Die SEO Strategie als Grundlage für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung

Immer wieder stellen wir bei neuen SEO Projekten fest, dass Suchmaschinenoptimierung bisher nicht mit einer Strategie oder klaren Zielen verbunden war. Einzelne Optimierungsmaßnahmen wurden isoliert durchgeführt und nicht aufeinander abgestimmt. Doch nur wer weiß, wohin er möchte und dieses Ziel mit einer durchgehenden Strategie verfolgt, gelangt dort auch hin.

Ich möchte euch zeigen, warum eine SEO Strategie für uns in der Agentur so wichtig ist, welche Bausteine dabei berücksichtigt werden und wie Unternehmen selbstständig eine Strategie erarbeiten können.

Die SEO Strategie als Schlüssel zum Erfolg bei Google

Die SEO Strategie als Schlüssel zum Erfolg bei Google

SEO Strategie – was ist das eigentlich?

Suchmaschinen sind die Anlaufstelle Nummer 1 im Internet. Damit eure Produkte und Dienstleistungen im World Wide Web gefunden werden und um eure Marke richtig zu positionieren, solltet ihr SEO als einen wichtigen Teil eurer Online Marketing Strategie ansehen. Gute Rankings erhaltet ihr nicht über Nacht. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle und nur wer die einzelnen Bausteine richtig aufeinander abstimmt, wird langfristig erfolgreich sein.

Eine SEO Strategie hilft euch dabei. Sie ist für uns die Maßnahmenplanung und Herangehensweise, um definierte SEO- bzw. Website-Ziele zu erreichen.

Mögliche Ziele oder Teilziele sind zum Beispiel

  • Positionierung mit relevanten Suchbegriffen
  • Steigerung des organischen Traffics
  • Steigerung der Conversions
  • Internationale Platzierung
  • Lokale Auffindbarkeit

Bei der Entwicklung einer SEO Strategie gibt es bei uns 3 Phasen: Die Analyse, die Bewertung und die Maßnahmenplanung.

Phase 1: SEO Analyse

Bevor wir mit der Planung der SEO Maßnahmen beginnen, unterziehen wir jede Website einem SEO Audit. Mit seiner Hilfe identifizieren wir Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Internetauftritts. Gleichzeitig dient er dazu die Digitale Positionierung des Unternehmens und seines Wettbewerbs und Umfelds zu ermitteln. Die Analyse ist die Basis für alle weiteren Schritte. Durch sie erkennen wir, wo die Probleme eines Internetauftrittes liegen und wie wir sie beheben können. Erst wenn wir alle relevanten Daten zusammen haben, kann das Projekt effizient angegangen werden.

Um das Projekt richtig einschätzen zu können, fragen wir zunächst einige Punkte beim Kunden ab. Dazu gehören:

  • Welche Zielgruppe soll mit der Website angesprochen werden?
  • Ist eine regionale oder internationale Präsenz gewünscht?
  • Welche Themengebiete und Keywords sind besonders wichtig?
  • Welche Produkte stehen im Fokus?
  • Welche Branche soll besetzt werden?
  • Welche Wettbewerber (online & offline) gibt es?

Dies zeigt uns eine grobe Richtung, in die das Projekt gehen soll. Ob sich die Angaben später als richtig erweisen oder es zum Beispiel noch ganz andere Wettbewerber auf dem Online-Markt gibt, überprüfen wir in der Bewertungsphase.

Für die Analyse benutzen wir verschiedene Tools wie zum Beispiel die Google Search Console, Screaming Frog, Sistrix, SEMRush, Searchmetrics und Google Analytics (bzw. das Webanalyse Tool, das der Kunde gerade verwendet, z.B. AT Internet, Webtrekk, etracker oder Piwik). Diese Tools liefern uns unter anderem folgende Daten:

  • Sichtbarkeit (Desktop und Mobile)
  • Keywords und Rankings
  • Indexierte Seiten
  • Traffic
  • Backlinks
  • Technische Websitestruktur
  • Bestehende Inhalte
SEO Strategie - Bausteine Analyse / Audit

SEO Strategie – Bausteine Analyse / Audit

Wichtig ist jetzt, diese auch richtig zu bewerten, denn das bloße Sammeln von Daten bringt uns nicht weiter. Für gewöhnlich beziehen wir uns dabei auf Google. Auf Wunsch können aber auch weitere Suchmaschinen wie Bing, Yahoo, Yandex oder Baidu berücksichtigt werden.

Phase 2: Bewertung

Sind alle Daten ermittelt, folgt die Bewertung: Was läuft schon gut, was läuft weniger gut und wo besteht dringender Handlungsbedarf? In der Bewertungsphase bringen wir die Analysedaten und die zuvor benannten Ziele zusammen.

I. Zieldefinition

Was sind die „wahren Ziele“? Was soll im Zuge der Optimierung erreicht werden? Ziele bestehen aus unserer Sicht – und auch aus Sicht von Google – nicht darin mit einem vordefinierten Keywordset auf Position 1 zu stehen. Das mag kurzfristig zwar sinnvoll erscheinen, auf lange Sicht ist dies aber nicht weit genug gedacht. Ziele können unter anderem die Generierung von mehr relevantem Traffic, Leads oder Conversions sein. Top Platzierungen und eine hohe Sichtbarkeit sind Teilziele.

2. Wettbewerb

Wie steht der Internetauftritt im Vergleich zum Wettbewerb dar? Welche anderen Anbieter werden zu relevanten Keywords gefunden? Wichtig ist, dass hierbei nicht nur die klassischen Wettbewerber beachtet werden, sondern vor allem, wer bei Google auf den vorderen Plätzen rankt. Online- und Offline-Markt unterscheiden sich hier manchmal sehr stark voneinander. Vielen Unternehmen ist gar nicht bewusst, wer ihnen in Google Konkurrenz macht.

3. Onpage Faktoren

Aus der Analysephase können wir ableiten, welche technischen und strukturellen Probleme die Website aufweist. Nun geht es darum die Faktoren zu identifizieren, welche die Sichtbarkeit der Website negativ beeinflussen. Können alle Inhalte von Google richtig gelesen, interpretiert und indexiert werden? Sind zum Beispiel strukturierte Daten richtig ausgezeichnet?

Hierbei unterscheiden wir zwischen Aufgaben mit relativ geringem Aufwand, die aber schnell Resultate zeigen, und Aufgaben, die nicht von heute auf morgen behoben werden können, auf lange Sicht aber zum Erfolg führen. Zur ersten Kategorie gehört zum Beispiel die Optimierung der Meta-Snippets. Aufwändiger gestaltet sich dagegen eine Neustrukturierung der Navigation.

4. Inhalte

Welche Inhalte sind relevant und haben Potential? Und mit welchen Suchbegriffen suchen Nutzer danach? Mithilfe von Themen- und Keywordanalysen identifizieren wir relevante Themengebiete, die zu den Angeboten der Website passen. Außerdem schauen wir uns an, wer zu den entsprechenden Keywords bereits rankt und ob eine Platzierung in diesem Umfeld realistisch ist.

Durch einen Abgleich mit bestehenden Inhalten und Rankings ermitteln wir, welche Themen bereits gut vertreten sind, welche noch optimiert werden müssen und wo Inhalte fehlen. Hilfreich dabei ist auch ein Content Audit. Dieser liefert nicht nur eine Bestandsaufnahme aller Inhalte der Website, sondern auch eine Bewertung auf Grundlage des Traffics. Auf dieser Grundlage lässt sich dann eine Content Strategie entwickeln.

5. Links

Aus der Analyse wissen wir, wie viele Backlinks eine Website hat, woher sie kommen und wohin sie führen. Im Vergleich zum Wettbewerb ermitteln wir, ob eine Linkstrategie nötig ist, um neue Links aufzubauen und eventuell auch alte Links abzubauen.

6. Mobile

Laut Google werden über die Hälfte aller Suchanfragen über mobile Geräte wie Smartphones gestellt. Zudem hat Google im März 2018 damit begonnen für die Bewertungen von Websites deren mobile Version heranzuziehen. Wichtig ist daher, dass eine Website auch auf Smartphones richtig angezeigt und bedient werden kann.

Wir schauen uns an, ob es eine mobile Variante der Website gibt, ob diese technisch richtig umgesetzt und auch für mobile Geräte optimiert ist. Struktur und Aufbau einer Website unterscheiden sich häufig für mobile Geräte und Desktop. Es muss sichergestellt sein, dass auch die mobile Version richtig gecrawlt werden kann und Unterseiten richtig verlinkt sind. Ein Responsive Design allein reicht hier nicht aus.

7. Pagespeed

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Seitenladezeit einer Website. Müssen Nutzer lange warten, bis URLs geladen sind, führt dies zu einer schlechten Nutzererfahrung. Mit jeder zusätzlichen Sekunde, die verstreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer zurück in die Suchergebnisse springt und eine andere Website aufruft. Gerade beim Surfen von unterwegs mit dem Smartphone ist die Qualität der Internetverbindungen häufig schlecht und langsame Websites sorgen für zusätzlichen Frust. Dies hat auch Google längst erkannt und erklärte die Seitenladezeit im Juli 2018 zum offiziellen Rankingfaktor für mobile Suchergebnisse.

Grund genug zu prüfen, ob die Website von der Performance her mit dem Wettbewerb mithalten kann und wo es noch Möglichkeiten gibt, die Seitenladezeiten zu verbessern.

8. Webanalyse

Mithilfe von Webanalyse Tools wie Google Analytics können wir einen noch tieferen Einblick in die Qualität der Website und ihrer Inhalte erlangen. Wie viel Traffic erhält die Internetpräsenz aktuell? Wie verhält sich der Traffic aus der organischen Suche zu den Zugriffen der restlichen Kanäle? Wie viel Traffic kommt zum Beispiel über Direktzugriffe oder Social Media? Was lässt sich über die Absprungrate sagen? Wie verhalten sich Desktop-Nutzer im Vergleich zu mobilen Nutzern?

Anhand der Datenanalyse und der Bewertung können wir einschätzen und bestimmen, wie weit die Website von den gewünschten Zielen entfernt ist und wie die Seite optimiert werden sollte.

9. Website-abhängige Sonderfälle

Abhängig vom Website-Typ gibt es noch weitere Punkte, die überprüft und bewertet werden müssen. Spezielle Fälle sind beispielsweise folgende:

Phase 3: Maßnahmenplanung

Nachdem wir in enger Abstimmung mit dem Kunden ermittelt haben, wo die Website steht, was gut ist und was schlecht ist, klären wir gemeinsam ab, wo unsere Maßnahmen ansetzen müssen. Es geht also an die Planung der konkreten Maßnahmen und die Erstellung eines Projektplans.

  • Welche Maßnahmen dienen dazu, die gewählten Ziele zu erreichen?
  • Wo liegen Schwerpunkte, was wird priorisiert?
  • Welche Punkte gehen wir wann an?

Im Projektplan legen wir die einzelnen Teilschritte fest. Dazu zählen auch die Abstimmung des Timings und die Klärung der Verantwortlichkeiten. Welche Aufgaben können wir alleine übernehmen, wo brauchen wir Feedback vom Kunden und bei welchen Bereichen sind wir auf die Unterstützung der IT angewiesen?

SEO Strategie für die Ewigkeit?

Nun könnte man davon ausgehen, dass die ausgearbeitete SEO Strategie und die damit verbundenen Maßnahmen einfach abgearbeitet werden können. Doch spätestens seit den Google Panda und Penguin Updates hat sich gezeigt, dass Google uns gerne einen Strich durch die Rechnung macht und bestimmte Maßnahmen durch entsprechende Updates ihren Zweck nicht mehr erfüllen können oder überflüssig werden. Maßnahmen müssen dann plötzlich ganz anders priorisiert werden.

Und auch das Suchverhalten der Nutzer ändert sich. Durch die verstärkte Smartphone-Nutzung werden immer mehr Suchanfragen von unterwegs gestellt. Inhalte müssen daher ganz anderen Anforderungen gerecht werden als noch vor ein paar Jahren. Und auch die Voice Search verändert die Art und Weise wie Inhalte optimiert werden müssen.

Eine regelmäßige Hinterfragung der Maßnahmen und eine Überprüfung ihres Erfolgs sind daher sehr wichtig. Erzielt eine Maßnahme nicht den gewünschten Effekt, muss man so flexibel sein, diese auch wieder rückgängig machen zu können oder abzuändern. Eine regelmäßige Qualitätskontrolle gehört deshalb für uns mit zu einer guten SEO Strategie.

Tipp: Wenn ihr euch für eine SEO Agentur entscheidet, solltet ihr besonders darauf achten, dass hinter den SEO Maßnahmen auch eine gut durchdachte Strategie steckt. Überprüft folgende Aspekte: Sind Ziele definiert? Gibt es klare Kennzahlen, die erreicht werden sollen? Wo geht es hin?

Die SEO Strategie im Marketing Mix

Was uns bei SEO Projekten immer wieder auffällt, ist, dass die SEO Aktivitäten und Maßnahmen, und damit auch die Strategie, losgelöst von anderen Marketingprozessen im Unternehmen gesehen werden. Dabei ist es für den Erfolg in Google und anderen Suchmaschinen sehr wichtig, dass alle Marketing Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind, wie zum Beispiel Produkteinführungen, Werbemaßnahmen (auch im Offline Bereich) oder Mailings.

Die Präsenz im Internet und die dortige Ausrichtung soll das Unternehmen so widerspiegeln, wie es sich für seine Kunden präsentiert. Dazu gehören auch alle Marketing Maßnahmen. Die Abstimmung mit Marketing, IT und Geschäftsleitung ist daher sehr wichtig für uns.

Fazit

SEO und die Wichtigkeit von Google sind längst bei Unternehmen angekommen. Als SEO Berater müssen wir nicht mehr erklären, welchen Stellenwert Suchmaschinenoptimierung im Marketing einnimmt. Es geht vielmehr darum mit den richtigen Maßnahmen bessere Rankings und mehr relevante Nutzer auf die Website zu holen. Mit unserer SEO Strategie versuchen wir, eine kontinuierliche Optimierung zu erreichen, die langfristig Erfolg verspricht. Wichtig dafür ist

  • einen Internetauftritt laufend zu analysieren und zu bewerten,
  • Maßnahmen zu hinterfragen
  • und vor allem auch aktuelle Entwicklungen auf dem Suchmaschinenmarkt zu beobachten
  • und dabei trotzdem die Flexibilität zu behalten auf wichtige Trends zeitnah zu reagieren.
Schlagworte: SEO

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5 Kommentare
  1. Rolf Koch
    Rolf Koch sagte:

    Ein wirklich gelungener Beitrag, welcher auch 2018 noch aktuell ist. Aller Anfang ist schwer: die größte Hürde besteht nach meinem Verständnis darin eine eigene SEO Strategie zu entwickeln. Man benötigt eine gewissen Praxiserfahrung um ein Gefühl und Verständnis für die Wirkung verschiedener Optimierungsmaßnahmen zu entwickeln. Am Ende des Tages wird (so finde ich) auch sehr viel heiße Luft rund um das Thema Suchmaschinentoptimierung produziert. Aus diesem Grund erscheint der Themenbereich für viele als Black Box. Ich habe eine für mich geeignete Strategie entwickelt und die lezten 4 Jahre konsequent mein SEO Wissen sowie vor allem Praxiserfahrung aufgebaut. Meistens kommt der Rest dann ganz von alleine.

    Antworten
  2. Markus
    Markus sagte:

    Hi, danke für den Artikel – ich versuche mich selber „up to date “ zu halten und verzichte uf eine SEO Agentur, arbeite derzeit lieber selber mit einem kostenpflichtigen SEO online tool.
    l.g. Markus

    Antworten
  3. Alexander Raue
    Alexander Raue sagte:

    Hallo Mareike,

    danke für den tollen Beitrag.

    Mein Blog ist ziemlich neu (3 Monate) und ich schreibe wöchentlich 2 Artikel. Die Besucherzahlen steigen jeden Monat und auch die Besucherzahlen von google. SEO Basics mache ich von anfang an.

    Ab wann lohnt sich das einschalten einer SEO-Argentur für das Ziel „Traffic Steigerung“? Sollte der Blog erstmal 1 Jahr laufen und dann schaut man drauf? Oder gibt es auch andere Strategien?

    Viele Grüsse,
    Alexander

    Antworten
    • Mareike Doll
      Mareike Doll sagte:

      Hallo Alexander,

      na ja, das lohnt sich, sobald du entweder an die Grenzen deines SEO Wissens stößt oder sobald der Aufwand so hoch ist, dass du die Aufgaben nicht mehr alleine bewältigt bekommst. Zum Beispiel werden die Zugriffe sicherlich schneller steigen, wenn du mehr Artikel pro Monat veröffentlichst – sofern es sich um sinnvollen Artikel handelt. Grundsätzlich verfügt eine Agentur natürlich über mehr Wissen und Vergleichswerte als eine einzelne Person. Von daher lohnt es sich eigentlich immer. Es hängt eher davon ab, wie schnell du was erreichen möchtest.

      Liebe Grüße
      Mareike

      Antworten
  4. Markus Munde
    Markus Munde sagte:

    Hallo,

    toller Beitrag. Die Startegie ist glaube ich am Anfang das die größte Hürde, bzw. der größte Aufwand. Wenn man dann erstmal einen Plan hat und weiß was man will und wie man es anstellt geht der Rest fast von alleine.

    Gruß

    Antworten

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