist nicht automatisch auch die passende Lösung für eine andere. Die SEO-Strategie muss daher immer individuell für ein Projekt entwickelt werden.

Außerdem kann man nicht davon ausgehen, dass eine einmal vorgegebene Strategie dauerhaft die gewünschten Ergebnisse liefert. Äußere Umstände können das Nutzerverhalten potenzieller Kunden verändern. Google selbst rollt regelmäßig Updates aus, wodurch Website möglicherweise anders bewertet werden als zuvor. Wichtig ist es daher, immer genau zu beobachten, wie sich die Performance der Website entwickelt und im Zweifelsfall die Startegie anzupassen.

Ziele einer SEO-Strategie

Bevor wir mit der Entwicklung der SEO-Strategie anfangen können, muss klar sein, was mit der Optimierung der Website erreicht werden soll. Dabei ist es wichtig abzugleichen, welche Unternehmensziele es gibt und wie SEO dabei unterstützen kann, diese zu erreichen. In der Regel stimmen wir die Ziele im Vorfeld mit unseren Kunden ab.

SEO-Ziele bestehen aus unserer Sicht nicht darin mit einem vordefinierten Keywordset auf Position 1 zu stehen. Das mag kurzfristig zwar sinnvoll erscheinen, auf lange Sicht ist dies aber nicht weit genug gedacht. Ziele können unter anderem die Generierung von mehr relevantem Traffic, Leads, Conversions oder Umsatz sein oder auch der Ausbau der Markenbekanntheit. Top Platzierungen und eine hohe Sichtbarkeit für bestimmte Themen sind dabei dann eher Teilziele.

Definiert eure Ziele grundsätzlich so, dass sie messbar und konkret sind. Also anstatt festzuhalten, dass ihr eure Sichtbarkeit ausbauen möchtet, definiert ihr zum Beispiel folgendes Ziel: „Steigerung der Sichtbarkeit für das Thema XYZ um 30% innerhalb eines Jahres“.

Mögliche weitere Ziele oder Teilziele sind zum Beispiel:

  • Steigerung des organischen Traffics um 20% innerhalb von 6 Monaten
  • Steigerung der Conversions über die organische Suche um 10% bis Ende Mai
  • Generierung von 20 Leads pro Monat bis Ende des Jahres
  • Steigerung des Umsatzes über die organische Suche um 30% bis Ende des Jahres

Kennzahlen, die ihr euch dazu ansehen könnt, sind zum Beispiel:

  • Klicks / organischer Traffic
  • Impressionen
  • Sichtbarkeit (z.B. Sistrix)
  • Conversions / Leads
  • Umsatz über organische Suche

Die Auswahl der KPIs hängt natürlich von euren Zielen ab. Was für den einen gut ist, ist für den anderen unbedeutend.

Phase 1: SEO-Analyse

Im ersten Schritt unterziehen wir jede Website einem ausführlichen SEO-Audit. Mit seiner Hilfe lassen sich Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Internetauftritts identifizieren. Gleichzeitig dient er dazu die Digitale Positionierung des Unternehmens, seines Wettbewerbs und Umfelds zu ermitteln. Die Analyse ist die Basis für alle weiteren Schritte.

Nach der Analyse ist es sinnvoll, zu prüfen, ob die vorher definierten Ziele auch realistisch sind oder ob es an Budget, Ressourcen oder anderen Mitteln fehlt, um sie zu erreichen. Passt sie entsprechend nochmal an.

Erfassung und Bewertung des Ist-Zustands

Zunächst schauen wir uns an, wie die Website zu Projektstart performt:

  • Wie hat sich die Website aus SEO-Sicht in den letzten Jahren entwickelt?
  • Zu welchen Themen rankt sie bereits gut?
  • Rank sie zu passenden Themen?
  • Über welche Keywords wird Traffic generiert?
  • Wie sieht der Anteil des organischen Traffics im Verhältnis zu anderen Kanälen aus?
  • Gibt es einen Unterschied zwischen mobiler und Desktop-Performance?
  • Wie entwickeln sich die direkten Wettbewerber?
  • Welche Online-Wettbewerber gibt es noch?

Verschiedene Tools helfen bei der Erfassung des Status Quos, zum Beispiel die Google Search Console, Sistrix, SEMrush, Searchmetrics, ahrefs und Google Analytics (oder jedes andere Webanalyse-Tool, das im Einsatz ist).

Ranking-Verteilung aus Sistrix gibt Aufschluss darüber, wie die Website aktuell performt

Ranking-Verteilung aus Sistrix gibt Aufschluss darüber, wie die Website aktuell performt

SEO-Onpage-Check

Ein nächster wichtiger Schritt ist der Onpage-Check der Website. Er stellt sicher, dass es keine Beeinträchtigungen beim Crawling und der Indexierung der Website gibt. Kann eine Website aufgrund technischer Fehler oder wegen einer schlechten Informationsarchitektur nicht richtig von Google erfasst und interpretiert werden, wird auch jeglicher Optimierung der Inhalte am Ende ins Leere laufen. Daher solltet ihr auf jeden Fall ausschließen, dass es hier Probleme gibt.

Zur Prüfung eines Onpage-Checks gehören zum Beispiel folgende Punkte:

  • Crawling und Indexierung
  • Navigationsstruktur
  • Content (Struktur und Aufbau)
  • Interne Verlinkung
  • Page Speed
  • Strukturierte Daten
  • Core Web Vitals
  • Mobile Optimierung
  • Technische Optimierung

Ist hier alles in Ordnung, stehen einer Optimierung der Inhalte nichts mehr im Wege. Häufig fallen an dieser Stelle aber zumindest ein paar kleinere Fehler auf, deren Behebung Teil der Strategie sein werden. Hierbei kann man unterscheiden zwischen Aufgaben mit relativ geringem Aufwand, die aber schnell Resultate zeigen (Quick Wins), und Aufgaben, die nicht von heute auf morgen behoben werden können, auf lange Sicht aber zum Erfolg führen (Big Wins). Zur ersten Kategorie gehört zum Beispiel die Optimierung der Meta-Snippets. Aufwändiger gestaltet sich dagegen eine Neustrukturierung der Navigation.

Wichtig ist, dass ihr richtig priorisiert. Zuerst müssen die Probleme behoben werden, die Sichtbarkeit und organischen Traffic direkt beeinträchtigen. Zum Beispiel wenn die ganze Website für Suchmaschinen gesperrt ist. Zwar ist es auch nicht gut, wenn eure Website sehr lange Ladezeiten aufweist, dieses Problem solltet ihr ebenfalls beheben. Aber es schließt nicht aus, dass eure Website von Google gelesen werden kann und kann daher später angegangen werden.

Keywordanalyse: Wie denkt und sucht eure Zielgruppe?

Der zentrale Punkt der SEO-Strategie ist die Auswahl der richtigen Keywords. Um die richtigen Keywords für euer Unternehmen zu identifizieren, müsst ihr eure Zielgruppe genau kennen:

  • Mit welchen Begriffen sucht sie nach euren Produkten und Angeboten?
  • Welche Art von Informationen oder Inhalten erwarten die Nutzer zu finden?
  • Welche Problemstellungen haben sie in Bezug auf eure Produkte?
  • Wie sieht die Suchintention aus, die hinter einem Keyword steckt?

Eure Website wird nur dann langfristig ranken, wenn ihr das Bedürfnis des Nutzers richtig erkennt und ihm die passenden Informationen zur Verfügung stellt. Die Antwort auf all diese Fragen liefert euch die Keywordanalyse. Gleicht dabei unbedingt auch ab, wer zu den Keywords aktuell rank und welche Inhalte die entsprechenden Websites liefern. Das hilft euch bei der Einschätzung der Suchintention.

SEO-Tools helfen bei der Recherche von Keywords

SEO-Tools helfen bei der Recherche von Keywords

Auf dieser Grundlage wird ein Keyword-Set erstellt, das aus verschiedenen Themenclustern besteht. Auch wenn hier die Rede von einzelnen Keywords ist, geht es doch eher darum relevante Themen zu identifizieren, die für eure Zielgruppe wichtig sind. Anhand des Suchvolumens kann dann eine Priorisierung vorgenommen werden, wobei das Suchvolumen allein aber nicht ausschlaggebend sein sollte. Genauso solltet ihr beurteilen, wie wichtig bestimmte Themen für euer Unternehmen sind.

Content Strategie

Aufbauend auf den recherchierten Keywords und der identifizierten Suchintentionen wird als nächstes ein Abgleich mit den bestehenden Inhalten der Website gemacht. In einem sogenannten Keyword-Mapping überprüft ihr, für welche Keywords (oder Themen) es bereits Landingpages gibt und ob die vorhandenen Inhalte die Suchintention der Zielgruppe befriedigen. Auf diese Weise könnt ihr ermitteln, wo ihr mit eurer Content Optimierung ansetzen könnt, für welche Themen noch Inhalte fehlen und wo es vielleicht auch doppelte Inhalte gibt, die ihr zusammenfassen könnt.

Schaut hier gerne nochmal in die Suchergebnisse und macht einen Abgleich mit den Inhalten, die zu euren ausgewählten Keywords ranken. Es ist wirklich wichtig, dass die Inhalte, die ihr auf eurer Website zur Verfügung stellt, der Suchintention der Nutzer entsprechen. Dabei geht es nicht nur um Website-Texte, sondern auch um andere Inhalte wie Videos, Bilder, Infografiken etc.

Hilfreich ist an dieser Stelle auch ein Content Audit. Dieser liefert nicht nur eine Bestandsaufnahme aller Inhalte der Website, sondern auch eine Bewertung auf Grundlage des Traffics. Mit seiner Hilfe lässt sich dann eine noch zielgerichtetere Content Strategie entwickeln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen entwickelt ihr einen Redaktionsplan.

Backlink-Audit

Ein weiterer Baustein einer SEO-Strategie sind die Backlinks, also Links von anderen Websites. Am Thema Linkaufbau scheiden sich die Geister. Natürlich haben Backlinks immer noch eine große Bedeutung für die SEO-Performance einer Website, auf der anderen Seite sagt Google aber auch ganz deutlich, dass unnatürlicher bzw. manipulativer Linkaufbau den Webmaster-Richtlinien widerspricht und somit abgestraft werden kann. Trotzdem solltet ihr auch das Backlinkprofil eurer Website auf den Prüfstand stellen.

Broken Backlinks (Links, die auf 404-Seiten zeigen) sind zum Beispiel schnell gefunden und können mit ein paar Weiterleitungen korrigiert werden. Spam-Links oder andere schädliche Links sollte ebenfalls identifiziert werden, damit sie abgebaut oder entwertet werden können. Um das Wettbewerberumfeld richtig einschätzen zu können, lohnt sich außerdem ein Abgleich mit den Backlinkprofilen der Mitbewerber. Auf dieser Basis kann entschieden werden, ob eine Link-Strategie sinnvoll ist.

Mit ahrefs könnt ihr das Backlinkprofil eurer Website analysieren

Mit ahrefs könnt ihr das Backlinkprofil eurer Website analysieren

Auch wenn wir dem Linkbuilding eher kritisch gegenüberstehen, sollte das Thema Offpage trotzdem Berücksichtigung bei der Strategieentwicklung finden.

Wettbewerbsanalyse

Für alle genannten Teilbereiche der Analyse ist es auch immer sinnvoll sich die Mitbewerber anzusehen. Macht einen Abgleich mit euren direkten Wettbewerbern. Überprüft aber auch, ob es online noch andere Konkurrenz gibt, die ihr vorher nicht im Kopf hattet. Online- und Offline-Markt unterscheiden sich hier manchmal sehr stark voneinander.

Wettbewerber aus SEO-Sicht sind alle Websites, die zu euren relevanten Keywords auf den vorderen Plätzen bei Google ranken. Das sind nicht nur Konkurrenten, die dieselben Produkte wie euer Unternehmen herstellen oder anbieten, das können auch Wikipedia, Online-Magazine oder Blogs sein. Vielen Unternehmen ist gar nicht bewusst, wer ihnen in Google Konkurrenz macht.

SEO-Tools wie semrush geben einen Überblick über die SEO-Performance anderer Websites

SEO-Tools wie semrush geben einen Überblick über die SEO-Performance anderer Websites

Schaut euch an, wie diese Websites strukturell und technisch aufgestellt sind, welche Inhalte sie anbieten und wie ihr Linkprofil aussieht. Wie hoch die Chancen sind mit einem Keyword-Set zu ranken, ist immer auch vom Wettbewerb und dessen Stärke abhängig.

Website-abhängige Sonderfälle

Die vorgestellte Vorgehensweise passt im Grunde auf alle Arten von Websites, egal, ob ihr einen E-Commerce-Shop, eine B2B-Seite oder ein Info-Portal betreibt. Es gibt allerdings ein paar Sonderfälle, bei denen weitere Punkte geprüft oder die Vorgehensweise angepasst werden sollte. Hierzu zählen zum Beispiel:

Phase 2: Maßnahmenplanung

Habt ihr alle Analysen vollständig durchgeführt, geht es als nächstes daran Aufgaben zu priorisieren. Stellt euch folgende Fragen:

  • Welche Maßnahmen dienen dazu, die gewählten Ziele zu erreichen?
  • Wo liegen Schwerpunkte, was wird priorisiert?
  • Mit welchen Maßnahmen könnt ihr schnell Erfolge erzielen, welche brauchen länger, um zu wirken?
  • Wie sehen die Ressourcen aus? Wie schnell kann was umgesetzt werden?
  • Wer übernimmt welche Aufgabe?

Beachtet dabei, dass die Umsetzung ausreichend Ressourcen und Fachwissen voraussetzt. Natürlich könnt ihr die Strategie Inhouse umsetzen, solange eure Mitarbeiter die Zeit haben und entsprechend geschult sind. Falls ihr merkt, dass ihr die nötigen Ressourcen nicht bereitstellen könnt, ist es sinnvoll externe Dienstleister oder Berater hinzuzunehmen, vielleicht auch nur für einzelne Teilaufgaben.

Bei Kundenprojekten stellen wir unsere Vorgehensweise in einem Strategie-Workshop vor und stimmen dann zusammen mit den Ansprechpartnern ab, ob alles möglich ist, und ob die Prioritäten richtig gesetzt sind. Dann entwickeln wir auf dieser Grundlage einen Projektplan. In ihm legen wir die einzelnen Teilschritte fest. Dazu zählen auch die Abstimmung des Timings und die Klärung der Verantwortlichkeiten. Welche Aufgaben können wir allein übernehmen, wo brauchen wir Feedback vom Kunden und bei welchen Bereichen sind wir auf die Unterstützung der IT angewiesen?

Phase 3: Umsetzung & Monitoring

Wenn alles geklärt ist, kann die Suchmaschinenoptimierung beginnen. Der erstellte Maßnahmenplan wird umgesetzt.

Nun könnte man davon ausgehen, dass die ausgearbeitete SEO-Strategie und die damit verbundenen Maßnahmen einfach abgearbeitet werden können. Doch spätestens seit den Google Panda und Penguin Updates hat sich gezeigt, dass Google uns gerne einen Strich durch die Rechnung macht und bestimmte Maßnahmen durch entsprechende Updates ihren Zweck nicht mehr erfüllen oder überflüssig werden. Und auch das Suchverhalten der Nutzer ändert sich laufend. Das haben wir während der Corona-Pandemie deutlich zu spüren bekommen und auch darauf hat Google reagiert. Maßnahmen müssen dann plötzlich ganz anders priorisiert werden.

Eine regelmäßige Hinterfragung der Maßnahmen und eine Überprüfung ihres Erfolgs sind daher sehr wichtig. Erzielt eine Maßnahme nicht den gewünschten Effekt, muss man so flexibel sein, diese auch wieder rückgängig machen zu können oder abzuändern. Regelmäßige Qualitätskontrolle und Monitoring gehört deshalb für uns mit zu einer guten SEO-Strategie. In monatlichen Reportings lassen sich Erfolge und Misserfolge gut nachverfolgen.

Und auch wenn ihr eure Ziele erreicht habt, bedeutet dies nicht, dass ihr mit der Suchmaschinenoptimierung aufhören könnt. Schließlich möchtet ihr die gewonnenen Rankings auch halten und die Konkurrenz und Google schlafen nicht. SEO ist ein langfristiger Prozess, bei dem es heißt, erreichte Ziele durch regelmäßige Nachoptimierung zu sichern.

Beispiel für eine SEO-Strategie

Leider gibt es keinen Maßnahmen-Katalog, der auf jede Website und auf jedes Thema angewendet werden kann. Dazu sind die Ansprüche der Zielgruppen zu unterschiedlich. Um das das ganze aber etwas anschaulicher zu machen, zeige ich euch an einem fiktiven Beispiel, wie die SEO-Strategie aussehen kann. Informationen zu Keywords, Suchvolumen, Potenzialen etc. sind alle frei erfunden und entsprechen nicht der Wirklichkeit.

Gehen wir von einem Unternehmen aus, das online Seifenblasen verkauft. Bisher wurde keine Suchmaschinenoptimierung betrieben, Traffic wird hauptsächlich über SEA-Kampagnen eingekauft. Ziel ist es nun die Kosten für SEA zu senken und dafür organisch mehr Traffic zu generieren, der aber natürlich auch konvertiert. Innerhalb eines Jahres soll der organische Traffic um 50% steigen.

Die Analyse des Status Quo ergibt, dass die Website bereits gut zu Keywords rund um das Thema Seifenblasen rankt. Das Unternehmen hat viel in Fernsehwerbung investiert und seine Marke gilt daher als Autorität auf ihrem Gebiet. Allerdings fällt auf, dass hauptsächlich Keywords ranken, die einen informationellen Suchintent haben. Transaktionelle Keywords werden zwar auch abgedeckt, doch sie ranken erst auf der zweiten Seite der Suchergebenisse. Das Unternehmen möchte aber vor allem auch verkaufen und nicht nur informieren. Außerdem fällt auf, dass es hinter Keyword-Kombinationen mit Größenangaben (z.B. „seifenblasen 70ml“) großes Potenzial steckt, es aber dazu noch keine Rankings gibt.

Kind mit Seifenblasen

Der Onpage-Check zeigt, dass die Website technisch ganz gut aufgestellt ist, einer Indexierung durch Google steht grundsätzlich nichts im Wege. Es gibt ein paar kleinere Fehler, die leicht behoben werden können, aber keine großen Auswirkungen haben. Allerdings sind die Inhalte nicht für Suchmaschinen optimiert. Snippets, Überschriften etc. können alle mit vergleichsweise wenig Aufwand angepasst werden. Auch die Navigationsstruktur und interne Verlinkung sollten optimiert werden. Zum Beispiel gibt es zwar passende Landingpages für die Keyword-Kombinationen „Seifenblasen + Größe“, aber sie sind intern nicht verlinkt. Google kann sie so nicht finden und sie ranken deswegen nicht.

Darüber hinaus gibt es auf der Website noch einen Ratgeberbereich und einen Blog, die aber beide schon länger nicht mehr gepflegt werden. Trotzdem rankt zumindest der Ratgeberbereich mit vielen informationellen Keywords.

Bei der Keywordanalyse werden weitere Potenzial-Themen aufgedeckt, mit denen sich das Unternehmen platzieren könnte, um seinen Expertenstatus weiter auszubauen. Neben den transaktionellen Keywords, die als besonders wichtig priorisiert werden, da sie für direkte Einnahmen sorgen können, zeigt sich hier auch, dass der Ratgeber und vielleicht sogar der Blog noch weiterausgebaut werden können, um alle Fragen der Kunden zu den Produkten ausreichend zu beantworten.

Das Keyword-Mapping zeigt, dass es bereits wichtige Landingpages für relevante Keywords gibt, die Inhalte aber nicht immer zur Suchintention der Nutzer passen. Vor allem im transaktionellen Bereich liefern die Wettbewerber sehr viel mehr beratenden Content, der die Nutzer dabei unterstützt die richtigen Seifenblasen für ihren Anwendungsfall zu finden. Im Ratgeber werden tatsächlich schon sehr viel informationelle Themen abgedeckt. Allerding sollten die Inhalte noch erweitert und optimiert werden, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Einige Themencluster werden auch noch gar nicht abgedeckt, für sie sollte neuer Inhalte erstellt werden. Die Content Strategie setzt genau an diesem Punkt an. Zuerst werden die Landingpages für die transaktionellen Keywords optimiert und im zweiten Schritt der Ratgeber weiter ausgebaut. Der Blog wird erstmal außenvorgelassen, weil er nicht so viel Potenzial bietet, zumindest nicht aus SEO-Sicht. Für die weitere Planung wird ein Content Audit gemacht.

Der Wettbewerb besteht aus einigen anderen Anbietern, die sich auf Seifenblasen spezialisiert haben, aber auch einige Discounter und Spielwarengeschäfte ranken zu den passenden Keywords. Was schon beim ersten Blick auf ihre Websites auffällt ist, dass sie sehr viel mehr Informationen auf ihren Produkt-Landingpages zur Verfügung stellen und den Nutzer so sehr viel besser beraten. Außerdem werden auf ihren Websites mehr transaktionale Keyword über eigne Landingpages abgedeckt. Ein oder zwei Wettbewerber betreiben offensichtlich Linkaufbau, die anderen haben ungefähr genauso viele Backlinks wie unser Unternehmen, ranken aber nicht schlechter als die anderen. Links scheinen hier erstmal nicht der große Hebel zu sein.

Maßnahmenplanung für 6 Monate

Monat Maßnahmen
1 SEO-Analyse (Erfassung Status Quo, OnPage-Check, Keywordanalyse, Entwicklung Content Strategie, Wettbewerberabgleich, Backlink Check)

Strategie-Workshop

Projektplan

2 Weniger aufwändige Fehler aus dem OnPage-Check korrigieren

Snippets und Überschriften von Produktseiten optimieren

Content Audit Ratgeber und Blog

Redaktionsplan aufsetzen (für Content Optimierung)

Reporting aufsetzen

3 Content Optimierung und Erweiterung bestehender Produktseiten

Konzept für neue Navigationsstruktur & interne Verlinkung (um alle relevanten Landingpages gut für Google auffindbar zu machen)

Monatliches Reporting / Monitoring

4 Content Optimierung und Erweiterung bestehender Produktseiten

Ausführlicher Backlink Audit (Spam & Broken Backlinks)

Monatliches Reporting / Monitoring

5 Content Optimierung und Erweiterung Ratgeber

Website Performance-Check (PageSpeed & Core Web Vitals)

Monatliches Reporting / Monitoring

6 Content Optimierung und Erweiterung Ratgeber

Monatliches Reporting / Monitoring

 

Die SEO-Strategie im Marketing-Mix

Was uns bei SEO-Projekten immer wieder auffällt, ist, dass die SEO-Aktivitäten und Maßnahmen, und damit auch die Strategie, losgelöst von anderen Marketingprozessen im Unternehmen gesehen werden. Dabei ist es für den Erfolg in Google und anderen Suchmaschinen sehr wichtig, dass alle Marketing-Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind, wie zum Beispiel Produkteinführungen, Werbemaßnahmen (auch im Offline-Bereich) oder Mailings.

Die Präsenz im Internet und die dortige Ausrichtung soll das Unternehmen so widerspiegeln, wie es sich für seine Kunden präsentiert. Dazu gehören auch alle Marketing-Maßnahmen. Die Abstimmung mit Marketing, IT und Geschäftsleitung ist daher sehr wichtig für uns.

Ohne Strategie keine nachhaltige Optimierung

Wie ihr seht, ist bei der Suchmaschinenoptimierung – wie auch bei allen anderen Marketing-Maßnahmen – eine Strategie die Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Um diese zu entwickeln, muss eine umfangreiche Analyse durchgeführt werden, auf deren Grundlage dann die einzelnen Maßnahmen identifiziert und aufeinander abgestimmt werden können. Ist die Strategie erstmal aufgesetzt, heißt es trotzdem weiterhin den Internetauftritt regelmäßig zu analysieren und zu bewerten, Maßnahmen zu hinterfragen, aktuelle Entwicklungen auf dem Suchmaschinenmarkt zu beobachten und dabei die Flexibilität zu behalten auf wichtige Trends zeitnah zu reagieren.

 

Braucht ihr Hilfe bei der Entwicklung eurer SEO-Strategie oder möchtet ihr eure bisherige Strategie von einem Experten prüfen lassen? Dann nehmt gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf. Wir helfe euch dabei, neue Potenziale zu entdecken und mehr relevanten Traffic über Suchmaschinen zu gewinnen.

<a href="https://www.luna-park.de/blog/author/mdo/" target="_self">Mareike Doll</a>

Mareike Doll

Mareike leitet das SEO-Team bei lunapark. Ursprünglich kommt sie aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich und studierte Germanistik und italienische Philologie. Ihren Einstieg ins Online Marketing fand sie als Online-Redakteurin, inzwischen ist sie in der Welt der Suchmaschinen zuhause. Bei lunapark ist sie neben dem SEO-Team auch für die Redaktion des Firmen-Blogs zuständig und schreibt leidenschaftlich gerne Fachartikel. Außerdem gibt sie Workshops und war auch schon auf der ein oder anderen SEO-Konferenz als Speaker zu Gast.

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2 Kommentare

  1. Bernd

    Ein toller und informativer Beitrag! Wie Jürgen schon sagt, es ist zwar beim Kunden angekommen, jedoch fehlt noch das nötige Budget. Trotzdem ist die Investition in hochwertige SEO Maßnahmen absolut sinnvoll für Unternehmen die längerfristig am Markt bestehen wollen.

    Antworten
  2. Jürgen Dell

    „SEO und die Wichtigkeit von Google sind längst bei Unternehmen angekommen.“ – Mag vielleicht sein, dass es bei den Unternehmen angekommen ist, aber am Ende scheitert es am Budget.

    Antworten

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